Aktuelles zum Film

Sirât

01.01.2026

Jahresrückblick:

Neue Kritiken:

  • Bon Voyage – Bis hierher und noch weiter (On ira) (F 2025)
    Hinterm Horizont geht’s weiter: Enya Baroux' Spielfilmdebüt »Bon Voyage« ist ein Feelgood-Roadmovie über Sterbehilfe – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Der Fremde (L’étranger) (F 2025)
    Killing an Arab: François Ozons Verfilmung von Albert Camus’ Existentialismus-Klassiker »Der Fremde« setzt ein postkoloniales Punctum und schafft mit der Inszenierung von Licht und Schatten eine Ode an das Kino – Kritik von Dunja Bialas
  • Holy Meat (D 2025)
    Das wiedergefundene Leben: Zwischen schwäbischer Provinz, Berliner Theater und katholischer Macht entfaltet Alison Kuhns Debüt eine ebenso respektlose wie zutiefst menschliche Suche nach Selbstbestimmung und zeigt, wie politisches Kino heute aussehen kann, ohne sich in Thesen oder wohlfeiler Provokation zu erschöpfen – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Der Fremde
    Leben ohne Leid und Liebe: François Ozons Vefilmung des Klassikers von Albert Camus ist nicht nur historisch akkurat, sondern für Momente auch gegenwärtig und frei adaptiert. Dementsprechend sind die Reaktionen: Margret Köhler muss weinen, Axel Timo Purr ist dankbar für all die Assoziationen

Nachruf:

The Smashing Machine

25.12.2025

Besinnung zu Weihnachten:

  • »Wo bleiben die Sensationen?«
    Es hilft nichts, die Filme müssen besser werden: Gefahr, Schönheit und die dritte Schiene der Realität. Das Kino braucht Spektakel und Ekstase – besinnliche Worte zu Weihnachten – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Anaconda (USA 2025)
    Die Schlange im Spiegel der Filmindustrie: Tom Gormicans Horrorkomödie verwandelt kultisch verehrten Trash in eine selbstbewusste Reflexion über Nostalgie, Kreativität und industrielle Erschöpfung. Ein Meta-Reboot, das den Spaß am Genre bewahrt und zugleich fragt, was im Kino noch lebt – und was sich bereits selbst verschlingt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Die jüngste Tochter (La petite dernière) (F/D 2025)
    Befreiende Selbstfindung: Eine lesbische Muslima in Paris… Schauspielerin Hafsia Herzi inszeniert die inneren und äußeren Konflikte eines komplizierten Coming-Outs – Kritik von Reinhard Kleber
  • Therapie für Wikinger (Den sidste viking) (DK/S 2025)
    John Lennon, Manfred und das Versteck im Wald: Lachen in der therapeutischen Gesellschaft: Anders Thomas Jensens humanistische schwarze Komödie »Therapie für Wikinger« – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Therapie für Wikinger
    Das, was wehtut: Auch in seinem neuen Film mit Mads Mikkelsen in einer der Hauptrollen verbindet Anders Thomas Jensen wieder Traumata mit schwarzem Humor. Was für Stefan Rutz nicht schwarz genug sein könnte, ist für Margret Köhler dann aber doch zu viel des »Guten«.
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

18.12.2025

Nachruf:

Neue Kritiken:

  • Avatar: Fire and Ash (USA 2025)
    »Wir sind eine Familie, keine Demokratie«: James Cameron verschiebt den Fokus seiner Saga vom ethnologischen Staunen zu einem Generationenfilm über Trauer, Selbstermächtigung und familiäre Machtstrukturen. Ein visuell überwältigendes, zugleich erzählerisch vorhersehbares Märchen, das den Gen-Z-Diskurs unserer Gegenwart spiegelt – von Axel Timo Purr
    Quo vadis, Mr. Cameron? Ein drittes Mal nimmt uns James Cameron mit auf den Planeten Pandora. Während er visuell weiterhin Maßstäbe setzt, geht ihm inhaltlich die Luft aus – von Christian Schmuck
  • Herz aus Eis (FR/D 2025)
    Life of a Showgirl: Märchen, Fantasy, Feier der Traumfabrik. Lucile Hadžihalilović’ Film ist eine ebenso rätselhafte wie formal überwältigende Erfahrung – von Rüdiger Suchsland
  • Sorry, Baby (USA/F 2025)
    Hinter verschlossener Tür: Eva Victor legt mit Sorry, Baby ein beachtliches Regiedebüt hin. Was als Feelgood-Komödie beginnt, erfährt schnell eine düstere Wendung – Kritik von Janick Nolting
  • Yi Yi – A One and a Two (Yi yi) (Taiwan/J 2000)
    Das Leben von hinten: Edward Yang blickt auf das Leben nicht frontal, sondern von hinten – auf Wiederholungen, vererbte Verletzungen und das stille Weitergehen. Ein Film über das Überleben ohne Erlösung, der auch heute noch so aktuell ist wie vor 25 Jahren – von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Herz aus Eis
    Die große Illusion: Lucile Hadžihalilovićs luzide Überführung von Hans Christian Andersens „Schneeköngin“ wurde dieses Jahr mit dem Silbernen Bären für eine künstlerische Leistung ausgezeichnet. Für Roderich Fabian – im Gegensatz zu Felicitas Hübner – ist der Film ein Geschenk, für das er sich auch bei dem Team von Grandfilm bedankt

Spendenaktion 2025:

  • Spendenaktion 2025
    Kino ist Kultur. Filmkritik auch. Unterstützt artechock auch diese Weihnachten!
In die Sonne schauen

11.12.2025

Cinema Moralia:

  • Kampf um die Bilder
    Neureiche schlagen Tradition, das »Kartell der Willigen« und die Woche mit Wolfram Weimer – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 370. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen (D/Ö 2025)
    Großer Kongress, kleine Ideen: Trotz einiger interessanter Akzente versinkt der neue Bibi-Blocksberg-Film in routiniertem Chaos und dramaturgischer Mutlosigkeit. Zwischen altbekannten Drehbuchprämissen und einer farblosen Regie verliert sich die Magie im eigenen Hexenwirbel – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße (D 2025)
    Ein ostdeutscher Mythos: Der letzte Film von Wolfgang Becker erzählt eine Hochstaplergeschichte im heutigen Berlin und stellt unbequeme Fragen zur Wahrnehmung der ostdeutschen Vergangenheit – Kritik von Janick Nolting
  • Im Rosengarten (D 2024)
    Vexierbilder migrantischer Realität: Leis Bagdachs erzählt in einem winterlichen Roadmovie die Begegnung zweier Geschwister, die einander fremd und doch unabwendbar verbunden sind und entfaltet dabei eine poetisch-politische Suche nach Identität, Zugehörigkeit und trügerischen Selbstbildnissen – Kritik von Axel Timo Purr
  • Jetzt. Wohin. – Meine Reise mit Robert Habeck (D 2025)
    Der Fall des grünen Gottes: Lars Jessens sehenswerter Film »Jetzt. Wohin« über Robert Habeck ist nicht nur interessanter Journalismus – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos
    Ein Film, der neidisch macht: Cesc Gay zeigt, dass man Mann und Kinder nach 25 Jahren Ehe einfach so verlassen kann, weil die Sehnsucht nach Liebe größer ist. Und er zeigt das alles so down-to-earth, dass man einfach nur neidisch sein kann, finden Margret Köhler und Felicitas Hübner

Neuer Podcast:

  • Das Filmquartett: Grandfilm-Special
    Der Nürnberger Verleih für Filme, die unsere Cineasten-Herzen höher schlagen lassen, bringt kurz hintereinander drei Spitzentitel heraus: SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN, YES und am 18.12. HERZ AUS EIS. Über die tollen Filme und ihre leidvolle Sichtbarkeit im Kino sprechen im Filmquartett: Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Wolfgang Lasinger und Chris Schmuck

Spendenaktion 2025:

Szene aus Zweitland

04.12.2025

Spendenaktion:

  • Spendenaktion 2025
    Kino ist Widerstand. Filmkritik auch. Unterstützt artechock auch diese Weihnachten! – von artechock-Redaktion

Neue Kritiken:

  • Sentimental Value (Affeksjonsverdi) (N/DK/S/D/F 2025)
    Räume öffnen, Risse schließen: Sentimental Value umkreist die Idee, dass Kunst heilen kann – doch in seinem Schatten bleibt ein leises, ungesagtes »Vielleicht nicht«. Ein Film über jene leisen Versprechen der Kunst, die Trost andeuten, aber nicht einlösen – Kritik von Tatiana Moll
    Wenn Häuser sprechen: In seinem vielschichtigen Familiendrama lässt Trier Räume, Erinnerungen und Wunden miteinander in Dialog treten. Ein Film über die Gespenster der Vergangenheit – und die unerwartete Freiheit, die entsteht, wenn man sich ihnen stellt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten (Mother) (Mazedonien/S/B/D/BIH 2025)
    Die Unnahbare: Teresa versucht sich an einem ungewöhnlichen und ambivalenten Heiligenporträt. Der Film zeigt sieben schicksalshafte Tage im Leben von Mutter Teresa – Kritik von Janick Nolting
  • Weltkarriere einer Lüge (D 2025)
    Paranoia und Judenhass: Die Wahrheit über die »Protokolle der Weisen von Zion« – Felix Moellers Dokumentarfilm – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Zweitland (D/I/Ö 2025)
    Im Schatten der Berge, im Echo der Geschichte: Michael Koflers Drama über politische Gewalt zieht seine Wucht aus dem Schweigen und verwandelt Südtirol 1961 in ein zeitloses Spiegelkabinett heutiger Konflikte – intim, konzentriert und erschreckend gegenwärtig – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Sentimental Value
    Familienbande: Neben dem Großen Preis der Jury in Cannes hat Joachim Trier auch auf anderen Festivals mit seinem Familiendrama Erfolge gefeiert. Liegt das an der souveränen Regie, an seinem bewährten Schreibpartner Eskil Vogt oder an dem großartigen Ensemble? Roderich Fabian und Stefan Rutz haben die Antworten.

Neuer Podcast:

  • Auch Rebellieren muss man lernen
    Ein Gefühl braucht Beweise: Im neuen artechock-Podcast erklären die Regisseurinnen und »Pro Quote Regie«-Gründerinnen Imogen Kimmel und Bettina Scholler-Bouju Rüdiger Suchsland alles, was er über »Pro Quote« noch nie zu fragen wagte; sie erzählen auch, warum Vielfalt kein Selbstzweck ist, wie es überhaupt zu »Pro Quote« kam und wie es mit dem Feminismus weitergeht in Zeiten von Bürokratisierung und knappen Kassen.

Porträt:

  • Hannah Arendt im Kino
    Die Denkerin der Gegenwart: Vor 50 Jahren starb Hannah Arendt. Doch die bedeutende Philosophin ist heute auch im Kino und im Reich der digitalen Bilder lebendiger denn je. Was erklärt diesen erstaunlichen Erfolg? – von Rüdiger Suchsland

Cinema Moralia:

  • Elon Musk ist nicht zu fassen
    Geld, Frauen, Pop und Tech-Faschismus: Züricher Tagungen, Syberberg wird 90 und eine analytische Biographie über den dunklen Visionär Elon Musk – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 369. Folge – von Rüdiger Suchsland
Udo Kier in The Secret Agent

27.11.2025

Cinema Moralia:

  • Ist das echt unecht jetzt?
    KI-Hoax, SPIO, Udo Kier, Filmförderung und europäischer Filmpreis – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 368. Folge – von Rüdiger Suchsland

Festivals:

  • Zwischen den Trümmern der Bilder
    Das 46. Cairo International Film Festival zeigte ein widerständiges arabisches Kino, das trotz Krise seine Stimme behauptet. Die Filme machen unsichtbare soziale Risse sichtbar und spiegeln eine Region im Wandel. In Kairo beweist Kultur ihre Überlebenskraft. – von Axel Timo Purr
  • Blick in die Zukunft
    Das 74. internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg zeigt in konzentrierter und hochkarätiger Auswahl die Stimmen des Kinos von morgen — von Dunja Bialas
  • Von Dichtern, Tieren und Menschen
    LAFITA 2025 führt ein weiteres Mal lateinamerikanisches Kino in seiner kreativen Vielfalt vor: zwischen Poesie und Experiment, Fiktion und Dokumentation, Engagement und Unterhaltung bietet auch die diesjährige Ausgabe dabei wieder Gelegenheit, vielen der Filmschaffenden direkt zu begegnen. – von Wolfgang Lasinger

Neue Kritiken:

  • Anemone (USA/GB 2025)
    Der verschollene Star: Daniel Day-Lewis kehrt nach acht Jahren auf die Leinwand zurück und spielt in Anemone einen geplagten Vater inmitten der Naturgewalten – Kritik von Janick Nolting
  • Marco (Indien 2024)
    Eine neue Action-Ikone? Marco sorgt schon seit Monaten aufgrund seiner Brutalität für Aufsehen. Der Film wird seinem Ruf gerecht! – Kritik von Janick Nolting
  • Paternal Leave – Drei Tage Meer (D/I 2025)
    Auf der Suche nach dem verlorenen Vater: Im Debütspielfilm von Alissa Jung kommt eine 15-Jährige Deutsche ins winterliche Norditalien, um endlich ihren Vater Paolo kennenzulernen – Kritik von Reinhard Kleber
  • Rückkehr nach Ithaka (The Return) (I/GR/GB/F 2024)
    Das Elend von Troya: Uberto Pasolini erzählt die Heimkehr des Odysseus ohne Götter, Monster und mythischen Lärm – dafür mit einer ungewohnten psychologischen Klarheit. Sein Film legt die Wunde offen, die Troya hinterließ, und macht den antiken Stoff beklemmend gegenwärtig – Kritik von Axel Timo Purr
  • Zone 3 (Chien 51) (F 2025)
    Klassengesellschaft mit Überwachungs-KI: Cedric Jimenez Science-Fiction-Thriller sieht gut aus und unterhält – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Zoomania 2 (Zootopia 2) (USA 2025)
    Erlaubnis zum Kuscheln: Jared Bush und Byron Howard kehren für Disney nach Zoomania zurück – doch ihre Fortsetzung streichelt lieber, als dass sie überrascht. Es ist eine Sequel, die sein eigenes Erbe kopiert, statt es mutig weiterzudenken. – Kritik von Axel Timo Purr

Neue Videokritik:

  • Zone 3
    Wish you were here Cédric Jimenez' dystopisches Paris überrascht zwar nur selten, ist aber dennoch ein sehenswerter Thriller, finden Christoph Becker und Roderich Fabian.

In der ARD Mediathek:

  • Riefenstahl (D 2024)
    Eine Frau von heute: Andres Veiel gelingt es in seiner Dokumentation über Leni Riefenstahl tatsächlich zu überraschen und dabei virtuos mit Ambivalenzen zu spielen – von Axel Timo Purr
    Keine Fragen an Riefenstahl: Biedere Nacherzählung und eine Mogelpackung: Andres Veiels »Riefenstahl« zeigt die Grenzen der Methode des Regisseurs – es gibt zu viele Antworten und Selbstgerechtigkeit, aber keinen Moment der Überraschung, des Innehaltens, der Demut vor dem Sujet – von Rüdiger Suchsland

Interview:

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