03.02.2022

»Wir sind nicht China!«

Torsten Frehse
Torsten Frehse, Geschäftsführer des Filmverleihs »Neue Visionen«
(Foto: Torsten Frehse)

Der Filmverleiher Torsten Frehse über das Kino in der Pandemie, Angst und Widersprüche und über Forderungen nach einer Absage der Berlinale

Seit 1997 ist Torsten Frehse, geboren 1973, Geschäfts­führer des von ihm gemeinsam mit Wulf Sörgel gegrün­deten Berliner Film­ver­leihs Neue Visionen. Zuvor arbeitete Frehse als Disponent und Geschäfts­führer für verschie­dene Kino­be­triebe. Nach 25 Jahren ist Neue Visionen einer der wich­tigsten und größten Arthouse Film­ver­leihe in Deutsch­land. Seit einigen Jahren ist Frehse auch Vorstands­mit­glied des unab­hän­gigen Film-Verlei­her­ver­bandes »AG Verleih«.

Das Gespräch führte Rüdiger Suchsland

artechock: Wie geht es eurem Verleih »Neue Visionen«, und wie geht es aus deiner Sicht überhaupt dem Kino, seitdem die erste Phase der Corona-Lockdowns im vergan­genen Sommer vorbei war, und die Kinos wieder öffneten?

Torsten Frehse: Das, was uns Verleiher fertig macht, ist die Unplan­bar­keit, die Kurz­at­mig­keit und Unsi­cher­heit der Situation. Jeder Kinostart ist ein großes Invest­ment. Das kann bei »Neue Visionen« auch mal eine halbe Million oder mehr sein.
Wir sind während der gesamten Pandemie mit drei Filmen gegen den Baum gefahren. Und natürlich gibt es die Angst, dass uns mit dem nächsten Film so etwas wieder passiert. Das prägt einen. Wir sind als »Neue Visionen« zwar ein recht stabiles Unter­nehmen – es wird uns nicht kaputt­ma­chen – aber neben dem eigent­li­chen Pande­mie­ge­schehen habe ich anderes beob­achtet, was mich besonders erschüt­tert hat: Man kann auf bestimmte Sachen nicht mehr vertrauen. Auf die ich jeden­falls zuvor vertraut habe: Ich habe den Poli­ti­kern vertraut, dass es tatsäch­lich Öffnungen geben wird, wenn ausrei­chend Leute geimpft sind – zumindest für dieje­nigen die geimpft sind. Insofern haben mich der nächste Lockdown und die extremen Einschrän­kungen für das Kino im November 2021 auch sehr unvor­be­reitet getroffen. Das kam so plötzlich, dass wir überhaupt keine Zeit hatten, darauf zu reagieren oder uns etwa vorher darauf einzu­stellen. Das war sehr hart.
Zumal es ja nicht nur um den Verleih und die dort Beschäf­tigten geht, sondern auch um die ganzen Talente unter den Filme­ma­chern Filme­ma­che­rinnen – was da an Arbeits­kraft und Energie verloren ging! Das ist fast das größere Problem, das einen auch psycho­lo­gisch fertig macht.
An und für sich ist der Kinomarkt schon ein speku­la­tives Geschäft. Aber jetzt ist eine Größen­ord­nung an Speku­la­tivem hinzu­ge­kommen, die die normale Arbeit fast unmöglich macht.

artechock: Du hast früher selber Kino gemacht, du bist auch mit vielen Kino­be­trei­bern aus ganz Deutsch­land befreundet. Ihr arbeitet mit denen ja auch zusammen. Ich hatte den Eindruck, dass die Kinos grund­sätz­lich besser durch die Pandemie gekommen sind, weil sie auch von der öffent­li­chen Hand viel, viel besser behandelt wurden, als die Verleiher. Weil sie als Kulturort angesehen und wert­ge­schätzt wurden, die Verleiher eher als eine normale Vertriebs­agentur, als Händler betrachtet wurden.

Torsten Frehse: Naja, es gab vom BKM auch Maßnahmen für Verleiher. Das kann nicht für jeden alles ausglei­chen, für einige kleinere war es ein sehr guter Ausgleich, für einige größere nicht so sehr. Es gab dann auch noch andere Hilfen.
Ich denke, dass es umgekehrt auch für die Kinos zwar öffent­lich Unter­stüt­zung gab, aber die Folgen trotzdem schlimm sind: Mir kommen viele Maßnahmen in Bezug auf das Kino über­trieben vor.
Und ich habe Angst, wenn ich sehe, wie viele Pandemie-Maßnahmen auf das Kino wirken. Ich habe Angst, dass dies vielen Menschen nach­haltig das Kino verdirbt. Wenn ich allein sehe, wie kompli­ziert es ist, ins Kino hinein zu kommen. Wie lange es dauert. Weil es sehr viele Kontrollen gibt.
Ich bin sehr dankbar, dass in Berlin jetzt immerhin die Kontakt­ver­fol­gung offiziell aufge­geben wurde. Wir haben ja schon lange geahnt, dass diese Kontakte nicht richtig verfolgt werden konnten, und dass diese ganzen Daten auch nicht viel genutzt haben. Für die Kinos war es aber viel Aufwand, allein diese ganzen Daten zu sammeln und zu verwalten.
Und dann natürlich die 2G + Regelung. Am Anfang brauchte man sogar dann noch ein Tages-Test, wenn man geboos­tert war. Das war in vielen Städten den Leuten viel zu kompli­ziert. Und wenn man dann im Kino trotz Abständen auch noch mit Maske sitzen muss, dann ist das für viele Menschen nicht mehr das Kino­er­lebnis, das sie sich vorstellen. Vor allen Dingen war es nicht mehr das spontane Erlebnis, das sich viele wünschen. Dass am Abend Stefan zu Stefanie sagt: Lass uns mal ins Kino gehen. Das war unmöglich. Jetzt muss man sich am besten drei Tage vorher online anmelden. Für die Cine­philen ist das nicht schlimm, aber für die breite Masse, für die unter­schied­li­chen Schichten der Bevöl­ke­rung spielt es eine Rolle. Die verlieren die Lust auf Kino. Das ist aber das Publikum, das wir auch erreichen wollen.
Man sieht, dass die Sachen immer noch funk­tio­nieren, die eine sehr starke »Marke« haben: James Bond, Dune, im Arthouse­be­reich preis­ge­krönte Filme wie Nomadland und Der Rausch.
Aber unsere Filme sind auch andere. Wir bauen eher aus unbe­kannten Sachen mit einer guten Kampagne etwas auf. Und diese Möglich­keiten verlieren wir gerade voll­kommen.

artechock: Wir haben ja in den letzten zwei Jahren gelernt, dass Kinos angeblich ein besonders gefähr­li­cher Ort sind. Sie wurden als besonders gefähr­lich behandelt. Und gleich­zeitig haben die Menschen gelernt, dass man auch wochen­lang zu Hause auf dem Sofa sitzen kann, und Filme im Stream gucken. Ist das nicht genauso schön?

Torsten Frehse: Dazu möchte ich Karl Lauter­bach zitieren. Der hat öffent­lich gesagt: Gehen Sie ruhig ins Kino. Das Kino ist ein sicherer Ort. Wir sehen es ja auch beim RKI. Das Kino kommt in deren Daten­sätzen statis­tisch als Über­tra­gungsart gar nicht vor.
Wenn wir in der Pandemie eine einzige Sache gelernt haben, dann, dass wir mehr auf die Wissen­schaft hören sollten. Wenn wir der Wissen­schaft folgen, dann sehen wir, dass das Kino kein Pandemie-Treiber ist. Natürlich möchte man manchmal neben dem einen oder anderen nicht zu eng sitzen – aber das mochte man auch vorher nicht.

artechock: Aber Öffent­lich­keit und Medien funk­tio­nieren nun mal nicht wissen­schaft­lich, sondern über Emotionen. Und den Deutsch­land bedeutet das oft: über Angst...

Torsten Frehse: Ich fand Angst zu Beginn und während des ersten Lockdowns verständ­lich und nach­voll­ziehbar. Danach kamen dann die Wider­sprüche auf: Für mich war am meisten unver­ständ­lich, warum Gottes­dienste statt­finden durften, zum Teil sogar im Kino, auch Lehr­ver­an­stal­tungen – aber Filme durften nicht gezeigt werden, weil sie amtlich anders definiert wurden. Kultur­ver­an­stal­tungen waren geschlossen und auch Fußball­spiele mussten unter Ausschluss der Öffent­lich­keit statt­finden, obwohl man dann im Freien sitzt.
Man kann da manchen Entschei­dungen in der Politik Unwis­sen­heit unter­stellen – aber nicht über Monate. Die Fakten lagen irgend­wann auf dem Tisch. Ich spreche hier nicht nur als jemand, der vom Kino lebt, sondern auch als Staats­bürger, als einer, der davon überzeugt ist, dass Kinos und Theater wichtige Orte für den sozialen Zusam­men­halt und für die gesell­schaft­liche Verstän­di­gung sind.
Ich verstehe, warum es Beschrän­kungen gibt, aber spätes­tens wenn ein Großteil der Bevöl­ke­rung geimpft ist, dann muss es zumindest für diese Geimpften Locke­rungen und Öffnungen geben. Auch im Kino.
Deutsch­land unter­scheidet sich von vielen anderen Ländern darin, dass man jedem Menschen in allen Lebens­be­rei­chen die persön­liche Entschei­dung abnehmen will.
Man muss aber bestimmte Lebens­ri­siken in Kauf nehmen, und Selbst­ver­ant­wor­tung zulassen. Böse gesagt: Wenn ich höre, dass in Thüringen in einem Altenheim 27 Menschen sterben, und 21 davon sind nicht geimpft, dann tut es mir vor allem für die sechs Geimpften leid. Wer aber zu unvor­sichtig ist, sich nicht impfen zu lassen, mit dem habe ich relativ wenig Mitleid.

artechock: Hat man in Deutsch­land eine Furcht vor der Freiheit?

Torsten Frehse: Das Problem ist, dass alle anderen Menschen für die Blödheit von Wenigen in Haftung genommen werden, und Einschrän­kungen über Wochen und Monate in Kauf nehmen müssen. Das ist für mich nicht in Ordnung.
Bestimmte Sachen sind für mich nicht nach­voll­ziehbar. Die Redu­zie­rung von Intensiv-Betten, der Kosten­auf­wand, der in diesem Bereich gescheut wird – während man ein Viel­fa­ches davon ausgibt, um Einschrän­kungen zu finan­zieren. Da stehen Maßnahmen in keinem Verhältnis zum übrigen gesell­schaft­li­chen Schaden.
Da sind es nicht wir Kino­ma­cher, die die Gefahr nicht ernst nehmen, sondern die Politik, die das nicht ernst nimmt. Ich habe den Eindruck, dass es sich hier zum Teil um Staats­ver­sagen handelt.

artechock: Aber es gibt viele Menschen, gerade unter den wohl­ha­benden satu­rierten Bildungs­bür­gern, die in Berlin-Mitte sitzen, wo wir uns gerade treffen, auch zum Beispiel unter den Angehö­rigen der Berliner Medien­blase, die scheinen es sich in und mit der Pandemie gut einge­richtet zu haben...

Torsten Frehse: Ja genau! Auch in Teilen meines eigenen Freun­des­kreises merke ich, dass sich hier eine neue Bequem­lich­keit entwi­ckelt.
Etwa die Hälfte der Bevöl­ke­rung geht in der Regel sowieso nicht auf Kultur­ver­an­stal­tungen. Die sitzen gern zu Hause auf dem Sofa. Und für die war die Pandemie eine regel­rechte Entlas­tung. Man musste sich nicht mehr recht­fer­tigen dafür, dass man zu Hause sitzen bleibt, und eine dumme Serie guckt.
Unter dieser Gruppe Menschen gibt es jetzt zunehmend eine Stim­mungs­lage, die geradezu kultur­feind­lich ist. Zu dieser Gruppe gehören natürlich Teile des normalen Publikums, aber nach meiner Beob­ach­tung nicht so sehr viele Kino­ver­leiher und Kino­be­treiber und auch nicht viele Filme­ma­cher, dagegen aber schon weitaus häufiger Medi­en­men­schen und Film­kri­tiker. Das findest Du also auch?

artechock: Ja, ich habe auch den Eindruck, dass es unter den deutschen Kollegen gar nicht so wenige gibt, die am liebsten zu Hause bleiben und Filme auf dem Computer als Stream gucken. Und sie wünschen sich am liebsten alles immer online.
Aber das passt jetzt gut, denn wir müssen jetzt sowieso auf die Berlinale kommen, die nächste Woche beginnt. Um Dich als Einkäufer und Verleiher zu fragen: Der Markt wurde ja komplett abgesagt. Obwohl viele Markt­teil­nehmer und Film­händler vor allem aus dem Ausland gern gekommen wären.
Was ich daran nicht verstehe ist zum einen wieder der Punkt der Freiheit: Dass Berlinale und ihre Träger den Menschen nicht selbst die Entschei­dung über­lassen, sondern sie ihnen zwangs­weise abnehmen.
Zum Zweiten, dass die konkret mensch­liche Dimension, die Frage wie Menschen nun mal handeln, auch wenn man sie gern anderes erziehen würde, wieder mal voll­kommen vergessen wird. Menschen lassen sich nicht steuern, auch nicht von der Berlinale. Die Folge: Der Markt findet jetzt natürlich trotzdem statt, nur eben auf Hotel­zim­mern und im Café, wo alles weitaus infek­tiöser und unkon­trol­lierter ist. Außerdem – und das ist wirklich der Gipfel des Irrsinns – bietet die Berlinale jetzt den Markt­ak­kre­di­tierten doch noch Slots zum Treffen an und orga­ni­siert dies aktiv. Das heißt: Man kann Tische buchen, die im Gropi­usbau stehen, wo sonst der Markt stünde.
Wie handhabst Du das selber? Und hat es für Dich eine Logik, dass das Virus im Gropi­usbau gefähr­lich ist, 100 Meter weiter in Berlinale-Palast nicht?

Torsten Frehse: Nein, hat es nicht. Natürlich hätte ich es schön gefunden, wenn der Markt statt­finden würde. Ich hätte es schön gefunden, mit den Kolle­ginnen und Kollegen aus der ganzen Welt persön­lich verhan­deln zu können. Es ist jetzt gar keine Trotz­re­ak­tion oder ein Protest, aber wir vom Verleih haben unsere EFM-Akkre­di­tie­rung bis auf eine Ausnahme zurück­ge­geben.
Denn es ist schlicht und einfach – wie du sagst – unprak­tisch. Wenn ich zwei Filme am Tag physisch gucke, dann werde ich nicht zwischen­durch nach Hause fahren, um dort einen Film auf dem Handy anzusehen. Und ich bin auch ziemlich sicher, dass mir die Welt-Vertriebe, die wollen, dass ich den Film im Kino sehe, diesen auch zugäng­lich machen. Der EFM war im vergan­genen Jahr sehr gut orga­ni­siert. Aber ich bin einfach persön­lich müde, Filme online zu gucken. Und ich glaube auch nicht, dass mir der eine oder andere Film wegläuft, den ich jetzt im Stream sehen könnte.
Insofern werde ich Filme wie in Cannes und Venedig physisch im Kino erleben, und die Menschen treffen, die ich treffen will, dann eben ohne Markt­stände, und darauf freue ich mich auch.

artechock: Wäre es nicht konse­quenter gewesen, eine Berlinale ausnahms­weise nur für die Profis zu machen, das heißt für Markt­teil­nehmer für Filme­ma­cher und für die Presse? Von denen hätte man alle Daten, man könnte sicher­stellen, dass sie geimpft und geboos­tert sind, und es wäre insgesamt über­schaubar.
Findest du es logisch, dass sich die Berlinale anders entschieden hat?

Torsten Frehse: Natürlich wäre mir eine solche Gäst­e­va­ri­ante die bequemste gewesen. Ich kenne die Berlinale auch nur so. Man sieht die Menschen nur, wenn man einmal durch die Arkaden läuft und sie dort stun­den­lang anstehen. Auf der anderen Seite hat die Berlinale eine lange Tradition als Festival mit Publikum. Und für mich als Verleiher ist es wichtig zu sehen, wie ein Film bei dem richtigen Publikum ankommt.

artechock: Wir haben aber keine normalen Zustände. Es geht ja im zweiten Jahr der Pandemie auch darum: wie macht man ein Festival? Es geht auch darum, dass die Berlinale nicht grund­sätz­lich beschä­digt wird.
Nun gibt es ja dieser Tage ausge­rechnet von Seiten einiger vor allem Berliner Film­kri­tiker die Forderung, dass die Berlinale ganz abgesagt wird. Aus Angst vor Infektion. Und wohl auch aus Bequem­lich­keit.
Nach diesen Stimmen sei es auch unter den jetzt geplanten massiven Einschrän­kungen unver­ant­wort­lich, dass die Berlinale durch­ge­führt wird.
Gleich­zeitig kann man ein paar hundert Meter weiter, im gleichen Cinemaxx Kino, oder auf den Kinos der Kant­straße und am Kudamm und im Cubix selbst­ver­ständ­lich ins Kino gehen, wenn es sich um normalen Kino­be­trieb handelt. Und zu den entspre­chenden normalen Pres­se­vor­füh­rungen kommen die gleichen Kritiker, die sich jetzt durch die Berlinale gefährdet sehen. Das hat überhaupt keine Logik für mich...

Torsten Frehse: Das ist für mich auch unver­ständ­lich. Wir haben Gesetze und Verord­nungen in unserem Land. Und wenn eine Veran­stal­tung entspre­chend all dieser Verord­nungen und Gesetze statt­findet, oder im Fall der Berlinale sogar noch unter zusätz­li­chen schär­feren Sicher­heits­maß­nahmen, dann finde ich die Forderung nach Absage kultur­feind­lich.
Mich macht das auch traurig, weil ich dahinter eine erschre­ckende Gleich­gül­tig­keit gegenüber dem Kino und ein Banau­sentum sehe, ausge­rechnet bei Film­kri­ti­ke­rinnen und Film­kri­ti­kern. Und wenn eine davon auch noch die Film-Redak­teurin von »Zeit-online« ist, dann bin ich entsetzt.

artechock: Du hast eine zu hohe Meinung von der »Zeit«.

Torsten Frehse: Mögli­cher­weise. Ich bin da viel­leicht naiv genug, dass es mich scho­ckiert. Ich finde es auch über­griffig: Die poli­ti­sche Diskus­sion geht ja im Gegensatz dazu in Richtung Öffnung. Jede Gesell­schaft möchte gerade öffnen.
Darum erschre­cken mich solche Forde­rungen, gerade wenn sie aus dem Kultur­be­reich kommen. Wir sind nicht China.