19.02.2026
76. Berlinale 2026

Französische Heiterkeit, gelbe Briefe, Parabeln

Trobisch, Etwas ganz Besonderes
Vorbei mit der Idylle: Etwas ganz Besonderes von Eva Trobisch blickt im Wettbewerb nach Thüringen
(Foto: Berlinale · Adrian Campean, Trimafilm)

Solidarität, Empathie, Respekt. Aber das selbst ernannte Publikumsfestival Berlinale vergrault sein Publikum: Zur Halbzeit des größten deutschen Filmfestivals; Berlinale Notizen, Folge 2

Von Rüdiger Suchsland

Ein Irrer führt Selbst­ge­spräche im Wahn
Er schreit jemand an, den nur er sehen kann
Görlitzer Park, im Herzen der Stadt
Die Falcken­stein­straße ist West­afrika
Der Party-Tourist ist drei Tage lang wach
Wird abgezogen am Bank­au­tomat
Manche sind abge­stürzt, manche sind Stars
Weißt du noch damals, das Drama mit Mach?
Görlitzer Park; K.I.Z, 2024

Der beste Ort der Berlinale, das war an den ersten Tagen des Festivals die Treppe in der Baye­ri­schen Landes­ver­tre­tung. Beim schönsten Berlinale-Empfang, dem der baye­ri­schen Film­för­de­rung FFF musste man einfach nur auf der Treppe zwischen dem Parterre und dem ersten Stock stehen­bleiben; man konnte nach unten schauen und durch die Glastür in den Raum, in dem es etwas zu essen gab, und nach oben in den hell erleuch­teten Empfangs­saal. Und fast ständig kamen die einen von oben nach unten, die anderen von unten nach oben an einem vorbei; man sagte sich Hallo, die die Lust hatten, blieben stehen, die anderen gingen weiter, und so sah man ganz schnell sehr viele Leute und wurde auch gesehen. Für die Weiß­würste war danach noch immer genug Zeit.

+ + +

Chormusik am Anfang. Und ganz kurz kam mir Janes Campions Portrait of a Lady in den Sinn, bevor der Film eine ganz andere Richtung nimmt.
Eva Trobischs Film Etwas ganz beson­deres (im womöglich doch besseren inter­na­tio­nalen Titel Home Stories) im Wett­be­werb ist ein außer­ge­wöhn­li­cher, sehr schöner Film, und tatsäch­lich etwas ganz Beson­deres im Kino. Er braucht Zeit um sich in Hirn und Herz des Zuschauers voll zu entfalten, und verdient eine ausführ­li­chere Betrach­tung, die jetzt hier nicht zu leisten ist. Aber einmal kurz ein paar erste Bemer­kungen.

Trobisch erzählt von einer Familie im thürin­gi­schen Greiz. Drei Gene­ra­tionen, Patchwork, im Zentrum Vater Matze, bei dem die fast erwach­sene Tochter Lea lebt, nachdem er von Mutter Rieke frisch getrennt ist, weil sie vom Gymna­si­al­di­rektor schwanger ist. Und von seiner Schwester, die gerade an den Heimatort als Muse­ums­di­rek­torin zurück­ge­kehrt ist, und von EU-Töpfen profi­tiert, während der Pferdehof und das Hotel der Eltern kurz vor dem Konkurs steht. Lea wurde in die Auswahl einer Gesangs-Casting­show genommen. Als der Redakteur fragt: »Wer bist du und was macht dich aus?«, weiß sie keine Antwort.
So geht es weiter in diesem Reigen der Personen und Bezie­hungen, der Leiden­schaften und Refle­xionen. Jeder Zuschauer hat in diesem Film seine Figuren, an die er andockt. Ihnen allen geht es darum, ob sie gesehen werden, wie und darum, ob sie richtig oder falsch gesehen werden.

Die Regis­seurin sampled zwischen den Figuren hin und her; genau genommen gibt es drei mögliche Haupt­fi­guren und eine ganze Reihe wichtiger Neben­fi­guren, die zwischen­durch auch kurz einmal ins Zentrum rücken. Man lernt sie alle kennen. Man lernt dadurch ein Lebens­ge­fühl kennen, einen Ort in jedem Fall eine Familie.

Wie in In die Sonne schauen und in Rote Sterne überm Feld, beide aus dem letzten Jahr, geht auch hier eine junge Regis­seurin um die 40 mit ihrem Film weg aus Berlin, raus aufs Land in die vermeint­liche Provinz, und erzählt von Frauen, von Familien, von Gene­ra­tionen.

+ + +

Erkennbar versucht die Regis­seurin etwas Ähnliches wie Robert Altman es vor 30 Jahren mit Short Cuts gelungen ist: Eine andere Erzähl­weise; eine Erzähl­weise, die den Raum und die Vernet­zung innerhalb eines Raumes erzählt.

Noch mehr hat mich der Film aber an einem der besten fran­zö­si­schen Regis­seure erinnert, an Arnaud Desplechin und seinen Gene­ra­tio­nen­fa­mi­li­en­freund­schafts­film Un conte de Noël.

Es ist Trobischs bisher bester Film, seine Stärken liegen in manchen Schau­spie­ler­auf­tritten, in einer insgesamt eine sehr guten Kamera, und im Musik­ein­satz. Musi­ka­lisch erzählt, ist auch die Musik­aus­wahl außer­or­dent­lich toll.

Nur schade, dass das letzte Drittel des Films mit der starken ersten Hälfte nicht mithalten kann. Über 60 Minuten ist Home Stories ganz toll, danach verläp­pert er ein bisschen und wird schwächer, wird auch viel deutscher, melan­cho­lisch und zergrü­belt, wo er doch lange Zeit so fran­zö­sisch und heiter anmutet.

Man sieht, was die Regis­seurin alles kann, man sieht aber auch, wo sie ganz offen­sicht­lich noch etwas lernen muss und wo sie wahr­schein­lich – wenn es nicht der eigene Film wäre – sofort sagen würde: dies, das und jenes funk­tio­niert noch nicht ganz. Das ist bei diesem Film erstaun­lich klar zu bemerken.
Die Depres­sion und Trau­rig­keit am Ende ist dann sehr deutsch. Auch das sehr offene Ende ist viel­leicht nicht die beste Entschei­dung
Aber der Film wird besser mit jeder Stunde, die vergeht, nachdem man ihn gesehen hat.

Trotzdem: Dieser starke, schöne Film muss einen wichtigen Preis kriegen, denn er ist der stilis­tisch virtuo­seste und inter­es­san­teste, den ich bisher im Wett­be­werb gesehen habe. Und Eva Trobisch eine ungemein spannende Filme­ma­cherin, die immer noch am Anfang steht.

+ + +

Kinostart hat der Film im zweiten Halbjahr 2026. Auffal­lend und eher unüblich ist, das hier gleich drei deutsche Produk­ti­ons­firmen im Titel stehen: Vor allem einmal Trima aus München, dann deren Münchner Kollegen der »if... produc­tion« und schließ­lich warum auch immer auch noch die Berliner Komplizen...

+ + +

Trima hat auch Im Umkreis des Para­dieses produ­ziert, den dritten langen Doku­men­tar­film von Yulia Lokshina.

Dieser Film erzählt von deutschen Ausstei­gern, die vor dem sicher kurz bevor­ste­henden Dritten Weltkrieg (»ums Wasser«) ein one-way-ticket nach Paraguay buchen, um dort in einer gut bewachten Sied­ler­ko­lonie ein neues, besseres Leben und auch eine neue spiri­tu­elle Zukunft, fern von Impfungen, staat­li­chen Schulen, »sata­ni­schen« LGTBQ und dem »kaputten System« zu beginnen. Dabei dringen sie in eine gewach­sene dörfliche Struktur ein, und beuten die Einwohner zumindest ein wenig aus.

Wie immer beob­achtet Lokshina erstmal einen Ort und seine Struk­turen, zerlegt sie, zeigt die Einzel­teile und erzählt viel­schichtig, ungemein spannend und sehr witzig – ohne in diesem Fall ihre Prot­ago­nisten bloß­zu­stellen, oder dem Spott der Unvor­ein­ge­nom­menen preis­zu­geben. Man möchte sich bei mancher Äußerung zwar an den Kopf fassen, aber man blickt gleich wieder neugierig und gebannt darauf, was als nächstes kommt.

Eigen­willig, zugleich beob­ach­tend und essay­is­tisch, ist dies ein souverän insze­nierter, kalei­do­sko­pi­scher Film, der mit jedem neuen Schritt Unein­deu­tig­keiten produ­ziert, aber nie unklar ist.

Lokshina hat bisher mit jedem ihrer Filme den Premie­ren­wett­be­werb gewonnen. Verdient wäre es auch diesmal. Man darf gespannt sein.

+ + +

İlker Çatak, Deutscher mit türki­schen Wurzeln, erzählt in seinem neuen Film Gelbe Briefe eine Geschichte über die Repres­sion gegen Künstler und Intel­lek­tu­elle, die sich in der heutigen Türkei ereignet und dort gerade sehr oft passiert: Thea­ter­s­tücke werden über Nacht abgesetzt, Dozen­ten­stellen oder Kunst­pro­fes­suren werden gestri­chen. Im Zentrum der Handlung steht ein wohl­si­tu­iertes bildungs­bür­ger­li­ches Paar mit ihrer gemein­samen Tochter. Die »gelben Briefe« des Titels sind jene Kündi­gungs­briefe die die Familie bekommt.

Der besondere Einfall ist, dass der Regisseur einer­seits in türki­scher Sprache mit türki­schen Schau­spie­lern erzählt, ande­rer­seits wurde alles in Berlin und in Hamburg gedreht – und das sieht man auch: Eine Verfrem­dung, die uns Zuschauern dadurch ganz offen­sicht­lich gemacht wird, dass wir einen kurzen Schriftzug sehen: »Berlin für Ankara« und später »Hamburg für Istanbul«. Dies funk­tio­niert gut.
Was leider nicht gut funk­tio­niert, ist, dass diese Methode von den Machern nicht wirklich konse­quent umgesetzt und zu Ende gedacht wird. Denn der Clou dieser Verschie­bung von der Türkei nach Deutsch­land müsste doch darin liegen, dass sich ein in Deutsch­land lebendes Publikum durch sie auch vorstellen könnte, wie es wohl wäre, wenn Berlin tatsäch­lich zu Ankara würde; sprich: wenn in der deutschen Haupt­stadt plötzlich eine Diktatur herrschen würde. Aber dafür hätte Çatak aus der realis­ti­schen Schil­de­rung der Türkei eine utopische, fiktio­nale Schil­de­rung deutscher Zukunft, eine Art poli­ti­scher Science-Fiction machen müssen, in deutscher Sprache mit deutschen Schau­spie­lern. Nur dann würde er dem normalen Publikum die Möglich­keit nehmen, sich zu entziehen und nicht ober­fläch­lich betrachtet ausschließ­lich von der Türkei erzählen, sondern von einer allge­meinen Zukunft die den Demo­kra­tien droht – so aber können wir uns alles allzugut vom Leibe halten.
So gesehen hat Gelbe Briefe zwar gute Ansätze und Ideen, aber keine konse­quente schlüs­sige Ausfüh­rung. Der Film verharrt ein bisschen zwischen den Stühlen, zwischen der gegen­wär­tigen Türkei und der möglichen deutschen Zukunft.

Hinzu kommt, dass der Film zu melo­dra­ma­tisch erzählt ist und nicht selten an eine Daily Soap erinnert. Wir haben es hier mit einer Familie zu tun, der es letzt­end­lich vergleichs­weise gut geht, die nie ernst­hafte finan­zi­elle Not leidet, die eine hübsche kluge Tochter hat, die im entschei­denden Moment, gerade als das Eltern­paar sich heftig streitet, allzu passend verschwindet und durch die Suche nach ihr die beiden wieder zusam­men­führt.
Gelbe Briefe ist ästhe­tisch ohne Frage schwächer, als Çataks oscar-nomi­nierter Erfolg Das Lehrer­zimmer, der seiner­zeit nicht im Wett­be­werb laufen durfte. Aber es ist ein Film über den man viel disku­tieren kann, der unge­wöhn­lich und inter­es­sant ist, und der in seiner Haltung trotz aller Schwächen sympa­thisch bleibt.

+ + +

Ein dritter viel debat­tierter Wett­be­werbs­film ist Rosebush Pruning. Regisseur Karim Ainouz’ Porträt der Reichen und Schönen, einer glamourösen und moralisch korrupten Welt, hat mich sehr positiv über­rascht. Geschrieben vom Autor der frühen Lanthimos-Filme, Efthymis Filippou, ist dies eine bittere Parabel auf einen frivol agie­renden amora­li­schen Präsi­denten und die Vergnü­gungs­in­seln böser weißer Männer und vor allem auf die Klasse, die diese Leute trägt – auf all das wird in diesem klugen, inter­es­santen, preis­wür­digen Film ange­spielt.

Ghost in the Cell von Joko Anwar im Forum ist ein Geis­ter­film aus Indo­ne­sien, der in einem Gefängnis spielt und der das Gefäng­nis­film­genre mit dem des Geis­ter­films zu einer poli­ti­schen Parabel auf sein Heimat­land verbindet, die großen Spaß macht. Endlich einmal Unter­hal­tungs­kino – auch eine ästhe­ti­sche Farbe, die bei der Berlinale oft vernach­läs­sigt wird.

Glück für Barbara Wurms hervor­ra­gend kura­tiertes Forum: Eigent­lich müsste dieser Film auch im Wett­be­werb laufen.

+ + +

Sehr unter­haltsam und gleich­zeitig klug, einer der besten Filme im bishe­rigen Programm ist The Education of Jane Cumming. Die in Berlin lebende Schweizer Regis­seurin Sophie Heldmann erzählt die auf histo­ri­schen Ereig­nissen basie­rende Geschichte einer schot­ti­schen Mädchen­schule für höhere Töchter im frühen 19. Jahr­hun­dert. Man lernt Tanzen, Haus­ar­beit und Benimm­re­geln; Mathe­matik und Natur­wis­sen­schaft hingegen erscheinen als vernach­läs­sig­bare Größen. Dann erscheint eine neue Schülerin, die halb­in­di­sche Tochter eines briti­schen Kolo­ni­al­of­fi­ziers. Sie ist eine Außen­sei­terin, kompen­siert aber ihre prekäre Stellung und ihren Status damit, dass sie den Lehre­rinnen das Leben durch eine Lüge zur Hölle macht.
Ange­sie­delt in der Zeit der Jane-Austen-Romane und ausge­stattet mit deren sozialem Instinkt und Witz, aber weitaus weniger lieblich insze­niert, als die meisten Austen-Verfil­mungen, geht es um Femi­nismus und Kolo­nia­lismus – aber in einer Weise, die das Publikum nicht »pädago­gisch wertvoll« erziehen will, sondern ihm etwas zeigen und seine Geschichte präsen­tieren.

+ + +

Das selbst ernannte Publi­kums­fes­tival Berlinale vergrault sein Publikum. Mit einem Ticket­system, das komplett im Zufall über­lassen ist und den Fans keinerlei Sicher­heiten bietet, wird die Berlinale in ein Unsi­cher­heits­fes­tival verwan­delt. Menschen, die es früher in 20, 30, 40 Filme schafften, schaffen es heute oft genug nur viel­leicht drei Karten zu ergattern und nicht immer für ihre Lieb­lings­filme. Es gibt keine Möglich­keit, sicher Karten zu erwerben. Jede vernünf­tige Kultur­in­sti­tu­tion hat ein Abon­ne­ment­system und pflegt ihre regel­mäßigen Kunden – die Berlinale setzt darauf, einfach so viele Karten wie möglich zu verkaufen und das schnell. Mit dem Ergebnis, dass fast alle Scree­nings bereits nach zwei oder drei Minuten ausver­kauft sind.

+ + +

Ein Festival ist mehr als eine Ansamm­lung von Filmen. Es ist das »Meet & greet«, das Treffen von Freunden und Bekannten aus aller Welt, das ein Festival vom normalen Kino­be­such unter­scheidet: So etwa der Empfang in der Botschaft des Großher­zog­tums während der Berliner Film­fest­spiele, der seit vielen Jahren zur Tradition der Luxem­bur­gi­schen Filmszene gehört und ein fester Bestand­teil im »Social Calender« der Berlinale ist.

Prop­pen­voll waren die Empfangs­räume im Botschafts­ge­bäude am Land­wehr­kanal (wo vor 107 Jahren übrigens die Leiche der ermor­deten Rosa Luxemburg gefunden wurde) – was fraglos nicht nur an dem außer­ge­wöhn­li­chen Besuch des Abends lag: In Beglei­tung seines Kultur­mi­nis­ters Eric Thill begrüßte Premier­mi­nister Luc Frieden die Gäste, und betonte die Bedeutung gren­zü­ber­schrei­tender Zusam­men­ar­beit: »Wir schätzen ihre Arbeit aus vielen Gründen, drei Gründe will ich nennen: Erstens: Kultur, der European Way. Sie zeigen in ihren Filmen: das ist der europäi­sche Weg. Ein Teil der Kultur sind auch unsere Werte. Werte, die nicht einfach wegge­nommen werden können. Sie können heraus­ge­for­dert werden, aber Werte sind da, um vertei­digt zu werden. Wir stehen zu diesen Werten. Wir als Luxem­burger und wir als Europäer, und darum müssen wir für diese Werte kämpfen.
Es gibt eine europäi­schen Weg, und den müssen wir in den Film vertei­digen und woanders!
Der zweite Grund, warum ich glaube, dass die Film­pro­duk­tion bedeutend ist, ist die ökono­mi­sche Heraus­for­de­rung. Sie sind Schau­spieler, Produ­zenten, Techniker, Autoren, Filme­ma­cher – viele Jobs. Und dies sind eben auch Jobs! Diese Dimension wird oft vergessen: ohne ökono­mi­sche Prospe­rität funk­tio­niert der Rest nicht. Die dritte Dimension betrifft die inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit: Luxemburg ist ein kleines Land, aber wir glauben stark an Cross­border-Koope­ra­tion – zusammen sind wir stärker.
Darum wurde Europa nach dem Desaster des Zweiten Welt­kriegs gebaut. Ereig­nisse wie die Berlinale bringen Menschen und Nationen zusammen und darum glaube ich an die poli­ti­sche Kraft der Co-Produk­tionen; es geht nicht nur verschie­dene Filmfonds und Steu­er­sys­teme. Diese inter­na­tio­nale Dimension macht uns stolz und glücklich. Jedes Mal wenn ich einen von euch auf der Leinwand sehe, wenn ich Désirée Nosbusch sehe, wie sie die Eröffnung der Berlinale moderiert, dann bin ich stolz.«

+ + +

Désirée Nosbusch konnte sich gleich persön­lich beim Premier bedanken, so wie viele andere inter­na­tio­nale Film­schaf­fende, vor allem aus den drei Berlinale-Beiträgen mit luxem­bur­gi­scher Betei­li­gung: Die 83-jährige Ulrike Ottinger, der fran­zö­si­schen Weltstar Isabelle Huppert, die öster­rei­chi­sche Thea­ter­diva Birgit Minich­mayr, und die in Paris lebende Deutsche Johanna Wokalek, der Regisseur Rainer Kaufmann reprä­sen­tieren diese sehr bunte Mischung. Wokalek schwärmte vom Luxem­bur­gi­schen Premier: »Kaum vorstellbar, dass der deutsche Kanzler Friedrich Merz eine solch schöne – und kurze! – Rede halten könnte.«

Luxem­burgs Film-Fund-Chef Guy Daleiden hob hervor: »Luxemburg ist ein Koopro­duk­ti­ons­land. Ein multi­kul­tu­relles und inklu­sives Land. Wir teilen die Werte von Soli­da­rität, Empathie Respekt – Werte die unglück­li­cher­weise manchen Teilen der Welt nicht sehr wichtig erscheinen.«