Aktuelles zum Film

Die zwei Leben der Veronika

12.02.2026

76. Berlinale:

  • Nach dem Ende der Geschichte
    Ins Offene: Was erzählen die Filme aus den 90ern in der Retrospektive? – Zum Auftakt der 76. Berlinale ein Blick zurück – von Rüdiger Suchsland
  • Im Berlinale-Fieber
    Spots auf die Filme aus allen Berlinale-Sektionen (in alphabetischer Reihenfolge) – von artechock-Redaktion

Neue Kritiken:

  • Crime 101 (GB/USA 2025)
    Heist ohne These: Bart Layton vertraut dem Genre, seinen Schauspielern und dem Vergnügen – und findet darin eine Freiheit, die dem zeitgenössischen Kino fast abhandengekommen ist – Kritik von Axel Timo Purr
  • Once Upon a Time in Gaza (Palästina/F/P/D/GB/Q 2025)
    Komik im Ausnahmezustand: Mit bitterem Humor und selbstreflexiven Brüchen analysieren die Nasser-Brüder Macht, Korruption und filmische Verführung in Gaza – Kritik von Axel Timo Purr
  • Wuthering Heights – Sturmhöhe (GB/USA 2025)
    Sturm im Instagram-Glas: Emerald Fennell übersetzt Emily Brontës Klassiker in die Bildsprache zeitgenössischer Dark Romance. Was Modernisierung sein will, entpuppt sich als ästhetische und inhaltliche Verharmlosung sozialer und emotionaler Gewalt – von Axel Timo Purr
    Die neue Lust am Schund: Emerald Fennell hat schon jetzt einen der wohl umstrittensten Mainstream-Filme des Jahres gedreht. Der Kitsch ist dabei weniger Makel, sondern die eigentliche Sensation – von Janick Nolting

55. IFF Rotterdam:

  • Das wiedergefundene Kino
    In der Reihe »Cinema Regained« tritt das 55. International Film Festival Rotterdam in den Dialog mit der Filmgeschichte — von Dunja Bialas
  • Kolonialität, Macht und Träume
    Lucrecia Martel untersucht in ihrem ersten Dokumentarfilm die Tötung eines Indigenen; Filme aus Kongo und Thailand erzählen vom Andauern kolonialer Strukturen – das 55. Filmfestival Rotterdam — von Dunja Bialas

Woche der Kritik:

  • Podcast »Widersprechen / Wieder sprechen«
    Mit Dennis Vetter, Geschäftsführer und Mitglied des Leitungskollektivs der Berliner »Woche der Kritik«, spricht Rüdiger Suchsland über das diesjährige Programm. – Teil 1 & 2

Cinema Moralia:

  • Glaubt nicht dem Jubel!
    Pumuckel auf Amrum, Biederkeit und Barbarei: Ökonomie, Ästhetik, Politik im deutschen Film und was das Olympiaoutfit verrät – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 377. Folge — von Rüdiger Suchsland

Videokritik:

  • Die Ältern – Vater, Mutter, Schwester, Bruder
    Nach drei Komödiendesastern in Folge läuft Sönke Wortmann in seiner Jan-Weiler-Verfilmung wieder zu der Form auf, die ihn seit den frühen 1990ern zu einem der erfolgreichsten deutschen Komödienregisseure hat werden lassen, finden Margret Köhler und Axel Timo Purr
Ein Kuchen für den Präsidenten

05.02.2026

Neue Kritiken:

  • Ein Kuchen für den Präsidenten (Mamlaket al-qasab) (Irak/Katar/USA 2025)
    Die leise Last der Befehle: Ein Kind soll einen Kuchen backen und trägt dabei das Gewicht einer Diktatur auf den Schultern. Hasan Hadis poetisches Debüt erzählt von Würde, Verlust und der stillen Grausamkeit einer Macht, die selbst Kindheit in Pflicht verwandelt. – Kritik von Axel Timo Purr
  • Der Schimmelreiter (D 2025)
    Auf dem Deich der Vorsicht: Francis Meletzkys Adaption des Klassikers von Theodor erkennt die Aktualität der Vorlage und will Zukunft erzählen, bleibt aber zu oft in vertrauten Sicherheiten stecken – Kritik von Axel Timo Purr
  • Ungeduld des Herzens (D 2025)
    Vergiftung durch Mitgefühl: Happy-Ends sind was für Langweiler: Lauro Cress bearbeitet mit Florian Plumeyer Zweigs einzigen Roman und versetzt diese Ungeduld des Herzens plausibel ins Jetzt – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Winter in Sokcho (F 2024)
    Spurensuche nach der eigenen Identität: In seinem gefühlvollen Regiedebüt erzählt Koya Kamura von einer Begegnung, die alte Geister weckt. Ein Film zwischen Retraumatisierung und Heilung – Kritik von Kevin Galwik

Cinema Moralia:

  • Böse Menschen haben schlechte Bilder
    Auf der Insel der Sehnsucht und eine auffällige Stille im deutschen Film – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 376. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • No Other Choice
    Lehrstunde in Kapitalismuskritik: Park Chan-wooks schwarzhumorige, mit makelloser Präzision inszenierte Satire hat weltweit einhelliges Lob erhalten. Auch Felicitas Hübner und Axel Timo Purr lassen sich – mit ein paar Einschränkungen – gerne darauf ein.

Neuer Podcast:

  • »Man muss diese Filme im Kino sehen, um sie wirklich zu sehen.«
    »Filme sollten suspekt bleiben« sagt der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. Im artechock-Podcast widersprechen er und Rüdiger Suchsland heftig dem Vorurteil vom angeblich 'enttäuschenden Filmjahr 2025' und erinnern an einige Highlights jenseits des geschmäcklerischen Petzold-Kinos: Sirât, In die Sonne schauen und den georgischen Film April. Im Gespräch geht es auch um den Stand des Hollywood-Kinos zwischen Der Brutalist und One Battle After Another, zwei Filme in 'Vistavision' und um die Vorzüge eines Kinos der Uneindeutigkeit und der Ambivalenz. mehr...
Blood & Sinners

29.01.2026

Cinema Moralia:

  • Warum gehen wir ins Kino?
    Diversität und Totalität: Exponentialfunktionen und was die Oscar-Nominierungen über die Filmbranche verraten – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 375. Folge – von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (D 2025)
    Lachen und Leiden: Simon Verhoeven verfilmt Joachim Meyerhoffs autobiografische Romanwelt als leicht-konzentriertes Kino über Herkunft, Schauspiel und familiäre Prägung. Ein Film über Übergänge, über das Aushalten von Leere – und über die produktive Spannung zwischen Literatur und Bild – Kritik von Axel Timo Purr
  • Hamnet (GB/USA 2025)
    Innenansichten eines Abschieds: Chloé Zhaos Drama verweigert die Biografie und sucht die innere Logik des Verlusts. Ihr Film zeigt, wie Kunst nicht aus Inspiration, sondern aus Erfahrung entsteht – Kritik von Axel Timo Purr
  • Little Trouble Girls (Kaj ti je deklica) (SLO/I/HR/SRB 2025)
    Erotisches Frühlingserwachen im Kloster: Eine Teenagerin sammelt bei einem Probenwochenende ihres Mädchenchors im Kloster erste erotische Erfahrungen und ringt um ihre sexuelle Orientierung – Kritik von Reinhard Kleber
  • Scham (D 2025)
    Die raue Textur der Gewalt: Lukas Röder lotet in Scham Kino als psycho-ästhetischen Erfahrungsraum aus – und manifestiert eine radikale neue Stimme des deutschen Films – von Dunja Bialas
    »Kannst Du mal aufhören mit Deiner Jammerei...«: Ungewohnt und visuell aufregend: Lukas Röders preisgekröntes Mutter und Sohn-Drama Scham – von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
    Ich bin nicht so eine Heulsuse wie du! Bei Simon Verhoevens Adaption des dritten Bandes von Joachim Meyerhoffs autofiktionaler Romanreihe »Alle Toten fliegen hoch« können sich Stefan Rutz und Axel Timo Purr trotz Senta Berger in der Hauptrolle nicht so recht einigen, ob der Film ein Top oder Flop ist.

Neue Podcasts:

  • Das Filmquartett: Der Jahresrückblick 2025
    Über das Politische in künstlerischen Filmen, das Experimentelle in Spielfilmen und den Gap zwischen Arthouse und Mainstream diskutieren im Filmquartett (das diesmal ein Sextett ist): Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Amelie Hochhäusler, Noah Mrosczok, Chris Schmuck, Wolfgang Lasinger. Besprochene Filme: A House of Dynamite, Sehnsucht in Sangerhausen, Yes, Henry Fonda for President, In die Sonne schauen, Unterwegs im Namen der Kaiserin, Herz aus Eis und mehr...
  • Sollte man Nazis besser erschießen oder besser mit ihnen reden?
    Erinnerung an die Gerechtigkeit: Im neuen artechock-podcast spricht der Filmwissenschaftler Benjamin »Ben« Seyferth mit Rüdiger Suchsland über seinen Großvater, den großen Dokumentarfilmregisseur Marcel Ophüls und dessen Lieblingsfim, den großartigen, aber schwer zu beschaffenden Memory of Justice, der jetzt beim »Festival Max-Ophüls-Preis« in restaurierter Version aufgeführt wurde. Es geht auch um Ophüls' Blick auf das Leben, das Kino und die Geschichte; über persönliches Filmemachen und die direkte Begegnung mit den NS-Tätern.
Das neue Dings

22.01.2026

Kino München:

  • Irgendwas mit Dings
    Die Neueröffnung des Filmtheaters Sendlinger Tor als multimediale Unterhaltungslocation wirft wieder einmal Fragen zur Zukunft des Kinos auf – von Dunja Bialas

Neue Kritiken:

  • Die drei ??? – Toteninsel (D 2025)
    Rätsel, Routine, Reichweite: Zwischen Geheimbund, Vulkaninsel und bewährten Ritualen behauptet sich Tim Dünschedes Forsetzung als erstaunlich solides Jugendkino in einem Markt, der Risiko konsequent meidet – Kritik von Axel Timo Purr
  • Mercy (USA 2025)
    Jeder macht mal einen Fehler: Timur Bekmambetow gelingt ein kompakter Sci-Fi-Thriller über Schuld im Zeitalter der Algorithmen, der weniger von Zukunftsangst als von der Fragilität menschlicher Gewissheiten erzählt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Die progressiven Nostalgiker (C'était mieux demain) (F/B 2025)
    Ein Prosit auf die Frauen: Zeitreise, Rollenwechsel und der Mut zum Unsinn – Vinciane Millereau zerlegt lustvoll Patriarchat und Fortschrittsangst – von Axel Timo Purr
    Morgen war alles besser: Vinciane Millereaus Zeitreise-Komödie Die progressiven Nostalgiker – von Rüdiger Suchsland
  • Die Stimme von Hind Rajab (Sawt Hind Rajab) (TN/F/USA/GB/I/Saudi-Arabien 2025)
    Darf Moral Kunst ersetzen? Kaouther Ben Hanias Film vermischt Fiktion und Dokumentation bis zur Unkenntlichkeit – Kritik von Rüdiger Suchsland

Neue Videokritik:

  • Die Stimme von Hind Rajab
    Anne Frank in Gaza? Ben Hanias zwischen Spiel- und Dokumentarfilm-Drama angesiedelter »Gaza-Film« hat zahlreiche Preise erhalten. Und auch Stefan Rutz und Felicitas Hübner sind überzeugt, dass die Die Stimme von Hind Rajab ein sehr wichtiger und unbedingt sehenswerter Film ist.

Cinema Moralia:

  • Europa im Schatten des billigen Moralismus
    Austritt aus der Europäischen Filmakademie wegen einseitiger Israelvergessenheit, erwartbare Preise, ein gehobener Bettelbrief und der Preis der Filmkritik – von Rüdiger Suchsland
Die jüngste Tochter

15.01.2026

Filmkultur:

Cinema Moralia:

  • Als die Geschichte Pause machte
    Das Jahr 1926, Carsten Brosda, erste Berlinale-Nachrichten und die FFA – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 371. Folge – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 372. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Extrawurst (D 2025)
    Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Marcus H. Rosenmüllers will in seiner Komödie gesellschaftliche Konflikte im Mikrokosmos eines Tennisvereins verhandeln und verliert sich dabei zwischen Komödie, Kammerspiel und moralischer Überdeutlichkeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • The Housemaid – Wenn sie wüsste (USA 2025)
    Wenn Rollen zu Fallen werden: Paul Feigs Mystery-Thriller belebt den erotischen Thriller auf immer wieder bizarre Art und Weise neu – zwischen Genre-Zitat, weiblicher Selbstermächtigung und kalkulierter Vorhersehbarkeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • Madame Kika (Kika) (B 2025)
    Wohnung und Peitsche: Madame Kika zeichnet ein vielschichtiges Bild von Sexarbeit und stellt abermals die Frage, welchen Wert sie für unsere Gesellschaft hat – Kritik von Kevin Gawlik
  • Mother’s Baby (Ö/CH/D 2025)
    Die Wissenschaft, möglicherweise...: Abweichende Gefühle: Muss man Kinder wollen? Hat die Natur immer recht? Johanna Moders Mother’s Baby stellt die bürgerliche Familienideologie infrage, bedient aber auch wissenschaftsfeindliche Klischees – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Silent Friend (D/F/H 2025)
    Über allen Gipfeln ist Ruh: Ildikó Enyedis Silent Friend ist leises, präzises Kino der Aufmerksamkeit – über Zeit, Wahrnehmung und die Möglichkeit einer neuen, nicht-beherrschenden Sprache zwischen Mensch und Welt – Kritik von Axel Timo Purr
  • Smalltown Girl (D 2025)
    Ein Feld aus Widersprüchen: Ganz einfach und ganz kompliziert: Hille Nordens einmaliger Film Smalltown Girl findet eine angemessene Haltung zur Darstellung von sexueller Gewalt im Film – Kritik von Rüdiger Suchsland

Videokritik:

  • The Housemaid – Wenn sie wüsste
    Mit dem Dampfhammer: Paul Feigs Mystery-Thriller mit Sydney Sweeney und Amanda Seyfried in den Hauptrollen ist eine echte Dampfhammer-Produktion, finden Roderich Fabian und Thomas Maiwald. Mit all den Nebenwirkungen, die das mit sich bringt.

Podcast:

  • Wie redet man über sexuelle Gewalt?
    »Was meiner Hauptfigur passiert, erzähle ich aus eigenen Erfahrungen.« Im artechock-Filmgespräch spricht Rüdiger Suchsland mit der Regisseurin Hille Norden über Missbrauch, Widerstand, sexuelle Selbstbestimmung und ihren hochspannenden autobiographischen Film Smalltown Girl
1. Münchner Filmgipfel

08.01.2026

Kulturpolitik München:

  • Schaun wir mal
    Einsparungen, Mieterhöhungen, Bündnisse: Was die Münchner Kultur im Wahljahr 2026 erwartet – von Dunja Bialas

Cinema Moralia:

  • Die Zukunft, von der Heiner Müller sprach, ist unsere Gegenwart
    Auf der »Bahn der Beschleunigung«: Abschied von Béla Tarr, dem Regisseur der bösen schwarzen Klötze, vorwärts in die Katastrophe mit dem heimlichen Futuristen Heiner Müller, der auch das Kino inspirierte – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 372. Folge — von Rüdiger Suchsland

Neue Kritiken:

  • Ein einfacher Unfall (Yek tasadef sadeh) (F/L 2025)
    Was tun mit Folterknechten? Jafar Panahi stellt elementare Fragen nach Wahrheit und dem Verhältnis von Anschein und Wirklichkeit – Kritik von Rüdiger Suchsland
  • Rental Family (USA/J 2025)
    Die bessere Wahrheit: Zwischen Performance und Bedürfnis erkundet Hikari, wie Rollen zu Beziehungen werden können – und wo sie unweigerlich scheitern. Ein leiser, berührender Film über Wahrheit, Lüge und die Sehnsucht nach Verbindlichkeit – Kritik von Axel Timo Purr
  • Song Sung Blue (USA 2025)
    Von der ruhigen Radikalität der Heilung: Ein Musikfilm, der nicht vom Erfolg erzählt, sondern vom Danach: Song Sung Blue entfaltet seine politische Kraft dort, wo Heilung, Gemeinschaft und Empathie zur Praxis werden – Kritik von Axel Timo Purr

Interview:

Filmreihe:

Videokritik:

  • Song Sung Blue
    Das gute Amerika: Handelt es sich bei Craig Brewers Film über eine Neil-Diamond-Coverband – mit Kate Hudson und Hugh Jackman in den Hauptrollen, die ihre Gesangspartien selbst übernehmen – lediglich um einen großen Heuler und im besten Fall um ein „guilty pleasure“? Oder ist dieser Film dann doch mehr, fragen sich Thomas Maiwald und Axel Timo Purr und sind sich überraschend einig

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