| GB/USA 2025 · 137 min. · FSK: ab 12 Regie: Mona Fastvold Drehbuch: Brady Corbet, Mona Fastvold Kamera: William Rexer Darsteller: Amanda Seyfried, Lewis Pullman, Christopher Abbott, Thomasin McKenzie, Stacy Martin u.a. |
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| Ein Film über das Scheitern einer Utopie | ||
| (Foto: Disney) | ||
Es war ein Zeitalter der Untergangspropheten, eine Ära des Umbruchs: Ende des 18. Jahrhunderts schwappte aus Europa einerseits die Aufklärung nach Nordamerika, mit ihren Ideen von Vernunft und Demokratie. Doch zugleich breitete sich eine Unzahl religiöser Sekten aus, zumeist mit apokalyptischen Visionen.
Ann Lees Botschaft war eine andere. Sie kam 1774 aus Manchester in die noch nicht vereinten Kolonien. Und war überzeugt, im Auftrag Gottes unterwegs zu sein. Geprägt von einer Abspaltung der englischen Quäker, wurde sie zur Gründerin und Anführerin der sogenannten Shaker.
Der Film – und das ist seine große Qualität – belässt dieser Figur ihre Widersprüchlichkeit. Sie ist nicht frei von puritanischem Erbe. Predigt durchaus die Leibfeindlichkeit, ernennt Sex zur Erzsünde. Und mit Ratio, Demokratie ist es auch bei ihr nicht weit her. Sie duldet nicht Zweifel, noch Widerspruch an Gottes angeblichem, von ihr verkündeten Willen.
Doch in anderer Hinsicht sind die Shaker für ihre Zeit radikal progressiv. Stehen für eine alternative Perspektive des evangelikalen Protestantismus: Lee glaubt Gott zugleich männlich und weiblich, sieht sich selbst als seine zweite Reinkarnation. Und ist deshalb für Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Zwischen Schwarz und Weiß – zu einer Zeit, als die späteren Gründerväter noch selbstverständlich Sklaven hatten. Sie ist konsequent pazifistisch. Was sie unbequem macht für selbsternannte, gewaltbereite Patrioten.
Und: Lee verlangt als Anführerin nichts von ihrer Gefolgschaft, was sie nicht selbst zu tun und geben bereit wäre. Sagt der Film, mit klarem Seitenhieb auf heute. Sie sieht die Gottgefälligkeit in einer tiefen Redlichkeit. In ehrbarem, uneitlem Handwerk – die Holzarbeiten der Shaker sind bis heute hoch geschätzt. »Jedes Ding an seinem Platz, und ein Platz für jedes Ding«, wie es mehrfach heißt – ganz am Ende mit einer bitterironischen Note.
Amanda Seyfried porträtiert Lee anfangs als verletzliche, verletzte Frau, die dann, einmal auf ihrer Mission, Stahl in den Blick bekommt, unbeirrbar wird. Eine lebenslange Analphabetin, welche die Bibel nicht lesen muss, um sich ihr eigenes Weltbild daraus zusammen zu zimmern. Mit einem exaltierten Platz für sich selbst darin.
Früh entwickelt Lee ihre Abscheu vor der Leiblichkeit. Ihre engste Beziehung zu einem Mann bleibt die geschwisterliche zu ihrem (an Frauen wenig interessierten) kleineren Bruder. Sie wird dennoch in eine Ehe genötigt. Ihr Mann liest »Thérèse philosophe«, eine jener in der Aufklärung nicht untypischen Verbindungen von Kirchen-, Systemkritik mit Pornographie. Er agiert deren BDSM-Fantasien an Ann aus, ohne dass sie selbst darin die versprochene Extase finden kann.
Vier Kinder
verliert sie, bevor die ein Jahr alt werden. Und derart traumatisch der Mutterschaft beraubt, macht sie sich stattdessen zur Über-Mutter – zu »Mother Ann Lee« für ihre gesamte Gefolgschaft.
Während Lee den Shakern Sex streng verbietet, sucht ihr Glaube dennoch die körperliche Extase: In Ritualen des zuckenden, wie besessen wirkenden Tanzes, des Lallens, Schreiens, Singens in Zungen. Rituale, in denen das Unbewusste, Unterbewusste durchbrechen darf, um die »Sünden« zu bewältigen. Auf seltsame Weise nah zu manch heutigen Theraphieformen, mit dem Wissen, dass Trauma eine körperliche so sehr wie seelische Sache ist.
The Testament of Ann Lee gelingt es, einen Film über Religion zu sein, der keine Antwort sucht auf die Frage, ob es Gott gibt. Er glaubt Ann Lee, dass sie fest daran glaubt. Lässt aber die Lesart zu: Ihre Visionen (teils ins Bild gesetzt) waren Psychosen, ausgelöst durch den Kindsverlust. Und wenn der Film die angeblich von Lee und den Shakern gewirkte Wunder inszeniert, dann lässt er die Erzählstimme – im O-Ton Thomasin McKenzies wundersamer Singsang – dazu sagen, dass es so der Legende nach geschah.
The Testament of Ann Lee ist eine Art Musical: Seine Kapitel nennt er »Gesänge«. Nahtlos gleiten immer wieder filmische Realität und musikalischer, tänzerischer, singender Ausdruck ineinander über. Zumeist basierend auf den erstaunlich ergreifenden – und von ihnen oft als göttliche Eingebung gesehenen – Liedern der Shaker. Der Film selbst begibt sich damit in einen Modus des Halbwirklichen, des Extatischen, der ein sinnfälliges Äquivalent ist zu der Weltwahrnehmung der Gläubigen.
Daniel Blumberg als Komponist ist dabei nicht die einzige Verbindung zu einem insgeheimen Schwester-Film: The Brutalist. Fastvold und Brutalist-Regisseur Bradley Corbet sind privat wie künstlerisch ein Paar. Sie ist seine Produzentin, bei beiden Drehbüchern
haben Fastvold und Corbet Co-Autorschaft.
The Brutalist wie The Testament of Ann Lee sind Filme über Emigration als Flucht vor heimischem Trauma. Über die USA als Raum zur Selbst(er)findung, aber auch als Schlachtfeld konkurrierender Visionen für diese Nation. Beides sind Filme über das Scheitern von Utopien.
Jene evangelikalen »Christen« (ihr perverser Fanatismus verdient den Begriff nicht), die sich Armageddon herbeiwünschen, stellen heute den US-Verteidigungs... sorry, Kriegsminister.
Selbst zu ihrer Blütezeit im 19. Jahrhundert brachten es die Shaker hingegen nur auf 6000 Gläubige. Im Sommer 2025 gab es, laut Film-Abspann, noch genau zwei aktive Shaker. Immerhin: Tendenz steigend. Aktuell sind es drei.
»Glaubt man sich noch so sehr der Religion entwölhnt zu haben, so ist es doch nicht in dem Grade geschehen, dass man nicht Freude hätte, religiösen Empfindungen und Stimmungen ohne begrifflichen Inhalt zu begegnen, zum Beispiel in der Musik...«
– Nietzsche
Es ist erstaunlich und fesselnd, dass und wie die Kunst des Kinos auch fast 130 Jahre nach ihrer Entstehung etwas zuvor noch nie gesehenes hervorbringen kann. Genau das gelingt jetzt der in New York lebenden Norwegerin mit ihrem neuen, ihrem dritten Spielfilm Film The Testament of Ann Lee.
Man ist nicht vorbereitet auf das, was man hier im Kino von den ersten Minuten an sehen wird. Weit entfernt von gewöhnlichem Hollywood passt dieser Film in keine der üblichen Kategorien und ist ein alles in allem bahnbrechendes Erlebnis. Während das Anschauen dieses Films stets fesselnd bleibt, schwankt die unmittelbare Erfahrung zwischen großem Ernst und unbeabsichtigtem absurdem Witz.
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Diesem Film gelingt unter anderem auch das Kunststück, Religion als eine ein bisschen lächerliche, kindische Angelegenheit zu zeigen, zugleich aber die religiöse Erfahrung ernst zu nehmen. Einige konservative Medien, wie die »Neue Zürcher Zeitung«, bemerkten zu diesem Film voller Schrecken, er wirke »wie Propaganda für religiösen Fanatismus« und wollen ausgerechnet in diesem linken, bilderstürmerischen Film Zeichen für Donald Trumps Politik und erste Beispiele eines kommenden »Magawood« erkennen. Eine absurde Einschätzung! Vielleicht ist das Publikum in Deutschland ja doch mündig genug, um nach diesem Film nicht in Massen zu Evangelikalen und Trump-Fans zu mutieren.
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Wie erstaunlich, dass fast alle deutschen Filmkritiker mit diesem Film ganz und gar nichts anfangen konnten, als er im vergangenen September in Venedig Premiere hatte. »Merkwürdiges Quäker-Musical« schrieb die SZ-Kritikerin, von »Wimmelbilder, in denen sich so viele Körper fließend durch den Raum bewegen, dass es schwerfällt, den Überblick zu behalten« zeigte sich die taz vor allem irritiert, die ZEIT-Autorin erwähnte nur den Titel, Spiegel, FAZ, Tagesspiegel würdigten den Film gar keiner Erwähnung!
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Wer war die Hauptfigur? Ann Lee (1736-1784) war die legendäre Gründerin der »Shaker«-Bewegung, im Englischen »Shaking Quakers«, einer protestantischen endzeitlichen Erlösungsbewegung, die vor allem in den USA des späten 18. und frühen 19. Jahrhundert Anhänger fand.
Eine Frau aus proletarischen Verhältnissen, Tochter eines Schmieds, wird von ihr erzählt, sie sei immer schon ein bisschen anders gewesen, als andere. Ziemlich früh, schon als Kind, hatte sie religiöse Erweckungserlebnisse, Gott und die Engel »sprachen« zu ihr.
Der Film erzählt genau und detailreich die weitere Geschichte dieser Ann Lee, vor allem ihre ersten Jahre in Manchester. Zu den vielen evangelikalen Sekten des 18. Jahrhunderts, die jeweils für sich privilegierte Kommunikationsverfahren mit Gott in Anspruch nahmen, und ihre Gottesnähe und das Empfangen und Hören von Stimmen Gottes oder seiner Sendboten, der Engel, mit einer gewissen Arroganz und gehöriger Sturheit zum Ausdruck brachten, gehörten die »Quäker«, die sich ihren
gesellschaftlichen Spottnamen »Zitterer« bald selbst zu eigenen machten. In Momenten, in denen sie glaubten, dass Gott mit ihnen Kontakt aufnahm und zu ihnen sprach, verfielen sie in zitternde Ekstase, quiekten, schrien und jauchzten. In Manchester bekam die junge Ann Lee zu ihnen Kontakt, und wurde nach einigen Jahren und religiöser Radikalisierung und Fanatisierung zu einer Art neuem Messias. So stark, dass sie eine Spaltung in der Quäkerkirche auslöste und so aus ebensolchen
Erweckungsmomenten die Shaker entstanden, also »die Schüttler«, eine Abspaltung, deren Anhänger sich im Fall von Gotteskontakt wie in einem epileptischen Anfall schüttelten und unkontrolliert auf dem Boden wälzten.
Lee hatte Visionen und sagte, ihr Schicksal sei es, »das Wort zu verbreiten«. Mit sich reden ließ sie nicht. Denn sie war doch schon im Besitz der Wahrheit – eine Gudrun Ensslin des Protestantismus.
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Die Shaker waren sehr laut und sehr aktiv auch in dem Sinn, dass sie tanzten, rhythmische Bewegungen machten, schrien und laut johlten, und damit übrigens auch die Mehrheit der Gläubigen englischen Gesellschaft stören.
Die Musik, die Choräle und gemeinsamen Lieder, die alle singen und die sehr rhythmisch und sehr eingängig sind und deren Tanz im Film ein bisschen an Modern Dance und modernes Ballett erinnern, führen sehr rhythmisch in einem Trance. Das erinnert schon alles an Sekten, es erinnert an den ekstatischen Trance, den man auch bei modernen Erlösungsbewegungen erleben kann, an das Ausschalten der individuellen Reaktionen, an eine Art von Gemeinschafts- und Massentrieb, ein sich
begeben in einen Zustand, in dem der Einzelne außer sich ist. Massenreaktionsstimmung und Massenhysterie.
Selbst wenn man nur zuhört, was wir in diesem Film als Zuschauer natürlich tun, kann man das erleben.
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Ann Lee war die Propagandistin jener kleinen Gruppe. Bemerkenswert ist hieran auch, dass Lee eine der ersten Frauen war, die als Frauenprediger, als eine Art Frauenpriester praktizieren durften. Das war in einem bestimmten Teil der evangelikalen Sekten möglich. Erinnern wir uns, dass in Großbritannien die katholische Kirche nicht existiert, dafür die mächtige Church of England und daneben einige evangelikale Sekten.
Viele von ihnen vertraten die Ansicht »Die Frau schweige in der Gemeinde« und zitierten dazu die entsprechenden Bibelstellen. Aber umgekehrt konnten die Anhänger dieser jungen Frau dann auch bestimmte Bibelstellen zitieren, in denen von predigenden Frauen die Rede ist, oder sogar davon, dass »eine Frau die Menschen ins Himmelreich führen wird«. Die Bibel hilft also auch hier nicht weiter.
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Ann Lees Geschichte auf die Leinwand zu bringen, ist eine riskante Entscheidung, und The Testament of Ann Lee geht von dieser Wahl aus mit Intelligenz vor – interessiert an der Radikalität eines Weltentwurfs, der sich aus der konkreten Erfahrung einer Frau heraus entwickelt.
Dieser Film hat viele Ebenen: Es gibt da besagte religiöse Perspektive – wie können wir diese Bewegungen aus dem 18 Jahrhundert heute begreifen und nachvollziehen? Was verbindet uns mit ihnen? Müssen wir sie als fundamentalistische Verrückte beschreiben, als Sekte? Sie sind gefährlich für die Gesellschaft, denn sie lehnen die weltliche Ordnung ab. Andererseits enthält diese Bewegung auch offenkundige Befreiungsmomente: Die Shaker sind 'Contrarians' und
Widerständler gegen die absolutistische Fürstenherrschaft.
Die Shaker waren eine Gesellschaft, die auf kollektiver Arbeit, Gleichheit zwischen Männern und Frauen und dem Verbot von Sexualität basiert. Eine Entscheidung, die immer auch eine politische Strategie war, denn indem sie den Sex aus der sozialen Ordnung entfernt, verschiebt Ann Lee eines der wichtigsten Instrumente zur Kontrolle über den weiblichen Körper. Fortpflanzung strukturiert nicht länger das
gemeinsame Leben, das Begehren verliert aber auch seine zentrale Rolle als Bindeglied zwischen den Geschlechtern.
Schließlich geht es auch um eine Frau, die in einer Männerwelt ihre Unabhängigkeit erlangt. Die tief verwurzelte religiöse, soziale und sexuelle Strukturen herausforderte. Ann Lee hat ihr riesiges persönliches Trauma – der Verlust von fünf Kindern im Kindbett – in etwas Produktives umgeformt. Diese Umformung war ihr persönlicher Anker in der Welt und
ihr Weg zum Überleben: »Ich kann nicht selber Mutter sein, also werde ich zur Mutter der Welt.«
Sehr zeitgemäß wirkt Ann Lees Willenskraft, ihr Trieb, das Unmögliche zu probieren und zu erreichen. Ihre Hingabe an Utopien. Sie war religiöse Anführerin, Dissidentin, Gründerin einer Gemeinschaft, die mit dem sozialen Modell ihrer Zeit brach.
Ihr dominierender Charakterzug ist Furchtlosigkeit und Rebellentum: Sie stand auf, notfalls allein und kämpfte gegen Ungerechtigkeiten, zum Beispiel gegen den empörenden Sklavenhandel in New York. Der fertige Film ist jetzt auch
eine große Feier ihrer Tapferkeit, ihrer punkigen Attitüde und sehr gegenwärtigen Energie.
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Was diesen Film aber nicht zuletzt interessant und zu einem Ereignis macht, ist die Form: die Art ihrer Inszenierung. Das ganze ist nämlich de facto über weite Strecken an Musical: Weil sehr vieles in Form von Gesang erzählt wird. Weil man die Figuren dauernd singen und tanzen sieht. Weil wir, wenn man das nicht sehen kann, eine Erzählerin haben die uns durch die Handlung führt.
Alles, was wir sehen und hören, stammt aus einer anderen Zeit. Es ist ein Historienfilm mit alten, religiösen Liedern. Er ist hypnotisch, und seine Bildgestaltung wirkt wie an einem alten europäischen Gemälde orientiert.
Wenn die Shaker im Film dann irgendwann in Amerika ankommen, haben sie ihre eigenen Schwierigkeiten haben – sei es wegen der Fremdartigkeit dessen, was sie predigen; sei es, weil sie von einer Frau geführt werden; aber auch wegen ihres Pazifismus, der Ablehnung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.
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Es ist für mich einer der großen Fragen in diesem Film, wie genau die Haltung der Regisseurin ihrem Stoff gegenüber ist? Es ist keine Schwäche des Films, aber doch eine erkennbare Eigenschaft, dass man dies dem Film allein nicht vollständig entnehmen kann, denn der Film hat Szenen, die nahe legen, dass sich die Regisseurin ganz extrem auf diese Religion und auf die Ausrichtung ihrer Hauptfigur einlässt. Es gibt Szenen, die nahe legen, dass sie uns sagen will: steigt ein! macht mit!
Werdet Shaker!
Und auf der anderen Seite gibt es Szenen die die Ambivalenz des Ganzen zeigen, und die die Absurdität, die unfreiwillige Komik. Es gab in der Premierenvorstellung in Venedig Menschen die ziemlich oft gelacht haben, aber es gab andere Leute die andächtig und fasziniert der Geschichte zugehört haben.
Mir geht es so dass ich in diesem Film eine klare Distanzierung von religiösen Fanatismus sehe. Dass ich aber gleichzeitig erkenne, dass die Regisseurin das was wir als religiöse Erfahrung wahrnehmen und das religiöse Gefühl nennen können, durchaus ernst nimmt.
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Die Regisseurin, die in Norwegen aufgewachsene, in New York lebende Mona Fastvold (geb. 1981) ist eine klassische Autorenfilmerin beschreiben: Für ihre eigenen Regiearbeiten schreibt sie auch die Drehbücher und produziert die Filme. Dies tut sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten und Kreativpartner Brady Corbet, für den umgekehrt sie als Co-Autorin, Second-Unit-Regisseurin und Co-Produzentin fungiert. Aus der Symbiose dieser Zusammenarbeit entstanden unverwechselbare Werke wie »The World to come« und mindestens zwei der besten Filme des vergangenen Jahrzehnts: The Childhood of a Leader (2015) und The Brutalist (2024).
Wenn ich schreibe, das sei einer der stärksten Filme des Jahres, dann meine ich damit nicht unbedingt, dass es einer der perfektesten Filme ist; aber er ist einer der spannendsten Filme, weil er eine intensive Wirkung hinterlässt.
The Testament of Ann Lee ist ohne Frage einer der Filme dieses Jahres, über die man am meisten diskutieren wird. Weil er sein Publikum ohne Frage auch ein bisschen ratlos zurücklässt – ein sehr zeitgemäßer
Film über Dissidenz und Querdenkertum, Kino als religiöse Grenzerfahrung, Kino zum Staunen und Schütteln.