Aktuelles zum Film — das letzte Jahr

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

18.12.2025

Nachruf:

Neue Kritiken:

  • Avatar: Fire and Ash (USA 2025)
    »Wir sind eine Familie, keine Demokratie«: James Cameron verschiebt den Fokus seiner Saga vom ethnologischen Staunen zu einem Generationenfilm über Trauer, Selbstermächtigung und familiäre Machtstrukturen. Ein visuell überwältigendes, zugleich erzählerisch vorhersehbares Märchen, das den Gen-Z-Diskurs unserer Gegenwart spiegelt – von Axel Timo Purr
    Quo vadis, Mr. Cameron? Ein drittes Mal nimmt uns James Cameron mit auf den Planeten Pandora. Während er visuell weiterhin Maßstäbe setzt, geht ihm inhaltlich die Luft aus – von Christian Schmuck
  • Herz aus Eis (FR/D 2025)
    Life of a Showgirl: Märchen, Fantasy, Feier der Traumfabrik. Lucile Hadžihalilović’ Film ist eine ebenso rätselhafte wie formal überwältigende Erfahrung – von Rüdiger Suchsland
  • Sorry, Baby (USA/F 2025)
    Hinter verschlossener Tür: Eva Victor legt mit Sorry, Baby ein beachtliches Regiedebüt hin. Was als Feelgood-Komödie beginnt, erfährt schnell eine düstere Wendung – Kritik von Janick Nolting
  • Yi Yi – A One and a Two (Yi yi) (Taiwan/J 2000)
    Das Leben von hinten: Edward Yang blickt auf das Leben nicht frontal, sondern von hinten – auf Wiederholungen, vererbte Verletzungen und das stille Weitergehen. Ein Film über das Überleben ohne Erlösung, der auch heute noch so aktuell ist wie vor 25 Jahren – von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Herz aus Eis
    Die große Illusion: Lucile Hadžihalilovićs luzide Überführung von Hans Christian Andersens „Schneeköngin“ wurde dieses Jahr mit dem Silbernen Bären für eine künstlerische Leistung ausgezeichnet. Für Roderich Fabian – im Gegensatz zu Felicitas Hübner – ist der Film ein Geschenk, für das er sich auch bei dem Team von Grandfilm bedankt

Spendenaktion 2025:

  • Spendenaktion 2025
    Kino ist Kultur. Filmkritik auch. Unterstützt artechock auch diese Weihnachten!
In die Sonne schauen

11.12.2025

Cinema Moralia:

  • Kampf um die Bilder
    Neureiche schlagen Tradition, das „Kartell der Willigen“ und die Woche mit Wolfram Weimer – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 370. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen (D/Ö 2025)
    Großer Kongress, kleine Ideen: Trotz einiger interessanter Akzente versinkt der neue Bibi-Blocksberg-Film in routiniertem Chaos und dramaturgischer Mutlosigkeit. Zwischen altbekannten Drehbuchprämissen und einer farblosen Regie verliert sich die Magie im eigenen Hexenwirbel – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße (D 2025)
    Ein ostdeutscher Mythos: Der letzte Film von Wolfgang Becker erzählt eine Hochstaplergeschichte im heutigen Berlin und stellt unbequeme Fragen zur Wahrnehmung der ostdeutschen Vergangenheit – Kritik von Janick Nolting
  • Im Rosengarten (D 2024)
    Vexierbilder migrantischer Realität: Leis Bagdachs erzählt in einem winterlichen Roadmovie die Begegnung zweier Geschwister, die einander fremd und doch unabwendbar verbunden sind und entfaltet dabei eine poetisch-politische Suche nach Identität, Zugehörigkeit und trügerischen Selbstbildnissen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Jetzt. Wohin. – Meine Reise mit Robert Habeck (D 2025)
    Der Fall des grünen Gottes: Lars Jessens sehenswerter Film Jetzt. Wohin über Robert Habeck ist nicht nur interessanter Journalismus – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos
    Ein Film, der neidisch macht: Cesc Gay zeigt, dass man Mann und Kinder nach 25 Jahren Ehe einfach so verlassen kann, weil die Sehnsucht nach Liebe größer ist. Und er zeigt das alles so down-to-earth, dass man einfach nur neidisch sein kann, finden Margret Köhler und Felicitas Hübner

Neuer Podcast:

  • Das Filmquartett: Grandfilm-Special
    Der Nürnberger Verleih für Filme, die unsere Cineasten-Herzen höher schlagen lassen, bringt kurz hintereinander drei Spitzentitel heraus: Sehnsucht in Sangerhausen, Yes und am 18.12. Herz aus Eis. Über die tollen Filme und ihre leidvolle Sichtbarkeit im Kino sprechen im Filmquartett: Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Wolfgang Lasinger und Chris Schmuck

Spendenaktion 2025:

Szene aus Zweitland

04.12.2025

Spendenaktion:

  • Spendenaktion 2025
    Kino ist Widerstand. Filmkritik auch. Unterstützt artechock auch diese Weihnachten! – von artechock-Redaktion

Neue Kritiken:

  • Sentimental Value (Affeksjonsverdi) (N/DK/S/D/F 2025)
    Räume öffnen, Risse schließen: Sentimental Value umkreist die Idee, dass Kunst heilen kann – doch in seinem Schatten bleibt ein leises, ungesagtes »Vielleicht nicht«. Ein Film über jene leisen Versprechen der Kunst, die Trost andeuten, aber nicht einlösen – Kritik von Tatiana Moll
    Wenn Häuser sprechen: In seinem vielschichtigen Familiendrama lässt Trier Räume, Erinnerungen und Wunden miteinander in Dialog treten. Ein Film über die Gespenster der Vergangenheit – und die unerwartete Freiheit, die entsteht, wenn man sich ihnen stellt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten (Mother) (Mazedonien/S/B/D/BIH 2025)
    Die Unnahbare: Teresa versucht sich an einem ungewöhnlichen und ambivalenten Heiligenporträt. Der Film zeigt sieben schicksalshafte Tage im Leben von Mutter Teresa – Kritik von Janick Nolting
  • Weltkarriere einer Lüge (D 2025)
    Paranoia und Judenhass: Die Wahrheit über die »Protokolle der Weisen von Zion« – Felix Moellers Dokumentarfilm – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Zweitland (D/I/Ö 2025)
    Im Schatten der Berge, im Echo der Geschichte: Michael Koflers Drama über politische Gewalt zieht seine Wucht aus dem Schweigen und verwandelt Südtirol 1961 in ein zeitloses Spiegelkabinett heutiger Konflikte – intim, konzentriert und erschreckend gegenwärtig – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Sentimental Value
    Familienbande: Neben dem Großen Preis der Jury in Cannes hat Joachim Trier auch auf anderen Festivals mit seinem Familiendrama Erfolge gefeiert. Liegt das an der souveränen Regie, an seinem bewährten Schreibpartner Eskil Vogt oder an dem großartigen Ensemble? Roderich Fabian und Stefan Rutz haben die Antworten.

Neuer Podcast:

  • Auch Rebellieren muss man lernen
    Ein Gefühl braucht Beweise: Im neuen artechock-Podcast erklären die Regisseurinnen und »Pro Quote Regie«-Gründerinnen Imogen Kimmel und Bettina Scholler-Bouju Rüdiger Suchsland alles, was er über »Pro Quote« noch nie zu fragen wagte; sie erzählen auch, warum Vielfalt kein Selbstzweck ist, wie es überhaupt zu »Pro Quote« kam und wie es mit dem Feminismus weitergeht in Zeiten von Bürokratisierung und knappen Kassen.

Porträt:

  • Hannah Arendt im Kino
    Die Denkerin der Gegenwart: Vor 50 Jahren starb Hannah Arendt. Doch die bedeutende Philosophin ist heute auch im Kino und im Reich der digitalen Bilder lebendiger denn je. Was erklärt diesen erstaunlichen Erfolg? – von Rüdiger Suchsland

Cinema Moralia:

  • Elon Musk ist nicht zu fassen
    Geld, Frauen, Pop und Tech-Faschismus: Züricher Tagungen, Syberberg wird 90 und eine analytische Biographie über den dunklen Visionär Elon Musk – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 369. Folge – von Rüdiger Suchsland
Udo Kier in The Secret Agent

27.11.2025

Cinema Moralia:

  • Ist das echt unecht jetzt?
    KI-Hoax, SPIO, Udo Kier, Filmförderung und europäischer Filmpreis – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 368. Folge – von Rüdiger Suchsland

Festivals:

  • Zwischen den Trümmern der Bilder
    Das 46. Cairo International Film Festival zeigte ein widerständiges arabisches Kino, das trotz Krise seine Stimme behauptet. Die Filme machen unsichtbare soziale Risse sichtbar und spiegeln eine Region im Wandel. In Kairo beweist Kultur ihre Überlebenskraft. – von Axel Timo Purr
  • Blick in die Zukunft
    Das 74. internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg zeigt in konzentrierter und hochkarätiger Auswahl die Stimmen des Kinos von morgen — von Dunja Bialas
  • Von Dichtern, Tieren und Menschen
    LAFITA 2025 führt ein weiteres Mal lateinamerikanisches Kino in seiner kreativen Vielfalt vor: zwischen Poesie und Experiment, Fiktion und Dokumentation, Engagement und Unterhaltung bietet auch die diesjährige Ausgabe dabei wieder Gelegenheit, vielen der Filmschaffenden direkt zu begegnen. – von Wolfgang Lasinger

Neue Kritiken:

  • Anemone (USA/GB 2025)
    Der verschollene Star: Daniel Day-Lewis kehrt nach acht Jahren auf die Leinwand zurück und spielt in Anemone einen geplagten Vater inmitten der Naturgewalten – Kritik von Janick Nolting
  • Marco (Indien 2024)
    Eine neue Action-Ikone? Marco sorgt schon seit Monaten aufgrund seiner Brutalität für Aufsehen. Der Film wird seinem Ruf gerecht! – Kritik von Janick Nolting
  • Paternal Leave – Drei Tage Meer (D/I 2025)
    Auf der Suche nach dem verlorenen Vater: Im Debütspielfilm von Alissa Jung kommt eine 15-Jährige Deutsche ins winterliche Norditalien, um endlich ihren Vater Paolo kennenzulernen – Kritik von Reinhard Kleber
  • Rückkehr nach Ithaka (The Return) (I/GR/GB/F 2024)
    Das Elend von Troya: Uberto Pasolini erzählt die Heimkehr des Odysseus ohne Götter, Monster und mythischen Lärm – dafür mit einer ungewohnten psychologischen Klarheit. Sein Film legt die Wunde offen, die Troya hinterließ, und macht den antiken Stoff beklemmend gegenwärtig – Kritik von Axel Timo Purr
  • Zone 3 (Chien 51) (F 2025)
    Klassengesellschaft mit Überwachungs-KI: Cedric Jimenez Science-Fiction-Thriller sieht gut aus und unterhält – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Zoomania 2 (Zootopia 2) (USA 2025)
    Erlaubnis zum Kuscheln: Jared Bush und Byron Howard kehren für Disney nach Zoomania zurück – doch ihre Fortsetzung streichelt lieber, als dass sie überrascht. Es ist eine Sequel, die sein eigenes Erbe kopiert, statt es mutig weiterzudenken. – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Zone 3
    Wish you were here Cédric Jimenez' dystopisches Paris überrascht zwar nur selten, ist aber dennoch ein sehenswerter Thriller, finden Christoph Becker und Roderich Fabian.

In der ARD Mediathek:

  • Riefenstahl (D 2024)
    Eine Frau von heute: Andres Veiel gelingt es in seiner Dokumentation über Leni Riefenstahl tatsächlich zu überraschen und dabei virtuos mit Ambivalenzen zu spielen – von Axel Timo Purr
    Keine Fragen an Riefenstahl: Biedere Nacherzählung und eine Mogelpackung: Andres Veiels »Riefenstahl« zeigt die Grenzen der Methode des Regisseurs – es gibt zu viele Antworten und Selbstgerechtigkeit, aber keinen Moment der Überraschung, des Innehaltens, der Demut vor dem Sujet – von Rüdiger Suchsland

Interview:

Baghdad Messi

20.11.2025

Festivals:

  • Im Schatten der Grenzen ein Gegenentwurf
    In einem Land, das in Europa die meisten getöteten Migranten verzeichnet, setzt KINO ASYL ein unmissverständliches Zeichen der Sichtbarkeit und Menschlichkeit. Das Festival zeigt eine Woche lang Filme, die von jungen Menschen mit Fluchterfahrung kuratiert wurden – als Korrektiv zu politischer Kälte und gesellschaftlicher Amnesie – von Axel Timo Purr
  • Grenzgänge aus Lateinamerika beim 74. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg
    Lateinamerikanische Beiträge beim Filmfest Mannheim-Heidelberg stellen das Politische auf unterschiedliche Weise in den Fokus. In den Filmen wird dabei kreativ mit Archivmaterial gearbeitet, was sie zu Grenzgängen zwischen Fiktion, Dokumentation und Experiment macht – von Wolfgang Lasinger
  • Festival of Future Storytellers: Spotlights
    Wie sind die Werke der Young Filmmakers? Short Reviews der Young Film Critics – von artechock-Redaktion
  • Festival of Future Storytellers: Das Filmquartett
    Das ehemalige Filmschool Filmfest geht unter der neuen Festivalleitung mit neuer Energie in Richtung Zukunft. Die Young Film Critics der LMU München blicken auf die Filme der Young Storytellers. Im Filmquartett sprechen: Dunja Bialas, Carlotta Macri, Nicolas Meußling, Rose Türemi

Neue Kritiken:

  • Eddington (USA/GB/FIN 2025)
    Der Anti-Diskurs und seine technische Reproduzierbarkeit: In seinem vierten Langfilm verzettelt sich Indie-Darling Ari Aster wohlwissend in politischen Streitthemen, erzählt vom amerikanischen Western, von roboterhaften Menschen, die zu ideologischen Akteuren degradiert werden – von Benedikt Guntentaler
    Abschied vom Prinzipiellen: Corona reloaded: Wer vom Kino Orientierung erwartet, ist in Ari Asters Eddington im falschen Film – von Rüdiger Suchsland
  • Das Geheimnis von Velázquez (L’énigme Velázquez) (F 2025)
    Der Platz des Königs: Die Macht des Blicks und der Maler des Kinos: Stéphane Sorlats Dokumentarfilm Das Geheimnis von Velázquez – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Im Schatten des Orangenbaums (All That’s Left of You) (D/Zypern/JOR 2025)
    Was von der Vergangenheit übrigblieb: Cherien Dabis’ generationsübergreifendes Familienepos über die palästinensische Misere schwankt zwischen ideologischer Enge und poetischer Größe. Am Ende jedoch triumphiert die Menschlichkeit über alle Narrative – Kritik von Axel Timo Purr
  • Keeper (B/F/CH 2015)
    Schmeckt wie Sch…: Die Spannung ist mittlerweile groß, wenn ein neuer Horrorfilm von Osgood Perkins erscheint: KEEPER wird der Vorfreude gerecht – Kritik von Janick Nolting
  • Lolita lesen in Teheran (Reading Lolita in Tehran) (I/Iran 2025)
    Widerstand im Seitenrand: Eran Riklis verfilmt Azar Nafisis Memoiren als still glimmendes Drama über weibliche Selbstbehauptung im Iran der 1980er Jahre. Ein Film, der zeigt, wie Lesen zu einer Form des Widerstands wird – Kritik von Axel Timo Purr
  • Sauna (DK 2025)
    In Schattenbildern: Die Romanverfilmung Sauna erzählt von queeren Räumen, Stereotypen und Ausgrenzung und wählt dafür eine Ästhetik der Dunkelheit – Kritik von Janick Nolting

Neue Videokritik:

  • Eddington
    Too much of nothing? Ari Asters gnadenlose, schwarze, dystopische Horror-Western-Komödie ist ein explosives Amalgam aus Ideologie, Verschwörung und emotionalem Chaos. Aster teilt dabei kompromisslos in alle Richtungen aus und genau das, finden Axel Timo Purr und Christoph Becker, macht den Film so sehenswert....

Cinema Moralia:

  • Tote Nazis leben kürzer
    Keine Ehre mehr für Heinz Rühmann – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 367. Folge – von Rüdiger Suchsland
William Kentridge: Drawing for Self-Portrait as a Coffee-Pot

13.11.2025

Seitenblicke:

  • Schwarze Linien, die nicht verschwinden
    Zum 70. Geburtstag des südafrikanischen Künstlers widmet das Museum Folkwang William Kentridge mit Listen to the Echo eine konzentrierte Ausstellung seiner Drawings for Projection, vier Filme, die ein vibrierendes Echo zwischen Erinnerung, Politik und Poesie erzeugen... – von Axel Timo Purr

Cinema Moralia:

  • Erkundungen des Unbewussten
    Lucile Hadžihalilović, Aufschrei der deutschen Filmbranche und der Verleiherpreis des Kulturstaatsministers – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 366. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Die My Love (USA/GB 2025)
    Wer hat Angst vor Lynne Ramsey? Wahnsinn mit Methode: Die My Love vermeidet den modischen Kino-Mainstream – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Das perfekte Geschenk (Les cadeaux) (F 2024)
    Wenn das Chaos die Familie rettet: Raphaële Moussafir und Christophe Offenstein inszenieren eine wunderbar unkonventionelle französische Familienkomödie, in der falsche Präsente, jüdischer Witz und dysfunktionale Beziehungen zu einem menschlichen Fest der Unvollkommenheit amalgamieren – Kritik von Axel Timo Purr
  • Ein schöner Ort (D 2025)
    Countdown in die Einsamkeit: Die Kölnerin Katharina Huber gewinnt auf dem Locarno Filmfestival im Concorso Cineasti del presente den Preis für die beste Regie. Ihr Film Ein schöner Ort ist eine rätselhafte Untergangsallegorie – Kritik von Dunja Bialas
  • Rote Sterne überm Feld (D/Ö 2025)
    Kino als Gedankenraum: Laura Laabs aufregendes Filmdebüt und die Frage, was eigentlich dabei herauskommt, wenn man zurückblickt – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Yes (Ken) (F/Zypern/D/IL 2025)
    Tanz auf dem Vulkan: Der israelische Filmemacher Nadav Lapid hat einen furiosen Film über die gewaltvolle Politik seines Landes gemacht – als befreit-überbordende satirische und sehr wütende Überhöhung – von Dunja Bialas
    Stützen der Gesellschaft: Nadav Lapids Yes und das Dilemma des modernen Künstlers – von Rüdiger Suchsland
  • Yunan (D/I/CDN/Palästina/Q/JOR 2025)
    Selbstfindung im Sturm: Ameer Fakher Eldin erzählt ein migrantisches Drama auf der nordfriesischen Hallig Langeneß – und beeindruckt mit Naturgewalten
    – Kritik von Janick Nolting

Neue Videokritik:

  • Das perfekte Geschenk
    Nur eine schlechte Familie ist eine gute Familie: Raphaële Moussafirs politisch völlig unkorrekte, so bissige wie zärtliche Weihnachtskomödie lässt sich auch gut außerhalb der Weihnachtszeit ansehen, finden Margret Köhler und Stefan Rutz. Und das nicht nur wegen der tollen Ensembleleistung.

Festivals:

  • Films of the Future
    Das Internationale Festival of Future Storytellers versammelt Kurzfilme von jungen Menschen aus der ganzen Welt, die große Lust am Geschichtenerzählen haben — von Dunja Bialas
  • FOFS-Spotlights
    Kurzkritiken der Young Film Critics – in Kooperation mit der LMU München
  • The Power of Molly
    Bimovie – eine Frauenfilmreihe zeigt in einem konzentrierten Programm Filme über empowerte Frauen — von Dunja Bialas
  • Auf der Suche nach sich selbst
    Die Griechische Filmwoche München findet bereits zum 39. Mal statt. Auch in diesem Jahr sind die Filme des Festivals im Rio Filmpalast (Eröffnung), im Theatiner Filmkunst und im Gasteig HP8 zu sehen. – von Elke Eckert
Biopic

06.11.2025

Neuer Cartoon:

  • Biopic
    Das CARTOON-Tagebuch eines Kinogehers macht sich einen süffisanten Reim auf einen Filmtitel – unser November-Cartoon – von Niko B. Urger

Neue Kritiken:

  • Bone Lake (USA 2024)
    Paar auf Abwegen: Vier Menschen und ein romantischer Zwist: Mercedes Bryce Morgan lässt in ihrem Horrorthriller einen Urlaub blutig eskalieren – Kritik von Janick Nolting
  • The Secret Agent (O Agente Secreto) (BR/F/NL/D 2025)
    Politik der Stille: Kleber Mendonça Filho transformiert die Diktaturjahre Brasiliens in ein stilles Echo der Gegenwart – ein Film über die Vererbung von Angst, den Preis des Widerstands und die Notwendigkeit, das Vergessen zu verlernen – von Axel Timo Purr
    Kadaver, Killer, Karneval: Haie in der Hitze – Kleber Mendonça Filhos fiebriger Thriller The Secret Agent – von Rüdiger Suchsland

Neuer Podcast:

Neue Videokritik:

Festivals:

  • Drei Kilometer bis zum Ende der Welt
    Das Rumänische Filmfestival zeigt in München zwölf aktuelle Produktionen vom Widerspruch und Neuaufbruch des osteuropäischen Landes — von Dunja Bialas
  • Kurze Wege, lange Wirkung
    Das DOXS RUHR No 13 war kein Festival der großen Gesten, sondern der kleinen Offenbarungen. Es zeigte, dass Dokumentarfilm für junges Publikum nicht pädagogisch, sondern poetisch sein kann – und dafür geliebt wird – von Axel Timo Purr
  • Die Vielfalt des Dokumentarischen und die Rolle des Festivals
    DOK Leipzig: Ein Film aus Berlin und ein kroatischer Film gewinnen, die neue Chefin stellt sich vor und die Verantwortung der öffentlich-rechtlichen Sender wird eingefordert – eine Bilanz — von Rüdiger Suchsland
Bugonia

30.10.2025

Neue Kritiken:

  • Bugonia (IRL/GB/CDN/USA/ROK 2025)
    Die Frau als Alien und Vorstellung: Lanthimos entfesselt in Bugonia einen Thrill im gewaltvollen Spiel der Zeichen – und entpuppt sich einmal mehr als posthumanistischer Nihilist – von Dunja Bialas
    Entführung eines Aliens: Andromeda gegen den Bienenstaat: Yorgos Lanthimos und Emma Stone, das außerirdische Traumpaar des Gegenwartskinos, schlägt wieder zu: Diesmal mit der zynischen Querdenker-Fabel Bugonia – von Rüdiger Suchsland
  • Good Boy (USA 2025)
    Der Vierbeiner im Spukhaus: Ben Leonbergs Langfilmdebüt Good Boy erzählt eine klassische Geistergeschichte – mit seinem eigenen Hund in der Hauptrolle – Kritik von Janick Nolting
  • Miau und Wau (Chien et Chat) (F 2024)
    Über den Mut zum Unsinn: Endlich mal wieder eine unkorrekte Komödie über Liebe, Tiere, Narzissmus und den Mut zum Unsinn – Reem Kherici wagt, was sich sonst keiner mehr traut, und verwandelt Kitsch, Chaos und Selbstironie in... Ja, in was eigentlich? – Kritik von Axel Timo Purr
  • Pumuckl und das große Missverständnis (D 2025)
    Wie der Leberkäs auf der Semmel: Marcus H. Rosenmüller setzt mit Pumuckl und das große Missverständnis seinen gelungenen Neustart fort – und trifft erneut den seltenen Ton zwischen Nostalgie, Humor und Herzenswärme – Kritik von Axel Timo Purr
  • Stiller (D/CH 2025)
    Identität ohne Risiko: Stefan Haupt bebildert Max Frischs Roman mit Respekt, aber ohne Wagemut. Aus einem existenziellen Drama über Identität und Selbsttäuschung wird ein gepflegtes, aber seelenloses Schulfilm-Panorama – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Bugonia
    Wahnsinnige Realität: Yorgos Lanthimos’ Remake des südkoreanischen Originals mit Emma Stone und Jesse Plemons in den Hauptrollen ist so bizarr wie klug
Neuer Podcast:
  • Rote Sterne überm Feld
    Laura Laabs Debütfilm – über Kino als Zeitreise: Die Berliner Autorenfilmerin Laura Laabs spricht mit Rüdiger Suchsland über ihr Spielfilmdebüt »Rote Sterne überm Feld«, das Anfang November ins Kino kommt, und ein dichtes Geflecht aus Partikeln deutscher und persönlicher Geschichte, Pop-Referenzen, Punk-Gesten und Mythen entfaltet.

Festival:

Cinema Moralia:

  • Filmfestivals als Polit-Zensoren und Aktivisten
    Soll man die IDFA boykottieren? Gibt es Zensur durch die Hintertür? Ein gefährlicher Präzedenzfall in den Niederlanden, eine Konferenz in Stuttgart und ein Kapitel aus der deutschen Kinokultur – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 365. Folge — von Rüdiger Suchsland
Das Verschwinden des Josef Mengele

23.10.2025

Cinema Moralia:

  • Die Nerven liegen blank
    Verständliche Genervtheit, unverständliche Wissensschaften, DOK Leipzig-Auftakt und Stadtbilder – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 364. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Das Verschwinden des Josef Mengele (F/D/MEX 2025)
    Das Gespenst des Todesengels: Kirill Serebrennikov zeigt in seiner Romanverfilmung, wie die jahrelange Flucht des Nazi-Verbrechers möglich wurde – von Janick Nolting
    Anatomie eines menschlichen Monsters: Das Verschwinden des Josef Mengele ist ein Werk von verstörender Brillanz – von Rüdiger Suchsland
  • Ab morgen bin ich mutig (D 2025)
    Die Hormongewitter der ersten Schwärmerei: Ein Must See des deutschen Kinderkinos: Bernd Sahling ist ein mitreißender Liebesfilm für Kids gelungen – Kritik von Reinhard Kleber
  • Frankenstein (USA 2025)
    Ein Ritual der Wiederbelebung: Guillermo del Toros »Frankenstein«-Adaption ist keine Schauergeschichte, sondern eine Wiederauferstehungsgeschichte über Schöpfung und Einsamkeit, Schuld und Erlösung und über die Macht des Mitgefühls im Angesicht der Finsternis – von Axel Timo Purr
    Frankenstein wird »Frankenfreud«: His Dark Materials: Guillermo del Toro neue »Frankenstein«-Verfilmung hat wenig Mitleid für das Monster ist eine Ehrenrettung für die Figur des genialen Wissenschaftlers – von Rüdiger Suchsland
  • Franz K. (Franz) (CZ/D/PL/F 2025)
    Das Leben als Karussell: Agnieszka Holland kapituliert in ihrem Film Franz vor dem »Kafka-Komplex« und zerkaut ihn zu Konsumgut – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Kingdom – Die Zeit, die zählt (Le royaume) (F 2024)
    Das ganze Leben in einem Tanz: Julien Colonnas souveränes Debüt ist großartiges Gangsterkino und ungeachtet seines schlechten deutschen Zusatztitels einer der besten Filme des Jahres – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Ein Tag ohne Frauen (The Day Iceland Stood Still) (IS/USA 2024)
    Unter dem Vulkan: Als die Isländerinnen 1975 streikten, brachten sie ihr Land zum Stillstand – und in Bewegung. Ein Tag ohne Frauen erzählt mit Humor, Empathie und politischer Schärfe von diesem historischen Tag und seiner bis heute glühenden Kraft – Kritik von Axel Timo Purr
  • Warsaw Film Festival 2025 : Vitalität unter fallenden Blättern
    Eindrücke vom 41. Warsaw Film Festival – von Katrin Hillgruber

Neue Videokritik:

  • Das Verschwinden des Josef Mengele
    Von Massenmördern wird die Politik bestimmt: Kirill Serebrennikows Adaption von Olivier Guez’ raunend-enigmatischem Roman und mit August Diehl in der Hauptrolle löst bei Felicitas Hübner und Stefan Rutz ein außerordentlich geteiltes Echo aus.
Katanga - La danse des scorpions

16.10.2025

Festival:

  • Ein Kontinent in Bewegung
    Die Filme dieses 15. Jubiläumsjahrgangs der Afrikanischen Filmtage München eint die Weigerung, sich einordnen zu lassen. Sie sprechen von Macht, Migration, Heilung, Musik und weiblicher Selbstbestimmung und zeigen, dass Afrikas Kino kein Nebenschauplatz ist. – von Axel Timo Purr

Cinema Moralia:

  • Die Rückgewinnung des Ästhetischen
    Das Schöne behütet. Das Schöne sucht man: Herta Müller, Juliane Liebert und die verweigerte Kritik. Und David Cunio – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 363. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • After the Hunt (USA/I 2025)
    Die Sprache als Waffe der Gegenwart: Luca Guadagnino navigiert in seinem post-woken Thriller atemberaubend zwischen Ethik, Eros und epistemischer Unschärfe – Kritik von Axel Timo Purr
  • Ballad of a Small Player (GB/D 2025)
    Wenn das Licht zerbricht: Edward Bergers grotesker Spieler-Thriller ist ein Film über Sucht, der selbst süchtig nach Wirkung ist. Und einer jener Fälle, in denen die Literatur schlicht das bessere Kino bleibt – von Axel Timo Purr
    A Chinese Ghost Story: In der Nacht der hungrigen Geister wurde auch Edward Bergers Film gefressen – von Rüdiger Suchsland
  • Jane Austen und das Chaos in meinem Leben (Jane Austen a gâché ma vie) (F 2024)
    Wenn einem Jane Austen das eigene (Liebes-)Leben ruiniert...: Laura Pianis Filmdebüt ist der perfekte Date-Movie für die gehoben Stände – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • The Mastermind (USA 2025)
    Drifting through the 70s: Kelly Reichardt erzählt in ihrem neuen Film vom Verloren-Gehen in Amerika, von existenzialistischen Selbstauslöschungen, von absurden Menschen in einer absurden Welt – Kritik von Benedikt Guntentaler
  • Zirkuskind (D 2025)
    Leben ohne Netz und doppelten Boden: Julia Lemke und Anna Koch erzählen den Alltag eines Zirkuskinds mit einem dokumentarischen Blick, der nichts verklärt und nichts verrät. Es ist eines der schönsten Plädoyers seit langem für ein anderes, ein bewegliches Deutschland, nicht nur auf den Straßen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • The Mastermind
    Vages Leben, vage Zukunft: Über die großartigen, innovativen Filme von Kelly Reichardt konnte man immer schon geteilter Meinung sein, so wie auch Felicitas Hübner und Thomas Maiwald es über Reichardts etwas anderen Heist-Movie sind.

Nachruf:

  • Annie Hall
    Modern Times: Zum Tod der Stadtneurotikerin Diane Keaton – von Rüdiger Suchsland
Bad Painter

09.10.2025

20. UNDERDOX:

  • Irgendwas mit Kunst
    Schmerzende Bohrer, ein Wettstreit unter Freunden, Landschaftsgemälde – das 20. UNDERDOX hat für das Jubiläum zahlreiche Deutschlandpremieren und viele Gäste eingeladen – von Dunja Bialas

Festivals:

  • Vertrauenssachen
    Zum 28. Mal ist das Filmfestival CINEMA! ITALIA! auf Tour durch Deutschland, dieses Jahr in 35 Städten und 40 Kinos. In München machen die italienischen Filmtage zwischen 9. und 22. Oktober halt, wie immer im Theatiner Filmtheater. Die sechs Filme, fünf aktuelle Produktionen und ein Filmklassiker, zeigen Menschen, die ein gewisses Außenseitertum eint, an Wendepunkten ihres Lebens. – von Elke Eckert
  • Perlen aus entlegenen Winkeln
    Beim 33. Filmfest Hamburg kamen einige der bemerkenswertesten Beiträge aus Spanien, Portugal und Lateinamerika – von Eckhard Haschen

Neue Kritiken:

  • Amrum (D 2025)
    Honig für die Parteigenossin: Fatih Akin verfilmt die Kindheitserinnerungen seines Mentors und Freundes Hark Bohm – Kritik von Katrin Hillgruber
  • A House of Dynamite (USA 2025)
    Das Denken über den Krieg als Schlachtfeld: Kathreen Bigelows verstörender „Vor-Kriegsfilm“ ist vor allem ein Film über das Ende jeglicher Entscheidungshoheit. Und ein großartig inszenierter Film über das Zittern vor der eigenen Macht, die jeder Machthaber sehen sollte, aber wohl nie sehen wird – von Axel Timo Purr
    20 Minuten bis zum Weltuntergang: Der ganz normale Wahnsinn eines möglichen Atomkriegs – Kathryn Bigelows neuer Spannungscoup im Kino – von Rüdiger Suchsland
  • Kontinental »25« (RO 2025)
    Die Welt: Ein Dinopark: 2021 gewann er den Goldenen Bären, nun ist er mit seinem neuen Film im Wettbewerb zurück: Radu Jude präsentiert Kontinental ‘25 – von Benedikt Guntentaler
  • Tron: Ares (USA 2025)
    Das Abo-Modell der Erlösung: Der dritte Teil des Tron-Franchises von Joachim Rønning ist ein visuell perfekter, aber geistig leerer Algorithmus aus Hochglanz und Hochmut – Kritik von Axel Timo Purr
  • Unterwegs im Namen der Kaiserin (D 2025)
    Nur das Versprechen von Glück: Jovana Reisinger bricht in einer kunstvollen Sprach- und Kostüm-Travestie mit dem Sisi-Kult – Kritik von Dunja Biales
  • Zweigstelle (D 2025)
    Sterben als Verwaltungsakt: Julius Grimms boulevardeske Komödie wiegt sich allzu sicher in ihrer vermeintlich originellen Prämisse, vergisst dabei aber, dass auch die Absurdität einen Resonanzboden braucht, um zu tragen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritiken:

  • A Letter to David
    Dokumentarischer Einspruch über die Unschuldigen: Zwei Jahre nach dem Massaker der Hamas während des Supernova-Festivals am 7. Oktober 2023 erscheint Tom Shovals stiller dokumentarischer Einspruch über die Unschuldigen, die zum Opfer brachialer Gewalt geworden sind. Ein wichtiger, unbedingt sehenswerter Film, findet Margret Köhler im Gespräch mit Axel Timo Purr.
  • Amrum
    Du kannst nichts dafür, aber du bist Teil davon: Fatih Akins Film über Hark Bohms Kindheit während des 2. Weltkriegs auf Amrum sind großes, berührendes und kluges Kino, finden Margret Köhler und Axel Timo Purr.

Cinema Moralia:

  • Illusionen? Israel!
    Staatsraison, Kulturauftrag und die Möglichkeit der Vernunft: Warum wir Förderprogramme für das Drehen in Israel ins Leben rufen sollten, für deutsch-israelischen Austausch auf allen Ebenen und was Wolfram Weimer riskieren könnte, wenn er wollte, 362. Folge – von Rüdiger Suchsland
Georg Stefan Troller

02.10.2025

Zum Tod von Georg Stefan Troller:

Neue Kritiken:

  • A Big Bold Beautiful Journey (USA 2025)
    Das GPS der Liebe: Kogonadas Film ist die paradoxe Entität eines geglückten Konzepts und eines missratenen Films, ein filmisches Essay, das behauptet, eine romantische Komödie zu sein – und damit fast alle Magie im Keim erstickt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Karla (D 2025)
    Wo Wahrheit nicht gefunden, sondern verhandelt wird: Christina Tournatzés' beklemmendes Kammerspiel zeigt, dass Selbstermächtigung und die Artikulierung von Missbrauchserfahrung kein Kind unserer Gegenwart ist, sondern schon Anfang der 1960er Jahre relevant war – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Nur für einen Tag
    Leben ist wie kochen: Amélie Bonnin ist die erste Debütregisseurin, deren Film Cannes eröffnen durfte. Stefan Rutz und Thomas Maiwald diskutieren, ob Bonnins Film über die Sinnsuche einer jungen Köchin diese Ehre verdient hat.

Cinema Moralia:

Deux Pianos

25.09.2025

Festivals:

Neue Kritiken:

  • Drei Kilometer bis zum Ende der Welt (Trei kilometri pâna la capatul lumii) (RO 2024)
    Eklatante Täter-Opfer-Umkehr in Rumänien: Ein 17-jähriger Schüler fällt in den Sommerferien im rumänischen Donaudelta einem homophoben Angriff zum Opfer. Behörden und Bevölkerung wollen die Untat vertuschen – Kritik von Reinhard Kleber
  • Die Möllner Briefe (D 2025)
    Im Land der Weltmeister: Martina Priessners eindrucksvolle Dokumentation über die peinvollen Nachwehen des rassistischen Brandanschlag von Mölln zeigt, wie schwer Schweigen, aber wie schwer auch Reden sein kann – Kritik von Axel Timo Purr
  • The Negotiator (Relay) (USA 2024)
    Die schlechteste aller Welten: David Mackenzies Thriller ist Wirtschaftskrimi, Identitätsfindung und Liebesgeschichte in einem – das ist so komplex, aber auch so spannend und schön wie es sich liest – Kritik von Axel Timo Purr
  • One Battle After Another (USA 2025)
    Abschied von gestern: Paul Thomas Anderson irres Amalgam aus Coen- und Tarantino-Elementen sieht sich wie eine Neuerfindung des Regisseurs und ist trotz auch nerviger Momente verblüffend gegenwärtig und macht Spaß – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Animale
    Die Frau im Stier: Stiere, Frau und Männer. Emma Benestan inszeniert so überraschend wie überzeugend eine Geschichte, die unter die Haut geht, finden Felicitas Hübner und Thomas Maiwald.

Cinema Moralia:

  • Film ist weit mehr als bloße Unterhaltung
    Gegen die »verrückte Solidarität«: Zwei Wortmeldungen gegen Judenhass und Israel-Feindschaft in der Filmbranche, die fehlende Risikobereitschaft der deutschen Filmszene und eine Allianz der Produzenten mit der Filmakademie – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 360. Folge – von Rüdiger Suchsland
Miroirs No. 3

18.09.2025

Interview:

  • »Wir wollen nicht Gespenster sein«
    Ein Gespräch mit Christian Petzold anlässlich seines neuen Films Miroirs No. 3 zu Häusern, Blicken, Elementen und dem Vertrauen zu seinem Ensemble – selbst wenn es gegen ihn rebelliert – von Dunja Bialas & Amelie Hochhäusler

Neue Kritiken:

  • Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes (D 2025)
    Möglichst an gar nichts denken? Edgar Reitz’ intimes, erhellendes Kammerspiel über den deutschen Philosophen, Mathematiker, Juristen, Historiker und politischen Berater der frühen Aufklärung zeigt einmal mehr, an was es uns heutzutage gebricht – Kritik von Axel Timo Purr
  • Miroirs No. 3 (D 2025)
    Musikalische Spiegelbilder: Christian Petzold übersetzt mit Miroirs No. 3 Ravels Klavierstück in filmische Bilder und entfaltet eine Erzählung verlorener Figuren, die (wieder) zueinander finden – Kritik von Amelie Hochhäusler
  • Der Tiger (D 2025)
    Ins Herz der Finsternis: Dennis Gansel bewegt sich mit seinem 2. Weltkriegs-Panzerfilm auf zu vielen Kriegsfilmspuren, um einen markanten Abdruck im Schlamm der Zeit zu hinterlassen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Hannah Arendt – Denken ist gefährlich (USA/D 2025)
    Im Zweifel für den Zweifel: Denkerin des Offenen: Hannah Arendts Denken war ein tastender Gang ins unbekannte Terrain. Denken ist gefährlich befreit die deutsch-jüdische Denkerin aus den Ketten des Zeitgeists – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Kill the Jockey (El jockey) (Argentinien/E/USA/MEX 2024)
    Von Jockeys und Gangstern: Der Argentinier Luis Ortega gestaltet die Geschichte um einen desperaten Star-Jockey in Buenos Aires als skurrilen Genremix aus Gangsterthriller und surreal-absurder Parabel mit existentieller Abgründigkeit – Kritik von Wolfgang Lasinger

Kinoprogrammpreise München:

Nachruf:

Cinema Moralia:

  • Demokratie und ihre Konsequenzen
    Eine erfolgreiche Kampagne der Filmbrache, und was daraus folgt im Kampf gegen Antisemitismus – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 359. Folge — von Rüdiger Suchsland

Videokritik:

  • Miroirs No. 3
    Das Normale bricht herein: Schwer zu schluckender Hardcore-Arthouse oder einfach ein weiterer so klug wie zauberhafter Film von Christian Petzold? Margret Köhler und Axel Timo Purr diskutieren über Miroirs No. 3, den abschließenden Teil von Petzolds Elementtrilogie.
Time and Tide

11.09.2025

5. Experimentalfilmtage Frankfurt:

Neue Kritiken:

Seitenblick:

  • KPop Demon Hunters: Trost für die Leiden der Jugend
    Maggie Kang und Chris Appelhans überraschen in ihrem KPop-Drama KPop Demon Hunters mit einer universellen Sprache des Leides, einer hybriden Animation und musikalischer Finesse. Diese Grenzüberschreitungen erklären auch, warum ihr Film der bislang erfolgreichste Netflix-Film aller Zeiten ist. – von Axel Timo Purr

Cinema Moralia:

  • Wolfram Weimer muss liefern
    Die unvollendete Förderreform: Wo bleiben Steueranreizmodell und Investitionsverpflichtung? Der halbfertige Kulturstaatsminister gestaltet bisher nichts. Außerdem: Filmakademie und Judenhass; Carsten Brosda; und Margarethe von Trotta – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 358. Folge — von Rüdiger Suchsland

Filmquartett-Podcast:

  • Sommer-Hypes
    Mascha Schilinskis In die Sonne schauen versetzt das deutsche Kino in einen erneuten Ausnahmezustand. Ein Film zwischen Hype und Überforderung, der das deutsche Kino wieder einmal eines Besseren belehren könnte. Und dann haben wir noch Oliver Laxes Sirât gesehen, einen Film, der das Arthouse aus seiner Behaglichkeit wachsprengen könnte. – Das Filmquartett ist diesmal ein Terzett mit Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler und Chris Schmuck

arteshot-Videokritik:

  • Beule – Zerlegt die Welt
    Komödie oder Klamauk? Janek Riekes wilde Komödie aus der norddeutschen Provinz spaltet die Geister – greller Klamauk oder perfekt inszenierter Humor? Margret Köhler und Stefan Rutz geraten sich bei dieser Frage in Haare
Bugonia

04.09.2025

Filmfestspiele Venedig – Unser Special:

  • Alle Venedig-Texte und -Podcasts im Überblick
  • Dolce far niente am Lido
    Gegen den Relevanzverlust: Das süße Leben, Verschwörungstheorien der Antike und der neue Film von Yorgos Lanthimos bei den Filmfestspielen – Notizen aus Venedig, 3. Folge— von Rüdiger Suchsland
  • Wenn Frauen machen, was sie wollen...
    Es kann nur eine geben: Dreidimensionales Schach mit Kathryn Bigelow und transzendentaler Fußball mit Mona Fastvold; The Testament of Ann Lee und A House of Dynamite im Wettbewerb – Notizen aus Venedig, 4. Folge — von Rüdiger Suchsland
  • Das Weltkino in der babylonischen Gefangenschaft
    Kino von gestern statt Kinozukunft: Wandelt sich das älteste Filmfestival der Welt in ein Altherrenereignis? Eine Bilanz der diesjährigen Mostra – Notizen aus Venedig, 5. Folge – von Rüdiger Suchsland
  • Podcast 05: Filme machen, mit denen die Welt untergeht...
    Rüdiger Suchsland spricht mit Christoph Petersen über den Weltuntergang: Atomar in Kathryn Bigelows triumphalem A House of Dynamite, und moralisch in François Ozons Albert-Camus-Verfilmung L’Etranger. Außerdem geht es um Luca Guadagninos ambivalente #MeToo-Satire After the Hunt, und beide ziehen eine kleine Zwischenbilanz des bisherigen Wettbewerb um den Goldenen Löwen
  • Podcast 06: »Alle lieben Venedig. Ich auch!›n‹«
    Rüdiger Suchsland spricht mit Josef Schnelle über Venedig-Filme wie Tod in Venedig, Wenn die Gondeln Trauer tragen, Traum meines Lebens, Agostino und andere, und darüber, dass der Mythos der Stadt Venedig immer dieselben Geschichten erzwingt. Man kann sich der Lagunenstadt einfach nicht entziehen
  • Podcast 07: Jim Jarmusch gewinnt den Goldenen Löwen. Aber warum nur? Rüdiger Suchsland bilanziert die Filmfestspiele und die Preise, berichtet über Zwänge, Enttäuschungen und Gerüchte und denkt über den Stand des Weltkinos nach.

Neue Kritiken:

  • 22 Bahnen (D 2025)
    Schema F. Die Verfilmung von Caroline Wahls Debüt- und Bestsellerroman ist eine gute Verfilmung der Vorlage mit zwei großartigen Hauptdarstellerinnen. Leider reicht das nicht – Kritik von Axel Timo Purr
  • Happy Holidays (D/I/F 2024)
    Abgründe und Visionen. Scandar Coptis komplexes und visionäres Drama über israelische und arabische Lebenslinien- und Tragödien in Israel ist ein unschätzbarer Beitrag zur Völkerverständigung und ganz im Sinn von Amos Oz und seinem Wirken – Kritik von Axel Timo Purr
  • Viêt und Nam (Trong lòng dat) (VN/Singapur/F/NL/I/D/USA 2024)
    Kohle und Diamant. Zwei schwule Liebende im vom Kriegstrauma versehrten Vietnam. Truong Minh Quy gelingt es in Viêt und Nam, gerade über betörend poetische Momente eine prekäre Wirklichkeit eindringlich zu beschwören – Kritik von Wolfgang Lasinger

Neuer Cartoon:

  • Herbig
    CARTOON-Tagebuch eines Kinogehers — von Niko B. Urger

Fünf Seen Filmfestival:

  • Zwischen Stolz und Vorurteil
    Das 19. Fünf Seen Filmfestival überwindet die Ambivalenzen des letzten Jahres mit einem hochkarätigen Programm der leisen Töne und Untertöne — von Dunja Bialas

Neue Videokritik:

  • 22 Bahnenl
    Ich möchte lieber nicht. Mia Maariel Meyers Verfilmung von Caroline Wahl Bestseller ist eine äußerst präzise und werksgetreue Umsetzung der literarischen Vorlage. Damit vergibt Meyer allerdings auch die Chance, mit ihrem Film die Vorlage zu verbessern, finden Stefan Rutz und Axel Timo Purr
Plakat In die Sonne schauen

28.08.2025

In die Sonne schauen - Special:

  • In die Sonne schauen (D 2025)
    Syndromes of a Century. Mascha Schilinskis In die Sonne schauen zeichnet ein nihilistisches Jahrhundert nach – und ist ein ergreifend ästhetisches und sinnliches Werk – von Dunja Bialas
    Die Gespenster des 20. Jahrhunderts. Mascha Schilinskis großartiger Film In die Sonne schauen – von Rüdiger Suchsland
  • Ein Glücksfall für den deutschen Film
    Großes Kino gegen die Klischees, die wir alle im Kopf haben, und die uns eingetrichtert werden. Die Berliner Regisseurin Mascha Schilinski und ihr Film In die Sonne schauen — von Rüdiger Suchsland
  • Videokritik: In die Sonne schauen (arteshot 365)
    Nichts als Regen. Mascha Schilinskis ungewöhnlicher, assoziativer Zeitsprungfilm über vier Frauen unterschiedlicher Epochen hat in Cannes den Preis der Jury gewonnen und war dort ein großer Kritiker-Darling. Margret Köhler und Stefan Rutz sind allerdings uneins, ob Schilinskis Film dieses Lob auch verdient hat.

Neue Kritiken:

  • Die Rosenschlacht (The Roses) (USA 2025)
    Love in Vain. Dem Remake des Ehekrieg-Klassikers von Danny DeVito gelingt der Seitensprung in die Gegenwart – sowohl schauspielerisch als auch in der Annäherung an unsere Gegenwart und erst recht in der Ausrichtung, die mehr Strindberg als Komödie ist – Kritik von Axel Timo Purr
  • Wenn der Herbst naht (Quand vient l’automne) (F 2024)
    Nichts zu bereuen. François Ozon knüpft mit seinem Kriminalfall in der Provinz an die Meisterschaft von Chabrol an – Kritik von Dunja Bialas

Filmfestspiele Venedig:

  • Retten Anmut und Gnade das Kino?
    Oder muss es einfach von Werner Herzog lernen? – Notizen aus Venedig, 1. Folge — von Rüdiger Suchsland
  • Venedig-Podcast 01: Werner Herzog will’s wissen
    Der Solitär und Abenteurer des Kinos: Werner Herzog bekommt den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Am Mittwochabend bekam Werner Herzog bei der Eröffnungsfeier der 82. Filmfestspiele von Venedig einen Goldenen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk. Aus diesem Anlass spricht Rüdiger Suchsland mit dem Filmkritiker und Herzog-Experten Josef Schnelle (»Eine Welt ist nicht genug«) über Herzogs gigantisches Lebenswerk von über 70 Filmen, über das Staunen und die Suche nach dem Extremen in Herzogs Filmen. Josef Schnelles Buch über Herzog ist im Schüren Verlag erschienen.
Was ist Liebe wert - Materialists

21.08.2025

Neue Kritiken:

  • Was ist Liebe wert – Materialists (USA/FIN 2025)
    Scheiß auf die Liebe. Celine Songs romantische Tragikomödie seziert nicht nur das Romcom-Genre, sondern setzt es auch neu zusammen. Das ist so gnadenlos wie überraschend und immer intelligent – Kritik von Axel Timo Purr
  • Nobody 2 (USA 2025)
    Die Anlage zur Gewalt. Timo Tjahjanto kann dem überragenden ersten Teil nichts Neues hinzufügen – im Gegenteil: trotz erneut geballter Selbstjustiz fehlt es dieses Mal an erzählerischer Substanz und Originalität – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Materialists
    Die unromantische Komödie unserer Gegenwart. Nach ihrem großen Erfolg mit Past Lives hat sich Celine Song wieder auf die Suche nach der verlorenen Liebe gemacht, dieses Mal allerdings ohne migrantische Hintergründe. Felicitas Hübner und Axel Timo Purr sind sich uneins darüber, ob Song mit ihrem neuen Film ebenfalls überzeugen kann.

Filmfestival Locarno:

Cinema Moralia:

  • Das Kino ist ein Alleszermalmer
    Filmgeschichte ist mehr als ein Abgleich von Vergangenheitsmoral mit Gegenwartsmoral; sie ist nicht zu trennen von dem, was mal Kino war: eine alltägliche Praxis. Außerdem Plädoyers gegen Egozentrismus und selektive Empörung in unserer deutschen Kulturszene – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 357. Folge — von Rüdiger Suchsland
Kaffee Plex

14.08.2025

Kinos in München:

  • Was vom Kino übrig blieb
    Statt Multiplex jetzt Café Plex. Bemerkungen zu einer sogenannten Zwischennutzung des ehemaligen Filmtheater Sendlinger Tor – von Dunja Bialas

Neue Kritiken:

  • Die Farben der Zeit (La venue de l’avenir) (F/B 2025)
    Eine vergessene Sprache. Cédric Klapisch zeigt in seiner klugen und romantischen Tragikomödie, wie wichtig es in unserer neoliberalen zukunftsbesessenen Gegenwart ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Sirât (F/E 2025)
    Fahrt ins Nirwana. Oliver Laxe’ Sirât ist eine explosive Dystopie von einer Welt im Kriegszustand – von Dunja Bialas
    Durch die Wüste, bis ans Ende der Welt. Radikale Kontingenz, Unsinn und die prachtvolle Schönheit: Sirât von Oliver Laxe konfrontiert zwei Familienmodelle und bewegt auch das Kino weg von seinen Normierungen – von Rüdiger Suchsland

Zur Person:

Locarno Filmfestival:

  • Locarno 2025 : Was dem Kino heute fehlt...
    Stars und Stunts. Das Ende der Spontaneität, Sparmaßnahmen, das Kino als Prisma und die Yuppisierung unserer Wirklichkeit – Notizen aus Locarno, 2. Folge – von Rüdiger Suchsland
  • Wenn das Okkulte auf die Wirklichkeit trifft...
    Podcast aus Locarno. Rüdiger Suchsland spricht mit den in Wien lebenden Regisseuren Elsa Kremser und Levin Peter (Space Dogs, Dreaming Dogs) über ihren ersten Spielfilm White Snail im Wettbewerb von Locarno, über das Verhältnis von toten und lebenden Körpern, von Schönheit und Versehrtheit, über Hexen und Magie im Kino und Dreharbeiten in Belarus

Neue Videokritik:

  • Sirât
    Das Ende der Zeit. Óliver Laxes in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichneter, dystopischer Roadmovie hat die internationale Filmkritik gespalten. Auch Roderich Fabian und Axel Timo Purr sind sich uneinig darüber, ob Laxes Film bedingungslos empfehlenswert ist
This is Atomic Love

07.08.2025

73. Filmkunstwochen München:

  • Weltenbummler und Cineasten
    Late Night Film Lecture, Atomic Love und ein Doppelgeburtstag – die zweite Filmkunstwoche 2025 – von Dunja Bialas

Locarno Filmfestival

  • Jetzt sprechen die Filme
    Große Erwartungen zum Auftakt von Locarno. Große Erwartungen: Das Kino hat schon Schlimmeres überstanden, als provinziellen Film-Journalismus und Marketing-Narrative. Und am Ende bleibt uns immer die Retrospektive – Notizen aus Locarno, 1. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Drama Queens (Les reines du drame) (F/B 2024)
    Zwei Seelenverwandte am Firmament. Ein berauschendes Musical: Zwei talentierte Nachwuchssängerinnen träumen vom Erfolg und verlieben sich – Kritik von Reinhard Kleber
  • Milch ins Feuer (D 2024)
    Warum werden Schnecken nicht 5 Meter hoch? Justine Bauers Heimatfilm über bäuerliche Realitäten in der alemannisch-hohenlohischen Provinz ist ein gnadenloser, sensibler und stiller Film über den Lauf der Zeit und ihre Opfer – Kritik von Axel Timo Purr

Interview:

Cinema Moralia:

  • Wo bleibt das Bier in der Kunst?
    Körperoptimierung ist keine Filmoptimierung und Schauspieler sind keine Politiker; Filme zu Hiroshima und Potsdam und Probleme mit der Filmförderung NRW – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 356. Folge — von Rüdiger Suchsland

Seitenblick:

Neue Videokritiken:

  • La Haine
    Die wiedergefundene Zeit. Eines der großen Meisterwerke des europäischen Kinos ist in einer 4-K-restaurierten Fassung nach 30 Jahren wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Roderich Fabian und Axel Timo Purr diskutieren, ob Mathieu Kassovitz' sozialkritisches Drama auch heute noch sehenswert ist
  • Was uns verbindet
    Reden macht gesund. Carine Tardieu hat nach Im Herzen jung einen weiteren Film über die Selbstermächtigung einer älteren Frau gedreht. Doch ihre von Valeria Bruni Tedeschi großartig verkörperte Heldin geht dann doch ganz andere Wege, finden Margret Köhler und Felicitas Hübner
In den Gängen

31.07.2025

Filmkunstwochen 2025

Neue Kritiken:

  • Die nackte Kanone (The Naked Gun) (USA 2025)
    Kaputte Kanone: Akiva Schaffers Reboot eines Meilensteins der Slapstick-Komödien zeigt die woken Grenzen unserer Gegenwart und ist ein Schatten des wilden und heute inkorrekten Originals – Kritik von Axel Timo Purr
  • Rave On (D 2025)
    Bis ins Licht: Ekstatisches Albtraumkino: Nikias Chryssos und Viktor Jakovleski inszenieren in Rave On eine unvergessliche Nacht in einem Berliner Club – Kritik von Janick Nolting
  • Wilma will mehr (D 2025)
    Was vom Osten bleibt: Wilma will mehr ist ein weiterer Film, der sich an einer Neubewertung der Wendezeit versucht. Im Gedächtnis bleibt vor allem Fritzi Haberlandts Schauspiel – von Janick Nolting
    Stille Heldin, schräger Aufbruch und kein rotes Fahrrad: Maren-Kea Freeses Wilma will mehr ist eine subtile Komödie – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Wilma will mehr (arteshot 360)
    Eine Frau sieht rot: Maren-Kea Freese’s Ost-West-Culture-Clash-Tragikomödie über die Selbstfindung einer Frau aus dem Spreewald im Wien kurz nach der Wende, ist nicht nur durch eine umwerfende Fritzi Haberlandt den Kinobesuch wert, finden Felicitas Hübner und Axel Timo Purr

Revisionen:

  • Der letzte Kaiser
    Spätblüte des analogen Spektakel-Kinos: Bernardo Bertoluccis Der letzte Kaiser erzählt von Pu Yi und führt uns weg von den klaren Thesen über China – Revisionen, Folge 01 – von Rüdiger Suchsland

Cartoon:

Cinema Moralia:

Jagdszenen aus Niederbayern

24.07.2025

Cinema Moralia:

  • Welche Geschichten erzählt unser Kino?
    Die Hoffnung auf Nichtwissen und Überraschung, das Venedig-Programm und eine kurze Erinnerung an Rob Houwer – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 354. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • The Life of Chuck (USA 2024)
    Ich bin Vielheit: Mike Flanagans kongeniale Umsetzung eines Kurzromans von Stephen King zeigt nicht nur, dass King weit mehr als nur ein Bestsellerautor mit Horrorschwerpunkt ist, sondern wie so oft, auch hier nah am Puls unserer Gegenwart operiert – Kritik von Axel Timo Purr
  • Memoiren einer Schnecke (Memoir of a Snail) (AUS 2024)
    Der Zauber von Traumatisierung und Selbstermächtigung: 15 Jahre nach Mary & Max überrascht Adam Elliot erneut mit einem Stop-Motion-Film, der so traurig wie tröstlich ist und den sich jede Familie unbedingt ansehen sollte, um auf die Unwägbarkeiten des Lebens gut vorbereitet zu sein – Kritik von Axel Timo Purr
  • Oxana – Mein Leben für Freiheit (Oxana) (F/Ukraine/H 2024)
    Nackte Busen, heiße Herzen: Ein Coming-of-Age-Movie des Aktivismus – Charlène Faviers fiktionales Porträt der FEMEN-Mitbegründerin und Kunst-Aktivistin Oxana Schatschko – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Vermiglio (I/F/B 2024)
    Im Herrgotts-Winkel der Welt: Maura Delpero sucht nach Nischen der Freiheit in der Kargheit eines Bergdorfs 1944 – von Thomas Willmann
    Leise Hoffnung: Maura Delperos wunderschön komponiertes, stilles Drama visualisiert komplexe Dynamiken und Geheimnisse einer italienischen Großfamilie in einem kleinen, abgelegenen Bergdorf gegen Ende des Zweiten Weltkriegs – von Tatiana Moll

Neue Videokritik:

  • Vermiglio (arteshot 359)
    So etwas wie Zukunft: Maura Delperos so ruhiger wie eindringlicher Film über die Transformation eines abgelegenen Dorfes im Trentino kurz vor Ende des 2. Weltkriegs wurde für zahlreiche Preise nominiert. Thomas Maiwald und Stefan Rutz diskutieren Schwächen und Stärken von Delperos Film.
Nico Icon Film

17.07.2025

Cinema Moralia:

  • Wozu ein Festival da sein könnte...
    Nostalgie und Hadern mit der Gegenwart, Filmfest-München-Nachklapp in Zeiten des kulturellen Downsizing – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 353. Folge – von Rüdiger Suchsland

Filmreihe:

  • Utopie und Empathie
    »Cinema Iran« findet zum zehnten Mal in München statt. Mit sechs eindringlichen Filmen und einem Begleitprogramm aus Vortrag, Performance und Lesung beschwört die Jubiläumsausgabe des Festivals »Die utopische Kraft der Empathie« – von Wolfgang Lasinger

Neue Kritiken:

  • Dreaming Dogs (Ö/D 2024)
    Das Leben der russischen Hunde: Dreaming Dogs von Elsa Kremser und Levin Peter – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Die Schlümpfe: Der große Kinofilm (Smurfs) (USA/B/I 2025)
    Das klickende Geräusch der Heimtücke: Mit dem Reboot des Schlumpf-Franchises von Chris Miller werden die Schlümpfe erwachsen. Das funktioniert vor allem bei der Suche nach neuen Identitäten hervorragend – Kritik von Axel Timo Purr
  • #SchwarzeSchafe (D 2025)
    Spießig und ohne Frechheit, also ein Bild unserer Zeit: Verloren zwischen Ambition und Attitüde: #SchwarzeSchafe von Oliver Riehs ist ein Film für alle und keinen – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Kurzkritik:

  • #SchwarzeSchafe
    Wir sind alle Loser: Rihs schneidet in seiner Groteske abstruse Berlin-Geschichten etwas erratisch zusammen, aber immerhin gibt es einen heißen Sommer, der dem dramaturgischen Chaos Sinn verleiht. – von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • #SchwarzeSchafe (arteshot 358)
    Loser aller Länder, vereinigt Euch! Oliver Rihs' durchgeknallte Komödie versucht alle Grenzen zu sprengen und die Erwartungshaltungen jeglicher Art gleich mit dazu. Felicitas Hübner und Stefan Rutz diskutieren, ob Rihs das gelingt.

Festival:

  • Alles beim Alten
    Fortschritt durch Stillstehen beim FFMUC 2025 – von Thomas Willmann
Tim Key in The Ballad of Wallis Island

10.07.2025

Interview:

Filmfest-Special:

  • Übersicht zu unserem Special
    Artikel, Kurzkritiken, Podcasts
  • Alles oder Nichts
    Die Sektion Neues Deutsches Kino beim Filmfest München 2025 überraschte dieses Jahr mit einer Mixed Bag. Alles war möglich, im Guten wie im Schlechten. Die Förderpreise gingen an zwei der kompromisslosesten Filme – von Axel Timo Purr
  • Unterwegs im Namen der Kaiserin (D 2025)
    Nur das Versprechen von Glück: Jovana Reisinger bricht in einer kunstvollen Sprach- und Kostüm-Travestie mit dem Sisi-Kult – v on Dunja Bialas
  • Miroirs No. 3 (D 2025)
    Musikalische Spiegelbilder: Christian Petzold übersetzt mit Miroirs No. 3 Ravels Klavierstück in filmische Bilder und entfaltet eine Erzählung verlorener Figuren, die (wieder) zueinander finden – von Amelie Hochhäusler
  • »Wir wollen nicht Gespenster sein«
    Christian Petzold zu Häusern, Blicken, Elementen und dem Vertrauen zu seinem Ensemble – selbst wenn es gegen ihn rebelliert – Interview zu Miroirs No. 3 von Dunja Bialas & Amelie Hochhäusler
  • Über allen Gipfeln ist Ruh
    Beim 1. Münchner Filmgipfel diskutierten Politiker und Branchenvertreter zu Räumen und Finanzen und wagten den Blick in die schwierige Zukunft – von Dunja Bialas
  • Zehn Impressionen vom 42. Filmfest München
    Eine höchst subjektive Schlenderei – von Anna Edelmann und Paula Ruppert

Neue Kritiken:

  • The Ballad of Wallis Island (GB 2025)
    Who knows where the time goes? James Griffiths Feelgood-Komödie überzeugt mehr durch seine Darsteller und die Musik als durch die holprige Handlung – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der Fleck (D/CH 2024)
    Die Logik des Ausbüxens: Willy Hans hat aus einen unspektakulären Sommernachmittag einer Gruppe Jugendlicher an einem Fluss in der Schweiz eine sinnlich flirrende und poetische Skizze geschaffen, die den schmalen Grat zwischen Idyll und Verstörung auslotet – Kritik von Wolfgang Lasinger
  • Homestead (USA 2024)
    Im Prepper-Himmel: Ben Smallbones evangelikaler Endzeit-Western und Gegenentwurf zu den dystopischen Möglichkeiten unserer Zeit fällt gegen frühere Werke aus dem Umfeld ab, muss aber dennoch ernst genommen werden – Kritik von Axel Timo Purr
  • Sep Ruf – Architekt der Moderne (D 2024)
    Der versöhnliche Modernist: Johannes Betz' Dokumentarfilm Sep Ruf – Architekt der Moderne – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Superman (USA 2025)
    Schneewittchen wachgeküsst: James Gun gelingt es völlig überraschend, den ausgenudelten Franchise-Goldesel, Comic- und Superheldenfilmklassiker äußerst kreativ und hochpolitisch wiederzubeleben – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritiken:

  • Superman (arteshot 357)
    Unglücklich das Land, das Helden nötig hat: James Gunn, der bereits in seinen Guardians of the Galaxy-Filmen gezeigt hat, wie man ein Franchise pflegt, wirft nach seinem Abgang von Disney nun seine kreativen Superkräfte ins DC-Universum. Axel Timo Purr und Stefan Rutz diskutieren, ob ihm das auch mit dem ewigen DC-Superheldenklassiker Superman gelingt.
  • Vier Mütter für Edward (arteshot 356)
    Patchworkwahnsinn: Darren Thorntons so scharfsinnige wie menschliche Feelgood-Komödie über einen Schriftsteller, der mehr schlecht als recht versucht, den Erwartungshaltungen von Familie und Beruf zu entkommen, hat Margret Köhler und Stefan Rutz sichtlich und nachdrücklich beeindruckt.

Neuer Podcast:

  • Rückzug kann ein Fortschritt sein, jedenfalls im Kino
    Mit Religionswissenschaft ins Kino: Olga Havenetidis ist Kölnerin in München, und arbeitet für die bayrische Filmförderung, aber sie hat auch einen Doktor und ist habilitiert – mit der vielseitigen Filmkennerin spricht Rüdiger Suchsland im artechock-podcast über europäisches Autorenkino von Amélie bis Lilja 4-ever und darüber was »Rückzugsszenen im Kino« bedeuten.

Porträt:

Unterwegs im Namen der Kaiserin

03.07.2025

Filmfest-Special:

  • Übersicht zu unserem Special
    Artikel, Kurzkritiken, Podcasts
  • Kurzkritiken
    Kurz und gut: Spots auf Filme aus allen Sektionen des 42. Filmfest München (in alphabetischer Reihenfolge), täglich aktualisiert – von artechock-Redaktion
  • Bonjour Tristesse (D/CDN 2024)
    Scheinbar unantastbare Idylle: Durga Chew-Boses Otto-Preminger-Remake BONJOUR TRISTESSE lässt sich an wie ein mediterranes Stillleben – Kritik von Mona Mezhoud
  • I Only Rest in the Storm (O Riso e a Faca) (BR/F/P/RO 2025)
    Kaleidoskopische Leere: In monumentalen 211 Minuten erzählt Pedro Pinho von der Kolonialgeschichte Guinea-Bissaus, vom Straßenbau, von Cashew-Wein, vom Verlorengehen unter der Sonne – Kritik von Benedikt Guntentaler

Neue Kritik:

Neue Videokritiken:

  • Hot Milk (arteshot 354)
    Befreiungsversuche am Abgrund: Für einige Kritiker war Rebecca Lenkiewicz' Mutter-Tochter-Drama einer der besten Filme im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale; Stefan Rutz und Felicitas Hübner relativieren...
  • Bella Roma – Liebe auf Italienisch (arteshot 355)
    Trennung auf Dänisch: Niclas Bendixens Ü60-Komödie über feminine Selbstermächtigung im Urlaub ist nur einer von vielen Filmen mit fast identischer Handlung. Margret Köhler und Axel Timo Purr diskutieren, ob sich die dänische Variante dennoch lohnt.

Neuer Podcast:

  • Das Filmquartett: Filmfest München 2025, Folge 01
    Die Sinnlichkeit des Kinos: Start ins Filmfest: Glamour-Galas im Deutschen Theater mit Helge Schneider und Gillian Anderson. Besprochene Filme: Daniel Hoesls GRAN CASINO in CineRebels, Mike Leighs HARD TRUTH, Axel Ross Perrys VIDEOHEAVEN. Das Filmquartett ist diesmal ein Filmsextett mit Anna Edelmann, Benedikt Guntentaler, Chris Schmuck, Dunja Bialas und Thomas Willmann.
Filmfest München: Filme für alle Geschmäcker

26.06.2025

Filmfest München 2025:

Neue Kritiken:

Neue Videokritik:

  • Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne(arteshot 353)
    Raus oder rein: Über Julie Delpys Tragikomödie, die Variationen von Migration, Assimilation und Fremdenhass dekliniert, sind sich Margret Köhler und Thomas Maiwald nicht einig – was der einen gefällt, missfällt dem anderen.

Neuer Podcast:

  • Im Kinoparadies von BolognaDie Sinnlichkeit des Kinos: Im artechock-podcast wirft Rüdiger Suchsland überraschend neue Blicke auf Joan Crawford und sowjetische Filme, entdeckt Lewis Milestone und berichtet vom Festival »Il cinema ritrovato« in Bologna. Dort gibt es alljährlich die Perlen der Filmgeschichte, eine bunte Mischung aus Bekanntem und noch nie Gesehenem, aus jungen Klassikern und Vergessenem. Als Leitmotive ziehen sich die Ukraine und die Folgen der Weltkriege durch die verschiedenen überbordenden Sektionen, die alle die Sinnlichkeit des Kinos verbindet.

Festivals:

  • Zwischen Humor und Ernst
    Die Georgischen Filmtage vom 26.-29. Juni zeigen erlesene aktuelle Filme aus dem Land im Kaukasus, das auf eine lange filmische Tradition blicken kann – von Paula Ruppert
  • Filmkultur : Die wiedergefundene Zeit
    Eine bunte Mischung: Eine Woche lang feiert das »Cinema Ritrovato« in Bologna die Sinnlichkeit der Kinogeschichte – von Rüdiger Suchsland

Nachruf:

  • Nachruf : Der Glaneur
    Bernhard Marsch, Filmemacher, Filmesammler, Kinobetreiber, Kurator und Spiritus Rector der deutschen Filmclubs hatte es zu eilig, als er an einem Sonntag im Juni zum Filmclub 813 wollte. Erinnerungen an seine Poesie des Alltags – von Dunja Bialas
Der Weiße Hai Plakat

19.06.2025

Filmkultur:

Neue Kritik:

  • Zikaden (D/F 2025)
    Diese Leere, diese entsetzliche Leere: Ina Weisse zeigt in ihrem so intensiven wie leisen Psychogramm zweier Frauen am Abgrund, dass Bewegung besser ist als Stillstand, verweigert sich aber dennoch einem Glücksversprechen – von Axel Timo Purr
    Sahnetorte triff Superfood: Ina Weisses feiner, sehr sehenswerter und geheimnisvoller Film über die Begegnung zweier ungleicher Frauen und das Ende der »Generation Berlin« – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Loyal Friend (arteshot 352)
    Hund oder Mensch?:Wäre es nicht die Verfilmung eines Romans von Sigrid Nunez, die letztens auch von Almodóvar (The Room Next Door) verfilmt wurde, wäre diese Trauerarbeitsgeschichte wohl schwer zu ertragen, finden Stefan Rutz und Axel Timo Purr. Aber so und mit Naomi Watts überrascht Scott McGehees & David Siegels Film.

Neuer Podcast:

  • Bedroht ein Vollständigkeitswahn das Kino?
    Sind die größten und längsten Filme auch die schlechtesten?: Im neuen artechock-podcast spricht Rüdiger Suchsland mit Philipp Stadelmaier über dessen These eines »neuen monumentalistischen Kinos«, die er im »Filmdienst«-Magazin entwickelt hatte. Was meint er damit? Und stimmt es überhaupt? Die Filme, die wir dabei besprechen, stammen von Martin Scorsese, Christopher Nolan, Damian Chazelle, Francis Ford Coppola und Brady Corbet..
Ein einfaches Ereignis

12.06.2025

Filmreihe:

Neue Kritiken:

  • Das Fest geht weiter! (Et la fête continue!) (F/I 2023)
    Mit einem Hauch heiterer Melancholie: Robert Guédiguian gelingt es, aktuelle soziale Probleme in Marseille engagiert aufzugreifen und abermals mit einer betörenden Liebeserklärung an das Licht seiner Heimatstadt und das Kino zu verknüpfen. – Kritik von Wolfgang Lasinger
  • Der Helsinki Effekt (The Helsinki Effect) (FIN 2025)
    „Kekkonen trinkt unglaublich viel Kaffee“: Anatomie eines Weltereignisses: Arthur Francks Dokumentarfilm über die KSZE-Abschlusskonferenz 1975 – von Katrin Hillgruber
    Verhandlungen statt Rüstungswettlauf: Was unserer Gegenwart fehlt: Arthur Francks Dokumentarfilm erinnert unterhaltsam an die KSZE-Verhandlungen 1975, zeigt die Vorzüge der Entspannungspolitik der 1970er Jahre und ist plötzlich überaus aktuell – von Rüdiger Suchsland
  • QRT: Zeichen, Zombie, Teqno – Ein Nekrolog (D 2024)
    Zombie-Manifeste: Exemplarisches Leben? Manuel Stettners Filmessay QRT: Zeichen, Zombie, Teqno – Ein Nekrolog. Und eine Premiere. – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Guns Up (arteshot 351)
    In Zeiten untergehenden Lichts : Intelligenter B-Film mit Selbstjustizgrundierung, der das Amerika der Gegenwart seziert oder einfach nur dumme und schlecht inszenierte Knaller-Action? Roderich Fabian und Axel Timo Purr sind bei Edward Drakes Action-Komödie nicht einer Meinung.
Marcel Ophüls

05.06.2025

Nachruf:

  • Gegen die »feigen Neutralisten«
    Bitte keine »Objektivität«: Zum Tod des großen Regisseurs und kämpferischen Aufklärers Marcel Ophüls – von Rüdiger Suchsland

Interview:

  • »'Objektivität' ist hauptsächlich ein Alibi«
    Der Regisseur Marcel Ophüls über seinen Vater Max, über Deutschland nach 1945, jüdische und französisch Identität, das Kino und die Begegnungen mit großen und kleinen Nazitätern – von Rüdiger Suchsland

Cartoon:

  • Renner
    CARTOON-Tagebuch eines Kinogehers – von Niko B. Urger

Neue Kritiken:

  • Akiko, der fliegende Affe (D 2024)
    Wundersames Öko-Märchen mit tierischen Helden: Veit Helmers preisgekrönter, kleiner Zoo-Affe wird von seinem Großvater beauftragt, die verlorene Heimat der Affen in einem Wald aufzuspüren – das ist nicht immer überzeugend – Kritik von Reinhard Kleber
  • Chaos und Stille (D 2024)
    Klara’s Botschaft vom Dach: Idealismus statt Sinnkrise? »Chaos und Stille« von Anatol Schuster zeigt, was möglich sein könnte im deutschen Kino – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • From the World of John Wick: Ballerina (Ballerina) (USA 2025)
    Schatten einer Ikone: Das Action-Universum von John Wick expandiert weiter: Ballerina zeigt jedoch, dass die ursprüngliche Reihe schwer zu toppen ist – Kritik von Janick Nolting
  • Im Prinzip Familie (D 2024)
    Starkes Plädoyer für engagierte Erzieherinnen und Erzieher: Der einfühlsame Dokumentarfilm zeigt, wie drei Pädagog:innen fünf Jungs in einer Wohngruppe mit viel Herzblut betreuen, bis sie wieder zu ihren Familien können – Kritik von Reinhard Kleber
  • The Ugly Stepsister (NOR 2025)
    Schmerzhafte Attraktivität:Emilie Blichfeldt schickt Lea Myren als Aschenputtelvariation auf den Weg der Schönheit: Ins tiefe Tal der Tränen, jenem, in dem Zehen abgehackt werden und sich die Selbst-Optimierung als Selbst-Verrat offenbart – Kritik von Benedikt Guntentaler
    Märchenhorror: Emilie Blichfeldts »The Ugly Stepsister« fügt im Panorama der Berlinale dem Body-Horror eine weitere weibliche Komponente hinzu – Kritik von Samuel Bereuther
  • The Wedding Banquet (USA 2025)
    Make America queer again: Andrew Ahns quirliges Remake von Ang Lees gleichnamiger Komödie wirkt in seiner Feierlaune queeren Lebens und Green Card-Missbrauchs fast schon aus der Zeit gefallen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • The Ugly Stepsister (arteshot 350)
    Schönheit ist Schmerz: Kann Emilie Blichfeldts Body Horror-Komödie mit Aschenputtel-Motiven dem gerade sehr strapazierten Genre noch etwas hinzufügen? Stefan Rutz hat die Antwort.

Festival:

Sentimental Value

29.05.2025

78. Internationale Filmfestspiele von Cannes:

FOMO:

Neue Kritiken:

  • Alle lieben Touda (Everybody Loves Touda) (Marokko/F/DK/S/NL 2024)
    Freiwild im Dienst der Tradition: Nabil Ayouchs dichtes Drama über eine traditionelle, alleinerziehende Sängerin in Marokko ist so befreiend wie beklemmend, so schön wie hässlich – Kritik von Axel Timo Purr
  • Karate Kid: Legends (USA/CDN 2025)
    Zwei Äste, ein Baum: Zwei Äste, ein Baum Jonathan Entwistles Wiederaufnahme des Karate-Kid-Franchises ist eine gelungene Umarmung von Vergangenheit und Gegenwart und ein Familienfilm, der dramaturgisch zwar nichts – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der phönizische Meisterstreich (The Phoenician Scheme) (USA/D 2025)
    Too much of nothing: Wes Andersons bestätigt in seiner Tragikomödie seine Vorlieben für manierierte Gedankenspiele, extravagante Kinematographien und ein dadaistisches Staraufgebot. Das ist selten komisch und zutiefst zwanghaft – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

Magellan

22.05.2025

78. Internationale Filmfestspiele von Cannes:

  • Die Geister der Vergangenheit
    Engel und Teufel der Geschichte: A Pale View of Hills von Kei Ishikawa, O agente secreto von Kleber Mendonça Filho, Das Verschwinden von Josef Mengele von Kirill Serebrennikov und Nouvelle Vague von Richard Linklater sind die Filme, auf die wir gewartet haben – Cannes-Tagebuch, 5. Folge – von Rüdiger Suchsland
  • Die Geschundenen
    Lav Diaz' Magalhaes in Cannes Premières zeigt den Horror der gewaltvollen Kolonialisierung der Philippinen im 16. Jahrhundert – und erhebt das filmische Tableaux zur Historienmalerei — von Dunja Bialas
  • Cannes Special: Alle Tagebuchnotizen, Texte & Podcasts – täglich aktualisiert

Neue Kritiken:

  • Lilo & Stitch (USA 2025)
    Angriff in Liebe: Disneys Realfilm-Remake des anarchischen Klassikers aus dem Jahr 2002 hat überraschenden Biss und schafft es sogar, zu beunruhigen und zu berühren – Kritik von Axel Timo Purr
  • Mission: Impossible – The Final Reckoning (GB/USA 2025)
    Die Leere des menschlichen Herzens: Christopher McQuarrie und Tom Cruise suchen im vielleicht letzten Teil des Mission Impossible-Franchises etwas zu lange nach der verlorenen Zeit, katapultieren sich dann aber Stunt-Überschall und KI-Kritik wieder in die Gegenwart – Kritik von Axel Timo Purr
  • Oslo Stories: Sehnsucht (Sex) (N 2024)
    Wenn die Freiheit schmerzt: Auch Dag Johan Haugeruds dritter Oslo-Film ist eine großartige, hyperreale Suche nach der Wahrheit unserer zwischenmenschlichen Beziehungen – in diesem Fall die zwei schöner Schornsteinfeger, die dazu noch klug und weltoffen sind – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Oslo Stories: Sehnsucht (Sex) (arteshot 348)
    Die Möglichkeit von Sex: Zwei Schornsteinfeger reden über Sex und die ganze Welt ändert sich. Auch der dritte Teil von Dag Johan Haugeruds Oslo-Trilogie überzeugt durch hyperreale Alltagsvignetten. Für Axel Timo Purr ist es der beste Film der Trilogie, Margret Köhler ist anderer Meinung.
Sound of Falling

15.05.2025

78. Internationale Filmfestspiele von Cannes:

40. DOK.fest München:

  • DOK.fest-Marathon
    Der längere Atem: Kurzkritiken zu den Filmen des 40. DOK.fest München (in alphabetischer Reihenfolge)

Neue Kritiken:

Neue Videokritik:

  • Black Bag (arteshot 347)
    Spritzige Spionage: In den USA und England war Steven Soderberghs kluger, dialogreicher Spionagefilme mit Cate Blanchett und Michael Fassbender in den Hauptrollen ein großer Flop. Roderich Fabian und Margret Köhler fragen sich, ob der Film für das dortige Publikum vielleicht ein wenig zu klug geraten ist.

Interviews:

Portrait:

Cinema Moralia:

Shoot Film not People

08.05.2025

40. DOK.fest München:

  • Dialog und Fieberkurven
    Das Dokumentarfilmfestival München fand vor 40 Jahren zum ersten Mal statt. Wie sich das Festival in vier Jahrzehnten verändert hat, verrät auch viel über den Zeitgeist in der Kulturpolitik – von Dunja Bialas
  • Feuerwerk und Servus
    Neue Reihen, femininer Preis, Abschied: 40 Jahre Dokfest – ein Überblick über das DOK.fest 2025 – von Ingrid Weidner
  • DOK.fest-Marathon: Kurzkritiken
    Der längere Atem: Schnelle Kurzkritiken zu den Filmen des 40. DOK.fest München (in alphabetischer Reihenfolge)
  • DOK.fest-Special
    Der schnelle Überblick zu Kurzkritiken, Langtexten und Podcast zum 40. DOK.fest München

Cinema Moralia:

  • Cinema Moralia : In den Schuhen des Fischers...
    Wir sind Konklave: Wim Wenders Kurzfilm zum 1945-Jubiläum, die DOK.fest-Debatte, Papstfilme und der deutsche Filmpreis – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 351. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • An Unfinished Film (Singapur/D 2024)
    Die große Unterbrechung: Lou Yes „Unvollendete“: An Unfinished Film ist witzig, gewitzt und einer der besten Filme über die Pandemie – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Grüße vom Mars (D 2024)
    Plädoyer für das Anderssein-Dürfen: Ein zehnjähriger Junge mit Autismus-Spektrum-Störung will mit Hilfe seiner Familie hoch hinaus. – Kritik von Reinhard Kleber
  • Islands (D 2024)
    Das Kamel am Meer: Jan-Ole Gersters Ausflug auf die kanarischen Inseln ist so subversiv wie subkutan und dann auch noch ein Tennisfilm – Kritik von Axel Timo Purr
  • Kein Tier. So Wild. (D/F/PL 2024)
    In einer brutalen Welt sind Verzeihung und Milde nicht immer die richtige Antwort: Frauen ist nichts verboten, sie nehmen sich, was sie wollen: Burhan Quarbanis Shakespeare-Verfilmung Kein Tier. So Wild. wechselt das Geschlecht der Hauptfigur, die (A)Moral bleibt gleich – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Oslo Stories: Träume (Drømmer) (N 2024)
    „Wenn einen niemand will, ist man niemand“: Dag Johan Haugerud vertieft in seinem preisgekrönten Drama seinen Blick auf die menschlichen Untiefen in unserer Gegenwart. Das ist so erhellend wie befreiend und auch komisch und vor allem: großes Kino – Kritik von Axel Timo Purr
  • Wenn das Licht zerbricht (Ljósbrot) (IS/NL/HR/F 2024)
    Ich hasse und ich liebe: Rúnar Rúnarsson gelingt es in aller Kürze, ein großes Gefühl in ein dichtes Drama zu überführen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Oslo Stories: Träume (arteshot 346)
    Gott ist ein nackter Schwede: Dag Johan Haugeruds Berlinale-, FIPRESCI- und Gilde-Filmpreis-Gewinner Oslo Stories: Träume ist großes Dialog-Kino über die Macht der Worte über die Bilder und voller Überraschungen, finden Margret Köhler und Axel Timo Purr

Festivals:

  • Von Apfelkuchen und der besten Zeit des Lebens
    Das goEast Filmfest des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden feierte dieses Jahr seinen 25. Geburtstag. Als Geschenke gab es ein vielfältiges Programm, prominente Gäste und natürlich Kuchen – zumindest filmisch – von Paula Ruppert
  • Die wunderbare Unwahrscheinlichkeit des Seins
    Das 25. GoEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films stellte „Age & Gender“ ins Zentrum seiner Jubiliäumsausgabe. Robert Walsers Der Gehülfe verwandelt sich währenddessen unter der Regie von Sasnal in ein vielschichtiges Kunstwerk – von Dunja Bialas
  • Blicke auf die Welt erlebbar machen
    Bei der 22. Dokumentarfilmwoche Hamburg konnte man sich wieder einmal ein Bild von der Dringlichkeit und dem Formenreichtum des gegenwärtigen Dokumentarfilmschaffens machen – von Eckhard Haschen
  • Underground aus Oberösterreich und anderswo
    Filmen in Echtzeit, um das Leben zu verstehen: Das 22. Linzer Filmfestival „Crossing Europe“ feiert die kreative Fülle des Kontinents – von Katrin Hillgruber

Filmpolitik:

  • Wer hat Angst vor Wolfram Weimer?
    Kulturstaatsminister ohne Claudia Roths Hirn. Was nun im BKM? Die Bekämpfung des Antisemitismus ist nicht »rechts« und nicht »links« – von Rüdiger Suchsland
Brad

01.05.2025

Cartoon:

Filmpolitik:

Filmreihe:

  • Von Stadt zu Stadt
    Der Circolo Cento Fiori, Mitglied der Filmstadt München e.V., zeigt an den folgenden fünf Sonntagen, vom 4. Mai bis 1. Juni 2025, seine diesjährige Filmreihe Cinema e Città im Theatiner Filmtheater – von Elke Eckert

Neue Kritiken:

  • Die Legende von Ochi (The Legend of Ochi) (USA/FIN/GB 2025)
    Nennt mich Ismael: Isaiah Saxon gelingt mit seinem Spielfilmdebüt ein verblüffender Familienfilm, der so vorhersehbar wie überraschend und irritierend ist – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der Meister und Margarita (Master i Margarita) (RUS/HR 2023)
    Der Geist, der stets verneint: Michail Bulgakows Klassiker »Der Meister und Margarita« führt in einer fulminanten filmischen Neuauflage von Michael Lockshin den Stalinismus ad absurdum. Aktueller denn je – Kritik von Paula Ruppert
  • Nachmittage der Einsamkeit (Tardes de soledad) (E/F/P 2024)
    Grausame Schönheit: Albert Serras faszinierender Dokumentarfilm »Tardes de Soledad«über den Kampf zwischen Stier und Matador ist pure Philosophie – von Rüdiger Suchsland
    Blutige Engelsaugen: Der katalanische Ausnahmeregisseur begleitet den größten derzeitigen Stierkämpfer – in der Manege, im Auto, in den Hotels – von Benedikt Guntentaler
  • Volveréis – Ein fast klassischer Liebesfilm (E/F 2024)
    Impressionen und Depressionen: Fernando Trueba formt aus einer banalen Geschichte einen runden, temporeichen Screwball – Kritik von Dunja Bialas

Neue Videokritik:

  • Der Meister und Maragarita (arteshot 345)
    Die Gegenwart der Vergangenheit: Michael Lockschins Verfilmung des Klassikers von Michail Bulgakow ist einer der erfolgreichsten Filme an den russischen Kinokassen. Felicitas Hübner und Thomas Maiwald diskutieren, ob der Film auch für das deutsche Publikum funktioniert.

Podcast:

  • Dem Tod bei der Arbeit zusehen...
    Nahaufnahmen in der Arena: Rüdiger Suchsland und Philipp Stadelmaier sprechen über die Einsamkeit des Stiers und des Matadors in ihrem Wechselspiel in Tardes de soledad, Albert Serras faszinierendem Dokumentarfilm über das Sterben, über Nachmittage der Einsamkeit, über Rituale im spanischen Stierkampf. Weil es das Thema gebietet, sprechen sie auch über die anthropologische Beziehung zwischen Mensch und Tier, das Leben im Auge der Todesgefahr, Georges Bataille, über Obszönität und Romantik im Kino.

Seitenblicke:

  • Die große Selbstbestätigung
    Emre Akal inszeniert an den Münchner Kammerspielen den Fassbinder Klassiker neu – als quietschbuntes Sammelsurium an Wiederholungen und Entfremdungen, als Abstraktion von einem großen Werk. – von Benedikt Guntentaler
Mein Weg

24.04.2025

Interview:

Neue Kritiken:

  • Klandestin (D 2024)
    Iron Lady Reloaded: Angelina Maccarones kluger Film erzählt spannend und multiperspektivisch über die Ambivalenzen von Migration und Politik in Deutschland. Ein Film zur rechten Zeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • Toxic (Akiplesa) (Litauen 2024)
    Geplatzte Model-Träume: Eine gehbehinderte Jugendliche und ihre Freundin träumen in Litauen von einer Karriere als Model und peinigen dafür ihre eigenen Körper – Kritik von Reinhard Kleber

FOMO:

Neue Videokritik:

  • Julie bleibt still (arteshot 344)
    Leonardo Van Dijls Debütfilm ist großartiges Coming-of-Age-Kino mit einer überragenden Haupdarstellerin und ein Tennisfilm, der wie jeder gute Sportfilm auch die Gesellschaft erklärt, finden Stefan Rutz und Axel Timo Purr
Centerum

17.04.2025

Koalitionsvertrag:

  • Das wüste Land
    April ist der grausamste Monat: Der Koalitionsvertrag ist kein guter Tag für die Filmwirtschaft. Und was war jetzt nochmal mit Filmkunst und Kultur? – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 350. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Oslo Stories: Liebe (Kjærlighet) (N 2024)
    Zauber des All-Tags: Dag Johan Haugeruds dritter Teil seiner Trilogie über das ganz einfache und doch so schwere Mensch-Sein in unserer komplexen Gegenwart überzeugt vom ersten Dialog an und versöhnt mit einem Ende so klein wie die Welt und so groß wie allein – Kritik von Axel Timo Purr
  • Warfare (USA/GB 2025)
    Die Angst, die Überraschung, der Schmerz und der Tod: Alex Garland wendet sich nach „Civil War“ erneut dem Thema Krieg zu. Doch dieses Mal ohne alles erzählerische Beiwerk. Ein so eindringliches wie brutales und ernüchterndes Erlebnis – Kritik von Axel Timo Purr
  • Was Marielle weiß (D 2025)
    Schluss mit lustig: Frédéric Hambaleks filmisches Gedankenspiel über einen Alltag ohne Lügen ist klug und subtil und macht auch noch Spaß – Kritik von Axel Timo Purr

Festival:

  • Ich bin die German Angst
    Überlegungen zum 5. Kongress »Zukunft deutscher Film« im Rahmen des Frankfurter »Lichter-Filmfest« — von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Oslo Stories: Liebe (arteshot 343)
    Dag Johan Haugeruds »Oslo Stories: Träume« hat die Berlinale gewonnen. Aber auch der letzte Teil seiner Trilogie über die Komplexität menschlicher Beziehungen, Sexualität und gesellschaftlichen Normen ist preiswürdig, finden Margret Köhler und Axel Timo Purr

Podcast:

  • Das Filmquartett: Music-Biopics (April 2025)
    Bob Dylan, Pharrell und Robbie Williams, und Maria Callas: Was bringen uns die Biopics über Musiker? Wir sprechen über LIKE A COMPLETE UNKNOWN, PIECE BY PIECE, BETTER MAN und MARIA. Das Quartett sind: Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Chris Schmuck und Thomas Willmann
Rote Sterne überm Feld

10.04.2025

Cinéma Moralia:

  • Schlimmer geht’s immer
    Westdeutsche benehmen sich realistisch, Triggerwarnungen, Soft Power und der zweite Pop-Versuch – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 349. Folge – von Rüdiger Suchsland

Festival Visions du Réel:

  • Kino und Wahrheit
    Widerständige Filme auf dem 56. Dokumentarfilmfestival Visions du Réel in Nyon: Sylvain Georges Ain’t I a Child? und Bani Khoshnoudis The Vanishing Point — von Dunja Bialas

Neue Kritiken:

  • Parthenope (I/F 2024)
    Das Traurige unter der Sonne: Paolo Sorrentinos Neapel-Ode »Parthenope« erzählt vom Loslassen und Verirren im Leben – von Thomas Willmann
    Unmittelbare Ästhetik: Paolo Sorrentino erzählt ein weiteres Mal vom pompösen, reichen, italienischen Leben, von Seidenkleidern und Katholizismus, von Erotik und Leere, von Mythos und Romantik – von Benedikt Guntentaler
    Die Schönheit nach Saint Laurent: Paolo Sorrentino erzählt ein weiteres Mal vom pompösen, reichen, italienischen Leben, von Seidenkleidern und Katholizismus, von Erotik und Leere, von Mythos und Romantik – von Rüdiger Suchsland
  • Im Haus meiner Eltern (D 2025)
    So ist das Leben: Tim Ellrich zeichnet in seinem preisgekrönten Abschlussfilm »Im Haus meiner Eltern« das Portrait einer Heilpraktikerin, die an ihre Grenzen kommt, als sie der eigenen Familie helfen möchte – Kritik von Dunja Bialas
  • Ich will alles. Hildegard Knef (D 2025)
    »Es ist nun mal ein unordentliches Leben«: Gegen die »auf Keuschheit bedachte Betulichkeit«: Luzia Schmid zeigt Hildegard Knef als Frau von modisch-zeitgeistiger Verletzlichkeit – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Das große Los (arteshot 342)
    Money, Money, Money: Hervé Mimrans Remake der schwarzhumorigen irisch-britischen Komödie „Lang lebe Ned Devine!“ aus dem Jahr 1998 belebt den alte Klassiker nicht neu und wirkt ein wenig aus der Zeitgefallen, macht dann aber doch durchaus Spaß, finden Felicitas Hübner und Stefan Rutz

Neue Podcasts:

  • »Ein Sondervermögen Kultur, das wär’s!«
    Bedrohte Filmfestivals: DOK Leipzig-Chef Christoph Terhechte spricht mit Rüdiger Suchsland über die massiven Etat-Kürzungen, die Deutschlands wichtigstem Dokumentarfilmfestival drohen, die möglichen Folgen für das Programm und über die allgemeine gegenwärtige Situation von Filmfestivals
  • »Angst gibt es überall«
    Im Vorfeld der Frankfurter Konferenz »Zukunft deutscher Film« (23.-25.4.2025): Zu »Angst im Kino« sprechen der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger und Rüdiger Suchsland über Angst als gesellschaftliche Grundsituation, die Angstlust der Zuschauer, das Werk von John Carpenter und die besten Angstfilme
Everyone Deserves a Slice of the Pie

03.04.2025

Diagonale:

  • Lucie in Sugarland
    Die 28. Diagonale in Graz öffnet sich auf den Nachwuchs und feiert das Widerständige in Film und Politik – von Dunja Bialas
  • Das Filmquartett: Diagonale 2025
    Die Diagonale in Graz ist die Landesschau für den österreichischen Film. Besonders ist nicht der nationale Auftrag, sondern was daraus gemacht wird. Dunja Bialas und Philipp Stadelmaier sprechen über den innovativen Film, die Positionen Ivette Löcker und Athina Rachel Tsangari – im Filmduett

Neue Kritiken:

  • Eden (USA 2024)
    Traurige Hippies: Ron Howard geht in seinem Survival-Thriller einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1934 auf den Galapagos-Inseln nach, lässt die Wahrheit dann aber links liegen. Das ist für den Film nicht unbedingt schlecht – Kritik von Axel Timo Purr
  • Ich will alles. Hildegard Knef (D 2025)
    Wenig Filmmeter: Luzia Schmid hat einen Dokumentarfilm über die Knef gemacht, lässt dabei aber ausgerechnet ihre filmischen Glanzpunkte weg – Kritik von Andreas Heckmann
  • Mit der Faust in die Welt schlagen (D 2025)
    Stille Wucht: Constanze Klaues Adaption des Romans von Lukas Rietzschel über das Coming-of-Age zweier Brüder in der ostdeutschen Provinz geht unter die Haut. Und das nicht nur wegen des großartigen Ensembles – Kritik von Axel Timo Purr
  • Pandoras Vermächtnis (Ö 2024)
    Szenen einer Filmehe: Angela Christlieb erzählt das Leben des Stummfilmstars G.W. Pabst aus Sicht seiner Ehefrau – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Stormskärs Maja – Von Liebe getragen, von Stürmen geprägt (Myrskyluodon Maija) (FIN 2024)
    Ein Leben auf den Schären: Stormskärs Maja versucht ein ganzes Leben abzubilden – ein großes Unterfangen mit Tücken – Kritik von Philipp Thurmaier

Neue Videokritik:

  • The Assessment (arteshot 341)
    Wahlverwandschaften: Fleur Fortunés beklemmendes Science Fiction-Debüt ist nicht nur wegen eines überragenden Ensembles (Alicia Vikander, Elizabeth Olsen & Himesh Patel) und klugen Dialogen sehenswert. Das Kammerspiel überzeugt auch durch subtiles Set-Design, finden Stefan Rutz und Axel Timo Purr

Filmreihe München:

Cinema Moralia:

  • Die Verschwörung der Idioten
    Neuer Vorbehaltsfilm beim Festival Achtungsloses Berlin; Ressentiment; Martin Moszkowicz und neuer 'European Silverback Award' in Oldenburg – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 348. Folge — von Rüdiger Suchsland
Rosetta

27.03.2025

Cinema Moralia:

  • Erinnerung an Émilie Dequenne
    Außerdem: WDR, Nepotismus und die Zerschlagung von Gruner und Jahr. Ein Streifzug – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 347. Folge – von Rüdiger Suchsland

Festivalpolitik:

  • Ein Code of Ethics, wozu?
    Fünf Fragen zur Neubesetzung der Leitung des DOK.Fest München – und die Antworten der AG Filmfestival — von Dunja Bialas & Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Beating Hearts (L’amour ouf) (F/B 2024)
    Verrückte Liebe: Gilles Lellouche zeichnet in »Amour ouf« eine epische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des No-Futurismus in Nordfrankreich – Kritik von Dunja Bialas
  • The Woman in the Yard (USA 2025)
    Schauriger Eindringling: Simple Prämisse, effektiver Grusel: Im Horrorfilm »The Woman in the Yard« wird eine trauernde Familie von einem Gespenst heimgesucht – Kritik von Janick Nolting
  • A Working Man (GB/USA 2025)
    Nach Hause: David Ayers Selbstjustiz-Action-Spektakel mit Jason Statham in der Hauptrolle bedient souverän alle Erwartungen an das Genre und ist dabei überraschend zeitgemäß: queere Charaktere sterben besonders subtil – Kritik von Axel Timo Purr
  • The End (DK/IRL/D/I/GB/USA 2024)
    »The last human family«: Joshua Oppenheimer hat mit »The End« einen zutiefst verstörenden Film über eine Familie in einem autarken Bunker geschaffen – Kritik von Dunja Bialas
  • Mond (Österreich 2024)
    Drei Schwestern in Jordanien: Kurdwin Ayubs phänomenaler, souverän inszenierter, abgründiger Film »Mond« – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Funny Birds – Das Gelbe vom Ei (Au fil des saisons) (F/B/GB 2024)
    Wenn das Leben auf die Eier geht: Marco La Vias und Hanna Ladouls Porträt dreier Frauengenerationen einer Familie ist eine subtile und zärtliche Versuchsanordnung über den Lauf der Zeit und die Moral – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Beating Hearts (arteshot 340)
    Nothing compares 2 U: Gilles Lellouches L’amour ouf (wie der Film im Original heißt) wurde in Cannes zwar abgewatscht, ist in Frankreich jeoch ein großer Publikumserfolg und hat 13 César-Nominierungen erhalten. Stefan Rutz und Felicitas Hübner haben den ausufernden Liebesreigen gesehen

Festivals:

  • In aller Kürze: Wuff!
    Das 24. Kurzfilmfestival »Bunter Hund« zeigt die Vielfalt des kurzen Formats in München — von Hanni Beckmann
  • Frei von Zwängen
    Die 36. Türkischen Filmtage München feiern das türkische Kino unter dem Motto: Frei von Zwängen und für die Freiheit — von Ingrid Weidner

Cartoon:

  • Kinomäuse
    CARTOON-Tagebuch eines Kinogehers — von Niko B. Urger
September 5

20.03.2025

Cinema Moralia:

  • Wo bleibt das Sondervermögen für das deutsche Kino?
    Schluss mit der Schuldenbremse für die Kunst. Zur finanziellen Lage der Filmemacher und zur ästhetischen Botschaft der Nominierungen zum Deutschen Filmpreis – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 346. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Das Licht (D 2024)
    Volle Dröhnung: In »Das Licht« wagt Tom Tykwer überbordenden Stilmix und Themen-Dauerregen – und kehrt trotzdem als befreiter Filmemacher auf die Kinoleinwand zurück – von Dunja Bialas
    Toms Wunderlampe: Magischer Irrealismus, filmische Erblindung und der falsche Trost von Fremden: Tom erzählt von Tim, der Syrerin, dem Berliner Narzissmus und »Das Licht« – von Rüdiger Suchsland
  • The Last Showgirl (USA 2024)
    Illusion und Selbstverblendung: Gia Coppola erzählt mit ihrem Las-Vegas-Film »The Last Showgirl« von einer Revuetänzerin, die nach 30 Jahren Bühnen-Glamour vor dem Nichts steht. Auf berührende Art macht ihre Geschichte das Authentische des Scheins spürbar – Kritik von Wolfgang Lasinger
  • The Alto Knights (USA 2025)
    Altenheim Blues: Barry Levinsons Mafia-Film mit Robert De Niro in der Doppel-Hauptrolle ist ein eigenartiger Hybride aus Leones und Scorseses Mafiawerken und überrascht durch die Abwesenheit von Gewalt und Pathos – Kritik von Axel Timo Purr
  • Die Akademie (D 2024)
    Aufstieg und Fall vis-à-vis vom Siegestor: Optisch opulent und manchmal bedrückend: Maja Bons glänzt als Kunststudentin in Camilla Guttners filmischem Entwicklungsroman – Kritik von Katrin Hillgruber
  • Mr. No Pain (Novocaine) (USA 2025)
    Weicher als schleppender Schlummer: Dan Berks und Robert Olsens Action-Komödie überzeugt durch wildes und überraschendes Storytelling. Aber auch das Timing der lawinenartigen Slapsticksequenzen ist erstaunlich gut – Kritik von Axel Timo Purr

Festival:

  • Ans Licht
    Die 17. Nonfiktionale in Bad Aibling richtet die Aufmerksamkeit auf das Verborgene — von Dunja Bialas

Neue Videokritik:

  • Das Licht (arteshot 339)
    Die ganze Welt und darüber hinaus: Heißer Scheiß oder die erfolgreiche Erklärung unserer komplexen Welt? Margret Köhler und Axel Timo Purr streiten über Tom Tykwers Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale...
Ghost Trail

13.03.2025

Neue Kritiken:

  • Die Schattenjäger (Les fantômes) (B/F/D 2024)
    Phantome der Migration: Jonathan Millets politischer Thriller »Schattenjäger« zeigt eine wenig bekannte Dimension der Migration: die Jagd auf die Folterer – Kritik von Dunja Bialas
  • Bonhoeffer (Bonhoeffer: Pastor. Spy. Assassin.) (IRL/B 2024)
    »Ich konnte keine Erdbeeren finden, aber meine Worte schon«: Todd Komarnickis umstrittenes Biopic über den von den Nazis ermordeten lutherischen Theologen weicht die historische Genauigkeit zwar massiv auf, ist jedoch ein aufregender »Stolperstein« für unsere Gegenwart – Kritik von Axel Timo Purr
  • Nina und das Geheimnis des Igels (Nina et le secret du hérisson) (F/L 2023)
    Zwei kleine Hobbydetektive suchen einen Geldschatz: Jean-Loup Feliciolis und Alain Gagnols Animationsfilm ist nicht nur einfallsreich und immer wieder überraschend, sondern bietet mit einer sozialkritischen Komponente auch Anknüpfungspunkte für erwachsene Zuschauer – Kritik von Reinhard Kleber
  • Der Prank (D/CH 2025)
    Silber oder Blei: Benjamin Heisenbergs Screwball-Komödie ist einer der besseren Filme für das junge Publikum, bedient aber immer noch zu oft die Blödel-Stereotypen des gegenwärtigen deutschen Kinderfilms – Kritik von Axel Timo Purr

Festival:

Neue Videokritik:

  • Köln 75 (arteshot 338).
    Was geht, was geht? Ido Fluks Film erzählt die überraschenden Hintergründe von Keith Jarretts legendärem 'Köln Conert. Nicht nur Mala Emdes Darstellung der Musikproduzentin und Konzertveranstalterin Vera Brandes überzeugt, finden Stefan Rutz und Felicitas Hübner
oscarbesprechung

06.03.2025

Oscar-Verleihung:

  • Oscarbesprechung
    Das CARTOON-Tagebuch eines Kinogehers macht sich auf die Oscar-Verleihung einen eigenen Reim – von Niko B. Urger

Neue Kritiken:

  • Mickey 17 (USA/ROK 2024)
    The same river twice: Bong Joon-hos schrille Science-Fiction-Satire trägt unsere politische Gegenwart in die Zukunft und schießt auch sonst wild in Raum und Zeit umher, überspannt dabei aber leider immer wieder den Bogen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Misericordia (Miséricorde) (F/E/P 2024)
    Sprießende Morcheln im Herbst: Ein Intruder-Thriller verkehrt sich in eine höchst vergnügliche Provinzposse: Alain Guiraudies »Misericordia« verhandelt das Existenzielle in Form eines ausgedehnten Schwanks – Kritik von Dunja Bialas
  • Die Unerwünschten – Les Indésirables (Bâtiment 5) (F/B 2025)
    Klassenkampf als Häuserkampf: Ladj Ly macht in »Die Unerwünschten« die französischen Vorstädte zum Schauplatz eines aufwühlenden Klassenkampfes mit einer unerschrockenen Heldin. Dabei er scheut er nicht vor melodramatischer Zuspitzung zurück – Kritik von Wolfgang Lasinger
  • Flow (Straume) (LV/B/F 2024)
    Sprechen ohne Sprache: Gints Zilbalodis’ mit dem Oscar für den besten Animationsfilm ausgezeichnete dystopische Meditation ist ein faszinierender Hybrid, der über die Abenteuer einer Katze die Möglichkeiten des Menschseins austariert – Kritik von Axel Timo Purr
  • September & July (September Says) (IRL/F/GB/D 2024)
    Symbiotische Schwesterbeziehung: Das Regiedebüt von Ariane Labed »September Says« balanciert mit Horror-Elementen eine Schwesternbeziehung aus – Kritik von Reinhard Kleber

Munix' FOMO:

  • Frauen, auf die Leinwand!
    Zum Internationalen Frauentag am 8. März zeigen die Münchner Kinos Filme von Frauen – von artechock-Redaktion

Berlinale-Special:

Videokritik:

  • Mickey 17 (arteshot 337)
    Ewig leben, ewig leiden. Vor sechs Jahren überraschte Bong Joon-ho mit »Parasite«; auch deshalb wurde seine bitterböse Satire mit Robert Pattinson in der Hauptrolle bereits als bester Science Fiction des Jahres gehandelt. Margret Köhler und Axel Timo Purr haben den Film anlässlich der Deutschland-Premiere auf der Berlinale gesehen.
Drommer

27.02.2025

Berlinale-Special:

  • Die Magie der Mädchen
    Tröstende Botschaften, Autofiktionen und Märchen: Die erste Berlinale unter Tricia Tuttle besinnt sich auf das leise Erzählkino und den kinematographischen Blick – Berlinale-Fazit von Dunja Bialas
  • Der Eisturm (La Tour de Glace) (F/D 2025) (Preis für die beste künstlerische Leistung)
    Ergreifend kalte Schönheit: Lucile Hadžihalilovićs »La tour de glace« wandelt das Märchen zum Film – und zum Realen – Kritik von Amelie Hochhäusler
  • Kontinental ‘25 (Rumänien 2025) (Preis für das beste Drehbuch)
    Die Welt: Ein Dinopark: 2021 gewann er den Goldenen Bären, nun ist er mit seinem neuen Film im Wettbewerb zurück: Radu Jude präsentiert »Kontinental ’25« – Kritik von Benedikt Guntentaler
    Ansichten politischer Heimsuchung: Radu Jude zeigt im Wettbewerb der Berlinale »Kontinental ’25«, ein politisch-satirisches Stadt-Portrait – Kritik von Dunja Bialas
  • What Does that Nature Say to You (Geu jayeoni nege mworago hani) (Südkorea 2025) (artechock-Award)
    Poesie der Ungewissheit: Hong Sang-soos »What Does that Nature Say to You« ging bei der Preisverleihung zwar leer aus – ist aber trotzdem der beste Film des Berlinale-Wettbewerbs – Kritik von Benedikt Guntentaler
  • The Memory of Butterflies (La memoria de las mariposas) (Peru/P 2025) (Forum-Preis der Fipresci)
    What is more beautiful: »The Memories of Butterflies« taucht ein in den peruanischen, postkolonialen Urwald – Kritik von Wolfgang Lasinger
  • The Ugly Stepsister (The Ugly Stepsister) (N/PL/DK 2025)
    Märchenhorror: Emilie Blichfeldts »The Ugly Stepsister« fügt im Panorama der Berlinale dem Body-Horror eine weitere weibliche Komponente hinzu – Kritik von Samuel Bereuther
  • Berlinale 2025 : Im Berlinale-Fieber
    Kurz und gut: Spots auf die Filme aus allen Berlinale-Sektionen (in alphabetischer Reihenfolge)

Berlinale-Podcasts:

  • Wie zeigt man Trauma?
    Die Räume der Erschütterung und die Gegenwart der Vergangenheit: Der israelische Film »Batim« (»Houses«) im Forum der Berlinale 2025 ist eine zarte, intime Annäherung an Traumata und Kindheitserinnerungen. Rüdiger Suchsland im Gespräch mit der Regisseurin Veronica Nicole Tetelbaum und dem Produzenten Anatol Schuster
  • Wir sind keine Sektion, sondern ein Projekt und immer in Bewegung
    Im Podcast von der Berlinale 2025 spricht Rüdiger Suchsland mit Nikola Joetze und Tobias Pausinger, den beiden Co-Leitern von »Berlinale Talents« über diese etwas andere Seite der Berlinale, Kriterien der Auswahl und Themen des Filmemachens, über Sprachhygiene und Relevanz und über alles, was angehende Filmemacher wirklich brauchen.

Neue Kritiken:

  • Like A Complete Unknown (USA 2024)
    A series of dreams: James Mangold entwirft in seinem Bob Dylan-Biopic ein Porträt des Künstlers als junger Mann, das ohne große Tiefen und voller Stereotypen ist, aber immerhin auch die dunklen Seiten Dylans zeigt – Kritik von Axel Timo Purr
    Ein Gefühl von Aufbruch: James Mangold kehrt zu seinen Wurzeln zurück und nimmt sich diesmal das Leben des wohl größten musikalischen Literaten der Popkultur vor: Bob Dylan – Kritik von Christian Schmuck
  • Reproduktion (D 2024)
    Frauenschicksale: Ein Drei-Generationen-Film über die künstlerische Arbeit und dabei Kinder zu haben – Kritik von Nora Moschuering
  • Sing Sing (USA 2023)
    Spiel dich frei: Greg Kwedar schafft mit seinem Knast-Kammerspiel ein beklemmendes und zugleich befreiendes Plädoyer für die transformierende Kraft der Kunst – Kritik von Axel Timo Purr

Filmreihen:

  • Die große Reise
    Das 9. Mittel Punkt Europa Filmfest führt nach Ungarn, Polen, Tschechien, die Slowakei, die Ukraine und Belarus — von Paula Ruppert
  • Munix' FOMO: Rückkehr ins Kino
    Mittel Punkt Europa Filmfestival, spanischer Dokumentarfilm, iranische Filmreihe. Zu Gast: Itsaso Arana (Spanien) und Katharina Pethke – Filmtipps der Redaktion

Nachruf:

  • »Es reicht nicht aus, einfach nur Filme zu machen...«
    Souleymane Cissé, Cannes-Gewinner und einer der großen Filmemacher »Afrikas« der ersten Generation, ist mit 84 Jahren in Bamako gestorben. Noch auf dem Totenbett richtete er einen Appell an die Regierung seines Heimatlandes, dem Kino Malis beizustehen – von Axel Timo Purr

Videokritik:

  • Like A Complete Unknown (arteshot 336)
    Für welche Generation ist diese Bob-Dylan-Filmbiografie von James Mangold und mit Timothée Chalamet als Dylan gemacht, fragen sich Axel Timo Purr und der Musikjournalist und ehemalige BR-Redakteur Roderich Fabian
tour de glace

20.02.2025

Berlinale-Special:

  • Kontinental ‘25 (RO 2025)
    Die Welt: Ein Dinopark. 2021 gewann er den Goldenen Bären, nun ist er mit seinem neuen Film im Wettbewerb zurück: Radu Jude präsentiert Kontinental ‘25 – von Benedikt Guntentaler
    Ansichten politischer Heimsuchung: Radu Jude zeigt im Wettbewerb der Berlinale Kontinental ‘25, ein politisch-satirisches Stadt-Portrait – von Dunja Bialas
  • Reflection in a Dead Diamond (Reflet dans un diamant mort) (B/L/F)
    Die 1001 Masken des Kinos: Hélène Cattet und Bruno Forzani melden sich zurück: Reflet dans un diamant mort ist ihr erster Film seit acht Jahren und belebt den Berlinale Wettbewerb mit einer lustvollen Zelebration des Euro-Crime-Genres – Kritik von Benedikt Guntentaler

Podcasts im Berlinale-Special:

  • Podcast »Das Filmquartett«: Die Berlinale, Folge 01: Zum Auftakt
    Wie fühlt sich die Berlinale unter Tricia Tuttle an? Wir sprechen über den Eröffnungsfilm Das Licht, über die Wettbewerbsfilme Living the Land und Hot Milk und wagen noch einen Blick in die neue Reihe »Perspectives«. Im Quartett sind: Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Janick Nolting und Thomas Willmann
  • Podcast »Das Filmquartett«: Die Berlinale, Folge 02: Highlights im Wettbewerb
    Erste Highlights im Wettbewerb: Wir sprechen über Michel Francos Dreams, Hélène Cattets und Bruno Forzanis Reflet dans un diamant mort und Lucile Hadzihalilovics La tour de glace. Im Quartett sind: Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Janick Nolting und Thomas Willmann
  • Podcast »Das Filmquartett«: Die Berlinale, Folge 03:
    Großes Finale im Wettbewerb. Wir sprechen über Léonor Serrailles ARI, Frédéric Hambaleks Was Marielle weiß, Dag Johan Haugeruds Drømmerund Iván Funds El Mensaje. Centerpiece ist Richard Linklaters Blue Moon. Im Ausklang: Kateryna Gornostais Timestamp, Radu Judes Kontinental ‘25 und Hong Sang-soos What Does that Nature Say to You. Gefolgt von unseren persönlichen Top 3. Im Quartett sind: Dunja Bialas, Anna Edelmann, Benedikt Guntentaler und Janick Nolting
  • Podcast: Die Berlinale und der Übergriff der Gesellschaft auf den Film
    Die Tyrannei der Intimität: Lars Henrik Gass und Rüdiger Suchsland im Gespräch über Universalismus und Haltungsfilme, Antisemitismus auf der Berlinale und Aufgaben wie Schwächen zeitgenössischer Filmkritik – auch aus Anlass von Lars Henrik Gass' neuem Buch »Objektverlust«.

Neue Kritiken:

  • Bird (GB/F 2024)
    Leben lernen. Prekäre Verhältnisse hat Andrea Arnold schon in American Honey gezeigt. Doch dieses Mal sind es nicht nur Jugendliche ohne Familien, sondern Familien ohne Jugend. Und auch sonst ist alles anders und dennoch – vetraut – Kritik von Axel Timo Purr
  • Flight Risk (USA 2025)
    Wer hoch fliegt, fällt tief. Mel Gibson kehrt in seinem Action-Thriller-Kammerspiel als Regisseur dorthin zurück, wo er als Schauspieler mit Lethal Weapon groß geworden ist. Das macht auch wegen Marc Whalberg immer wieder Spaß, ist jedoch völlig aus der Zeit gefallen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Like A Complete Unknown (A Complete Unknown) (USA 2024)
    A series of dreams. James Mangold entwirft in seinem Bob Dylan-Biopic, das auf der Berlinale Deutschland-Premiere feierte, ein Porträt des Künstlers als junger Mann, das ohne große Tiefen und voller Stereotypen ist, aber immerhin auch die dunklen Seiten Dylans zeigt – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Willkommen in den Bergen
    Love is all you need Bernhard Wengers tiefschwarze Satie mit Albrecht Schuch in der Hauptrolle thematisiert die Austauschbarkeit unserer Rollen und Beziehungen. Das ist nicht nur wegen Abrecht Schuch in der Hauptrolle und der souveränen Regie von Bernhard Wenger außerordentlich, finden Margret Köhler und Roderich Fabian
  • Bird Endlich wieder ein Film von Andrea Arnold und dann auch noch – neben den ebenfalls großartig spielenden Nykiya Adams und Barry Keoghan – einer mit Franz Rogowski. Da möchten selbst Axel Timo Purr und Stefan Rutz nur noch eins: endlich fliegen
Das LIcht, Tykwer

13.02.2025

75. Berlinale Special:

  • Berlinale 2025 : »Licht« am Ende des Tunnels?
    Der Trost von Fremden: Deja-vus bei der Berlinale – Alles wird mal wieder neu, nur die Probleme bleiben erstmal die alten; Berlinale Tagebuch, Folge 1 – von Rüdiger Suchsland
  • Kurzkritiken
    Kurz und gut: Spots auf die Filme aus allen Berlinale-Sektionen (in alphabetischer Reihenfolge) – von artechock-Redaktion
  • Das Filmquartett: Berlinale-Podcast
    Wie fühlt sich die Berlinale unter Tricia Tuttle an? Wir sprechen über den Eröffnungsfilm Das Licht, über die Wettbewerbsfilme Living The Land und Hot Milk und wagen noch einen Blick in die neue Reihe »Perspectives«. Im Quartett sind: Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Janick Nolting und Thomas Willmann

Neue Kritiken:

  • Hundschuldig (Le procès du chien) (F/CH 2024)
    Zeiten wie diese: Das Regiedebüt der französischen Schauspielerin Laetitia Dosch über einen Hund vor Gericht ist ein eigenartiger Zwitter aus beißender Komödie und bissiger Gesellschaftskritik – Kritik von Axel Timo Purr
  • Wunderschöner (D 2024)
    Sprich mit mir! Karoline Herfurth zelebriert auch im dritten Teil ihrer „Schön“-Trilogie einen aktivistischen, immer wieder überraschenden feministischen Reigen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Willkommen in den Bergen
    Ein anderes Leben: Auch Riccardo Milani bedient die große Welle von »Schulfilmen«. Doch anders als seine Mitstreiter, interessiert sich Milani kaum für pädagogische Inhalte. Margret Köhler und Stefan Rutz diskutieren, ob dieser Ansatz für einen guten Film ausreicht...

Festival:

  • IFF Rotterdam 2025 : Die Leinwandmaler
    Landschaften zu Farbe: Ariel des argentinisch-galicischen Duos Piñeiro / Patiño und Albert Oehlens Bad Painter auf dem 54. Filmfestival Rotterdam zeichnen großflächige Film-Gemälde auf die Leinwand – von Dunja Bialas

Cinema Moralia:

Bomba Bernal

06.02.2025

Festival:

  • »The video-library is a hoax«
    Rotterdam, die Stadt, war schon immer ein Vorreiter des Digitalen, jetzt geht auch das Festival in den Remote-Modus. Über die Trugbilder des Realen — von Dunja Bialas
  • Die Geflüchteten
    Traum, Trauma, Trauer auf dem IFF Rotterdam: Die Seelenzustände der Flucht. Jonathan Millets Ghost Trail (Harbour) und Alexandra Makarovas Perla (Tiger Wettbewerb) – von Dunja Bialas

Neue Kritiken:

  • Der Lehrer, der uns das Meer versprach (El maestro que prometió el mar) (E 2023)
    Wenn Familien über Jahrzehnte hinweg schweigen: Bei Recherchen zum verschwundenen Urgroßvater im Bürgerkrieg stößt eine junge Spanierin 75 Jahre später auf die tragische Geschichte eines idealistischen Reformpädagogen – Kritik von Reinhard Kleber
  • Maria (I/D/Chile/USA 2024)
    Die letzte Diva: Nach Jackie und Spencer nun Maria: Pablo Larraín nimmt sich der großen Diva der Oper an, und inszeniert die letzten Tage der Maria Callas als pompöse Rückerinnerung – Kritik von Benedikt Guntentaler
  • Soundtrack to a Coup d’Etat (B/F/NL 2024)
    Jazz, Geopolitik und Imperialismus: Dem belgischen Filmemacher Johan Grimonprez ist eine überwältigende, ideenreiche Reise, die amerikanischen Jazz, Geopolitik und imperialistische Machenschaften der 1950er und 1960er Jahre miteinander verwebt, gelungen – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Maria
    Fluch der Vergangenheit: Pablo Larraíns dritter Film über »große« Frauen in »kleinen« Zeitfragmenten ist anders als die Vorgänger. Das liegt jedoch nicht nur an der von Angelina Jolie dargestellten Maria Callas, finden Roderich Fabian und Benedikt Guntentaler.

Neuer Podcast:

Trauer

30.01.2025

CARTOON:

  • Trauer
    CARTOON-Tagebuch eines Kinogehers – von Niko B. Urger

FOMO:

  • Munix' FOMO : Provokant & sinnlich
    Nicht verpassen: Wenzel Storchs Gesamtwerk im Werkstattkino, Dagmar Knöpfel mit »Brigitta« im Theatiner – von artechock-Redaktion

Neue Kritiken:

  • Babygirl (USA 2024)
    Sind sexuelle Vorlieben ein Skandal? Halina Reijn bringt das Erotikdrama zurück auf die Kinoleinwand. Dabei scheitert sie jedoch an modernen Ansichten zu Sexualität – von Christian Schmuck
    Ökonomie der Lüste im Post-Me-Too-Zeitalter: Fifty Shades of Grey trifft Die Klavierspielerin: Halina Reijns revisionistischerFilm ist sehenswert, da wo er neoliberale Ideologien infrage stellt. Ansonsten ist er spießig – von Rüdiger Suchsland
  • Der Brutalist (The Brutalist) (USA/GB/CDN 2024)
    Die Gegenwart der Vergangenheit: Beton & Katastrophenwissen – Brady Corbet brillantes, monumentales Epo – von Rüdiger Suchsland
    Ein cineastisches Werk über Kunst, Macht und Identität: Das neue epische Filmdrama von Brady Corbet ist in aller Munde. Die Faszination ist enorm, so dass viele es kaum abwarten können, den Kritikerliebling endlich im Kino zu sehen – von Tanja Moll
  • Paddington in Peru (GB 2024)
    Frischer Wind in der Bärenwelt: Teil 3 der Paddington-Reihe reichert seine Abenteuer-Expedition mit allerlei Filmzitaten an – und einer überraschenden Botschaft – von Janick Nolting

Festivals:

Seitenblick:

  • Der blutige Biss der Postmoderne
    Schon wieder »Nosferatu«: Jan-Christoph Gockel inszeniert an den Münchner Kammerspielen eine Variation des Stummfilmklassikers mit ganz viel Selbstbezug und noch mehr Klamauk – von Benedikt Guntentaler

Neue Videokritik:

  • Der Brutalist
    Dem Traum folgen, und nochmals dem Traum folgen – und so – ewig: Brady Corbet schöpft für sein 4-stündiges Werk aus einem schier endlosen Referenzraum und fügt mit einer überragender Kamera, einem eindrücklichen Score, souveräner Regie, subtilem Drehbuch und umwerfenden Schauspielern alles zu einem faszinierenden Film zusammen. Ganz großes Kino, finden Axel Timo Purr und Benedikt Guntentaler.

Neue Podcasts:

  • Filmgespräch- und Monolog zu zu Der Brutalist
  • Die katastrophische Lage der Gegenwart, Film als Widerstand und die ästhetische Linke: Die Regisseurin Laura Laabs und der Produzent Maxi Haslberger (Amerikafilm) sprechen im artechock-podcast mit Rüdiger Suchsland über Filmaktivismus, das deutsche Kino und ihren Film Rote Sterne überm Feld, der soeben sehr verdient den Max-Ophüls-Preis der Filmkritik gewann.
  • Zu den Podcasts…
Kneecap

23.01.2025

Neue Kritiken:

  • Kneecap (IRL/GB 2024)
    Irlands Rebellen – Kritik von Janick Nolting
  • Universal Language (Une langue universelle) (Kanada 2024)
    Gefrorenes Geld: Matthew Rankins Universal Language ist eine absurd-komische Moritat aus der iranischen Community Winnipegs – Kritik von Dunja Bialas
  • Der Graf von Monte Christo (Le Comte de Monte-Cristo) (F/B 2024)
    Rächer der verlorenen Jahre: Das französische Duo Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte legt eine solide Neuverfilmung von »Der Graf von Monte Christo« vor – auch für Nicht-Dumasianer geeignet – Kritik von Paula Ruppert
  • Jupiter (D 2023)
    Im Sog einer radikalen Sekte: Was tun, wenn sich die Eltern mitsamt Familie einer dubiosen Sekte anvertrauen? Die 14-jährige Lea steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens… – Kritik von Reinhard Kleber

Filmreihe & Festival:

  • Cinema for Future
    Das Filmmuseum München zeigt in der Tradition der FilmWeltWirtschaft Alexander Riedels Wind über die Zusammenhänge des Windes, des Wetters und des Klimas
    — von Dunja Bialas
  • Max-Ophüls-Preis 2025 : »Twin Peaks« trifft »Das weiße Band«
    Laura Laabs’ phänomenaler Film Rote Sterne überm Feld sollte das deutsche Kino erschüttern, jedenfalls wenn es mit rechten Dingen zuginge – erstmal aber läuft er in Saarbrücken – von Rüdiger Suchsland

Cinema Moralial:

  • Der Sinn des Lebens auf der Leinwand
    So muss Kino einmal gewesen sein: Eine Erinnerung an den schönsten Kinomoment des letzten Jahres, die Viennale-Premiere von Der Brutalist im Wiener Gartenbaukino und ein Vorausblick auf den Kinostart von Brady Corbets Meisterwerk – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 344. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritiken:

  • Der Graf von Monte Christo
    Rache als System: Der große Klassiker der französischen Literatur und „der“ Klassiker der Selbstjustiz in einer dreistündigen Neuverfilmung war in Frankreich einer der großen Erfolge des letzten Jahres. Das wünschen sich Roderich Fabian und Axel Timo Purr auch für Deutschland...
  • Kneecap
    Identität über alles: Rich Peppiatts fiktive Entstehungsgeschichte des echten nordirischen Rap-Trios Kneecap ist auch Irlands Oscareinreichung 2025. Aber vor allem ein wilder, aufregender Trip in die Seele nord-irischer Identität, finden Benedikt Guntentaler und Axel Timo Purr

Neue Podcasts:

  • Zu den Podcasts...
  • Erinnerungen an David Lynch: Zum Abschied vom Regisseur der Angst und des Labyrithischen: Philipp Stadelmaier und Rüdiger Suchsland resümieren im artechock-Podcast das Werk des verstorbenen großen amerikanischen Regisseurs David Lynch
  • Zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar: Im artechock-podcast spricht Rüdiger Suchsland mit dem Produzenten Alexander van Dülmen über seine Erfahrungen mit einem Film über die Shoa, über Antisemitismus im Kulturbetrieb und das Pro und Contra von Antisemitismusklauseln sowie über die Frage, was der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehen bedeutet
  • Der Graf von Monte Christo
  • Kneecap
Sieben

16.01.2025

Cinema Moralia:

Porträt:

Neue Kritiken:

  • Armand (N/NL/D/S/GB 2024)
    Die richtige Distanz: Halfdan Ullmann Tøndels mit dem Caméra d’Or für den besten Debütfilm in Cannes ausgezeichnetes Schuldrama überzeugt vor allem durch seine makellose Charakterentwicklung – Kritik von Axel Timo Purr
  • La Cocina – Der Geschmack des Lebens (MEX/USA 2024)
    Im Bauch von New York: Der Mexikaner Alonso Ruizpalacios hat mit La Cocina eine epische und sehr stilvolle Moritat in Schwarzweiß über Pedro, den mexikanischen Einwanderer und Koch, geschaffen – Kritik von Dunja Bialas
  • Juror #2 (USA 2024)
    Kein Recht für Niemand: Clint Eastwoods neuester „letzter Film“ stellt dem amerikanischen Justizsystem die Vertrauensfrage: Wie kann sich Gerechtigkeit aus subjektiven Standpunkten ergeben? – Kritik von Benedikt Guntentaler
  • A Real Pain (USA 2024)
    Woody Allen auf Holocaust-Tour: Jesse Eisenberg entführt die schwere Shoa-Thematik in eine leichte, aber dennoch differenzierte und aufregende Gegenwart. Und mit Kieran Culkin an seiner Seite gelingen schauspielerische Glücksmomente – Kritik von Axel Timo Purr
  • Traumnovelle (D 2024)
    Der unheimliche Reiz der Maske und die gefährliche Versuchung der Aufrichtigkeit: Bürgerliche Abenteuer im Berlin von heute: Florian Frerichs versetzt Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ ins vermeintliche Sündenbabel der Hauptstadt – Gedanken zur Aktualität dieses Autors – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritiken:

  • Juror #2
    Wenn der Postmann zweimal klingelt: Clint Eastwoods 41. und wahrscheinlich letzter Film ist ein mehr als würdiger Abschied, denn das Gerichtsdrama überzeugt nicht nur als Drama, finden Margret Köhler und Axel Timo Purr.
  • A Real Pain
    Goodbye Holocaust: Jesse Eisenbergs zweite Regiearbeit über die »Holocaust-Tour« zweier entfremdeter amerikanischer Cousins mit jüdischen Wurzeln besticht auf allen Ebenen, finden Roderich Fabian und Stefan Rutz.

Neue Podcasts:

  • Filmgespräche zu A Real Pain & Juror #2
  • »Wir lebten in geborgter Zeit« (Elisabeth Bronfen zieht mit Rüdiger Suchsland eine Bilanz der Neunziger Jahre, und spricht über David Finchers Meisterwerk Se7en)
  • Zu den Podcasts…
The Zone of Interest

09.01.2025

Die Top 10 der artechock Redaktion für 2024:

Filmpolitik:

  • Filmpolitik : Revolution als Chance für einen filmischen Neuanfang?
    Für die Filmindustrie Bangladeschs bedeutete die politische Revolution im Sommer 2024 die Chance auf einen Neuanfang. Doch ein analytischer Blick auf die gegenwärtige politische Lage und andere Umstürze der Weltgeschichte lassen Zweifel aufkommen, ob es je ein „unabhängiges“ Filmemachen in Bangladesch geben wird – von Bidhan Rebeiro

Neue Kritiken:

  • Filmstunde 23 (D 2024)
    Warum sollten nicht alle Geschichten erzählen? Eine Geschichtsstunde der besonderen Art zeigt Filmstunde_23, eine Revision eines zurückliegenden Schulklassen-Experiments, als man noch an den deutschen Film glaubte – von Maria Feckl
    Unter den Analphabeten des Films: Edgar Reitz' wunderschöner großer, kleiner Film ist eine Hymne auf den Film und seine ungenutzten Möglichkeiten – von Rüdiger Suchsland
  • September 5 – The Day Terror Went Live (D 2024)
    Der Vertreibung aus dem Paradies: Tim Fehlbaum überrascht mit seinem Journalisten-Thriller über das Olympia-Attentat 1972 durch eine kreative und spannende Aufbereitung der Geschehnisse. Doch Fehlbaum gelingt noch mehr als das – von Axel Timo Purr
    Der elfte Tag: Beobachtung der Beobachter: Tim Fehlbaums ausgezeichneter Film über das Olympiaattentat zeigt arabischen Olympiaterror und rührt an Fragen von Medien und Moral – von Rüdiger Suchsland
  • Veni Vidi Vici (Ö 2024)
    Noch nicht einmal mit allen Wassern gewaschen: Daniel Hoesl und Julia Niemann sezieren in Veni Vidi Vici den ausgeschamten Austro-Liberatismus – von Dunja Bialas
    Das Böse in der Achtsamkeitsgesellschaft: Die österreichische Komödie von Daniel Hoesl und Julia Niemann erzählt von maßlosen Superreichen und ist für das Kino ein Glücksfall. – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritiken:

  • September 5 – The Day Terror Went Live
     Zwei Mal Abschied: Tim Fehlbaum nimmt in seinen dichten, großartig inszenierten Journalisten-Thriller Abschied von der Zeit, als das Fernsehen noch nach neuen Wegen suchte, um der Darstellung von Terror gerecht zu werden. Und Margret Köhler und Roderich Fabian nehmen Abschied vom 1913 eröffneten Filmtheater Sendlinger Tor, das am 15. Januar schließen wird und in dem wir die Filmkritiken diesen Monats drehen durften.
  • We Live in Time
    Zeit ohne Gefühl: Andrew Garfield und Florence Pugh in einer ungewöhnlich erzählten Liebes-, Leidens- und Lebensgeschichte des irischen Regisseurs John Crowley. Aus dem bald schließenden Filmtheater Sendlinger Tor berichten Stefan Rutz und Thomas Maiwald, ob Crowley den Spagat zwischen Mainstream und Experiment meistert.

Neue Podcasts:

  • Das Filmquartett: Jahresrückblick 2024
    Teil 1: Body Horror · Teil 2: Musical · Teil 3: Dokumentarfilm
  • Filmgespräche zu September 5 & We Live in Time
  • Special: »Mit Begriffen und Urteilen kann man keinen Film machen« (Interview mit Edgar Reitz)
  • Special: Müssen wir uns die Superreichen als Mörder vorstellen? (Die österreichischen Filmemacher Julia Niemann und Daniel Hoesel im Interview)
  • Zu den Podcasts…
Wicked: part 1

02.01.2025

Jahresrückblick:

  • Running Movies
    Die Filme rauschen nur so an einem vorbei. Wir halten in einem Satz fest, was wir gesehen haben – ein rasanter Durchgang durchs Kinojahr 2024 — von Felicitas Hübner

Neue Kritiken:

  • Queer (USA/I 2024)
    Der Mensch als Droge: Luca Guadagnino taucht in Queer in das Universum von Burroughs ein – und inszeniert einen begehrenden und verletzbaren Daniel Craig als Alter Ego des Beat-Schriftstellers – Kritik von Dunja Bialas
  • Nosferatu – Der Untote (USA/CZ 2024)
    Im Lichtspielhaus: Tanz aus Licht und Schatten: Robert Eggers' Nosferatu-Version zeigt die rohe Natur des Verfalls – von Anna Edelmann
    Ein Vampir für die Tik-Tok-Generation: Gepflegtes Gruseln: Robert Eggers’ allzu beflissenes Nosferatu-Remake ist Pandemiemetapher, Feier des Irrationalismus, Paranoia – aber wo ist der Punkt? – von Rüdiger Suchsland

Zur Person:

Neue Videokritiken:

  • Nosferatu
    Blood simple: Nach dem Klassiker von Friedrich Wilhelm Murnau und Werner Herzogs Hommage mit Klaus Kinski liegt die Messlatte für ein weiteres Remake hoch. Ob Robert Eggers in ihre Nähe kommt oder sie gar überschreitet, klären Matthias Pfeiffer und Thomas Maiwald
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Löwen

26.12.2024

Neuer Cartoon:

  • Löwen
    Aus dem Cartoon-Tagebuch eines Kinogehers: Niko B. Urgers Cartoons begleiten über das Jahr das Kinogeschehen – mit einem Augenzwinkern und oftmals um die Ecke gedacht

Neue Kritiken:

  • Die Saat des heiligen Feigenbaums (Dane-ye anjir-e ma'abed) (D/F 2024)
    Die Zukunft ist weiblich: Mohammad Rasoulofs DIE SAAT DES HEILIGEN FEIGENBAUMS lässt die gleichnishaften Feigenblatterzählungen hinter sich und findet zu schonungsloser Realität – von Dunja Bialas
    Machtkritik aus der Klippschule, Psychoanalyse für Anfänger: Politische Verfolgung ist kein ästhetisches Argument: Mohammad Rasoulofs achtbarer, aber keineswegs herausragender »The Seed of the Sacred Fig« – von Rüdiger Suchsland
  • Die leisen und die großen Töne (En fanfare) (F 2024)
    Das Spiel des Lebens: Emmanuel Courcols Film über Herkunft, Musik, soziale Ungerechtigkeiten und zwei Brüder, die sich nicht kennen, überrascht konsequent. Das Spiel mit den Genres gleicht dem Spiel des Lebens – mal tieftraurig, dann wieder wunderschön – Kritik von Axel Timo Purr

Cinema Moralia:

  • »Wir müssen uns fragen, für welche Zukunft wir sparen«
    Als wir träumten: Die beneidenswerte Lage des französischen Kinos im Jahr der zweiten Teile, und Erinnerungen an Wolfgang Becker – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 342. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritiken:

  • Die Saat des heiligen Feigenbaums
    Redröm: Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und für Deutschland im Oscar-Rennen, was geht noch mehr? Nur eins noch: Den Vorschusslorbeeren hält das politische Familiendrama von Mohammad Rasulof beeindruckend Stand, finden Stefan Rutz und Axel Timo Purr.
  • Die leisen und die großen Töne
    Über Bestimmung und Selbstbestimmung: Eine sozialrealistische, gesellschaftskritische Wohlfühlkomödie? Das soll gehen? Margret Köhler und Stefan Rutz sind der Meinung, dass Emmanuel Courcol genau das mit seinem ungewöhnlichen Film über zwei musikalische Brüder gelingt.

Neue Podcasts:

  • Filmgespräche zu »Die Saat des heiligen Feigenbaums« & »Die leisen und die großen Töne«
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