Wir feiern 30 Jahre artechock! |
![]() |
|
| Der brandneue artechock-Trailer! | ||
| (Foto: artechock) | ||
Von Redaktion
Kaum zu glauben: Seit 30 Jahren kümmern wir uns um den guten Film und das Kinoprogramm in München. Das gibt Anlass für ein artechock-Special aus Erinnerungs-Podcast und Retro-Texten. Alles, was Ihr schon immer über artechock wissen wolltet!
Hier versammeln wir aus den Anfängen von artechock das rege Presseecho, das die Gründung eines Filmmagazins, das ausschließlich im Internet existierte, hervorrief. Es war 1996! Kaum einer hatte eine E-Mail-Adresse! Nur »ein paar Tausend Münchner«, wie ein Leser im damals existierenden artechock-Forum schreibt, hatte Internet. Man wählte sich damals über ein sogenanntes Modem ein. Das machte zunächst Wahlgeräusche wie bei einem Festnetztelefon, die sich zu sphärischen Klängen steigerten. Kein Zweifel, man war im Cyberspace angekommen. Das war maximal extraterrestrisch!
21.03.1996 Stephan Hermelink (Mitbegründer): Nachdem jetzt schon zahlreiche Internet-Besucher hier waren, aber immer noch keiner ein Thema eingegeben hat, müssen wir zur Selbsthilfe greifen: ARE YOU GETTING SHY? Ich gebe ja zu, es ist auch nicht ganz einfach, mit einem interaktiven Medium umzugehen – viele werden sagen »jetzt lassen die sich schon ihre Zeitung von uns schreiben!« Doch darum geht es ja gerade: Hier könnt Ihr mitmachen, Meinungen und Wünsche äußern – oder seid Ihr gar wunschlos? Falls Euch gar nichts einfällt, könnt Ihr ja auch Eure Meinung zum Start von Artechock hier loswerden. Wir haben uns einige Mühe damit gemacht zu erraten, was der Münchner Kinogänger so alles brauchen könnte. Was fehlt noch?
Elmar Bartel: Ja, ganz einfach, das Feld, wo ich was reinschreiben konnte. Jetzt kann ich das ja tun: Auf den ersten Blick ein prima gemachtes Magazin. Hoffentlich koennt Ihr das aufrechterhalten. Am Anfang bringt jeder eine Menge Enthusiasmus mit, aber spaeter kann sich das dramatisch aendern. Oder wollt Ihr jemand bezahlen? Momentan ist ja noch nirgends Werbung drin, aber das muss dann ja mal sein – wann wollt Ihr das aendern? Wir werden’s ja sehen …
Stephan: Wie Du siehst, lieber Elmar, sind wir wirklich noch etwas beim Experimentieren … Was den Enthusiasmus angeht, so gibt’s den gottseidank jederzeit ausreichend, obwohl es jede Menge Arbeit bedeutet. Das Netz ist groß und unsere Mitarbeiter koennen ja überall auf der Welt sitzen. Es ist faszinierend, wieviel »selbstloser« goodwill und Einsatz sich dort aktivieren läßt, wo man etwas aus Lust und Laune tut. Schließlich soll es sogar Leute geben, die im Fitnesscenter Geld dafür ausgeben, Gewichte tragen zu dürfen … Alles nur eine Frage des Standpunktes. Mir gefällt das.
27.03.1996
Frank: Hallo, Ihr lieben Leute von Artechock, es ist schon bewundernswert, wieviel Arbeit Ihr Euch macht, um die wenigen Tausend Münchner mit einem Internet-Anschluß zu bedienen – Ihr macht es nämlich wirklich professionell. Hoffentlich bleibt es so, ich bin nämlich ein regelmäßiger Nutzer Eures Services und werde jede Veränderung genau beobachten.06.04.1996
VW-Käfer: Liebes Artechock-Team, immer öfter nutze ich Euren Online-Service, anfangs nur zur Info, jetzt auch zum Zeitvertreib. Und das nicht ohne Grund, denn es tut sich was bei Euch. Es ist erfrischend, Eure Seiten zu lesen. Ich finde es toll, was Ihr da aufgebaut habt und hoffe, dass Ihr Euren eigenen Geist und Stil beibehalten und auf Dauer durchhalten könnt.27.04.96
rogl: Hallo Arrrtechock-Team … grad zum ersten Mal Eure Seiten visualisiert … und – oh staunmitdemmundweitoffen – sollte es in der effekthaschenden, informationslosen WÄB-Landschaft ein intelligentes Magazin geben? Tatsächlich! Ist ja eine Menge Arbeit, sowas auf die Beine zu stellen, Applauz! 8^} Bin zwar nur ein einfacher Kinogänger, haben mich Eure frischen Seiten doch gleich um ne satte halbe Stunde unverdienten Schlaf gebracht … ein goldenes Kopfkissen damit an die Redaktion. Die Seite, die merk ich mir …
Gründungsmitglieder: Stephan Hermelink, Max Herrmann, Christian Rechmann, Rainer Schmitzberger, Fiona Seidler, Rüdiger Suchsland, Nicole Wallraff, Thomas Willmann
Kino im Internet Artechock, so heißt das Magazin, wurde vor etwa zweieinhalb Jahren von Studenten und Berufstätigen gegründet. Die 14 Mitarbeiter verbindet eine Leidenschaft zum Film und allem, was damit zu tun hat. Sie kommen aus den verschiedensten Bereichen – vom Journalisten bis zum Filmvorführer ist alles dabei – und haben deshalb natürlich unterschiedliche Schwerpunkte. Aber ihr Ziel ist klar: Film als festen Bestandteil von Kunst und Kultur ernst zu nehmen und ihm mehr Gewicht zu verleihen. Ihrer Meinung nach sollte seine wichtige Stellung innerhalb der Popkultur und auch außerhalb nicht unterschätzt werden. Außerdem halten sie die Trennung von O-Kultur und U- bzw. Trash-Kultur für veraltet und Blödsinn.
Die Autoren sind mit soviel Überzeugung und Idealismus bei der Sache, daß sie alle ehrenamtlich arbeiten. Wie jedem klar sein dürfte, gibt es kaum ein Sponsoring, das unabhängige Inhalte hervorbringt. Um sich die Unabhängigkeit zu bewahren, haben sie kein Geld. Eine Privatperson zahlt die Providerkosten, die Räume und das nötige Equipment stellt das Medienforum der Stadt München zur Verfügung.
Münchner Filmzentrum goes online. Kooperation mit Artechock. Münchner Kinomagazin im Internet
(…) Deshalb haben sich die beiden Institutionen zu einer engen Zusammenarbeit auf nichtkommerzieller, gemeinnütziger Basis entschlossen. Schnelle, ausführliche Kino-Informationen und lebendige Diskussionen speziell über das Programm des MFZ im Filmmuseum, über sämtliche Münchner Kinos und alle aktuellen Filmthemen sind das gemeinsame Ziel – in München und Umland, per Internet aber auch weltweit. Kommen Sie und erleben Sie in Großprojektion das MFZ und Artechock.
Kinotips gibt es auch im Internet Das Internet ist weit. Und glücklicherweise nicht nur voller Müll. Dafür sorgt beispielsweise das Projekt Artechock. Dessen 20 Mitarbeiter produzieren seit einem Jahr das gleichnamige Münchner Kinomagazin im Internet. Es sind ein Wochenprogramm der Münchner Lichtspielhäuser, Informationen über aktuelle Filme und deren Darsteller, von den Mitarbeitern erstellte Kritiken, ein Diskussionsforum und eine direkte Verbindung zur »Internet Movie Database«, jenem riesigen Archiv zu Kino und Film, geboten.
kino im netz (…) Besonders gelungen sind die Seiten von www.artechock.de. Das Kinomagazin listet die Münchner Kinos, aktuelle Filme und Vorstellungszeiten auf. Dazu gibt es redaktionell gut aufbereitete Inhaltsangaben und Links zu Stars und Sternchen der Filmszene. Gleichzeitig kann man sich Pressemeldungen und Kritiken zu Filmen anschauen.
Wöchentliche Filmtipps der Redaktion.
Kunst, leider brotlos – Das Internet-Magazin »Artechock« stellt sein Erscheinen ein
Am Anfang war es vor allem die Aufbruchstimmung, von der das Münchner Online-Kunstmagazin Artechock getragen wurde. Damals, 1997, hatten viele Museen und Ausstellungsräume einfach noch keine Homepage. (…) Jeden Montag traf sich eine Handvoll Kunstgeschichte-Stundenten im Medienforum im Literaturhaus, um neue Termine, Tipps und Ausstellungskritiken ins Netz zu stellen. Eine Zeit lang tippten sie auch das Ausstellungsprogramm für den Internetauftritt der Stadt. (…) Vom Kunstmagazin bleibt im Netz nur noch das Archiv. Und eine Lücke, die schon lange beklagt wird: Noch immer gibt es in München kein ernst zu nehmendes Kunstmagazin – auch offline nicht.
Film läuft weiter
»Artechock« bleibt im Netz
Das Münchner Internet-Kunstmagazin »Artechock« wird zwar eingestellt, das gleichnamige, sehr erfolgreiche Film-Magazin bleibt jedoch weiterhin im Netz. Dies teilte nun die Filmredaktion von »Artechock« mit. Das Internetangebot für Filmfreunde und Cineasten habe in Spitzenzeiten bis zu einer Million Seitenzugriffe; das bedeute umgerechnet bis zu 100.000 Nutzer.
Die monatliche Matineenreihe von artechock zeigte an 26 Sonntagen Filme im Arena-Kino, die in Deutschland noch keinen Verleih gefunden hatten. Darunter: Nacktschnecken (R: Michael Glawogger), Hotel (Jessica Hausner), Profil Paysan: Le quotidien (Raymond Depardon), Der rote Rausch (Wolfgang Schleif), Manzan Beigaki (Shinsuke Ogawa und Peng Xiaolian)
Das Ende der BMW Group als Sponsor von Filmveranstaltungen brachte das Aus der Filmreihe.
»Eine Reise in die erstaunliche Artenvielfalt des Kinobiotops. Lernen Sie schrittweise Ihre zukünftigen Sitznachbarn anhand von artechocks kleinem Bestiarium verlässlich zu bestimmen!«
artechock erhält einen Zuschuss für »Werbemaßnahmen für die Münchner Kinos« durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Portraitierte Kinos: Monopol, Cinema, Arena (2x), Maxim (2x), Theatiner, Kuchenreuther-Kinos, Filmtheater Sendlinger Tor, Filmmuseum München, Cincinnati, Rio Filmpalast, Eldorado, Neues Rex (2x), Werkstattkino, Gabriel Filmtheater (3x), Astor Filmlounge im Arri, Museum Lichtspiele, Studio Isabella
Außerdem portraitieren wir die Kino-Betreiber Markus Eisele und Christian Pfeil, Bastian Hauser und Claire Schleeger, Michael Hehl und Daniela Bergauer.
Wir berichten über die
Kinoprogrammpreise, den Starter Filmpreis und den Münchner Filmgipfel.
Die artechock-Kinder und die Kinderreporter des JFF/Medienzentrum München verfassen Kinderkritiken. Der Kinderfilm ist seitdem ein wichtiges Thema für artechock.
Nur von kurzer Dauer war das Bemühen von artechock, Veranstaltungen im analogen Raum abzuhalten. Unvergessen die »Anhörung« von Pico Be zu Apichatpong Weerasethakul
Wöchentliche Kurzbesprechungen aktueller Kinostarts im Videokanal.
In besonderen Fällen berichten wir über Theateraufführungen, Ausstellungen und das Kaffeehaussterben. Voraussetzung: Es muss mit Film und Kino zu tun haben.
Monatlich sprechen wir in entspannter Runde über ein Thema. Mal sind wir mehr als vier, mal weniger, manchmal tatsächlich ein Quartett. Specials gibt es zur Berlinale, zum DOK.fest München und zum Filmfest München.
Gemeinsam hat die artechock-Redaktion das Konzept ersonnen. Der Trailer ist eine Hommage an Luis Buñuels Der andalusische Hund und das artechock-Auge. Umgesetzt haben sie Nora Moschüring, Paula Ruppert (Kauf und Animation der Artischocke) und Philipp Thurmaier (Montage). Die Musik komponierte Jascha Nakladal.