Aktuelles zum Film

Chronique d'un été

04.06.2026

Nachruf:

  • Wahrheit des Kinos
    Der französische Anthropologe Edgar Morin ist im Alter von 104 Jahren verstorben. Nachruf einer Cinephilen – von Dunja Bialas

Neue Kritiken:

  • Dao (F/SN/GNB 2026)
    Eine echte falsche Familie: Alain Gomis lässt ein dreitägiges Totenritual in Guinea-Bissau und eine exzessive Hochzeitsfeier in der Nähe von Paris in einem intensiven Strom von Emotionen und Energien jenseits von Spiel und Authentizität ineinander aufgehen – Kritik von Wolfgang Lasinger
  • Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes (PL/GB 2025)
    Die Pädagogik des Kellers: Jan Komasa untersucht die Grenzen von Freiheit, Verantwortung und sozialer Formbarkeit. Ein ebenso verstörendes wie kluges Gedankenexperiment über die Frage, ob der Mensch besser werden kann – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Good Boy
    Ein schlimmer Finger: Jan Komasas zutiefst moralischer, schwarzhumoriger Thriller hat Roderich Fabian und Stefan Rutz sowohl irritiert als auch begeistert.

Neuer Podcast:

  • Wim Wenders, Nastassja Kinski und die Freiheit der Kunst – ein Streitgespräch
    Die gegenwärtige Debatte um einen alten Film von Wim Wenders berührt Grundsätzliches: Das Verhältnis von Kunstfreiheit und rückwirkenden Schutzrechten, Zeitgeist gestern und heute, und die Folgen, die es hat, wenn man Beteiligten an Filmen nachträgliche Einspruchsrechte zugesteht. In einem freundschaftlichen Streitgespräch sprechen die Regisseurin, Autorin und Produzentin Saralisa Volm und artechock-Filmkritiker und Regisseur Rüdiger Suchsland im neuen artechock-Podcast über diese Aspekte der »Wenders-Debatte«, über eine neue Lust an Moral und Zensur, über die Rolle von Medien als Kampagnentreiber und den digitalen Mob und was das alles für die Zukunft bedeutet.

Cinema Moralia:

  • Die Stunde der Selbstgerechten
    Film hat ganz unmittelbar mit Verführung zu tun: Die Filmkunst und die Debatte um Wim Wenders' Film – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 390. Folge – von Rüdiger Suchsland

Festival:

  • Die Familienbande zerschlagen!
    Das 23. Crossing Europe versammelte unter dem Motto „Family Ties“ intensive europäische Spiel- und Dokumentarfilme, die auf das weibliche Erleben perspektivierten — von Dunja Bialas
Das geträumte Abenteuer

28.05.2026

Cannes:

Neue Kritiken:

  • Ticket ins Leben (Aimons-nous vivants) (F 2025)
    Liebe als Schnittmenge: Jean-Pierre Améris’ Ticket ins Leben ist eine Tragikomödie über Sterbewünsche, peinliche Begegnungen, vergangene Kunstformen und die vielleicht abstruseste und gleichzeitig wichtigste aller menschlichen Fähigkeiten: trotzdem weiterzumachen – Kritik von Axel Timo Purr
  • I Only Rest in the Storm (O Riso e a Faca) (2025)
    Kaleidoskopische Leere: In monumentalen 211 Minuten erzählt Pedro Pinho von der Kolonialgeschichte Guinea-Bissaus, vom Straßenbau, von Cashew-Wein, vom Verlorengehen unter der Sonne – Kritik von Benedikt Guntentaler

Neue Videokritik:

  • Verflucht normal
    Absolut! Kirk Jones' preisgekröntes »Tourette-Bio-Pic« hat bei den BAFTAs nicht nur wichtige Preise erhalten, sondern auch einen kleinen Skandal ausgelöst. Stefan Rutz und Felicitas Hübner ist das egal, sie sind von der unkonventionellen Komödie begeistert.

Cinema Moralia:

  • Der Preis des deutschen Films...
    Alle Jahre wieder seit 75 Jahren: Der sogenannte Deutsche Filmpreis und die sogenannte Filmakademie – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 389. Folge – von Rüdiger Suchsland
Everytime

21.05.2026

Cannes:

Neue Kritiken:

  • Eagles of the Republic (S/DK/F/FIN/D 2025)
    Schauspieler der Macht: Tarik Salehs letzter Teil der Kairo-Trilogie blickt tief in den paranoiden Maschinenraum des ägyptischen Staates und zeigt eine Diktatur, die längst selbst zum Film geworden ist – Kritik von Axel Timo Purr
  • Home Entertainment (D 2025)
    Abend ohne Eigenschaften: Dietrich Brüggemanns Kammerspiel seziert mit trockenem Witz und präziser Grausamkeit eine Gegenwart, in der selbst Intimität nur noch eine Option unter vielen ist – und jede Entscheidung in Unzufriedenheit endet. Ein Pro und Contra. – Kritik von artechock-Redaktion
  • The Mandalorian & Grogu (Star Wars: The Mandalorian and Grogu) (USA 2026)
    Im Kindergarten der Galaxis: Jon Favreaus verwandelt Star Wars endgültig in eine algorithmisch berechnete Nostalgie-Maschine ohne Risiko, ohne Figuren und ohne jede Fallhöhe – von Axel Timo Purr
    Vertrautes Visier vor viel Vakuum: Das Kinodebut des Mandalorian befüllt die Franchise-Mühle – von Thomas Willmann
  • Vivaldi und ich (Primavera) (I/F 2025)
    Die Musik der Verlorenen: Zwischen barocker Schönheit und institutioneller Grausamkeit entwickelt Michielettos Kinodebüt ein still erschütterndes Requiem auf jene Mädchen, deren Musik einst Europa verzauberte und deren Leben vergessen wurde – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Mother Mary
    Das Ende der Musik: Ist David Lowerys Melodram und Musikfilm mit Anne Hathaway und Michaela Coel mehr als nur eine Gespenstergeschichte, so wie Lowerys letzte Arbeiten? Roderich Fabian und Axel Timo Purr sind sich uneinig.

Neuer Podcast:

Cinema Moralia:

DOK.fest München:

2. Münchner Filmgipfel

14.05.2026

Filmpolitik:

  • Kino, wohin gehst du?
    Der 2. Münchner Filmgipfel versammelte illustre Protagonisten der kulturellen Stadtgesellschaft – und umschiffte die Diskussion – von Dunja Bialas

DOK.fest München:

Cannes:

  • Die Croisette leuchtet, Gong Li strahlt
    Wahlverwandtschaften: Von Adoption bis Zwangsheirat, das Familientreffen des Weltkinos hat begonnen – Cannes-Tagebuch, 01. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Glennkill: Ein Schafskrimi (The Sheep Detectives) (GB/USA 2026)
    Wenn Schafe ermitteln und das Kino verblödet: Kyle Baldas Verfilmung von Leonie Swanns Bestseller »Glennkill« verwandelt literarischen Nonsens mit Charme in einen digitalen Familienalbtraum – Kritik von Axel Timo Purr
  • Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang (D 2025)
    Der Himmel ist auch nicht mehr das, was er mal war:
    David Dietl versucht Ludwig Thoma, Monaco Franze und Postkarten-München zusammenzuführen und landet irgendwo zwischen Jenseitsverwaltung, Familienkitsch und bayerischer Dauerfolklore – Kritik von Axel Timo Purr
  • Palästina 36 (Palestine 36) (Palästina/JOR/Q/N/GB/DK/F 2025)
    Geschichte ohne Grauzonen: Annemarie Jacir will die Vergangenheit erklären, verliert sich aber zwischen agitatorischer Vereinfachung, historischen Verzerrungen und einem erstaunlich unbeholfenen Kinoverständnis – von Axel Timo Purr
    Fazit: »Die Juden sind schuld«: Einseitiges Spektakel: Annemarie Jacirs Palästina 36 verliert sich in Stereotypen – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Palästina 36
    Geschichte ohne Grauzonen: Annemarie Jacir will die Vergangenheit erklären, verliert sich aber zwischen agitatorischer Vereinfachung, historischen Verzerrungen und einem erstaunlich unbeholfenen Kinoverständnis

Festival-Rundschau:

  • Krakau 2026 : Rosa Tagträume und nächtliche Würgegeister
    Beim 19. OFF Camera Festival in Krakau stehen Debütfilme im Mittelpunkt – von Katrin Hillgruber
  • Europäisches Kino von den Rändern
    Die 23. Ausgabe des Linzer Festivals Crossing Europe feierte auch dieses Jahr wieder kinematographische Handschriften aus Europa jenseits des kommerziellen Mainstreams — von Wolfgang Lasinger
  • Wie die Vierte Gewalt sich selbst zerstört
    Demokratie unter Quotendruck: Skandalisierung, Sensationalisierung, Personalisierung – eine Debatte mit Franziska Nori, Bettina Reitz, Hans Block und Dominik Graf beim Frankfurter Lichter-Filmfest zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und zur Zukunft der Öffentlichkeit — von Rüdiger Suchsland

In eigener Sache:

Watching People Watching Birds

07.05.2026

DOK.fest München:

  • 106 Türen in der Stadt
    Das DOK.fest München 2026 zeigt das große Spektrum des Dokumentarfilms und macht mit 106 Filmen bis Ende Mai unzählige Parallelräume auf – von Nora Moschuering
  • »Der Hype gilt den Filmen, die etwas bewegen können«
    Was ist neu beim DOK.fest unter neuer Leitung? Welche Visionen gibt es fürs Festival? Eine Bestandsaufnahme, bevor die hektische Festivalzeit beginnt — von Dunja Bialas
  • DOK.fest: Kurzkritiken-Daily
    Täglich neue Kurzkritiken vom 41. DOK.fest München – von artechock-Redaktion

Neue Kritik:

  • Nürnberg (Nuremberg) (USA 2025)
    »Never Again« als Illusion: In Nürnberg wird Hermann Göring zum Meister der Täuschung – und die Suche nach Wahrheit gerät zum fragilen Spiel zwischen Psychologie, Macht und Inszenierung, an dessen Ende die Formel »Never Again« als brüchige Illusion erscheint – Kritik von Tania Moll
  • Wir glauben euch (On vous croit) (F/B 2025)
    Wenn das Justizsystem an seine Grenzen stößt: In dem beklemmenden Gerichtsdrama will eine Mutter verhindern, dass ihrem Ex-Mann vor Gericht das Recht auf Kontakt zu den beiden Kindern zugesprochen wird – Kritik von Reinhard Kleber
  • Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war (D 2026)
    Nur schreibend existieren: Regine Schilling nähert sich der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Räume, die sich durch die Worte ihres Schreibens öffnen, schließen sich wieder – durch die bebildernde Inszenierung von Sandra Hüller – Kritik von Amelie Hochhäusler

Neue Videokritik:

  • Nürnberg (Nuremberg)
    Nachhilfe in Geschichte: James Vanderbilts Aufarbeitung des Nürnberger Prozesses mit Russel Crowe als Hermann Göring ist zwar nicht Zone of Interest, doch als Einstieg in die Thematik durchaus sehenswert, finden Axel Timo Purr und Stefan Rutz

Schlaglicht:

Kurzfilmtage Oberhausen:

  • All you see is real!
    Thema und Profil-Filme der 72. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen — von Benedikt Guntentaler

Cinema Moralia:

Dagie Brundert

30.04.2026

Kurzfilmtage Oberhausen:

  • How Do You Spell This World?
    Die 72. Kurzfilmtage Oberhausen untersuchen das Verhältnis von Realität und Fiktion: Programmüberblick und ein Streifzug durch den deutschen Wettbewerb – von Dunja Bialas

goEast-Filmfestival:

  • Kaleidoskop des östlichen Kinos
    Das goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films zeichnete sich erneut durch seine Vielfalt aus: von Puppentrickmärchen bis zu hybriden Dokumentarfilmen, von Rumänien bis Kirgistan – und darüber hinaus — von Paula Ruppert
  • Dokumentationen wiederkehrenden Widerstandes
    Revolutionen und Widerstand können viele Formen annehmen – auch filmisch. Welche, das zeigte und diskutierte das diesjährige goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf Georgien — von Paula Ruppert

Dokumentarfilmwoche Hamburg:

  • Filme, die eingreifen
    In den Filmen der 23. Dokumentarfilmwoche Hamburg wurde die Anwesenheit der Kamera selten geleugnet — von Eckhard Haschen
  • Driften in der Zeit
    Die Dokumentarfilmwoche Hamburg zeigt Dokumentarfilme der Übergänge — von Nora Moschuering – von Nora Moschuering

Neue Kritiken:

  • Gavagai (D/F 2025)
    Wer spricht für wen? Ulrich Köhler gelingt ein vielschichtiges Spiegelkabinett über Kunst, Aneignung und die strukturelle Unmöglichkeit des Verstehens. Und ein Film, der auch zeigt, wie moralische Gewissheiten in globalen Machtverhältnissen entstehen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Rose (D/Ö 2025)
    Die Rose der Freiheit: Sandra Hüller spielt eine Frau im 17. Jahrhundert, die einen Mann mimt. Markus Schleinzers realitätsnahes Vexierspiel zeigt die Zeit, als die Welt zur Ruhe kommt – und in den Kapitalismus einbiegt – Kritik von Dunja Bialas
  • Der Teufel trägt Prada 2 (The Devil Wears Prada 2) (USA 2026)
    No them no us: David Frankel inszeniert in seiner so amüsanten wie klugen Fortsetzung von Der Teufel trägt Prada Mode als Märchen und Macht als Stoff – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Rose
    Krieg ohne Ende: Markus Schleinzers historisches Identitätsdrama ist präzise recherchiert, körperlich erzählt, ist auch ein Western und nicht zuletzt wegen Sandra Hüller, die für diese Rolle den Silbernen Bären gewann, eine stille Wucht, finden Margret Köhler und Axel Timo Purr.

Neuer Podcast:

  • Das Filmquartett: Re-Releases
    Die Rückkehr der Filme ins Kino: Wir besprechen DREI TAGE DES CONDOR, KILL BILL und WANDA, die alle aus unterschiedlichen Motivlagen noch einmal auf die große Leinwand zurückkehren. Das Filmquartett ist diesmal ein Quintett mit Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Wolfgang Lasinger, Chris Schmuck und Thomas Willmann

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