Kelti

»Belgrad 1993. Serbien ist im Krieg, man leidet unter Sank­tionen und Inflation, aber man tut, was man kann. Mutter Marijana hält die Familie zusammen. Ihr Mann hebt seinen Blick nur dann vom Boden, wenn liebe­volle Momente mit seiner kleinen Tochter Minja die endlose Anein­an­der­rei­hung alltä­g­li­cher Besor­gungen erhellen. Es ist Minjas achter Geburtstag. Statt einem eigenen Cocker­spa­niel gibt’s den dreibei­nigen Nach­bars­hund zum Spielen, statt Butter Margarine im Kuchen. Im Wohn­zimmer springen sie und ihre Klas­sen­ka­merad*innen als Ninja Turtles verkleidet herum, während die Erwach­senen in der Küche unter sich sind. Eine Ex reibt der Verflos­senen ihre neue Beziehung unter die Nase, es wird hitzig disku­tiert, wer schuld am Zerfall Jugo­sla­wiens ist und man ist sich einig, dass es nicht mehr braucht als ein bisschen Sperma, um Mutter zu werden. Ein feucht­fröh­li­cher Abend nimmt seinen Lauf, es wird hemmungslos geraucht, geflirtet und getrunken.

Ein intimer, ehrlicher Einblick in das Leben einer Familie, in der poli­ti­sche Iden­ti­täten kolli­dieren und zwischen­mensch­liche Verstri­ckungen für Konflikte sorgen. Liebevoll und scharf­züngig zugleich setzt Milica Tomović eine Party in Szene, bei der sich die aufge­staute Anspan­nung unge­wisser Zeiten entlädt.« (Berlinale 2021)

Kinoprogramm München: Do. 14.10.2021 – Mi. 20.10.2021

Kelti (OmeU) City-Atelier Sa. 18:30 (Queer Film Festival)
(artechock-Ankündigung)