Rettet das Babylon! |
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| Das Babylon ist mitten in Berlin Mitte | ||
| (Foto: Kinokompendium) | ||
Eigentlich ist artechock als Filmmagazin durch sein Kinoprogramm ja vor allem auf München konzentriert. Aber erstens wollen wir im Kampf um möglichst große Filmvielfalt keine regionalen Scheuklappen aufsetzen, und zweitens fühlen wir uns, als fleißige Berlinale-Besucher, in diesem Fall auch durchaus persönlich betroffen:
Denn kaum zu glauben, aber war: Das schöne Babylon-Kino in Berlin Mitte muss schließen. Und dies schon zum 1. Dezember. Auf Anraten des Berliner Senats soll es bis dahin Insolvenz anmelden. Denn leider, leider, nach der (einst ebenfalls vom Berliner Senat beschlossenen) aufwändigen Restaurierung der einzigartigen »Filmkunst in Baukunst«-Stätte, sind die Betriebskosten nun so hoch, dass die Förderung des Senats fast vollständig von Miete und Betriebskosten geschluckt wird. Um den Kinobetrieb mit seinem anspruchsvollem Programmkino aufrecht erhalten zu können, müssten die Gelder erhöht werden, was aufgrund der »angespannten Haushaltslage« aber nicht machbar ist. Die Absurdität des Ganzen ist dabei natürlich, dass die Förderung ja eigens wegen des guten Programms und der anspruchsvollen Filmreihen bewilligt wurde, das Babylon dadurch zu Aufmerksamkeit und Ruhm gelangte, dann restauriert wurde, und jetzt gewissermaßen an sich selbst krepiert: Zu schön geworden, zu teuer im Unterhalt, das Kinoprogramm nicht mehr machbar, die Förderung dahin. Und für alle, die das noch nicht empörend genug finden: Das Babylon ist auch als Berlinale-Kino der Forum-Filme in Gefahr. Künftiges Horrorszenario: Die Berlinale nur noch am Potsdamer Platz, an diesem Ort ohne Eigenschaften, in der Vision Mall des neuen Konsumtempels Kino. Es lebe der MultiplexxX!
Da uns diese Vorstellung nicht gefällt, fordern wir unsere Leser dazu auf, sich an der letzten noch möglichen Rettungsaktion für das Babylon zu beteiligen. Bitte schickt nachfolgenden Brief via e-mail an den Berliner Senator für Kultur, Herrn Thomas Flierl. Das Babylon muss gerettet werden!
An den
Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Herrn Dr. Thomas Flierl
Brunnenstrasse 188-190
10119 Berlin
Sehr geehrter Herr Flierl,
mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, daß die Existenz des Berliner Filmkunsthauses Babylon durch die Entscheidung des Berliner Kultursenators, die Förderung des »Berliner Filmkunsthaus Babylon e.V.« zu streichen, akut bedroht ist.
Durch das ambitionierte Programm hat sich das Babylon einen Ruf erarbeitet, der weit über den regionalen Rahmen hinausgeht. Durch zahlreiche Koproduktionen ist das Babylon in die regionale und internationale Kinolandschaft eingebettet. Das Schließen des Kinos bzw. die Änderung des Profils würde auf eine weitere Ausdünnung der kulturellen Kinoszene Berlins hinauslaufen und dem Ruf der Stadt Berlin nachhaltig schaden.
Ich unterstütze die Arbeit des Berliner Filmkunsthaus Babylon e.V. und bitte Sie dringend, alle Möglichkeiten zu prüfen, um den Betrieb durch den Verein aufrecht zu erhalten.
Mit freundlichen Grüßen,
XXX