25.05.2019
72. Filmfestspiele Cannes 2019

Cannes On Speed 10: The Gangster, the Cop, the Devil

The Gangster, the Cop, the Devil von Lee Won-tae
The Gangster, the Cop, the Devil von Lee Won-tae
(Foto: Splendid Film)

Simultanistische Filmkritik: The Gangster, the Cop, the Devil von Lee Won-tae

Von Rüdiger Suchsland

Ziemlich spät im Cannes-Programm, aber immerhin, gab es dann auch noch den jähr­li­chen korea­ni­schen Action­reißer, der außer Konkur­renz, aber im offi­zi­ellen Programm gezeigt wurde: The Gangster, the Cop, the Devil von Lee Won-tae.

Der besitzt erstmal alle Üblich­keiten solcher Filme – die Story aber ist in jedem Fall unge­wöhn­lich, und basiert angeblich auf wahren Ereig­nissen des Jahres 2005: Ein Polizist und ein Gangster, jeder von ihnen im Konflikt mit dem jeweils eigenen System, jagen zusammen einen ziemlich wahn­sin­nigen Seri­en­mörder: »Two bad guys chasing the worst«.

Wenn der reale Fall so gewesen sein sollte, dann ist das toll. Ein Hauch von M – Eine Stadt sucht einen Mörder in Korea. Davon abgesehen ist dies ein Film, den man gut weggucken kann, auch mit den ermüdeten Augen und vor allem dem erschlafften Geist des letzten Festival-Drittels. Ein Genre-Film auf über­durch­schnitt­li­chem Niveau, mit ganz gut geschrie­benen Dialogen und charis­ma­ti­schen Darstel­lern. Bemer­kens­wert ist die Messer-Lastig­keit der Zwei­kämpfe – Pistolen kommen Film so gut wie gar nicht zum Einsatz. Auffällig waren auch die alten Mobil-Telefone, die das Setting im Jahr 2005 beglau­bigen sollen.
So ist dieser Film ein folgen­loses, aber nicht über­flüs­siges Vergnügen.