Home Sweet Home

Simbabwe/F 1999 · 85 Minuten
Regie: Michael Raeburn, Heidi Draper
Drehbuch: ,
Kamera: Michael Raeburn
Schnitt: Elizabeth Downer

Doku­men­ta­tion (DV → 35mm, Farbe)

»Ein Paar lebt auf einem Boot und fährt in die USA, um Thanks­gi­ving zu feiern. Michael glaubt, dass die Reise sinnlos ist, da Familien sich niemals gut verstehen, Heidi wider­spricht dem heftig. Als sie im Dauer­regen nach Boston fahren, breitet sich eine träu­me­ri­sche Stimmung im Auto aus, die poetische Erin­ne­rungen an die Kindheit stimu­liert: Heidi denkt an das Boston der WASPs (White Anglo-Saxon Protes­tant) und Michael an das britische Kolo­ni­al­afrika. Ein bewe­gendes Portrait von der sehr unter­schied­li­chen und sich doch selt­sa­mer­weise ähnelnden Erziehung der beiden, welche die Notwen­dig­keit und den Wert von Familie hinter­fragt.

A couple living on a boat in Paris come to the USA for Thanks­gi­ving. Michael thinks the journey is futile as families never got on, but Heidi disagrees strongly. As they drive to Boston in permanent rain, a dreamy atmo­s­phere invades the car stimu­la­ting poetic memories of childhood, in WASP Boston for Heidi, in British colonial Africa for Michael. A moving portrait of two very different yet oddly similar upbrin­gings which queries the necessity and value of family.

Michael Raeburn und Heidi Draper über den Film:
Der Film wurde mit Bedacht ausge­brütet. Heidi hatte Doku­men­tar­filme auf DV gemacht, aber Michael stand der „billigen“ Video-Tech­no­logie miss­trau­isch gegenüber. So begannen wir ganz locker auf einer Autofahrt von New York nach Boston, die wir wegen Thanks­gi­ving unter­nahmen, uns gegen­seitig zu filmen. Während der langen Fahrt sprachen wir über die Familie, Michael war dagegen einge­stellt und Heidi dafür. Es regnete die ganze Reise durch. Später, als wir uns die Kassette anschauten, fiel uns die zeitlose und myste­riöse Atmo­s­phäre auf, die durch die Bilder von dem sich im Dämmer­licht bewe­genden Wagen in mitten Millionen anderer Menschen, ebenfalls einge­sperrt in ihre Autos und auf dem Weg nach Hause, um sich für die reiche Ernte und Frei­ge­big­keit des Landes Amerika zu bedanken. Mit dieser einen Kassette legten wir das Thema fest; und in der Tat stellt die Autofahrt nach Boston die Grund­struktur des Filmes dar. In den nächsten zwei Jahre, als wir uns zwischen Afrika, Europa und den USA bewegten, dachten wir über Szenen unserer jewei­ligen Kindheit nach, die am besten unsere Erin­ne­rungen wieder­gaben. Wir hatten keine Ahnung, wohin uns das führen sollte. Diese explo­ra­tive fast psycho­ana­ly­ti­sche Erkundung hielt während der ganzen Dreh- und Schnei­de­ar­beiten an.

Bio-Filmo­gra­phie
Heidi Draper

Geboren in Boston. Abschluss am Wellesley College und Magister in Ethno­logie, studierte gleich­zeitig Film/Video am MIT unter der Leitung von Ricky Leacock. Sie arbeitet als unab­hän­gige Doku­men­tar­fil­me­ma­cherin und Produ­zentin.

Filme (Auswahl):
1989 La grande aventure d’Aix en Province
1994 The Musical Steppes of Mongolia
1997 Chansons à flots – Roland & Reinhardt
1998 Cultures nouvelles en dios
1999 Home Sweet Home

Michael Raeburn

Geboren in Kairo und aufge­wachsen in Zimbabwe. Honours Degree an der Zimbabwe und London Univer­sity. Promo­vierte an der Univer­sität Aix-en-Provence und am Institut des Hautes Études Ciné­ma­to­gra­phi­ques. Er hat mehr als 20 Filme geschrieben und gedreht.

Filme (Auswahl):
1970 Rhodesia Countdown
1977 Beyond the Plains where Man was born
1982 The Grass Is Singing
1991 Jit
1998 Winds of Rage
1999 Home Sweet Home

Produk­tion: Mukuvisi Films Zimbabwe in Zusam­men­ar­beit mit Lizard c.s.e. Frank­reich, Peniche „Paros“, Port de Suffren, F-75015 Paris, Tel. +33-1-4551-3921, Fax. +33-1-4555-2902, e-mail hdraper@compu­serve. com, MRaeburn@compu­serve.com
Urauf­füh­rung: Januar 2000 in Göteborg/Schweden
(15. inter­na­tio­nales Doku­men­tar­film­fes­tival München)«

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