Aktuelles zum Film

19.05.2022

Cannes-Special:

  • »Ich gehe in ein anderes Blau«
    Ganz und gar im Kinoland: Zum Auftakt der Filmfestspiele von Cannes, Cannes-Tagebuch, 1. Folge – von Rüdiger Suchsland
  • Top Gun: Maverick
    Alte Liebe rostet nicht: Top Gun: Maverick hatte an Tag 2 in Cannes unter Anwesenheit von Tom Cruise seine Europa-Premiere – ein martialischeres Symbol für die Wiederauferstehung des Kinos nach Covid geht wohl kaum, aber die Fortsetzung des 36 Jahre alten Klassikers ist weit mehr als das – Videokritik von Sedat Aslan und Axel Timo Purr

Neue Kritik:

  • One of These Days (D/USA 2020)
    Von Autos und Menschen: Bastian Günther erzählt in One of These Days von einem skurril anmutenden texanischen Wettbewerb, ohne seine Figuren bloßzustellen – Kritik von Wolfgang Lasinger

Neue Videokritiken:

  • Leander Haußmanns Stasikomödie
    Lachen auf dem schmalen Grat zwischen Ostalgie und Nostalgie: Mit seiner »Stasikomödie« komplettiert Leander Haußmann nach Sonnenallee und NVA seine DDR-Trilogie. Ob diese »Ethnografie« auch für nicht in der DDR Sozialisierte funktioniert, darüber sprechen die in der DDR groß gewordene Felicitas Hübner und der Schweizer Stefan Rutz
  • X
    Slow Slasher: Ti West versucht durch langsames Tempo und ungewöhnlichen Humor die Erwartungen an einen Slasher-Film neu zu definieren. Sedat Aslan und Matthias Pfeiffer diskutieren, ob ihm das gelingt.
  • Alle Videokritiken als Podcasts

Küstendorf 15:

  • Küstendorf liegt in Serbien
    Die 15. Ausgabe von Emir Kusturicas legendärem Film- und Musikfestival »Küstendorf« hat Corona überwunden und überzeugt durch die alten Qualitäten: die ungewöhnliche Programmierung und die traumhafte Location – von Christoph Becker & Axel Timo Purr

Mittel Punkt Europa Filmfest:

DOK.fest-Special:

  • Kalle Kosmonaut (D 2022)
    10 Jahre sind ein halbes Leben: Die Langzeitdokumentation des Autoren-Duos über Pascal, genannt Kalle, einen Jungen aus einer Plattenbausiedlung, berührt nicht nur, sondern wirkt auch nach
    – Kritik von Christel Strobel
  • arteshorts zum 37. DOK.fest München
    Schnell, kurz und absolut unter Kontrolle: Kurzkritiken zum 37. DOK.fest München, diesmal in Zusammenarbeit mit der LMU München und dem Filmkritik-Nachwuchs – von Redaktion

Cartoon

12.05.2022

Neue Kritiken:

  • Blutsauger (D 2021)
    Untote Revolutionäre
    Julian Radlmaiers marxistische Vampirkomödie Blutsauger wirft einen grotesken Blick auf die Fallstricke des Klassenkampfes – von Janick Nolting
    Geschichte und Hipsterbewusstsein
    Julian Radlmaiers Blutsauger vereint funkensprühend den Klassenkampf mit dem Hipster-Lebensgefühl – von Rüdiger Suchsland
  • Das Licht, aus dem die Träume sind (Last Film Show) (Indien/F/USA 2021)
    Im Lauf der Zeit
    Pan Nalins Das Licht, aus dem die Träume sind ist eine zärtliche Liebeserklärung an das Kino, eine Liebe, die vor allem auch eine Übung im Abschiednehmen ist – Kritik von Axel Timo Purr
  • Doctor Strange in the Multiverse of Madness (USA 2022)
    Das Multiversum erzählen
    In seiner Verbindung aller möglichen Superheld:innen-Welten treibt Sam Raimi das filmische Erzählen über alle Grenzen hinaus. Das Geheimnis, das die Fiktion verbirgt, ist allerdings ganz von dieser Welt – Kritik von Vera Thomann
  • Willi und die Wunderkröte (D 2021)
    Schöne Utopie und kraftvolles Signal
    Markus Dietrich verknüpft in seinem Umweltschutzfilm für Kinder souverän Sachinformationen und den abenteuerlichen Kampf für eine bessere Welt – Kritik von Christel Strobel

DOK.fest-Special:

  • Nach der Arbeit (D 2021)
    Übergangsriten des Ruhestands
    In Nach der Arbeit spannt Alexander Riedel einen Reigen rüstiger Rentner auf, gibt dabei auch Einblick in die Schwere des Übergangs – Kritik von Dunja Bialas
  • Sedimentos (SP 2021)
    Schicht für Schicht
    Adrián Silvestres intimes Porträt Sedimentos begleitet sechs Transfrauen aus Barcelona bei einem Besuch aufs Land, wo sich in ihrer Auseinandersetzung die unterschiedlichen Persön-lichkeiten und Lebensgeschichten der Frauen offenbaren. Ein emotionaler und verständnis-voller sowie ehrlicher Film – Kritik von Louisa von Sohlern
  • arteshorts zum 37. DOK.fest München
    Schnell, kurz und absolut unter Kontrolle: Kurzkritiken zum 37. DOK.fest München, diesmal in Zusammenarbeit mit der LMU München und dem Filmkritik-Nachwuchs – von Redaktion

Neue Videokritik:

  • Nico
    Karate Girl goes Berlin
    Eline Gehrings, Francy Fabritz' und Sara Fazilats preisgekrönter Gemeinschaftsfilm erzählt mit emotionaler Wucht von der Selbstermächtigung einer jungen Deutsch-Iranerin, von Rassismus, Diversität und auch von Berlin. Sedat Aslan und Axel Timo Purr erörtern, ob der kurze Film dieser Vielfältigkeit gerecht werden kann

05.05.2022

DOK.fest München:

  • Die Dualität der Dinge
    So klar, wie sich die Berlinale zu Beginn des Jahres zum »Gemeinschaftserlebnis Kino« bekannte und dies als »Signal an die gesamte Filmbranche« verstanden wissen wollte, so deutlich begreift sich das Münchner DOK.fest von nun an als duales Festival – von Sedat Aslan

Neue Kritiken:

  • Memoria (Thailand/Kolumbien/GB/MEX 2021)
    Urknall des Kinos
    Memoria des Thailänders Apichatpong Weerasethakul ist in vieler Hinsicht ein nomadischer Film – und visionäres Kino der Zukunft – von Dunja Bialas
    Symptome des Ungefähren
    Naturalismus, Norm und Nebel: Der Thailänder Apichatpong Weerasethakul schickt in Memoria Tilda Switon in den Dschungel – von Rüdiger Suchsland
  • Nawalny (Navalny) (USA 2022)
    Wie hoch ist der Preis für Opposition?
    Daniel Rohers Dokumentarfilm zeigt Nawalny als Putins entspannten Endgegner – Kritik von Christoph Becker
  • Sun Children (Khorshid) (Iran 2020)
    Fack ju Bildung?
    Majid Majidi zeigt in Sun Children Straßenkinder, die sich gegen Armut und fehlende Bildungschancen wehren, und versucht sich dabei aber vor allem an einem Abenteuerfilm – Kritik von Christoph Becker
  • Sigmund Freud – Freud über Freud (Sigmund Freud, un juif sans Dieu) (F 2020)
    Der Mann mit dem Hund
    David Teboul erinnert in seiner Sigmund-Freud-Doku zwar daran, wie gegenwärtig Freud weiterhin ist, verliert sich aber in assoziativer Beliebigkeit und reproduziert alte Stereotypen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Als Susan Sontag im Publikum saß (D 2021)
    Genies, Publikum und die künstlerische Freiheit
    RP Kahls Als Susan Sontag im Publikum saß erzählt von libertären Linken und der Schönheit der Revolte – Kritik von Rüdiger Suchsland

Cinema Moralia:

  • Misstrauen und Verheißung
    Das Kino, sein Publikum und die Sehnsucht. Außerdem die Diversität der Identität und die Woche der Meinungsfreiheit – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 273. Folge – von Rüdiger Suchsland

Filmalphabet:

  • T_TEEBEUTEL_TAGLINES
    Begonnen habe ich diese äußerst deepen Gedanken auf einer schönen, langen Bahnfahrt von der Dokumentarfilmwoche Hamburg zurück nach München. Dabei trank ich Tee – von Nora Moschuering

Neue Videokritik:

28.04.2022

Festivals:

  • Diffus dokumentarisch
    Visions du Réel im Schweizerischen Nyon ist das wichtigste europäische Filmfestival für dokumentarische Formen, in denen gerade die Unbestimmtheitsstellen größte Kraft entfalten – von Dunja Bialas
  • Universalität aus der genauen Beobachtung
    Auch die 19. Dokumentarfilmwoche Hamburg zeichnet sich dadurch aus, nicht nur inhaltlich, sondern auch formal und ästhetisch etwas zu wagen – von Eckhard Haschen
  • Brutstätten des Bösen
    Natürlicher Horror kommt von Innen bei den Fantasy Filmfest Nights 2022 – von Thomas Willmann

Neue Kritiken:

  • Everything Everywhere All at Once (USA 2022)
    Alltag im Multimetaverse: Alltag kann schon im normalen Leben tödlich (langweilig) sein. Dan Kwan und Daniel Scheiner zeigen, dass das im Multiverse nicht viel anders ist – Kritik von Axel Timo Purr
  • Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush (D/F 2022)
    Beißen ohne zu bluten: Nach seinem DDR-Provinzmeisterwerk Gundermann entscheidet sich Andreas Dresen in seinem neuen Film für eine bizarre Mischung aus Provinzposse und Justizdrama – von Axel Timo Purr
    Mutter Beimer in Guantanamo: Andreas Dresens Film über den »Fall Kurnaz« vereint politische Absicht und unpolitisches Filmemachen – von Rüdiger Suchsland
  • Vortex (F/B 2021)
    Bald sind wir Gespenster: Körper, Geist, Familie, Liebe, Besitz – in Gaspar Noés neuem Geniestreich strebt alles der Auflösung entgegen – von Janick Nolting
    Der Tod ist Vereinzelung: Sterben lernen, Gaspar Noes großartiger Film Vortex – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritiken:

  • Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush
    Keine klare Linie: Nach seinem Meisterwerk über den DDR-Liedermacher Gundermann arbeitet Dresen auch in seinem neuen Film mit der Drehbuchautorin Laila Stieler zusammen, hat sich dieses Mal aber für ein deutsches Guantanamo-Thema entschieden. Christoph Becker und Sedat Aslan sprechen darüber, ob ihnen die Gratwanderung zwischen Komödie und Justizdrama gefallen hat
  • Everything Everywhere All at Once
    Im siebten Himmel: Die bereits in frühen Rick und Morty-Staffeln und im letzten Spiderman ausgeführte Idee des Metaverse lässt sich auch über ein ganz normales Leben deckeln. Ob Dan Kwans und Daniel Scheinerts Umsetzung tatsächlich »alltagstauglich« ist, darüber sprechen Stefan Rutz und Felicitas Hübner

Interview:

21.04.2022

Frankreich vor der Stichwahl:

Gleich zwei französische Filme thematisieren diese Woche passend zur französischen Stichwahl am kommenden Sonntag auf sehr unterschiedliche Art die Brüche der französischen Gesellschaft. Catherine Corsinis In den besten Händen sucht sich dafür ein Krankenhaus aus, Sylvie Ohayons Haute Couture pendelt zwischen einer Banlieue und den Schneider-Ateliers im Modehaus Dior:
  • Haute Couture (F 2021)
    Aschenputtel zu Besuch im Haus Dior: In Sylvie Ohayons modernem Aschenputtel-Märchen aus der französischen Modebranche wird nicht nur die tiefe soziale Zerrissenheit Frankreichs deutlich, sondern auch die verzweifelte Sehnsucht nach einer Lösung – Kritik von Axel Timo Purr
  • In den besten Händen (La fracture) (F 2021)
    Der Klassenkampf im Krankenstand: Catherine Corsinis Krankenhauskomödie ist ein höchst vergnügliches und hellsichtiges Kammerspiel über die französischen Zerwürfnisse – von Dunja Bialas
    Ein Krankenhaus als Bühne Frankreichs: Gesellschaft in der Druckkammer – politisches Kino, wie man es in Deutschland gar nicht kennt – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (USA 2022)
    Dschungelcamp mit A-Promis: In dieser angeblich romantischen Action-Komödie gibt es nur eine Überraschung: die quälende Frage, warum hier so viel Geld und Lebenszeit vergeudet wurde – Kritik von Christoph Becker
  • The Northman (USA 2022)
    Nordischer Zorn: Mit seiner kompromisslosen Wikinger-Walze kommt Robert Eggers ins Kino zurück. Was man von diesem Film halten soll, ist schwierig zu sagen. Eine brutale Lektion in Sachen archaischen Kinos ist er aber sicher für jeden Zuschauer – von Matthias Pfeiffer
    Vater, Mutter, Mörder: Von Amleth zu Hamlet und wieder zurück: Robert Eggers' Northman hackt sich handlungsarm und primitiv über die Leinwand, liegt aber immerhin auch mit unserer homogenisierten Kinolandschaft in Fehde – von Rüdiger Suchsland
  • River (AUS 2021)
    Wassermassen-Mindmap: Große Bilder, große Musik und leider wenig dahinter. Der Film von Jennifer Peedom und Joseph Nizeti wäre gern eine künstlerische Zusammenfassung von allem, was die Flüsse dieses Planeten in sich tragen, wirkt dann jedoch eher wie eine Mindmap – Kritik von Matthias Pfeiffer
  • Die wundersame Welt des Louis Wain (The Electrical Life of Louis Wain) (GB 2021)
    Godfather of Katzenbücher: In Will Sharpes Biopic wird das Leben des exzentrischen britischen Katzenzeichners Louis Wain märchenhaft englisch bebildert und melodramatisch vertont – Kritik von Christoph Becker

Neue Videokritik:

  • In den besten Händen
    Gelb und Schwarz: Catherine Corsinis hochpolitischer Gelbwesten-Film und Hiobiade wagt immer wieder auch komödiantische Elemente zu intergrieren. Stefan Rutz und Christoph Becker diskutieren, ob dieses Experiment gelungen ist.

Cinema Moralia:

  • »Komm' Kino, Du willst es doch auch!«
    Nie gab es eine Epoche der Kinogeschichte, die humorloser war als die jetzige. Kinofilme nehmen sich heute allesamt viel zu ernst. Außerdem ein immer wieder aktuelles 'Lob der Verschwendung' – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers – von Rüdiger Suchsland

14.04.2022

Neue Kritiken:

  • Alles ist gutgegangen (Tout s'est bien passé) (F 2021)
    Der Tod und die Tochter: Gegen unsere Verweigerung: François Ozons Sterbehilfe-Drama führt auf die universale Frage nach dem Recht auf einen freien Tod – und zeigt eine glänzende Sophie Marceau – von Rüdiger Suchsland
    Jenseits des Melodrams: François Ozon schafft einen meisterhaft gestalteten Film über ein sehr ernstes Thema und ist dabei weder rührselig noch zu leichtfertig
    – von Wolfgang Lasinger
  • Eingeschlossene Gesellschaft (D 2021)
    The Hateful Six: Sönke Wortmanns Lehrerzimmer-Kammerspiel kann sich nicht entscheiden, was es sein will und erfreut wohl nur die, die alte Lehrerrechnungen offen haben – Kritik von Christoph Becker
  • Geschichten vom Franz (Ö/D 2022)
    Freundschaft für (n-)immer: Johannes Schmid verfilmt einen der großen Klassiker der deutschsprachigen Kinderbuchliteratur, vom Klassiker bleibt davon allerdings nicht viel übrig – Kritik von Axel Timo Purr
  • The Innocents (De uskyldige) (N/S/DK 2021)
    Die spielen nur: Eskil Vogt zeigt in seinem schwer verdaulichen Horrorfilm das Zerstörerische hinter unschuldig dreinblickenden Kinderaugen – Kritik von Janick Nolting
  • Red Rocket (USA 2021)
    Die Pornoisierung des Alltags: Sean Baker führt in seiner eindrucksvollen Reihe von Filmen über Sexarbeiter:innen in »Red Rocket« erstmals einen politischen Impuls und sogar Komik ein. Unheimlicher, deprimierender und – schöner geht es kaum – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritiken:

  • Eingeschlossene Gesellschaft
    Eine Frage der Moral: Nach seinem mauen Lehrerfilm Frau Müller muss weg versucht es Sönke Wortmann wie jeder braver Schüler einfach noch einmal. Und vielleicht ja mit dem kreativen Schub seiner erst vor ein paar Monaten sehr erfolgreich in den Kinos gestarteten Uni- und Culture/Cancel-Clash Komödie Contra? Christoph Becker und Axel Timo Purr unterhalten sich darüber.
  • Red Rocket
    Fremdschämen als große Kunst: Sean Baker hat mit seinem letzten Film The Florida Project zahlreiche Nominierungen und Preise gewonnen. Axel Timo Purr und Christoph Becker sprecher darüber, ob er mit seinem neuen Film über einen abgehalfterten Porno-Darsteller, der abgebrannt zurück in seine Heimatstadt in Texas geht, an diesen Erfolg anknüpfen kann.

Festival:

  • Sprung in die Zukunft
    Das 34. Filmfest Dresden zeigte sich vielfältig, bunt und woke – und als Amalgam aus Rückschau und Aufbruch – von Dunja Bialas

Cinema Moralia:

  • Ist weniger mehr?
    Das Kartell des Bestehenden schottet sich ab. Wie steht es mit der Transparenz? Wie mit anderem Denken und der Freiheit der Andersdenkenden? Überlegungen, nicht nur zum deutschen Film, aber aus aktuellem Anlass – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers – von Rüdiger Suchsland

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