28.12.2000

Still, it was a very good year...

Filmszene »The End of an Affair«
Eifersucht auf Gott, fast zu groß für Tränen: The End of the Affaire
(Foto: © 1999 Columbia Pictures)

Der persönliche Film-Rahmtopf 2000

Von Thomas Willmann

Man wisse gar nicht, wen man für die Oscars nomi­nieren solle, heißt es. Die Besu­cher­zahlen stagnieren, heißt es. Die Multi­plexe wären zu leer, das Film-Angebot 2000 quali­tativ enttäu­schend gewesen, heißt es.
Unfug, elendiger, sage ich. Ein wunder­bares Kinojahr war’s, in dem sich höchstens gezeigt hat, dass der Triumph des Main­stream Grenzen hat. Oscar-Auszeich­nung hat mit richtig gutem Film ja sowieso (von glück­li­chen Ausnahmen wie The Silence of the Lambs oder Unfor­given abgesehen) kaum was zu tun, und dass die Academy sich dieses Jahr schwer tut mit der Auswahl heißt erstmal nur, dass uns einiges an tränen­rüh­rigem, fadem, bravem Bildungs­bürger-Kino erspart blieb. Dass keine netten, kleinen, harmlosen Kunst­stü­ckerln wie die maßlos über­schätzten American Beauty und The Sixth Sense zum Hoch­ju­beln da waren.
Und die hinter den Erwar­tungen zurück­ge­blie­benen Ticket-Verkäufe beweisen zunächst nur, dass sich das Massen­pu­blikum eben auch durch noch so große Werbe­kam­pa­gnen nicht jeden Scheiß bedin­gungslos einflößen lässt, dass es eben die Hohlheit patrio­ti­scher Wind­beutel wie Emmerich und Petersen, die erznaive Dummheit eines Vilsmaier manchmal durchaus zu durch­schauen weiß.

Nein, das wahre, echte, große Kino tobte dieses Jahr wo anders, aber es tobte reichlich. (Hin und wieder freilich tobte es wie üblich – wenn auch oft un- oder miss­ver­standen – mitten im feis­testen Main­stream. Und da muss man dem Massen­pu­blikum wiederum hoch anrechnen, dass es sich doch auch durch genug Werbung in Filme wie Mission: Impos­sible II locken lässt, die es großteils nicht mag und nicht kapiert und damit aber denen, die Augen haben zu sehen, solche cine­as­ti­schen Offen­ba­rungen finan­ziert. Danke, liebes Massen­pu­blikum!)
Reichlich genug tobte es für jede Menge persön­li­cher Favoriten, die es nun in mäan­dernder Unordnung noch einmal Revue passiern zu lassen gilt. Was dabei unter Film 2000 fällt, habe ich mir erlaubt, ganz undog­ma­tisch selbst zu bestimmen. Und auch sonst ist diese Auswahl (die sich um Volls­tän­dig­keit bemüht, sie aber bei weitem nicht garan­tiert) ganz selbst­ver­s­tänd­lich eine höchst subjek­tive; ich verüble es niemandem, anderer Meinung zu sein.
Das Ganze ist letzlich natürlich eine reine Geschmacks­frage: Entweder man hat einen guten, oder nicht.

Kategorie I: You can’t touch this

Die größten der Großen, die echten Offen­ba­rungen, die aufrüt­telnden, umwer­fenden, atem­be­rau­benden, über­wäl­ti­genden, sprachlos machenden Filme, meine wahren amours fous des Kinojahrs. Wider­spruch zwecklos.
Es war, um wenigs­tens einen teil­ge­mein­samen Nenner zu finden, ein gutes Jahr für Filme mit Mut zu klugem, echten Pathos, für Wahr­haf­tig­keits­su­chen mit großer Geste, während andern­orts die Spaß­kultur immer entfes­selter wütete. Ein gutes Jahr für katho­li­sche Filme, mithin.
Also:

The End of the Affaire

Eine Drei­ecks­ge­schichte mit unsicht­barem Dritten; die Geschichte einer rasenden Eifer­sucht auf Gott. Ein Film voll schwe­lender Glut, voll verborgen brenneder Sinn­lich­keit. Ein Film der ganz großen, ganz unmo­di­schen Fragen. Fast zu groß für Tränen, fast zu groß für Worte.

Dancer in the Dark

Es gibt ein wahres Leben im falschen. Auch wenn es die Wahrheit des gänzlich Künst­li­chen, Falschen ist. Selma lebt nur da wirklich, wo sie weg ist aus der uner­träg­liche Welt um sie herum, lebt in einer Welt, die nur sie sehen und hören kann. Sie macht sich das Leben da, wo es nicht mehr auszu­halten ist, zum Musical. Erst, indem sie die Geräusche von Mechanik, Maschi­nerie, Räderwerk zum Rhythmus macht. Dann, als man ihr diese Möglich­keit nimmt, indem sie in ihren eigenen Körper hinein­horcht. Und all dies doch nur, um stur und ohne Flucht­ver­such den Opfergang gehen zu können, den ihr die wirkliche Welt erbar­mungslos vorzeichnet.
Großes Melodram von heiligem Ernst und der Wucht eines Maschinen-Hammers. Gnaden­lose Inten­sität und eine Film­sprache, die sich an den Siche­rungs­me­cha­nismen der Konven­tion vorbei­manö­vriert, die es erlaubt, auch im aller­äl­testen, aller­durch­ge­nu­deltsten, aller­pro­to­ty­pischsten Melo-Plot (dem vom Geld für die Augen­ope­ra­tion eines geliebten Menschen – schon in den 1920ern ein Klischee, was Lars von Trier selbst­ver­s­tänd­lich weiß) plötzlich wieder Wahrheit zu entdecken.

Mission: Impos­sible II

Nicht, dass das Thema schon erschöpft wäre. Nicht, dass es nicht noch etliches mehr raus­zu­holen und drüber zu sagen gäbe. (Wer das hoffte, hoffte verfrüht.) Aber hier ist wirklich nicht der Platz dafür, und deswegen muss der Verweis auf diese längliche Ode an die Kino­freude vorerst reichen.

The Mission

...wozu eigent­lich auch gleich noch Running Out of Time und Where a Good Man Goes gehört. Gleich drei Meis­ter­werke hat Johnnie To 1999 in Hong Kong gedreht, The Mission ist mein liebstes davon. Zum Nieder­knien coole Action-Geometrie, zum Heulen schöne, unaus­ge­spro­chene Tragödien (und Happy Ends) in der ritua­li­sierten Männer­welt der Triaden und ihrer Body­guards. Kommt in München erst demnächst ins Werk­statt­kino. Freuen drauf dürfen Sie sich aber schon jetzt.

Magnolia

»We may be done with the past, but the past is not done with us.« Vergeben und vergessen sind zweierlei, und beides ist schwie­riger, als es manchmal scheint. Fast könnte P.T. Andersons ausufernde Schuld-und-Sühne-Suche ein Roman sein, wenn es nicht diese Momente gäbe reinsten Kinos: Wie alle anfangen, »It’s not going to stop« zu singen. Wie der Erzähler vom toten Taucher im Baum erzählt und vom missglückten Selbstmord, der zum geglückten Totschlag wird und dergleichen Forteansche Begebenheiten mehr. Im Banalsten amerikanischen Alltags entdeckt Anderson biblische Proportionen, im oberflächlichsten Wissens-Quiz schlägt plötzlich existentielle Erkenntnis zu. Und die lächerlichsten Figuren haben Momente von Größe und radikalem Mut: »My name is Donnie Smith, and I have lots of love to give.«

O Brother, Where Art Thou?

Spitzen Sie mal die Ohren. Hören Sie’s? Während ich das hier schreibe, läuft bei mir im CD-Player schon wieder mal der Sound­track. Es bleibt bei dem, was ich schon gesagt habe: So schöne Filme, könnte man meinen, sollte es eigent­lich nur in den Big Rock Candy Mountains geben.

Sleepy Hollow

»It’s called an optical illusion. It’s truth, but truth is not always appearance.«
Ein Film für alle, die an Bilder glauben. Und daran, dass die echten Wahr­heiten nicht unbedingt mit der Ratio am besten zu erfassen sind. Rein optisch viel­leicht der aller­schönste Film des Jahres, jede einzelne Einstel­lung hätte man sich einrahmen und über’s Bett hängen mögen. Dazu ein tiefes, kluges Märchen über Väter und Mütter, ameri­ka­ni­sche Romantik und das Kino selbst. Und außerdem war die Szene gar zu hinreißend, als Johnny Depp im Bett kauert, sich an die Decke klammert und panisch kreischt: »No! But you don’t under­stand! It was a horseman! HEADLESS!!«

Kategorie II: The Best of the Rest

Eigent­lich besser I b, denn die Trenn­linie ist hauchdünn, krakelig und letzlich der Willkür der Laune unter­worfen. An manchen Tagen könnte hier einiges eine Kategorie höher­rut­schen, oder könnte beispiels­weise Magnolia hier runter­gleiten (Dancer in the Dark oder The End of the Affaire freilich nie).
So ungefähr gibt die Reihen­folge auch die Reihen­folge meiner Wert­schät­zung wieder, aber das entschei­dende Wort dabei ist »ungefähr«.
Was soll’s, groß­ar­tige Filme allemal und allesamt, und nur darauf kommt’s an.

The Limey

Über diese britisch-ameri­ka­ni­sche recherche du temps perdu gibt’s hier Ausführ­li­cheres zu lesen. Angemerkt sei nur die maßlose Enttäu­schung (aber leider nicht Verwun­de­rung – so sehr glaub' ich schon lang nicht mehr an das Gute und Vernünf­tige im Menschen und der Welt) darüber, dass dieser groß­ar­tige Steven Soder­bergh-Film so wenig Beachtung und Aner­ken­nung fand, während sein unendlich platterer, lang­wei­li­gerer, dümmerer Erin Brock­ovich mit seiner miesen »Geld allein macht glücklich«-Affir­ma­ti­vität so viel davon bekam.

Charlie’s Angels

Lassen wir’s die Beach Boys auf den Punkt bringen: »Fun, fun, fun!« Ein Film mit gren­zen­losem Mut zum puren Ober­flächen­reiz – und Tonnen davon in feinster Qualität. Echtes, wahres, pures Kino ohne Reue am nächsten Morgen. Und die besten wire-stunts, die sich das US-Kino je aus Hong Kong impor­tiert hat.

Bringing Out the Dead

Scorsese. Schrader. New York. Katho­lisch? Ei freilich, wie der Papst. Virtuos? Wer wagt da zu fragen!? Über­wäl­ti­gend, bild­ge­waltig, adre­na­lin­voll­ge­pumpt? Yep. Genug gesagt.

South Park: Bigger, Longer & Uncut

Das beste ameri­ka­ni­sche Musical seit Jahren. Und ein verdammt kluges, witziges, komisches, satirisch treff­si­cheres dazu. Sollte eigent­lich zur unde­mo­kra­ti­schen Ernennung des gemein­ge­fähr­li­chen Erzdumm­beu­tels George Dabbeljuh zum US-Präsident sofort wieder in die Kinos kommen. Ach was, sollte überhaupt dauernd wieder in die Kinos kommen. Aus, Punkt, Basta!

Hamlet

Warum mir der so gut gefallen hat, hab' ich in meiner Kritik bereits dargelegt.

Liberty Heights

Nost­al­gisch und melan­cho­lisch, aber nicht senti­mental richtet Barry Levinson seinen Blick auf eine verlorene Zeit (wie so viele andere Filme­ma­cherInnen dieses Jahr). Eine Zeit der Umwälzung – aber hier findet die wahre Revo­lu­tion im Kleinen, Alltäg­li­chen statt. Es geht um die Momente von Pein­lich­keit und Mut, um die unschein­baren Gesten, die die Welt verändern. Es gibt keine Epipha­nien, Erup­tionen, Explo­sionen in diesem Film, aber in dem einen Jahr, das zwischen dem Erscheinen von zwei Cadillac-Modellen vergeht, ist eine ganze Kultur verschwunden und hat einer neuen, zaghaft anderen Platz gemacht.

New Rose Hotel

Noch einer dieser Filme, die zu gut waren für diese Welt. Während andern­orts das Science-Fiction-Kino aus erster oder zweiter Hand die chrom­glän­zenden Phan­ta­sien vom coolen Cyber­space werbe­pro­spekt­taug­lich ausschlachtet, hat Abel Ferrara als erster kapiert, worum’s bei William »Neuro­mancer« Gibson wirklich geht: Um Erin­ne­rung und Verlust, um neo-roman­ti­sche Melan­cholie.

Love’s Labour’s Lost

Es scheint ja langsam zur Routine zu werden, dass man den großen Kenneth Branagh nicht mehr zu schätzen weiß. So lange es ihn nicht dran hindert, so wunder­bare Filme zu machen, sei’s mir wurscht. Hinter der turbu­lenten, fröh­li­chen und stil­si­cheren Musical-Fassade mit ihrem raffi­niertem color-coding ging’s hier auch wieder um eines der Grund­themen von Branaghs Shake­speare-Verfil­mungen überhaupt: Männer und Krieg und was das Männer­er­lebnis Krieg mit der Zivi­li­sa­tion in Frie­dens­zeiten anstellt.

Romance

Kein ange­nehmer Film, gewiss. Viel­leicht nicht einmal ein schöner. Aber ein apoka­lyp­tisch scho­nungs­loser, eiskalter und oft genug tref­fender Blick auf Bezie­hungen und Sex – und ein ernst­zu­neh­mender Versuch, unka­schierte Körper-Bilder von Inti­mi­täten wieder für andere, produk­ti­vere Zwecke zurück­zu­ge­winnen als die der Porno­gra­phie.

Baise-moi

Miss- und unver­standen sind gar kein Ausdruck für die Rezeption des Films. Begrün­dung ist bei Artechock nach­zu­lesen.

The Virgin Suicides

Auch eine dieser Suchen nach der verlo­renen Zeit, die dieses Jahr so sprossen. Darunter diejenige, die am nähesten dran war an dem, was es heißt, Teenager zu sein. Und viel­leicht die, die sich ihr Geheimnis und die Uner­reich­bar­keit des Vergan­genen am elegan­testen bewahrte.

Eye of the Beholder

Eine Art Fran­ken­stein’s Daughter, ein Film über einen Mann, der erst mit Blicken, dann mit Taten sich eine Tochter bastelt. Mit der er dann, wie Fran­ken­stein mit seinem Geschöpf, im Eis endet – in diesem (nie aufdring­lich) zita­ten­rei­chen Kino­wunder, das so viel mehr an Aufmerk­sam­keit verdient gehabt hätte.

The Cell

Wasser, Fluten, Ströme, Tropfen überall, in dieser gigan­ti­schen Bilder­flut, durch die vielmehr Substanz rinnt als die meisten vermuten.

In the Mood for Love

Man muss seine Worte mit Bedacht wählen, so zart, so fragil ist dieser Film. Ein Erlebnis eher wie der Duft einer Fremden, der noch im Zimmer hängt, das sie eben verlassen hat. Wie der körper­lose, eher zu ahnende Geschmack feiner Trüffel. Eine stille Elegie für alles, was hätte sein können an Glück aber nie war und jetzt nie mehr sein kann.

Sweet and Lowdown

Was soll ich lobpreisen, wo’s der große Oehmann schon getan hat. Erlauben Sie mir, dass ich Sie vertrau­ens­voll an ihn verweise.

Erkan & Stefan

Doch, es gibt sie: Richtig gute deutsche Film­komö­dien, mit echtem Gespür für Kino (nicht Fernsehen!), Verwurz­lung in echten einhei­mi­schen Milieus, echtem Vers­tändnis für Humor. Mit traum­wand­le­risch sicherem Timing, mit Gags, die dem Publikum nicht mit dem Holz­hammer über­ge­braten werden, mit Clever­ness und Tempo. Deutsche Film­komö­dien, bei denen man sich für keinen Lacher schämen muss und sich keiner der Verant­wort­li­chen zu gut für das vorkam, was da entstand. Respekt, die Herren Moos­leitner, Lust und Herbig, Respekt!

Man on the Moon

Was wurde da nicht dumm rumge­ze­tert, ob’s nun eine gelungene Biogra­phie von Anarcho-Komiker Andy Kaufman sei oder nicht. Alles neben dem eigent­li­chen Punkt, Freunde. Milos Forman hat hier einen Film über viel Grund­le­gen­deres gemacht: Über Performer und ihre Beziehung zum Publikum, über den schwie­rigen Kontrakt zwischen Künstlern und Zuschauern. Und gerade deswegen ist auch Jim Carrey eine Ideal­be­set­zung: Nie läßt er (absicht­lich oder unab­sicht­lich sei dahin­ge­stellt) durch­bli­cken, ob und wo hinter all den Masken denn ein »echter« Andy Kaufman zu finden sein. Und genau darum geht’s.

Pornostar

So ein Titel, und dann so ein wunderbar schwe­bender, feiner Film. Japaner, sind wir ehrlich, spinnen halt. Aber sie machen verdammt gutes Kino.

Black & White

Da bekommt endlich, endlich wieder mal einer von James Tobacks Filmen hier­zu­lande einen Verleih – und dann vermurkst der den Start so kolossal und unver­s­tändig. Die wenigen, die das Glück hatten, den Film im Original zu sehen wissen: Das mit Abstand Klügste, Umfas­sendste und Ehrlichste, was zum Thema Rasse in Amerika dieses (und manch anderes) Jahr über die Leinwand flackerte. Endlich wer, der kapiert hat, dass Rassen­dis­kurs erstmal auch ein Sprach­dis­kurs ist. Endlich jemand, der den verdammten Mut hat zuzugeben: Es gibt zu diesem Thema endlos Fragen und kaum Antworten – einfache schon gleich gar nicht.

Ghost Dog: The Way of the Samurai

Wissen Sie was: Lesen Sie doch dem werten Herrn Herrmann seinen Text dazu. Dann erfahren Sie, warum der Film wichtig ist.

Der Krieger und die Kaiserin

Ich hatte durchaus auch meine Probleme mit diesem Film, keine Frage. Aber es waren Probleme auf einem Level, das andere deutsche Filme gar nicht erst erreichen. Tykwer ist einer der ganz wenigen hier­zu­lande, der überhaupt wirk­li­ches Kino macht – und allein die Sequenzen unter dem Lastwagen und beim Bankraub hätten schon gereicht, um den Streifen auf diese Liste zu hieven.

Space Cowboys

Clint hat’s raus, da gibt es nix dran zu rütteln. Klar, nicht sein tiefster oder wich­tigster Film (und viel­leicht deswegen sein erfolg­reichster...). Aber so wunderbar entspannte Meis­ter­schaft, die niemandem mehr was zu beweisen hat, ist doch immer wieder ein Balsam für die Cineasten-Seele.

Chicken Run

Was soll ich viel sagen: Auf jeden Fall der mit riesigem Abstand beste, cleverste, groß­ar­tigste Knetmasse-Anima­ti­ons­film über Ausbruchs­ver­suche briti­scher Hühner des Jahres (wenn nicht der Kino­ge­schichte).

Und zwei Filme seien dann zum Schluss noch extra gepriesen, die eigent­lich nicht in den Rückblick 2000 gehören – aber, wie’s in The Cell so schön heißt: »My world, my rules!«
Deswegen also eine besondere Lobprei­sung für David Lynchs The Straight Story, auch wenn der eigent­lich schon Ende 1999 anlief, einfach weil er gar so schön war. Und weil Richard Farns­worth erst unlängst den Traktor gen Himmel bestiegen hat.
Und eine weitere solche Lauda für Ang Lees Crouching Tiger, Hidden Dragon. Der eigentlich erst im Januar anläuft, aber – ällerbätsch! – ich habe ihn schon zweimal gesehen und kann Ihnen allen nur sagen: Freuen Sie sich drauf! Wenn der auch nur annähernd ein Indiz dafür ist, wie’s 2001 cineastisch weitergeht, dann dürfte es wieder ein sehr gutes Jahr werden...