15.09.2011
68. Filmfestspiele von Venedig 2011

Wenn schöne Frauen häßliche Dinge tun

Mildred Pierce
Ästhetizismus auf die Spitze getrieben: Mildred Pierce

Dolce Vita, Böse Töchter, böse Mütter, Vampire und Russenschlampen

Von Rüdiger Suchsland

Ja enedig, 8.9.2011, neunter Tag – Pres­se­kon­fe­renz mit William Friedkin zu seinem Film Killer Joe: Wie ein stand-up-comedien plauderte der 76-jährige in einem fort, setzte eine Anekdote und Pointe an die nächste. Sein Film, eine »twisted love story«, handle eigent­lich von einem Aschen­puttel, das nach »prince charming« sucht. »She finds him. But he happens to be a hired killer.« So gehe es doch allen. Oft genug verwandle sich der geliebte Mensch in ein Ungeheuer: »This is true. I've been married four times! It’s not something I’m proud of. I was looking for Cinde­r­ella and instead I've found hired killers« Nur seine zweite Frau, Jeanne Moreau, sei eine Ausnahme gewesen: »a wonderful woman and actress. What the hell she was doing with me I have no idea.«

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Auch im Interview ging es später so weiter. Für French Connec­tion so Friedkin, hatte er seiner­zeit eine Million Dollar. Für die Haupt­rolle, habe er unbedingt Steve McQueen casten wollen. »Du hast ihn«, hätten ihm die Produ­zenten gesagt. »Aber dann hast Du keinen Film mehr, denn es bleibt kein Geld übrig.« Zu Gene Hackman hätten ihn die Produ­zenten gezwungen: Ein lang­wei­liger Ex-Soldat, dem man erst das Schau­spielen beibringen musste.

Als ich ihn fragte, wo denn für ihn in diesem Film die Grenze zwischen Ironie und Zynismus liege, gab es ein Lob: »This is an excellent, outstan­ding question! But I've no idea. I love irony but I love cynicism as well.« Oder war er da nur ironisch?

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Rake­ten­träume und die Gesichter von Jungen, die in den Himmel blicken, in denen Aufbruch und Hoffnung geschrieben steht, manchmal auch Angst. Sie sind die bekann­testen deutschen Künstler im Programm der Film­fest­spiele in Venedig: Seit Jahren arbeiten Christoph Girardet und Matthias Müller zusammen, und haben ihren ganz eigenen Stil entwi­ckelt. Ein Bewusst­seins­strom aus bewegten Bildern, kurzen Szenen, die sie zumeist in klas­si­schen Holly­wood­filmen finden und zu neuen eigenen Erzäh­lungen montieren, die frei­setzen, was in den Filmen verborgen ist. In diesem Fall sind es Science-Fiction-Filme aus den Jahren 1933 bis 1969, dem Jahr der Mond­lan­dung. So sieht man Astro­nauten im Weltraum und auf fremden Planeten, Raum­schiffe in Tech­ni­color, und Himmels­körper, die zusam­men­stoßen. Dazu hört man eine Arie von Puccini: Metéor heißt dieser nur vier­telstün­dige faszi­nie­rend gehreim­nis­volle, und sehr schöne Film im Programm von Venedig, einer von drei deutschen Beiträgen in diesem Jahr.

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Es gibt so viele Filme, von denen wir noch erzählen müssen. Zum Beispiel der grie­chi­sche Wett­be­werbs­bei­trag Alpeis von Yorgos Lanthimos. Der hatte bereits 2009 mit dem überaus bizarren Dogtooth von sich reden gemacht, der in Cannes in Un certain regard lief. Man wusste also, dass man mit blutigen Zumu­tungen zu rechnen haben würde, mit einer Art Kunst­s­platter, einen Film, den alle hassen würden, wäre es nicht in die neuen Kleider der Arty-Farty-Fraktion gehüllt. In der frag­men­ta­risch gefilmten und erzählten Story geht es um eine künst­liche Familie, eine Art Ersatz für die echten der Personen, die nach ihren eigenen Regeln struk­tu­riert ist. Die Namen etwa werden nach Alpen­gip­feln gewählt. der Chef heißt »Mont Blanc«. So ist denn, wenn schon nichts sonst, immerhin der Titel erklärt. Eine Frau bricht die Regeln und wird brutal bestraft. Das alles erinnerte einen Kollegen an die RAF, die Regel­bre­cherin wäre dann Ulrike Meinhof.

Im Gegensatz zu Phillipe Garrel ist dies genau die Art Kunstkino, auf das sich die Mehrheit noch einigen kann. Ein Film, der toll ist, weil er so herme­tisch ist. Man steht vor dem, Kino und sagt »Hä, was war das denn?« Dann muss es wohl gut gewesen sein. Wem das anders ging, konnte sich nur in Kalauer flüchten: »Give Greece a chance« und »Wenn sieche Griechen kriechen.«

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Oder natürlich Wuthering Heights, über den man eigent­lich noch viel ausführ­li­cher schreiben müsste. Den Lite­ra­tur­klas­siker, der bei uns als Sturmhöhe bekannt ist, hat Andrea Arnold verfilmt. Zuvor gab es bereits zwei berühmte Kino­fas­sungen: William Wylers Holly­wood­klas­siker von 1939 mit Laurence Olivier und eine verges­sene von Luis Bunuel. Im Wesent­li­chen hält sich Arnold genau an die Vorlage von Emily Brontë (1818-1848), die in ihrem einzigen Roman schick­sals­schwer von zwei Familien aus Yorkshire und deren über mehrere Jahr­zehnte um das Jahr 1800 wech­sel­seitig verschränkten Leiden­schaften erzählt – mit einer signi­fi­kanten Änderung: Heath­cliff, das Findel­kind das eine der Familien aufnimmt und das als Außen­seiter zur Haut­person des Buches wird, wird von einem Farbigen gespielt – ein Einfall, der alles verändert. Auf den ersten Blick überzeugt er, denkt man länger nach, ist die Idee aber viel­leicht doch nicht so gut. Ansonsten ist dies ein Kostüm­film ohne Glamour, voller Dreck und Matsch, also sehr authen­tisch, aber nichts für roman­ti­sche Träume.

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Ein völlig anderes Tempe­ra­ment ist der Japaner Soni Sion (Love Exposure). In Himizu erzählt er – auffühlen, grell, am Rande des Wahnsinns, von einem Teenager, der in den Wochen nach dem Erdbeben vom 11. März ohne Mutter und mit alko­hol­ab­hän­gigem, gewalt­tä­tigen Vater überleben muss. Der Film entstand in wenigen Monaten, Regisseur Sion änderte das Drehbuch nach der Kata­strophe. So sieht man eine opernhaft-pathe­ti­sche, hoch­ro­man­ti­sche Liebes­ge­schichte – doch am meisten im Gedächtnis bleiben die Bilder der verwüs­teten japa­ni­schen Land­schaft und Städte, in der sie spielt.

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Aus Deutsch­land kommen immer wieder Fragen nach »dem Loch«. Gemeint ist damit der Ort, wo eigent­lich seit diesem Jahr der neue Festi­val­pa­last stehen sollte. Der soll dafür sorgen, dass endlich genug Platz da wäre, um parallel zum Festival auch einen richtigen Markt zu veran­stalten und sich damit innerhalb der Festi­valland­schaft wieder klar von der Konkur­renz Toronto abzu­setzen. Geplant war der Palast schon seit vielen Jahren. Aber vor drei Jahren schien er tatsäch­lich Realität zu werden. Tatmensch Marco Müller hatte nicht nur ein Modell und diverse Baupläne präsen­tiert, es wurden auch fast alle Bäume auf dem schönen Gelände vor dem Casino gefällt, die über Jahr­zehnte ein ort der erholung am Lido gewesen waren. Im nächsten Jahr war dann auch noch jene Stein­treppe vor dem Casino verschwunden, auf der sich immer die Festi­val­gäste in der Sonne geräckelt hatten. Vor ein paar Tagen erst hatte Viennale-Chef Hans Hurch erzählt, wie er in den frühen siebziger Jahren zum ersten Mal nach Venedig gekommen war, und sich auf der Treppe mit Pasolini und anderen Stars des Autoren­kinos unter­halten konnte. Tempi passati in jeder Hinsicht – trotzdem zeigt das Beispiel der Pasolini-Treppe, dass der Mostra unter Festi­val­leiter Marco Müller nicht nur der Sinn fürs dolce vita und das schöne Drumherum eines Festivals abhanden kommt, sondern auch der Respekt vor Tradi­tionen und die Fähigkeit zu ihrer Pflege. Müller hat aus dem Festival eine Maschine gemacht. Wenn die wenigsten funk­tio­nieren würde, könnte man sagen, es habe ja seine Vorteile. So aber hat man hier ein Festival, das im Konkreten für die, die hier arbeiten, Filme gucken oder präsen­tieren wollen, viele Probleme aufwirft, und zugleich mehr und mehr seinen Charme verliert.

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Dazu gehört das Loch. Das Loch wurde aufge­rissen und steht da nun, so groß wie drei Fußball­felder, in der Mitte des Lido. Abgezäunt und einge­mauert – ein Ground Zero am Lido. Um den Zaun hat man eine Plas­tik­plane gelegt, dass keiner ins häßliche Loch gucken kann. Irgend­je­mand riß sie neulich auf voller Länge ab. Inzwi­schen wurde die Plane erneuert. Schon letztes Jahr wusste jeder, dass der Palast nie gebaut werden würde. Inzwi­schen ist es offiziell. Warum? Angeblich hat man in der Erde Asbest gefunden. Darüber, warum das ein Hindernis sein soll, muss man nicht nach­denken, denn die Spatzen am Lido pfeifen von den Dächern, dass das sowieso nur ein Vorwand ist. Tatsäch­lich ging den Verant­wort­li­chen wohl das Geld aus, oder es gab nie genug für den von Anfang an völlig größen­wahn­sinnig über­di­men­sio­nierten Plan. Wenn wir Glück haben, schüttet man das Loch jetzt endlich zu, und stellt auf die freie Fläche ein paar Sponsoren-Lancias, mit Pech steht das Loch noch unver­än­dert über Jahre.

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Auch wenn hier manche manchmal einen anderen Eindruck haben: Wir mögen die Italiener. Nicht unbedingt deren zeit­genös­si­sche Filme, aber auch da gibt es Ausnahmen. Zu denen gehört das Film­kol­lektiv »zapruder«, die hier in der Orizzonti-Sektion gleich drei kürzere Werke zeigte. Im Anschluss gab es eine der nettesten Partys der eher party­armen Mostra: Im Orizzonti-Club im Erdge­schoß des Casinos. Die Zapruder-Leute hatten fürs Buffet selbst­ge­machte Salami, Käse, Wein und anderes aus ihrer Region (bei Rimini) mitge­bracht.

Auch sie haben zum Loch am Lido eine Meinung: »Es reprä­sen­tiert die kultu­relle Situation in einem Italien, das keinerlei Sinn für seine Kunst­schätze und deren Erhaltung hat, und keinerlei Geld für die Gegen­warts­kunst. Kunst wird im Berlus­coni-Land nicht mehr gewollt. Daher ist dieses Loch ein Denkmal für den Zustand der italie­ni­schen Kultur. Man muss das nur ansehen, dann versteht man alles.«

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Das Essen sei ja hier sicher sehr gut, wurde per Mail vermutet. So kann man das leider nicht sagen. Dagegen, dass wir hier wahn­sinnig gut essen würden, spricht nicht nur, dass alles hier auf dem Lido wahn­sinnig teuer ist. Wenn man sich denn mal entschließt, »anständig« essen zu gehen, oder was man dafür hält, schmeckt es leider meistens schlechter, als bei jedem Italiener in Deutsch­land. Und wohl jeder, der schon einmal hier war, weiß: So wunder­schön Venedig auch ist, Venedig ist auch ein Ort, der von den Touristen verdorben wurde.

Gegen gutes Essen spricht aller­dings auch das voll­ge­packte Programm – ich habe hier jeden Tag mindes­tens drei Filme gesehen, an manchen Tagen auch fünf, Kurzfilme nicht mitge­rechnet. Man besucht die Pres­se­kon­fe­renzen, macht ein paar Inter­views, und braucht nicht zuletzt ja auch Zeit, um über die Filme zu schreiben. Das geht manchmal erst nach 23 Uhr, und dabei isst man dann eine Focaccia mit Käse und Ruccola oder etwas ähnliches, oft das erste nach dem Morgen, und trinkt sein erstes Bier. Erst nach zehn Jahren habe ich an den letzten Tagen einen kleinen »alimen­tari« unweit der Festi­val­zone, also in Fahr­rad­nähe, entdeckt, wo man nicht nur gut und sehr sympa­thisch bedient wird. Der Laden wartet auch mit einer Riesen­aus­wahl aus Schinken, Wurst und Käse auf, die einem dann zu halbwegs moderatem Preis – 3 Euro – mit Brot zube­reitet werden.

Schreiben tut unsereins, von kurzen Notizen mal abgesehen, außer im Pres­se­raum und Orizzonti-Club nur im Maleti. Diese Bar an der Haupt­straße des Lido wurde schon vor Jahren zum Stamm­platz vieler europäi­scher Kritiker. Außer den Deutschen gibt des hier besonders viele Öster­rei­cher, Spanier und Schweden.

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Venedig, 9.9.2011, zehnter Tag – Erst am vorletzten Tag gingen wir wirklich gut essen: In der formi­da­blen Trattoria Favorita, einem der besten Restau­rants vom Lido. Am Neben­tisch saß André Téchiné, am anderen eine chine­si­sche Film-Gruppe, etwas weiter eine Dame, die unsere geschwächten Augen dann zunächst für Keira Knightley hielten, auch weil sie nun wirklich extrem mager­süchtig war. Bei genauerm Hinsehen aber nicht nur magerer, sondern häßlicher. Arran­giert hatte das alles Ugo, der Patron jener Gruppe von Italie­nern, die auch immer im Maleti sitzen. Guiseppe Rapido durfte aber mit und ich auch, sowie Luis Minaro, Produzent aus Barcelona, der unter anderem am letzt­jäh­rigen Cannes-Sieger Uncle Boonmee... beteiligt war. Geredet wurde, weil kaum einer der Italiener Englisch konnte, durch­ein­ander auf Italie­nisch, Fran­zö­sisch und Spanisch. Und das Essen war großartig: Nur Fisch, erst ein roher Fisch­salat, dann eine Mischung aus Krebsen, Muscheln, Krabben und anderem, dann Spaghetti mit Krebs­souce, dann Frittura Mista, dann eine »Espana«, also Scho­ko­l­den­va­nille-Torte, die wie Luis erzählte, in Portugal »castellan« heißt – so kann man hier also auch essen.

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Am Tag vor der Preis­ver­lei­hung blüht die Speku­la­ti­ons­blase: In einem starken Wett­be­werb, dem aller­dings die klaren Höhe­punkte ebenso fehlten wie die heraus­ste­chenden Filme, ebenso wie der Vari­an­ten­reichtum, der Venedig sonst auszeichnet, gibt es keinen klaren Favorit. Die Filme sind einander meist zu ähnlich. Genre fehlten fast völlig, die Hardcore-Kunst war nicht gut genug. Was nun?

Viele, ich auch, sind der Ansicht, dass man von Jury­prä­si­dent Darren Aronofsky nicht viel erwarten darf, dass er eher ein Depp ist. Ich halte ihn auch für miss­günstig und würde mich daher wundern, wenn direkte Konkur­renten Steve McQuuen oder Andrea Arnold den Haupt­preis bekämen. Aber nicht immer entscheidet der Präsident. Und viel­leicht bekehrt uns die Jury am Samstag-Abend eines Besseren. Im Festival-Daily führen Shame und Faust vor Polanski und den üblichen Italie­nern.

Würde ich allein den Löwen vergeben, dann ginge er an den chine­si­schen Über­ra­schungs­film. Oder an Friedkin. Alfredson bekäme den Regie­preis. Garell bekäme etwas, Sono Sion, Evan Rachel Moore oder die Haupt­dar­stel­lerin von Anne Huis Film den weib­li­chen Schau­spiel­preis, Fass­bender den männ­li­chen.

Grund­sätz­lich gelang Venedig auch diesmal, was ein Festival dieser Dimension leisten soll: Es muss Raum bieten, ein Forum schaffen, provo­zieren, die Aufmerk­sam­keit auf das Margi­na­li­sierte lenken, auf die Filme, die sich keinen Riesen­mar­ke­ting­etat leisten können.

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Auch Jungen spielen, selbst wenn sie es nicht zugeben, manchmal gern mit Puppen. Dazu müssen diese Puppen gar nicht mal aus Fleisch und Blut sein, und die Jungen nicht schwul. Mitunter hilft beides aber schon, zumal, wenn man einen Film dreht. Und so tut man dem Ameri­kaner Todd Haynes nicht wirklich Unrecht, wenn man konsta­tiert, dass sein neuestes Werk immer wieder minu­ten­lang den Eindruck erweckt, als habe sich der Regisseur ein großes Puppen­haus im Stil der ameri­ka­ni­schen Post­de­pres­si­onsära zusam­men­ge­bas­telt und einen Großteil seiner künst­le­ri­schen Energie auf dessen detail­lierte Ausstat­tung inves­tiert. Mildred Pierce, der bei den Film­fest­spielen von Venedig außerhalb des Wett­be­werbs gezeigt wurde, fügt sich in eine auffäl­lige große Menge von Filmen in- wie außerhalb des Wett­be­werbs am Lido, in denen das Set-Design inklusive der Kostüm­ab­tei­lung sich gewis­ser­maßen verselb­stän­digen, ins Zentrum treten und Regie- wie Darstel­ler­leis­tungen womöglich gar in den Schatten stellen.

Letzteres gilt bei Mildred Pierce aller­dings nicht, dafür sorgen schon Kate Winslet und Evan Rachel Moore. Weil das Ganze aber genau­ge­nommen gar kein Kinofilm ist, sondern ein für HBO produ­zierter edler Fern­seh­fünf­teiler, hat der Zuschauer genug Zeit, den Blick (Kamera: Ed Lachman) von deren perfekt geschminkten Gesich­tern über ihre Frisuren, bunt­ge­tupfte Tüll­kos­tüme, das Dekors der Wohnungen – rosa Wasch­be­cken im schwarz­grün geka­chelten Bad! – alte Limou­sinen, großartig rekon­stru­ierte Los-Angeles-Straßen­züge und Heere von Statisten gleiten zu lassen. Haynes, der mit Velvet Goldmine, Far From Heaven und I’m Not There in den letzten 15 Jahren nur noch Kostüm­filme gedreht hat – und hier ist dieser Name verdient – treibt seinen Ästhe­ti­zismus diesmal auf die Spitze.

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Vorbild für Mildred Pierce ist natürlich Michael Curtiz' berühmter Film Noir, der James M. Cains Roman­vor­lage gehörig bear­bei­tete – im Geist der Zeit, aber auch zuspit­zend. Das hätte Haynes Fassung mitunter ebenfalls gutgetan, so hingegen hat alles seine Längen und Breiten und ist überaus gemäch­lich, um nicht zu sagen behäbig erzählt.

Was Haynes wirklich kann, vom Barbie­pup­pen­spielen einmal abgesehen, ist mit Musik arbeiten: Es sind immer wieder wunder­schöne Übergänge, ein Über­lappen und mitein­ander-vernähen der Szenen durch ein Schla­ger­lied, die diesen Film, seines Tempos zum Trotz zu einem Vergnügen machen.

Hinzu kommt in der letzten Stunde noch die Erzäh­le­bene der Gesangs­kar­riere Vedas, die erst als Pianistin versagt, dann aber als Kolla­ra­tur­sän­gerin in den »Radio Days« der späten 30er nationale Berühmt­heit erlangt. Ihr Impres­sario Giovanni Treviso sagt in seinem schönen Italie­nisch gefärbten Englisch über Veda den unver­gess­li­chen Satz: »She is snake, is bitch, is cola­tora­tura.«

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Winslet in jener Titel­rolle, die Joan Crawford einst den Oscar einbrachte, spielt ihre Figur einer Mate­ria­listin, die nicht loslassen kann, sich in alles einmischt, und in der Tochter, die gar nicht so anders ist, nur konse­quenter, ihr eigenes Spie­gel­bild nicht erkennen will, mit ähnlich vorge­scho­benen Schultern und gedrun­gener Statur, wie ihren Part in Der Vorleser und zehn Jahre älter wirkend, als es Winslet tatsäch­lich ist. Eine Aufstei­gerin, der man die Opfer, die Aufstieg kostete, ansieht, und die sich in ihrem Körper selten wohlfühlt. Und eine »over­pro­tec­tive mum«, die ihre Schuld­ge­fühle mit Beschüt­zer­ag­gres­sionen kompen­siert.

Cains Roman über die mora­li­schen Folgen des mate­ri­ellen Aufstiegs, der bei Curtiz das Zeug zu einer Madame Bovary des ameri­ka­ni­schen Jahr­hun­derts hat, funk­tio­niert bei Haynes als empa­thi­sches Portrait zweier alles andere als rundweg sympa­thi­scher Frauen.

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Ein Moment der absolut heraus­sticht aus allem, und der einzige, der einem klas­si­schen Film Noir würdig ist, auch wenn man ihn hier in Farbe sieht, ist jener tolle kurz vor Ende, als Mildred ihren Lover Monty mit ihrer eigenen Tochter im Bett erwischt. Der Blick von Evan Rachel Wood wiegt die ganzen übrigen fünf Stunden auf. Die Kamera ruht auf ihm endlose Sekunden lang. Und dann steht Veda auf und setzt sich an den Frisier­tisch vor den Spiegel. Ganz nebenbei wollen wir auch die Beob­ach­tung teilen, dass Wood in dieser Szene voll­kommen nackt zu sehen ist – und das nicht gerade kurz. Das ist ganz und gar unge­wöhn­lich für einen Holly­wood­star.

In Clooneys Die Iden des März ist von ihr dagegen noch nicht einmal ein Busen zu sehen – obwohl es von der Rolle her genug Gründe dafür gäbe.

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»La femme n'existe pas« schrieb einmal Lacan. Und es gab mehr als einen Film in Venedig, der belegte, dass man diesen Satz nicht nur plump-chau­vi­nis­tisch oder plump-sozi­al­kri­tisch verstehen darf, sondern auch imaginär-utopisch: Frauen sind immer noch-nicht definiert. Neben Mildred Pierce und ihrer schlan­gen­haft-skru­pe­losen Tochter Veda gab es auch in anderen Filmen Beispiele dafür, wie Frauen sich aus den Projek­tionen der anderen, hier also der Regis­seure und den Publikums, lösen, und selbst zu defi­nieren suchen.

Einer davon war Mary Harrons The Moth Diaries, der die Genres des Internats- und Vampir­films dazu benutzt, vom weib­li­chen Coming-of-Age zu erzählen. Hier kommt außer toten Vätern nur ein Mann vor, und der ist ein schmie­riger Lite­ra­tur­lehrer, der die Neigung Heran­wach­sender zur Poesie dazu benutzt, sich an seine Schü­le­rinnen heran­zu­ma­chen. Es geht um ein Inter­nats­girl, deren beste Freundin ihr durch einen Neuan­kömm­ling, ein Gothic Girl, abspenstig gemacht wird. »It is like she is invading her mind.« sagt sie und merkt nicht, dass ihr eigenes Hirn schon erheb­li­chen Schaden genommen hat. Man kann in Harrons Film immerhin lernen, dass eine Welt ohne Männer auch nicht besser wäre, weil sie die Mädchen auch ohne sie unter­ein­ander nach allen Regeln der Kunst fertig­ma­chen. Wer das Spiel mit intel­lek­tu­ellen Verweisen schätzt, wird sich kaum lang­weilen, wer Genre­kon­ven­tion verlangt, dagegen sehr. Man erfährt nicht genug und erlebt zu wenig in diesem Film, von dem am Ende eine Handvoll schöne Frauen bleiben, die hässliche Dinge tun, und ein Casting­rolle der neuesten ameri­ka­ni­schen Darstel­le­rin­nen­ge­ne­ra­tion.

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»There has to be a rational explana­tion.« – als dies eine Figur ausruft, ist klar, dass sie als nächstes des Todes ist. Neben allem anderen auch ein gegen­auf­klä­re­ri­scher Film. Die Heldin tötet das Gothic Girl und kommt damit davon, moralisch wie die möglich eh nur ein Geist war. Das ist Post­mo­derne pur: Nichts ist wirklich echt und wahr, Heldinnen und Helden dürfen die schlimmsten Dinge tun, ohne Inte­gri­täts­schaden zu nehmen, denn, die die sie morden und foltern sind ja letzt­end­lich »nur Metaphern«. Dass das »nur« hier in letzter Konse­quenz auch die Metaphern unter­schätzt, ist nur eine Pointe am Rand.

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Deutlich näher an der schon bei Freud zu findenden Vermutung, dass Frauen womöglich eine völlig andere Sprache sprachen, die erst einmal verstanden werden muss, bewegt sich Twilight Portrait, das glänzende Debüt der Russin Angelina Nikonova in der Nebensek­tion Venice Days. Dieses harte Tagebuch einer funda­men­talen Erschüt­te­rung beginnt wie ein sozi­al­rea­lis­ti­sches Exploita­tion-Drama: Elend und Armut, Dreck, Blut, Tränen, Bruta­lität werden exzessiv ausge­stellt, derweil man einer Sozi­al­ar­bei­terin aus besseren Verhält­nissen bei ihren Besuchen in den Moskauer Randlagen zusieht. Alles ist genauso schlimm, wie man es als west­li­cher Kino­be­su­cher vermutet, doch dann verliebt sich die Frau in einen ihrer Klienten und verlässt ihr bishe­riges, wohl­ge­ord­netes Leben. Twilight Portrait glänzt mit aufre­genden, schwer vorher­sag­baren Szenen, einer heraus­ra­genden, facet­ten­rei­chen Haupt­dar­stel­lerin (Olga Diho­vich­naya, die auch das Drehbuch schrieb) und dichten Hand­ka­mera-Bildern.

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Keine Rücksicht auf Konven­tionen nimmt auch Claire (Marie Gillain), eine Richterin, die in Philippe Liorets Toutes nos envies in der Nebensek­tion Venice Days die Dinge selbst in die Hand nimmt, als sie von ihrer tödlichen Erkran­kung erfährt. Zu Anfang schießen einem die Tränen in die Augen, und man weiß noch nicht warum. Es liegt wohl an dem kurzen Augen­kon­takt, den Blicken, die sich die beiden Frauen zuwerfen. Die Kinder gehen in den gleichen Kinder­garten, Claire hat für das andere Kind 12 Euro mitbe­zahlt, und wie dessen Mutter das Geld zurück­gibt, und dazu sagt, man brauche keine Almosen, macht klar, das genau das nötig ist. Nun sind Tränen kein Argument, oft sogar ein Gegen­ar­gu­ment. Hier aber schon. Denn Toutes nos envies ist einer jener seltenen Filme, in dem Emotio­na­lität nicht bedeutet, den Verstand auszu­schalten, oder die Realität zu verleugnen. Im Gegenteil: Alle haben Schulden. Und es wird erklärt: »credit means consump­tion. Consump­tion serves the system.«. »serious cooking needs a team.« »I do not like the rich ripping the poor off.« Und so fort. Es gibt auch noch eine Erzäh­le­bene in der es um Sport und Teamplay geht: Ein Kollege von Claire ist Rugby-Trainer und feuert sie an: »En – gage – ment!!!« und »If you play safe, you will lose.« Als ob das keine Politik wäre.

Wie eine Kreuzung aus My Life Without Me und Erin Brock­ovich ist dies auch stilis­tisch ein von Loach und und Leigh inspi­riertes Werk das normales Leben ins Zentrum stellt, ein sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Film, der nicht für Revo­lu­tion plädiert, aber für Wider­stand und gesell­schafts­ü­ber­grei­fende Soli­da­rität.

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Im Publi­kums­ge­spräch im Anschluß des Films sagt Lioret dann noch einen schönen Satz: »Le cinema, c'est la vie. La vie, c'est les rencon­tres.«

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Je länger das Festival andauert, desto aufgeräumter ist der Italiener an sich. Zur neuesten Mode wurde in den letzten Tagen das Mitklat­schen beim – wie schon öfters erwähnt: auf Dauer grenz­de­bilen – Festi­val­trailer. Nichts gegen gutge­launte Italiener – aber wir waren doch mehr auf der Seite jenes einsamen Rufers, der das Geklat­sche heute unüber­hörbar kommen­tierte: »Cretini!«

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Im Maleti wackelt fast jeden Abend ein altes Kritiker-Paar vorbei. Es gibt schlim­mere Aussichten, als die, in 30 Jahren einmal selbst so ähnlich am Lido aufzu­treten: Noch am Leben, nicht allein, noch im Beruf und noch in der Lage, sich das alles zu leisten – das ist schon ganz gut. Das ist immerhin jetzt schon mein elftes Jahr hier. Ob ich wohl die 100te Mostra noch erlebe? Die 75. wäre schon mal ganz schön.

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Die soziale Lage der Film­kri­tiker wird jeden­falls nicht besser, das machen auch Gespräche am Rande der Mostra klar. An einem Abend ging ich auf einen »Spritz« mit Daniel Kothen­schulte, der zwar als Pauscha­list beim Dumont Verlag immer noch besser gestellt ist, als die meisten Anderen. Der aber mit dem de-facto-Ende der Frank­furter Rundschau seine Zustän­dig­keit für Film einbüßte, und jetzt nicht mehr für den Verlag nach Venedig kann. Hier ist er nun für das Schweizer St.Gallener Tageblatt akkre­di­tiert.

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Auch China entdeckt jetzt seine Alten. Gleich zwei Filme aus China, genau­ge­nommen aus Hongkong, zeigen die Lage der Älteren Normal­bürger. Kein schönes Bild. Ann Hui erzählt in A Simple Life der auch einen Preis verdient hätte von einem Haus­mäd­chen, dass nach 60 Jahren Dienst und einem Schlag­an­fall in ein Altenheim kommt. Der Sohn der Familie kümmert rührend um die Ersatz­mutter. Ein schöner, ruhiger, genauer, kluger Film, der die letzten Jahre dieser Frau beschreibt. er ist ein bisschen senti­mental, um nicht zu sagen kitschig. Aber er ist auch lustig. Und vor allem genau und nicht wegsehend in seinem Portrait der Lage der Alten und der entwür­di­genden und dennoch würdigen Umstände des Lebens in einem Altenheim. An sieht diesen Film auch als Vorahnung dessen, was uns allen blüht.

Das was schon jetzt passiert, davon erzählt Johnnie To: Life Without Principle erzählt von ein paar Tagen auf dem Höhepunkt der Finanz­krise. Im Zentrum stehen eine Anla­ge­be­ra­terin in einer Bank, ein Polizist und ein Mafia­gangster. Unendlich viel Zeit, die einem nie zu lang wird, nimmt sich To für diese listig erzählte Geschichte, in der verschie­dene Erzähl­fäden nie eng verknotet werden, und trotzdem alles mit allem verbunden ist. Der Film erzählt über die Immo­bi­li­en­blase, die grie­chi­sche Haus­halts­krise, darüber wie einfache Leute von den Banken über den Tisch gezogen werden, und darüber, wie die Mafia mit alldem zu tun hat. Ein kleine Geschichte des Zufalls. Life Without Principle ist kein Preis­kan­didat, aber ein unglaub­lich eleganter Film.

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Ausnahms­weise ging ich dann ein bisschen als Fußball­re­porter, der die eigene Mann­schaft begleitet, und die Form des Teams überprüft, nochmal in Totem von Jessica Krum­ma­cher, den ich schon kannte. Das passt aber, denn Jessica Krum­ma­cher ist Fan des VfL Bochum – wie ein Abspann­dank offenlegt – und dankt an gleicher Stelle auch noch »Real Bochum«. was es alles gibt... Totem kam dann auch besser an, als ich (und wohl auch sie) gedacht hätte. Recht voller Palag­alileo, und die meisten blieben drin, obwohl dies kein leichter Film ist. Freund­li­cher Applaus, keine Buhs.

Das Debüt der Münchner Film­stu­dentin nimmt eine fünf­köp­fige Familie in den Blick, die in einem Reihen­haus wohnt. Als Fiona bei ihnen einzieht, die als Haus­halts­hilfe arbeitet, lernt sie die strengen Regeln des Zusam­men­le­bens kennen, zugleich bringt sie die fest­ge­fügten Verhält­nisse in Bewegung. »Viel zu tun bei uns, oder?« Der Film ist ein vers­tö­rendes Panorama aus Einsam­keit und Kommu­ni­ka­ti­ons­lo­sig­keit. Eine seltsame Bedrohung und stumme Aggres­sion schwebt über den Verhält­nissen – bevor sie am Ende aufbre­chen. Krum­ma­cher gelingt ein strenger, konse­quent insze­nierter, origi­neller und stilis­tisch anspruchs­voller Film über Regeln und Rituale, Ordnung und das Chaos dahinter. Die Haupt­rolle spielt die kaum bekannte Marina Frenk, eine promi­nente Neben­dar­stel­lerin ist Natja Brunk­horst. Am Ende fallen folgende Sätze: »So bin das heute vor allem ich. … Ich wusste nie, was ich wollte. Ich weiß es auch jetzt nicht.« Kurz davor sieht man einen Skorpion – das einzige Tier das sich selbst umbringen kann.

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Eine Regis­seurin ist entdeckt! Im abschließenden Film­ge­spräch erzählte Krum­ma­cher, dass Totem von einem konkreten Fall inspi­riert ist. Sie habe erzählen wollen »über jemand der auch ein Stück weit den Tod sucht.« Brunk­horst lobte die Regis­seurin, »die eine so klare Vision hat, und sehr stur ihren Weg geht und dann einen so starken Film macht.«

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Werfen wir noch einmal einen Blick zurück: 2010 gab es in Venedig unter anderem Black Swan, Essential Killing, 13 Assassins und Somewhere, um mal die zu nennen. War dieses Jahr gleich­wertig? Es war jeden­falls anders. Die Kompro­misse sind insgesamt größer als im letzten Jahr. Viel mehr Filme sind vom Main­stream konta­mi­niert. Das hat etwas mit den Vorlagen zu tun: Auffal­lend viele Thea­ter­s­tücke sind darunter – den Filmen von Clooney, Polanski, Friedkin, Sokurov, Cronen­berg – und Lite­ra­tur­vo­lagen – Arnold, Alfredson. Ich frage mich gerade, ob dieser Jahrgang, der einem im Augen­blick stark vorkommt, und der nichts Enttäu­schendes hatte außer Ferrara, nicht am Ende doch schnell vergessen sein wird. Weil er auch nichts Über­ra­schendes, Irri­tie­rendes hat. Außer Sokurow.

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Den Premio Brian, den von der UAAR (Unione degli Atei e degli Agnostici Razio­na­listi), der Verei­ni­gung der Atheisten und Agnos­tiker verliehen wird, und natürlich nach dem Leben des Brian benannt ist, bekam George Clooney. Der Fipresci-Preis ging an Shame von Steve McQueen.

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Keinen einzigen Film aus der Retro­spek­tive habe ich diesmal gesehen – viel­leicht zum ersten Mal überhaupt in Venedig. Das liegt an den starken anderen Sektionen. Und an der eher unin­ter­es­sant scheinenen Retro übers italie­ni­sche Kino der 70er.

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Zwei Ermittler der Mord­kom­mis­sion jagen einen Seri­en­killer, bevor er wieder zuschlägt. Ami Canaan Mann, die Tochter Michael Manns erzählt im letzten Film des Wett­be­werbs Texas Killing Fields eine simple Krimi­nal­ge­schichte, und bietet ein kleines Panorama von »Texas City«. Dort bringt ein Mörder junge Mädchen um – man kennt das alles, und es ist auch konstru­iert. Aber grund­sätz­lich ist man eher im Michael-Mann-Country der ameri­ka­ni­schen, leicht mythi­sierten, tran­szen­dental und melan­cho­lisch einge­färbten Männer­welten, und bewundert auch bei der Tochter die großen hand­werk­li­chen Fähig­keiten. Und sieht gern zu, bei einem Film, der Geballer und eine Verfol­gungs­jagd bietet, und etwas von einem TV-Pilot hat, besonders aber, wenn die beiden Poli­zisten Sam Worrington und Jeffrey Dean Morgan mit Gewehren – wie in Heat – unterwegs im Busch auf Mörder­jagd gehen. Einmal als die beiden reden, fallen folgende Sätze: »This is nothing than chaos, even your god doesn’t come here. You don’t know where you came here.« – »I know ecxactly where I am.«

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Schön war übrigens der im Prinzip konven­tio­nell gemachte Doku­men­tar­film von Susan Ray über ihren Mann Nicholas Ray. Darin fallen lauter kluge oder inter­es­sante Sätze über das Kino. Hier eine Auswahl des »cinema according to Nicholas Ray«: »Art is what you are doing. politics is living.« »Film is a way of life. I cant teach it. It is to be expe­ri­enced.« »acting is living and living is acting.« »Camera is form to serve the actors.« »The director is never ready unless the actor is ready and the scene is ready – and then the fucking tech­ni­cian has to be ready.« »film is made to catch moments« »The director is not the cons­tructor of the magic. He is the medium.« »trust your instincts« »Better a wrong decision, then no decision.« »film is the cathe­drahl of the art.« »film has to serve and to reproduce and to represent the feeling.«

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Mag alles sein. Trotzdem würden wir für das gestrige Essen nahezu jeden Film des Festivals hergeben. Den Faust gleich zehnmal. Oder, wie Manoel de Oliveira hier in Venedig vor ein paar Jahren gesagt hat: »La cinema e come la vita. Ma non e la vita!«