09.01.2020
21 films

Liebe und Menschlichkeit

Toni Erdmann
Maren Ades Toni Erdmann (Foto: Komplizen Film)

Die Film­listen von Thomas Arslan, Dominik Graf, Julia von Heinz, Ulrich Köhler, Mariko Minoguchi, Asli Özge, Chris­tiane Voss, Carina Wiese - Eine überaus subjek­tive, viel­stim­mige Bilanz des Kinos der Zehner­jahre als Miniserie, Teil 1

21 Filme von Thomas Arslan, Regisseur, Berlin

Aurora, Cristi Puiu, (2010)
Drive, Nicolas Winding Refn (2011)
A Spell to Ward Off the Darkness, Ben Rivers, Ben Russell (2013)
L'inconnu du lac, Alain Guiraudie (2013)
Night Moves, Kelly Reichardt (2013)
Under the Skin, Jonathan Glazer (2013)
Boyhood, Richard Linklater (2014)
It Follows, David Robert Mitchell (2014)
L'Enlè­ve­ment De Michel Houel­le­becq, Guillaume Nicloux (2014)
Right Now, Wrong Then, Hong Sang-soo (2015)
American Honey, Andrea Arnold (2016)
Good Time, Josh Safdie, Benny Safdie (2017)
Lady Bird, Greta Gerwig (2017)
Thelma, Joachim Trier (2017)
Zama, Lucretia Martel (2017)
Burning, Lee Chang-dong (2018)
Die Nutzlosen, Fabian Püschel (2018)
High Life, Claire Denis (2018)
 Leave No Trace, Debra Granik (2018)
Once Upon a Time... in Hollywood in Hollywood, Quentin Tarantino (2019)
Years Of Construc­tion, Heinz Emigholz (2019)

+ + +

21 films von Dominik Graf

Deutsch­spra­chige Filme

- Schlaf­krank­heit 2011 – Ulrich Köhler
- Houston 2013 – Bastian Günther
- Über Barba­ros­sa­platz 2016 – Jan Bonny
- Kill me today- tomorrow I'm sick 2019 – Joachim Schröder & Tobias Streck:

NeoPolars

- The Assault 2010 – Julien Leclercq
- Mea Culpa – Im Auge des Verbre­chens 2012 – Fred Cavayé
- Point Blank- Bedrohung im Schatten 2012 – Pierre Jolivet
- Im Auge des Wolfs 2015 – Julien Leclercq
- Frédéric Schoe­n­do­erffer 2017 – Le Convoi

-> Dominik Grafs Kommentar zu: Neo Polars

Filmkunst Europa

- No Turning Back 2013 – Steven Knight

Starke Oldtimer

- Ihr werdet euch noch wundern 2012 – Alain Resnais
- Suspen­sion of Disbelief 2012 – Mike Figgis
- Ich und Du 2012– Bernardo Berto­lucci
- Every Thing Will Be Fine 2015 – Wim Wenders
- Die schönen Tage von Aranjuez 2016 – Wim Wenders:
- Dark = Director's Cut von Dyin' of the light 2017 – Paul Schrader

-> Dominik Grafs Kommentar zu: Starke Oldtimer

Filmkunst Hollywood

- The Wolf of Wall Street 2013 – Martin Scorsese
- Inter­stellar 2014 – Chris­to­pher Nolan
- Spotlight 2015 – Tom McCarthy
- The Hateful 8 2015 – Quentin Tarantino
- Love & Friendship 2016 – Whit Stillman

-> Dominik Grafs Kommentar zu: Filmkunst Hollywood

+ + +

21 Filme von Julia von Heinz, Regis­seurin, München

21 Filme, die mein Denken über Film und meine Arbeit beein­flusst haben, die für mich Maßstäbe gesetzt und starke Emotionen ausgelöst haben.

Inside Out

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Dämonen und Wunder – Dheepan

Moonlight

American Honey

Blau ist eine warme Farbe

Mommy

Roma

The Broken Circle Breakdown

In einer besseren Welt

Ida

Dicke Mädchen

Boyhood

The Square

Parasite

Youth

Toni Erdmann

Wuthering Heights

We Need to Talk About Kevin

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht

Er ist wieder da

+ + +

21 Filme von Ulrich Köhler, Regisseur, Berlin

Ich war zuhause, aber... (2019) Angela Schanelec

Present.Perfect. (2019) Shengze Zhu

Ne croyez surtout pas que je hurle (2019) Frank Beauvais

Zama (2018) Lucretia Martel

The Wild Pear Tree (2018) Nuri Bilge Ceylan

Call Me by Your Name (2017) Luca Guada­gnino

Toni Erdmann (2017) Maren Ade

Another Year (2016) Shengze Zhu

El auge del humano (2016) Eduardo Williams

Brat Dejan (2015) Bakur Bakuradse

Das offenbare Geheimnis (2015) Eva Könnemann

»P'tit Quinquin« (2014) Bruno Dumont

»História de la meva mort« (2013) Albert Serra

Spring Breakers (2012) Harmony Korine

Tabu (2012) Miguel Gomes

L'estate di Giacomo (2011) Ales­sandro Comodin

This is not a film (2011) Jafar Panahi

Le Quattro Volte (2010) Michel­an­gelo Framm­ar­tino

Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives (2010) Apichat­pong Weeras­ethakul

Kwa Heri Mandima (2010) by Robert-Jan Lacombe

Dienstag, nach Weih­nachten (2010) Radu Muntean

+ + +

21 Filme von Mariko Minoguchi, Regis­seurin, München

Ich habe versucht, einen roten Faden zu erkennen. Ich glaube, was all diese Filme gemeinsam haben, ist dass es um Liebe und Mensch­lich­keit geht. Aber wahr­schein­lich trifft dies auf 99% aller Filme zu.

2010 Von Menschen und Göttern von Xavier Beauvois

2010 Inception von Chris­to­pher Nolan

2010 Kleine wahre Lügen von Guillaume Canet

2011 Hell von Tim Fehlbaum

2011 Drive von Nicolas Winding Refn

2011 Brides­maids von Paul Feig

2011 Another Earth von Mike Cahill

2012 Der Geschmack von Rost und Knochen von Jacques Audiard

2012 Beasts of the Southern Wild von Benh Zeitlin

2012 Viel­leicht lieber morgen von Stephen Chbosky

2012 Silver Linings Playbook von David O. Russell

2012 Amour von Michael Haneke

2012 Zero Dark Thirty von Kathryn Bigelow

2013 Under the Skin von Jonathan Glazer

2013 Like Father, Like Son von Hirokazu Koreeda

2015 Victoria von Sebastian Schipper

2016 Arrival von Denis Ville­neuve

2016 Toni Erdmann von Maren Ade

2016 Your Name von Makoto Shinkai

2018 Burning von Lee Chang-dong

2018 Transit von Christian Petzold

+ + +

21 Filme von Asli Özge, Regis­seurin, Berlin

Der Fremde am See, Alain Guiraudie, 2013

Hannah, Andrea Pallaoro, 2017

Sier­ane­vada, Cristi Puiu 2017

Play – nur ein Spiel?, Ruben Östlund, 2011

Jenseits der Hügel, Cristian Mungiu, 2012

Porträt einer jungen Frau in Flammen, Céline Sciamma, 2019

Western, Valeska Grie­se­bach, 2017

Winter­schlaf, Nuri Bilge Ceylan, 2014

The Guilty, Gustav Möller, 2018

Nach dem Urteil, Xavier Legrand, 2017

Aurora, Cristi Puiu 2010

Amour Fou, Jessica Hausner, 2014

Zwei Tage, eine Nacht, Dardanne Brothers, 2014

Sparrows, Rúnar Rúnarsson, 2015

Deva, Petra Szöcs, 2018

Glücklich wie Lazzaro, Alice Rohr­wa­cher, 2018

Elena, Andrey Zvyag­intsev, 2011

Burning, Lee Chang-dong, 2018

Oslo, 31. August, Joachim Trier, 2011

We Need to Talk About Kevin, Lynne Ramsay 2011

Der Schatz, Corneliu Porumboiu, 2015

+ + +

21 Filme von Chris­tiane Voss; Philo­so­phin, Profes­sorin für Medi­en­phi­lo­so­phie/Philo­so­phie audio­vi­su­eller Medien; Weimar

Tendenz 2018/19: es schien mit da zu mehr filmi­scher Darstel­lung »starker Frauen« zu kommen und zur Berück­sich­ti­gung weib­li­cher Perspek­tiven und Frau­en­ver­bünde, die zwischen Erotik, Macht und Konkur­renz chan­gieren – so etwa in Porträt einer jungen Frau in Flammen, Maria Stuart, Königin von Schott­land, The Favourite, aber auch System­sprenger – großes Kino, da kine­ma­to­gra­phi­sche Bilder trotz Sozi­al­kri­tik­bezug.

Top Komöde 2019: Die Wache, von Dupieux – endlich mal wieder intel­li­gentes Lachkino, das nicht in der Ironie­falle hängen bleibt.

2018: Die Unglaub­li­chen 2 – Super Fabel über Ressen­ti­ment und dessen humorvoll-sportlich-soilda­ri­sche Über­win­dung – ein Stück über moderne Tugenden, mit nur einem Minus­punkt: blöde Fami­li­en­ideo­logie nach ameri­ka­ni­schem Vorbild.

2017: The Square, neue Gesichter, gute Kunst­markt­par­odie und dennoch rührend-drama­ti­sche Szenen aus dem inter­kul­tu­rellen und klas­sen­dif­fe­renten Normal­schla­massel und Der seidene Faden – hervor­ra­gende Hommage ans Doub­le­bind und filmische Ober­flächen.

2016: Toni Erdmann, wurde alles Gute schon drüber gesagt.

2015: Victoria, der ein zwar schon exis­tie­rendes, aber doch kino­be­zo­genes Expe­ri­ment toll und eigen­sinnig nochmal für die Kino­ge­gen­wart erneuert und dabei doch eine gute Geschichte erzählt bekommt.

2014: Her, stellt sie Wich­tig­keit des Hörens und Akus­ti­schen im und fürs Kino heraus und konstru­iert über­zeu­gend, wie Mensch-Maschine-Verbin­dungen emotional gelingen können, trotz des Unhappy Ends. Witzige Kostüme und Ausstat­tung, die so etwas wie einen halben Zeit­sprung in eine bereits daseiende Zukunft vermit­teln.

2013: Der Geschmack von Rost und Knochen, atem­be­rau­bend tough und klar insze­nierte Grenz­lagen eines Alltags, der keiner wird.

2012: Life of Pi, absolut spannend und eine großar­tige Spielerei mit Fantasie und Fiktion im und des Films.

2011: Drive – tolles Schau­spiel, guter Umgang mit Stille und plötz­liche Umschläge in Gewalt.

2010: Black Swan, einfach satt und hübsch und drama­tisch und toll gespielt. Gute Konven­ti­ons­ware.

+ + +

21 Filme von Carina Wiese, Schau­spie­lerin, Berlin

Doku­men­tar­filme:

Grenz­ge­biet

5 Sterne

Raising Resis­tance

Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats

Familie Brasch

Master of the Universe

Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern

Über Leben in Demmin

Von Caligari zu Hitler

Spiel­filme:

Vor der Morgen­röte

Nur eine Frau

Lou

Tiger Girl

Styx

Licht

Sommer­häuser

24 Wochen

Jack

Oh Boy

Victoria

Amour

Für das nächste Kino­jahr­zehnt wünsche ich mir: Filme, in denen die Zeit­ebenen und Reali­täten verschwimmen. Ahnen, Genera­tionen, Inkar­na­tionen, Orte usw. sind thema­tisch verbunden. Nicht­li­neare Erzähl­formen.

Was kommt: Afri­ka­ni­sche Filme hoffent­lich.(ich meine richtige, von dort, mit deren Geld und Sicht­weise)

top

Das Projekt »21 films«: Das war so ein Einfall, beim Bier mit einer Freundin, etwas verrückt. Freunde und gute Bekannte wurden gefragt, ihre liebsten 21 Filme zu nennen, ohne Anspruch auf Voll­zäh­lig­keit, viele Münchner sind darunter, was es zusätz­lich »artecho­ckig« macht.