Aktuelles zum Film

Blood & Sinners

29.01.2026

Cinema Moralia:

  • Warum gehen wir ins Kino?
    Diversität und Totalität: Exponentialfunktionen und was die Oscar-Nominierungen über die Filmbranche verraten – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 375. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (D 2025)
    Lachen und Leiden: Simon Verhoeven verfilmt Joachim Meyerhoffs autobiografische Romanwelt als leicht-konzentriertes Kino über Herkunft, Schauspiel und familiäre Prägung. Ein Film über Übergänge, über das Aushalten von Leere – und über die produktive Spannung zwischen Literatur und Bild – Kritik von Axel Timo Purr
  • Hamnet (GB/USA 2025)
    Innenansichten eines Abschieds: Chloé Zhaos Drama verweigert die Biografie und sucht die innere Logik des Verlusts. Ihr Film zeigt, wie Kunst nicht aus Inspiration, sondern aus Erfahrung entsteht – Kritik von Axel Timo Purr
  • Little Trouble Girls (Kaj ti je deklica) (SLO/I/HR/SRB 2025)
    Erotisches Frühlingserwachen im Kloster: Eine Teenagerin sammelt bei einem Probenwochenende ihres Mädchenchors im Kloster erste erotische Erfahrungen und ringt um ihre sexuelle Orientierung – Kritik von Reinhard Kleber
  • Scham (D 2025)
    Die raue Textur der Gewalt: Lukas Röder lotet in Scham Kino als psycho-ästhetischen Erfahrungsraum aus – und manifestiert eine radikale neue Stimme des deutschen Films – von Dunja Bialas
    »Kannst Du mal aufhören mit Deiner Jammerei...«: Ungewohnt und visuell aufregend: Lukas Röders preisgekröntes Mutter und Sohn-Drama Scham – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
    Ich bin nicht so eine Heulsuse wie du! Bei Simon Verhoevens Adaption des dritten Bandes von Joachim Meyerhoffs autofiktionaler Romanreihe »Alle Toten fliegen hoch« können sich Stefan Rutz und Axel Timo Purr trotz Senta Berger in der Hauptrolle nicht so recht einigen, ob der Film ein Top oder Flop ist.

Neue Podcasts:

  • Das Filmquartett: Der Jahresrückblick 2025
    Über das Politische in künstlerischen Filmen, das Experimentelle in Spielfilmen und den Gap zwischen Arthouse und Mainstream diskutieren im Filmquartett (das diesmal ein Sextett ist): Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Amelie Hochhäusler, Noah Mrosczok, Chris Schmuck, Wolfgang Lasinger. Besprochene Filme: A House of Dynamite, Sehnsucht in Sangerhausen, Yes, Henry Fonda for President, In die Sonne schauen, Unterwegs im Namen der Kaiserin, Herz aus Eis und mehr...
  • Sollte man Nazis besser erschießen oder besser mit ihnen reden?
    Erinnerung an die Gerechtigkeit: Im neuen artechock-podcast spricht der Filmwissenschaftler Benjamin »Ben« Seyferth mit Rüdiger Suchsland über seinen Großvater, den großen Dokumentarfilmregisseur Marcel Ophüls und dessen Lieblingsfim, den großartigen, aber schwer zu beschaffenden Memory of Justice, der jetzt beim »Festival Max-Ophüls-Preis« in restaurierter Version aufgeführt wurde. Es geht auch um Ophüls' Blick auf das Leben, das Kino und die Geschichte; über persönliches Filmemachen und die direkte Begegnung mit den NS-Tätern.
Das neue Dings

22.01.2026

Kino München:

  • Irgendwas mit Dings
    Die Neueröffnung des Filmtheaters Sendlinger Tor als multimediale Unterhaltungslocation wirft wieder einmal Fragen zur Zukunft des Kinos auf – von Dunja Bialas

Neue Kritiken:

  • Die drei ??? – Toteninsel (D 2025)
    Rätsel, Routine, Reichweite: Zwischen Geheimbund, Vulkaninsel und bewährten Ritualen behauptet sich Tim Dünschedes Forsetzung als erstaunlich solides Jugendkino in einem Markt, der Risiko konsequent meidet – Kritik von Axel Timo Purr
  • Mercy (USA 2025)
    Jeder macht mal einen Fehler: Timur Bekmambetow gelingt ein kompakter Sci-Fi-Thriller über Schuld im Zeitalter der Algorithmen, der weniger von Zukunftsangst als von der Fragilität menschlicher Gewissheiten erzählt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Die progressiven Nostalgiker (C'était mieux demain) (F/B 2025)
    Ein Prosit auf die Frauen: Zeitreise, Rollenwechsel und der Mut zum Unsinn – Vinciane Millereau zerlegt lustvoll Patriarchat und Fortschrittsangst – von Axel Timo Purr
    Morgen war alles besser: Vinciane Millereaus Zeitreise-Komödie Die progressiven Nostalgiker – von Rüdiger Suchsland
  • Die Stimme von Hind Rajab (Sawt Hind Rajab) (TN/F/USA/GB/I/Saudi-Arabien 2025)
    Darf Moral Kunst ersetzen? Kaouther Ben Hanias Film vermischt Fiktion und Dokumentation bis zur Unkenntlichkeit – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Die Stimme von Hind Rajab
    Anne Frank in Gaza? Ben Hanias zwischen Spiel- und Dokumentarfilm-Drama angesiedelter »Gaza-Film« hat zahlreiche Preise erhalten. Und auch Stefan Rutz und Felicitas Hübner sind überzeugt, dass die Die Stimme von Hind Rajab ein sehr wichtiger und unbedingt sehenswerter Film ist.

Cinema Moralia:

  • Europa im Schatten des billigen Moralismus
    Austritt aus der Europäischen Filmakademie wegen einseitiger Israelvergessenheit, erwartbare Preise, ein gehobener Bettelbrief und der Preis der Filmkritik – von Rüdiger Suchsland
Die jüngste Tochter

15.01.2026

Filmkultur:

Cinema Moralia:

  • Als die Geschichte Pause machte
    Das Jahr 1926, Carsten Brosda, erste Berlinale-Nachrichten und die FFA – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 371. Folge – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 372. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Extrawurst (D 2025)
    Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Marcus H. Rosenmüllers will in seiner Komödie gesellschaftliche Konflikte im Mikrokosmos eines Tennisvereins verhandeln und verliert sich dabei zwischen Komödie, Kammerspiel und moralischer Überdeutlichkeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • The Housemaid – Wenn sie wüsste (USA 2025)
    Wenn Rollen zu Fallen werden: Paul Feigs Mystery-Thriller belebt den erotischen Thriller auf immer wieder bizarre Art und Weise neu – zwischen Genre-Zitat, weiblicher Selbstermächtigung und kalkulierter Vorhersehbarkeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • Madame Kika (Kika) (B 2025)
    Wohnung und Peitsche: Madame Kika zeichnet ein vielschichtiges Bild von Sexarbeit und stellt abermals die Frage, welchen Wert sie für unsere Gesellschaft hat – Kritik von Kevin Gawlik
  • Mother’s Baby (Ö/CH/D 2025)
    Die Wissenschaft, möglicherweise...: Abweichende Gefühle: Muss man Kinder wollen? Hat die Natur immer recht? Johanna Moders Mother’s Baby stellt die bürgerliche Familienideologie infrage, bedient aber auch wissenschaftsfeindliche Klischees – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Silent Friend (D/F/H 2025)
    Über allen Gipfeln ist Ruh: Ildikó Enyedis Silent Friend ist leises, präzises Kino der Aufmerksamkeit – über Zeit, Wahrnehmung und die Möglichkeit einer neuen, nicht-beherrschenden Sprache zwischen Mensch und Welt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Smalltown Girl (D 2025)
    Ein Feld aus Widersprüchen: Ganz einfach und ganz kompliziert: Hille Nordens einmaliger Film Smalltown Girl findet eine angemessene Haltung zur Darstellung von sexueller Gewalt im Film – Kritik von Rüdiger Suchsland

Videokritik:

  • The Housemaid – Wenn sie wüsste
    Mit dem Dampfhammer: Paul Feigs Mystery-Thriller mit Sydney Sweeney und Amanda Seyfried in den Hauptrollen ist eine echte Dampfhammer-Produktion, finden Roderich Fabian und Thomas Maiwald. Mit all den Nebenwirkungen, die das mit sich bringt.

Podcast:

  • Wie redet man über sexuelle Gewalt?
    »Was meiner Hauptfigur passiert, erzähle ich aus eigenen Erfahrungen.« Im artechock-Filmgespräch spricht Rüdiger Suchsland mit der Regisseurin Hille Norden über Missbrauch, Widerstand, sexuelle Selbstbestimmung und ihren hochspannenden autobiographischen Film Smalltown Girl
1. Münchner Filmgipfel

08.01.2026

Kulturpolitik München:

  • Schaun wir mal
    Einsparungen, Mieterhöhungen, Bündnisse: Was die Münchner Kultur im Wahljahr 2026 erwartet – von Dunja Bialas

Cinema Moralia:

  • Die Zukunft, von der Heiner Müller sprach, ist unsere Gegenwart
    Auf der »Bahn der Beschleunigung«: Abschied von Béla Tarr, dem Regisseur der bösen schwarzen Klötze, vorwärts in die Katastrophe mit dem heimlichen Futuristen Heiner Müller, der auch das Kino inspirierte – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 372. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Ein einfacher Unfall (Yek tasadef sadeh) (F/L 2025)
    Was tun mit Folterknechten? Jafar Panahi stellt elementare Fragen nach Wahrheit und dem Verhältnis von Anschein und Wirklichkeit – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Rental Family (USA/J 2025)
    Die bessere Wahrheit: Zwischen Performance und Bedürfnis erkundet Hikari, wie Rollen zu Beziehungen werden können – und wo sie unweigerlich scheitern. Ein leiser, berührender Film über Wahrheit, Lüge und die Sehnsucht nach Verbindlichkeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • Song Sung Blue (USA 2025)
    Von der ruhigen Radikalität der Heilung: Ein Musikfilm, der nicht vom Erfolg erzählt, sondern vom Danach: Song Sung Blue entfaltet seine politische Kraft dort, wo Heilung, Gemeinschaft und Empathie zur Praxis werden – Kritik von Axel Timo Purr

Interview:

Filmreihe:

Videokritik:

  • Song Sung Blue
    Das gute Amerika: Handelt es sich bei Craig Brewers Film über eine Neil-Diamond-Coverband – mit Kate Hudson und Hugh Jackman in den Hauptrollen, die ihre Gesangspartien selbst übernehmen – lediglich um einen großen Heuler und im besten Fall um ein „guilty pleasure“? Oder ist dieser Film dann doch mehr, fragen sich Thomas Maiwald und Axel Timo Purr und sind sich überraschend einig
Sirât

01.01.2026

Jahresrückblick:

Neue Kritiken:

  • Bon Voyage – Bis hierher und noch weiter (On ira) (F 2025)
    Hinterm Horizont geht’s weiter: Enya Baroux' Spielfilmdebüt »Bon Voyage« ist ein Feelgood-Roadmovie über Sterbehilfe – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Der Fremde (L’étranger) (F 2025)
    Killing an Arab: François Ozons Verfilmung von Albert Camus’ Existentialismus-Klassiker »Der Fremde« setzt ein postkoloniales Punctum und schafft mit der Inszenierung von Licht und Schatten eine Ode an das Kino – Kritik von Dunja Bialas
  • Holy Meat (D 2025)
    Das wiedergefundene Leben: Zwischen schwäbischer Provinz, Berliner Theater und katholischer Macht entfaltet Alison Kuhns Debüt eine ebenso respektlose wie zutiefst menschliche Suche nach Selbstbestimmung und zeigt, wie politisches Kino heute aussehen kann, ohne sich in Thesen oder wohlfeiler Provokation zu erschöpfen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Der Fremde
    Leben ohne Leid und Liebe: François Ozons Vefilmung des Klassikers von Albert Camus ist nicht nur historisch akkurat, sondern für Momente auch gegenwärtig und frei adaptiert. Dementsprechend sind die Reaktionen: Margret Köhler muss weinen, Axel Timo Purr ist dankbar für all die Assoziationen

Nachruf:

The Smashing Machine

25.12.2025

Besinnung zu Weihnachten:

  • »Wo bleiben die Sensationen?«
    Es hilft nichts, die Filme müssen besser werden: Gefahr, Schönheit und die dritte Schiene der Realität. Das Kino braucht Spektakel und Ekstase – besinnliche Worte zu Weihnachten – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Anaconda (USA 2025)
    Die Schlange im Spiegel der Filmindustrie: Tom Gormicans Horrorkomödie verwandelt kultisch verehrten Trash in eine selbstbewusste Reflexion über Nostalgie, Kreativität und industrielle Erschöpfung. Ein Meta-Reboot, das den Spaß am Genre bewahrt und zugleich fragt, was im Kino noch lebt – und was sich bereits selbst verschlingt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Die jüngste Tochter (La petite dernière) (F/D 2025)
    Befreiende Selbstfindung: Eine lesbische Muslima in Paris… Schauspielerin Hafsia Herzi inszeniert die inneren und äußeren Konflikte eines komplizierten Coming-Outs – Kritik von Reinhard Kleber
  • Therapie für Wikinger (Den sidste viking) (DK/S 2025)
    John Lennon, Manfred und das Versteck im Wald: Lachen in der therapeutischen Gesellschaft: Anders Thomas Jensens humanistische schwarze Komödie »Therapie für Wikinger« – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Therapie für Wikinger
    Das, was wehtut: Auch in seinem neuen Film mit Mads Mikkelsen in einer der Hauptrollen verbindet Anders Thomas Jensen wieder Traumata mit schwarzem Humor. Was für Stefan Rutz nicht schwarz genug sein könnte, ist für Margret Köhler dann aber doch zu viel des »Guten«.

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