Wechselwirkungen |
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| Margherita Spampinatos berührendem Generationenfilm Mein Sommer mit Nonna | ||
| (Foto: Arsenal) | ||
Von Elke Eckert
Die gezeigten Filme, fünf aktuelle Produktionen und ein Filmklassiker, erzählen von Beziehungen, die anfangs schwierig sind, sich aber im Lauf der Zeit verändern, weil die Beteiligten merken, dass sie durch den Austausch und die Annäherung nicht nur den oder die anderen, sondern auch sich selbst besser verstehen.
In Margherita Spampinatos berührendem Generationenfilm Mein Sommer mit Nonna (Gioia Mia) soll der neunjährige Nico ein paar Wochen bei seiner Großtante Gela in Sizilien verbringen. Der Junge fühlt sich, als hätte man ihn in eine Parallelwelt abgeschoben, in der alles fremd ist – seine strengreligiöse Tante, ihre seltsame Wohnung ohne WLAN und das gewöhnungsbedürftige Essen. Aber nach und nach entdeckt Nico, dass Neues auch spannend sein kann, und es gelingt ihm, Gelas Vertrauen zu gewinnen. Die wortkarge Alte erzählt ihm sogar ein Geheimnis, das sie noch niemandem verraten hat… Regisseurin Spampinato arbeitete nach ihrem Literaturstudium jahrelang als Casterin, bevor sie mehrere Kurzfilme inszenierte. Ihr erster Langfilm wurde beim italienischen Filmpreis David di Donatello als bestes Debüt ausgezeichnet. (Sonntag, 4.10., 18 Uhr / Mittwoch, 7.10., 18.15 Uhr)
Auch in der warmherzigen Tragikomödie Immer verkehrt (Come Ti Muovi, Sbagli) von Gianni Di Gregorio müssen Jung und Alt miteinander klarkommen. Gianni, ein pensionierter Lehrer, ist froh, dass er endlich seinen Ruhestand genießen kann, ohne dass ihn dabei jemand stört. Kein Wunder, dass der 75-Jährige nicht besonders begeistert ist, als plötzlich seine Tochter Sofia und die zwei Enkel bei ihm einziehen. Doch nicht nur die neuen Mitbewohner bringen sein wohlgeordnetes Leben durcheinander, auch seine Freundin Giovanna und Sofias reumütiger Ehemann sorgen für jede Menge Wirbel. – Bei seinem Regiedebüt war Gianni Di Gregorio fast Sechzig. Mit 76 ist der Römer in seinem neuesten Film wieder Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Wie in allen seinen bisherigen Werken. (Freitag, 2.10., 18.15 Uhr/ Samstag, 10.10., 18.15 Uhr)
Greta Scarano, die im vorherigen Film als Sofia zu sehen ist, gab mit Das Leben als Erwachsene (La Vita Da Grandi) ihr Debüt als Regisseurin. Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt sie von der Beziehung eines ungleichen Geschwisterpaares. Irene ist gerade dabei, in Rom als Werbefachfrau durchzustarten, als ihre Mutter sie bittet, nach Rimini zurückzukommen. Aber kann Irene ihrem autistischen Bruder Omar dabei helfen, eine eigene Familie zu gründen und ein berühmter Rapper zu werden? – Die Adaption eines autobiografischen Romans war für Greta Scarano ein Herzensprojekt. Mit viel Humor zeigt sie, dass Omar mit seiner Sicht der Dinge auch die Prioritäten seiner Schwester verändert. Dafür erhielt nicht nur Scarano den renommierten Filmpreis Nastro D’Argento, sondern auch ihr Hauptdarsteller Yuri Tuci. (Montag, 5.10., 18.15 Uhr/ Donnerstag, 8.10., 18.15 Uhr)
Was will ich wirklich vom Leben? Diese Frage spielt auch eine zentrale Rolle in Isabel Coixets Drama Drei Abschiede (Tre Ciotole). Sieben Jahre waren Marta und Antonio ein Paar, bevor sich die Sportlehrerin und der ambitionierte Koch trennen. Beide spüren schnell, dass sie den jeweils anderen nicht vergessen können, gehen aber völlig unterschiedlich mit der Situation um. Marta will allein sein, Antonio stürzt sich in die Arbeit und eine Affäre. Bis eine Nachricht alles verändert… Die katalanische Regisseurin, die mit dem Krebsdrama „Mein Leben ohne mich“ bekannt wurde, macht sich in ihrem aktuellen Film zwei Erzählungen aus dem letzten Buch der Bestsellerautorin Michela Murgia zu eigen. Und besetzte die Hauptrollen mit zwei Schauspielhochkarätern: Alba Rohrwacher und Elio Germano. (Samstag, 3.10., 20.15 Uhr/ Dienstag, 6.10., 18 Uhr / Sonntag, 11.10., 18 Uhr)
Die Reisegruppe im Roadmovie Gut für alle (Il Bene Comune) ist fast so außergewöhnlich wie das Reiseziel. Unter der Führung eines Ex-Soldaten und seines Neffen macht sich Schauspielerin Raffaela mit vier Teilnehmerinnen ihres Theaterkurses auf den Weg zum ältesten Baum Europas. Begonnen hatte der Workshop in einem Gefängnis, und die Wanderung soll die Frauen fit für die Freiheit machen. Gilt die 1200 Jahre alte Kiefer doch als Symbol für Widerstands- und Anpassungsfähigkeit. Aber der Marsch durch die raue Berglandschaft entpuppt sich vor allem als zwischenmenschliche Herausforderung… Bevor Rocco Papaleo 2010 seine erste Filmregie übernahm, verdiente er sein Geld unter anderem als Theaterschauspieler und Comedian. In seiner mittlerweile fünften Spielfilminszenierung zeigt das Multitalent sein Können auch wieder vor der Kamera, in der männlichen Hauptrolle. (Donnerstag, 1.10., 18.15 Uhr/ Freitag, 9.10., 18.15 Uhr)
Der diesjährige Klassiker ist das vorletzte Werk des italienischen Regiealtmeisters Luchino Visconti, der vor 50 Jahren verstorben ist. In dem Drama Gewalt und Leidenschaft (Gruppo Di Famiglia In Un Interno) von 1974 hat sich ein amerikanischer Professor in seinen römischen Palazzo zurückgezogen. Als die leichtlebige Marchesa Brumonti samt Anhang sein Dachgeschoss okkupiert, kann er sich der Außenwelt jedoch nicht länger verschließen… Mit der von Burt Lancaster verkörperten Rolle des bildungsbürgerlichen Professors hat Visconti sein Alter Ego geschaffen, indem er mit dessen Skepsis gegenüber den politischen Radikalisierungen in den 1970er-Jahren und der Besetzung seines langjährigen Lebensgefährten Helmut Berger als jugendlichen Liebhaber persönliche Bezüge herstellt. Nach einem Schlaganfall saß Visconti während der Dreharbeiten größtenteils im Rollstuhl. (Sonntag, 4.10., 11 Uhr)
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Alle Filme werden im italienischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.