23.08.2006

Hard-Rock Tai-Chi und andere Fragmente der Anmut

THE WHISPERING OF THE GODS
The Whispering Of The Gods

Ex oriente lux: Das asiatische Kino rettet das Filmfestival von Locarno

Von Rüdiger Suchsland

Tod in Beirut. Ein Seri­en­killer geht um in der liba­ne­si­schen Haupt­stadt, jeden Morgen werden neue Tote gefunden, und dass ihre Körper blutleer sind, und bis auf Biss­spuren am Hals äußerlich unver­sehrt, führt bei den unter­su­chenden Ärzten und Poli­zisten schnell zu einem Schluß, der keinen Film­kenner über­ra­schen kann – es muß ein Vampir sein, der da sein Unwesen treibt. Le Dernier Homme vom Libanesen Ghassan Salhab nimmt dann aber doch eine ganz andere Richtung und erzählt in mitunter traum­wand­le­ri­schem Ton von einem Mann mit über­emp­find­li­chen Augen, der sich vor der Welt und ihren Forde­rungen in die Gebor­gen­heit der Nacht zurück­zieht; eine Gespens­ter­ge­schichte mögli­cher­weise. Und gespens­tisch mutet es an, diesen Film gerade jetzt zu sehen, wenn das Beirut, das er zeigt, jeden Tag ein Stück mehr untergeht, das flirrend dichte Metro­po­len­leben im Zentrum des Films selbst zur imaginären Erin­ne­rung geronnen ist. Le dernier homme gehört zu den inter­es­san­teren Filmen der »Cinéastes du present«, der zweiten, expe­ri­men­tel­leren Reihe beim Film­fes­tival in Locarno.

Pleiten, Pech und Pannen

In Locarno war vieles anders in diesem Jahr: Mit Frédéric Maire hat das Festival einen neuen Leiter, die Zahl der Filme wurde reduziert, die der Reihen aber nicht, sodaß Besucher mit einem Kuddel­muddel konfron­tiert sind, in dem das wirklich Sehens­werte leicht übersehen wird. Und daß mit den »Cinéastes du present« ein zweiter Wett­be­werb neu einge­führt wurde, trägt auch nicht gerade zur Klarheit bei. Seit einigen Jahren schon versucht Locarno, hete­ro­gene Ansprüche mitein­ander zu verbinden: Einer­seits will man ein Publi­kums­fes­tival sein, das abends mehrere tausend Zuschauer im Frei­licht­kino auf der Renais­sance-Piazza mit populären Werken und Star­prä­senz in Wonne versetzt, ande­rer­seits ein »A-Festival«, das in einem Wett­be­werb mit gleich 21 inter­na­tio­nalen Premieren aufwarten und als Global Player auf einem Niveau mit Cannes, Venedig und Berlin mitspielen kann. Das Ergebnis ist ein provin­zi­eller Gemischt­wa­ren­laden, dessen Wett­be­werb beim besten Willen nur dritt­klassig genannt werden kann – weil er einer­seits zu inter­na­tio­nalen Premieren verdammt ist, um seinen Status nicht zu verlieren, die besten Filme aber woanders landen. Auch das im Vergleich wesent­lich konzen­trierte baskische San Sebastian hat den direkten Konkur­renten inzwi­schen klar abgehängt.
Dagegen domi­nierten Pleiten, Pech und Pannen Locarno 2006: Schon vor Eröffnung war mit der fran­zö­si­schen Schau­spie­lerin Emma­nu­elle Devos das erste Jury­mit­glied abge­sprungen, während des Festivals fiel auch Regis­seurin Barbara Albert aus, weil das Festival trotz entspre­chender Warnung nicht bedacht hatte, dass sie in einem Wett­be­werbs­film beratend mitge­wirkt hatte. Fast symbo­lisch war es da, dass Frederic Maire am Frei­tag­abend auf offener Bühne einen Schwächen­an­fall erlitt – das ganze Festival machte einen ange­schla­genen Eindruck. Symbo­lisch verkör­perte auch die Eröffnung die Probleme: Auf der Piazza wurde der Hollywood-Block­buster Miami Vice von Michael Mann gezeigt, der bei aller Souver­ä­nität zwar nicht an die besten Filme des Regis­seurs von Heat oder Colla­teral heran­reicht, aber immerhin gut unter­hielt. Doch die angekün­digten Stars hatten allesamt abgesagt und die Video­gruß­bot­schaft Michael Manns dauerte keine 20 Sekunden und erntete beim Publikum nur enttäuscht-höhni­sches Gelächter. Will man sich da wirklich mit einem Willem Dafoe trösten, der zum x-ten Mal Anekdoten vom PLATOON-Dreh mit Oliver Stone erzählt, oder mit einer Kauris­mäki-Retro­spek­tive, die es fast identisch erst vor zwei Jahren in München gab?

Licht­blicke zwischen privaten Geschichten ohne Tiefgang

Solche Festi­val­po­litik müsste außer einigen Profis trotzdem niemanden stören, wären die Filme für sich genommen bemer­kens­wert. Im Wett­be­werb gilt das aber nur für weniges: Der Schweizer Beitrag Das Fräulein von Andrea Staka, der am Ende gewann knüpft in Besetzung und Sujet an den Berlinale-Sieger Grbavica an, und gefällt durch gute Kamera, Leiden­schaft und Humor – bevor er zum Fern­seh­spiel­melo gerinnt.

Auch der deutsche Beitrag Der Mann von der Botschaft vom Georgier Dito Tsint­s­adse widmet sich dem Verhältnis zwischen reichem Westen und wildem Osten und hat auch filmisch ein paar gute Ansätze. Er handelt von einem deutschen Diplomat, der sich in Tiflis mit einem 12-jährigen Mädchen aus den Slums anfreundet. Getragen von der stoischen Inten­sität Burghart Klaußners und seiner Partnerin Lika Martinova spielt der Film eine Weile gekonnt mit dem bekannten Motiv der Begegnung zweier Welten, dem Unver­s­tändnis beider Umge­bungen und einem in der Luft liegenden Miss­brauchs­ver­dacht. Doch die Balance wird mit bedeu­tungs­voller Unent­schie­den­heit erkauft, und am Ende gewinnen die Klischees Oberhand. Der souver­änen Bild­ge­stal­tung fehlt die ergän­zende Neugier des Regis­seurs. Der inter­es­siert sich weder für den Schau­platz Tiflis, wo man nach jeder Einstel­lung gern noch mehr sehen würde, noch für den spießigen Botschafts­alltag, bei Tsint­s­adse als Geis­ter­haus insze­niert.

Ein Mann und eine Frau, das ist immer noch das größte aller Kino­themen. Ian Dilthey, deutscher Regisseur schot­ti­scher Abstam­mung, hat ihm jetzt einem ganz beson­deren Aspekt abge­rungen: In seinem neuen Spielfilm Gefangene, dem zweiten deutschen Film im Wett­be­werb, erzählt er ein Kammer­spiel der Zwang­haf­tig­keit und bleiernen Sehnsucht, erzählt von einer Liebe, die ohne Obsession und Zwang­haf­tig­keit nicht zu denken ist. Schon Visconti erzählte die Liebe zweier Beses­sener, Dilthey führt, irgendwo in Deutsch­land, zwei ungleiche, fast verhun­gerte Seelen zusammen. Er sitzt im Knast, ihr Leben ist ein Gefängnis anderer Art – ohne Liebe, ohne Hoffnung, eintönig und isoliert lebt die Wissen­schaft­lerin Irene. Von ihrem Küchen­fenster aus kann sie das städ­ti­sche Gefängnis sehen. Eines Tages beginnt sie, einem der Häftlinge Briefe zu schreiben. Und dann steht er plötzlich in ihrer Wohnung. Ganz langsam nähern sich diese verhär­teten Seelen einander an, tauen ersatz­weise auf – und doch mündet ihre Begegnung nach der gemein­samen Flucht in einen wüsten Gewaltakt. Auch wer dem wenig abge­winnen konnte, den tröstete das heraus­ra­gende Spiel von Jule Böwe in der Haupt­rolle und die punkt­ge­naue, sensible Kamera Hans Fromms.

Ein Aufbruch, eine Reise durch die Land­schaften Kata­lo­niens, von der Indus­tria­li­sie­rung über Bürger­krieg und Franco-Repres­sion hinein ins moderne Spanien von heute. Der sie unter­nimmt, ist der kata­la­ni­sche Regisseur Marc Recha, und sein Film Dies D’agost (deutsch: »August­tage«), ein Filmessay, der intel­li­gent und originell private und gesell­schaft­liche Erin­ne­rungen vermischt, gehörte zu den posi­tivsten Über­ra­schungen im Wett­be­werb von Locarno.

Fast alle übrigen Beiträge boten belang­lose private Geschichten ohne Tiefgang, dafür mit bedeu­tungs­voller Stille. Dass dabei viel geschwiegen wird, ist nicht so schlimm, zumal viele Dialoge ebenfalls erschüt­ternd banal waren, schwerer wiegt, dass auch die Bilder oft nichts zu sagen haben.

Ein Schlacht­fest des Teufels

Einzige Ausnahmen: Dont Look Back, das Debüt des Koreaners Kim Young-nam und der chine­si­sche Film Fu Sheng (Bliss). Der Erstling des Regis­seurs Sheng Zhimin entfaltet die kompli­zierte Struktur einer Familie: Ein Paar lebt einen beschei­denen Lebens­stil. Er ist ein Taxi­fahrer, die Frau soeben in der Fabrik entlassen. Sein Vater lebt mit einer zweiten Frau und derem Sohn aus erster Ehe, der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er findet Arbeit und nähert sich einer jungen Arbeits­kol­legin an, die sich zunächst recht reser­viert zeigt. Einige dunkle Geheim­nisse sind allen diesen Personen eigen. Voller under­state­ment und subtil, sich seinen Figuren vorsichtig annähernd, und mit immer wachem Sinn für soziale und poli­ti­sche Hinter­gründe folgt der Film dieser Familie über einige Wochen ihres Lebens – eines Lebens, das durch Leiden und über­ra­schende Verluste gezeichnet ist, Woche, in denen ihr Schicksal sich ändert. Fu Sheng ist eines der viel­ver­spre­chendsten Debüts des Jahres! Man kann sicher sein: Von diesem Regisseur wird man noch viel hören.

Das gleiche gilt für den Koreaner Kim Young-nam. Sein Debüt Dont Look Back ist ein Portrait dreier Twen­ty­so­me­things in Seoul, deren Leben sich nur gering­fügig überlappt, die aber an den gleichen exis­ten­ti­ellen Problemen leiden: uner­füllte Sehnsucht nach Liebe und Lebens­sinn, die Orien­tie­rungs­lo­sig­keit einer Gesell­schaft, deren Alltag sich in Leis­tungs­zwang, Konsum und Mate­ria­lismus erschöpft. Dont Look Back ist für einen korea­ni­schen Film gar nicht einmal etwas beson­deres, sein feiner lako­ni­scher Humor und die ebenso präzisen, wie poeti­schen Bilder ließen diesen Film aber über das bisherige Wett­be­werbs­pro­gramm hinaus­ste­chen.

Es war kein Zufall, dass diese einzigen echten Licht­blicke aus Asien stammten – das Kino des fernen Ostens ist seit Jahren für positive Über­ra­schungen gut, und wenn man in Europa die jungen, wirklich inno­va­tiven Autoren­filmer an zwei Händen abzählen kann, wirkt Asien im Vergleich dazu wie ein uner­schöpf­li­cher Jung­brunnen, dem Jahr für Jahr ein Dutzend neue, erstaun­liche versierte Regis­seure entspringen, die immer eine genaue Wahr­neh­mung wert sind.

Etwa der japa­ni­sche Debütfilm Germenium No Yoru (The Whis­pe­ring Of The Gods) von Tatsushi Omori: Eine märchen­hafte und zugleich vers­tö­rende, mitunter scho­ckie­rende Kino­er­fah­rung. Der Film beginnt mit einer Sequenz, in der ein junger Mann einen Priester zuerst mit der Hand, dann oral befrie­digt. Alles spielt in einem katho­li­schen Kloster in einer unwirt­li­chen Schnee­land­schaft. Rou ging hier einst zur Schule. Jetzt ist der junge Mann vermut­lich zum Doppel-Mörder geworden, und flieht vor der Polizei in seine alte Schule. Doch die entpuppt sich als Sünden­pfuhl, Priester mißbrau­chen ihre Schüler, und die sich gegen­seitig, Nonnen werden schwanger, Tiere werden gequält. In wunder­schönen, elegi­schen Bildern erzählt Omori eine harte, unbequeme Geschichte über Schuld und Sühne, Gewissen und Verzweif­lung, und die alltäg­li­chen Abgründe des Katho­li­zismus. Der Film entfaltet ein Panorama von Verfüh­rung und Sünde, ein Schlacht­fest des Teufels, könnte man sagen. Die Haupt­figur ist ein reiner Immo­ra­list, und in allem Bösen, das er tut, scheint er von einer seltsamen Unschuld erfüllt, einer reinen Haltung. Einer der Mönche sagt: »Er ist von uns allen am nächsten zu Gott.« So erinnert The Whis­pe­ring Of The Gods den Zuschauer an die scho­ckie­rend-faszi­nie­renden Geschichten des fran­zö­si­schen Surrea­listen George Bataille, und in seiner ruhigen Erzähl­weise, seinem reifen Stil, seiner cleveren Kamera und seiner puren Schönheit auch an Carlos Reygadas Film Battalla En El Cielo. Omoris groß­ar­tiger Film ist auch eine Schlacht im Himmel – eine sehr japa­ni­sche aller­dings.

Serielle Ästhetik

So war es auch verdienst­voll, daß Locarno in seinen Sektionen »Open Doors« und zum digitalen Kino die Aufmerk­sam­keit diesmal ganz auf diese Kino­re­gion lenkt, und dabei zeigt, daß das südost­asia­ti­sche Kino eben aus weit mehr besteht, als aus den bekannten Regionen China, Japan und Korea. 15 Filme aus Indo­ne­sien, Thailand, Singapur und Malaysia laufen hier – einige schon bekannt wie Blissfull Yours vom Thailänder Apichat­pong Weer­a­set­hakul, die meisten aber neu. Besonders die Filme der beiden letzt­ge­nannten Länder sind von erstaun­li­cher Origi­na­lität. Oft entstammen ihre Regis­seure dabei wieder den chine­si­schen Bevöl­ke­rungs­min­der­heiten. Wie Royston Tan, der nach »15« der 2002 in Venedig lief, nun mit »4.30« zum zweiten Mal von einsamen Jugend­li­chen erzählt. Und das durchaus mit Witz: Jeden Morgen begegnet der 12-jährige Xiao Wu auf dem Weg zur Schule einer Menschen­gruppe, die sich zur gemein­samen Tai-Chi-Medi­ta­tion getroffen hat. Und jeden Morgen lässt er sich einen neuen Scherz einfallen, um sie aus der Ruhe zu bringen: Einmal stellt er ihren CD-Player mit tradi­tio­neller Medi­ta­ti­ons­musik einfach aus, ein anders Mal tauscht erblitz­schnell die CD’s aus, und legt ein Hard-Rock-Lied ein. Auch sonst setzt der Film auf Running Gags und eine Abfolge der Wieder­ho­lung immer gleicher Grund­si­tua­tionen und ihre mal nuan­cierte, mal grobe Variation. Auf diese Weise schildert er die Annähe­rung zwischen Xiao Wu und seinem Mitbe­wohner, einem jungen Koreaner, der unter Liebes­kummer leidet, und den er zum Ersatz­vater erkoren hat. Doch eines Tages ist der Koreaner verschwunden

Von Melan­cholie und Trauer grundiert, dabei hoch­poe­tisch und aufmerksam für die Details des Alltags sind viele dieser Filme. Auch Be with Me von Eric Khoo. In klaren, langen Einstel­lungen portrai­tiert er eine Gruppe von Menschen. Ein Sicher­heits­be­amter, der in eine junge Frau verliebt ist, unglück­lich, weil sie sich für Frauen inter­es­siert, und ihrer arg ober­fläch­li­chen Freundin hinterher trauert. Im Zentrum des rührenden, aber nie in Kitsch abglei­tenden, glänzend gestal­teten Films steht die tatsäch­lich exis­tie­rende taub­blinde Schrift­stel­lerin Theresa Chan, und ein Mann der sich erst zufällig, dann immer besorgter um sie kümmert. Auch politisch sind diese Filme, aber indi­rekter, oft ironi­scher in ihrer Kritik: Auch My Beautiful Washing Mashine vom Malaien James Lee führt ein paar Personen zufällig zusammen, lässt sie sich streiten oder Liebes­ver­hält­nisse beginnen, oder einfach mit einander die Schwermut teilen. Besonders genuss­voll insze­niert er aller­dings auch die glit­zernden Ober­flächen der Kons­um­ge­sell­schaft: Bank­au­to­maten, unsinnige TV-Talks, sinnlose Anrufe bei Kunden­hot­lines und immer wieder Besuche im Super­markt, dessen ganz eigene, ebenso cleane wie serielle Ästhetik es Lees Kamera besonders angetan hat, die sie zu surrealen Augen­bli­cken verdichtet.
Besonders sehens­wert waren drei mittel­lange Filme von der hoch­be­gabten jungen Malaiin Tan Chui Mui: Darunter A Tree In Tanjung Malim, der in 26 Minuten eigent­lich nicht mehr zeigt, als das Gespräch zwischen einem 35-jährigen und einem Mädchen, das um Mitter­nacht 18 Jahre alt wird – dies aber in wunderbar beiläu­figen poeti­schen Bildern und dezenter Sprache. Eine Etüde über Hoffnung und Vergäng­lich­keit. Man fühlt sich an Truffaut erinnert und ist doch mitten in einer fremden Welt.

Insze­niert ist alles sehr präzis, und immer sind in diesen Filmen die Bilder mindes­tens genauso wichtig, wie Story und Charak­tere – ohne das man diese vergessen würde. Im Gegensatz zum Kino des Westens müssen sie sich aber nicht dauernd erklären – wer genau hinguckt, kann alles verstehen. Die gemein­same Erfahrung all dieser Filme ist Einsam­keit und der gelassen-ironische, mitunter ein wenig resi­gnierte Blick auf sie.

Beidem kann man auch in einem Kompi­la­ti­ons­film­pro­jekt begegnen, in dem das korea­ni­sche Jeonju-Film­fes­ti­vals seit 2000 jährlich drei bekannte asia­ti­sche Filme­ma­cher vereint. Zu einem vorge­ge­benen Thema drehen sie je einen 30-Minuten-Film. Unter ihnen sind so bekannte Namen wie Tsai Ming-liang und Shinji Aoyama. Der neueste Teil heißt Talk To Her. Während Eric Khoos Fake-Docu­men­tary die erschre­ckenden Erfah­rungen einer indo­ne­si­schen Maid in Singapur resümiert, und der Kasache Dareshan Omirbaev Tschechows »Über die Liebe« in die Gegenwart verpflanzt, spürt der Thailänder Pen-ek Ratana­ruang gemeinsam mit Wong Kar-wai Kame­ra­mann Chris­to­pher Doyle einer unaus­ge­spro­chen Liebes­ge­schichte nach, die sich auf einem Langstre­cken­flug ereignet, und nur in Blicken besteckt: Kino-Tagträume, atmo­sphäri­sche Fragmente aus Anmut und Inten­sität, wie sie zur Zeit nur in Asien finden kann.