08.10.2026
Cinema Moralia – Folge 398

Die offenen Wunden der Erfahrung

Zikaden
Jetzt im ARTE FilmFestival abfrufbar: Ina Weisses Zikaden
(Foto: Filmladen)

Erinnerungskultur, Filmerbe, die Gegenwart der Weimarer Republik und deutsche Filmpolitik – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 398. Folge

Von Rüdiger Suchsland

»Das Problem, das persön­liche Problem war doch nicht etwa, was unsere Feinde taten, sondern was unsere Freunde taten.«
- Hannah Arendt, 1964 im Gespräch mit Günter Gaus in der Reihe »Zur Person«

Das oben stehende Zitat von Hannah Arendt zitierte die deutsche Autorin Shida Bazyar vorges­tern in ihrer Dankes­rede zur Verlei­hung des Deutschen Buch­preises 2026 für ihren Roman »Die Lücken«. Ein sehr ange­mes­senes Zitat und die wohl­tu­ende Erin­ne­rung ausge­rechnet von einer iranischs­täm­migen Autorin an das größte Mensch­heits­ver­bre­chen für das Deutsche und der deutsche Staat verant­wort­lich sind. Diese Erin­ne­rung ist besonders schmerz­haft in einem Moment, in dem in allen Bereichen der Gesell­schaft oben und unten links und rechts und nicht zuletzt in der Mitte Anti­se­mi­tismus wieder aufflammt. Er war das hat sich spätes­tens in den Tagen nach dem 7 Oktober gezeigt, aus Deutsch­land nie verschwunden. Im Kultur­be­trieb wie im Poli­tik­be­trieb wie im Wirt­schafts­be­trieb wie im Gasthaus.

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Heute vor drei Jahren ereignete sich das Massaker vom 7. Oktober, der größte Massen­mord an Juden seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die deutsche Kultur­szene hat sich seitdem einschnei­dend verändert. Nichts ist besser geworden, im Gegenteil. Die Wunden sind offen.

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Man sollte Filme im Kino sehen. Aber wenn das nicht hinhaut, dann ist es manchmal besser, sie überhaupt zu sehen, als sie zu versäumen. Darum und nur darum empfehlen wir manchmal auch Filme aus dem Fernsehen, so in diesem Fall: Denn beim soge­nannten »ARTE FilmFes­tival« gibt es 13 europäi­sche und inter­na­tio­nale Autoren­filme, die auf Festivals wie in Cannes, Venedig und Berlin ihre Premiere hatten.
Darunter Zikaden von Ina Weisse, Rote Sterne überm Feld von Laura Laabs und Des Teufels Bad von der Öster­rei­cherin Veronika Franz.
Wir empfehlen sie von Herzen.

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»Alles, was ich über die Welt zu wissen glaubte, brach in sich zusammen.« schreibt die in Berlin lebende Schrift­stel­lerin Adi Kaslasy-Way über den 7. Oktober; »genau hier zerbrach meine tiefste Über­zeu­gung: der Glaube, dass es Grenzen gibt, die nicht über­schritten werden, und dass selbst im Chaos des Krieges bestimmte Regeln herrschen. Ich hatte keine Ahnung, wie sehr wir gehasst wurden. ... ich sah, wie sich Zivi­listen an den Ausschrei­tungen beteiligt und über unsere Ermor­deten und Entführten gejubelt haben.« Und weiter: »Damals wurde mir klar, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: Es gibt Regeln für Israelis und Juden und solche für alle übrigen Menschen. ... Deutsch­land schützt Juden zwar per Gesetz, lässt jedoch zu, dass sie im Namen der Meinungs­frei­heit zur Ziel­scheibe werden.«

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Wie kann man eine Ahnung des Grauens vermit­teln? Wie schreiben Filme Bilder und Geschichten (um)? Das ist immer wieder die Frage. Distanz führt zu Indif­fe­renz, und Indif­fe­renz lässt Pola­ri­sie­rung zu.
»Es hat eine Verschie­bung der Diskurse statt­ge­funden«, berichtet der Film­wis­sen­schaftler Marcus Stig­legger diese Woche im artechock-podcast. Im Gespräch mit mir stellt Stig­legger das von ihm heraus­ge­ge­bene Buch Holo­fic­tion. Die Ikono­grafie des Holocaust im Spielfilm zum gleich­na­migen Film von Michal Kosa­kowski vor. Kosa­kow­skis Film wird am kommenden Samstag in München auf dem Underdox-Festival wird am gleichen Tag (Samstag, den 10. Oktober von 14:00 bis 14:30 Uhr) von Stig­legger auf der Frank­furter Buchmesse präsen­tiert, in Halle 3.0, Stand C69. In einem Essay im Film­dienst hat er seine Über­le­gungen dazu dargelegt.
Im Podcast spricht Stig­legger über »das poetische Dilemma« der Darstel­lung des Holocaust und die Formen­sprache des Undenk­baren, über die Fiktio­na­li­sie­rung der Vergan­gen­heit und den Diskurs­wechsel in der deutschen Erin­ne­rungs­kultur. Der Film »Holo­fic­tion« sei ein Gegen­mo­dell zu dem, was aktuell gefragt ist. Die Hälfte der Kultur­in­sti­tu­tionen, die angefragt wurden, so berichtet Stig­legger leider auch, habe Veran­stal­tungen zum Thema abgelehnt.

Kommt die Weimarer Republik und die mit ihr verbun­dene Erfahrung einer schei­ternden Demo­kratie also zurück? Schlei­chend, auf Samt­pfoten? Ist sie gar schon da?

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Darüber reden Marcus Stig­legger und ich dann gleich einen Tag später, am kommenden Sonntag ab 17 Uhr in der »Caligari FilmBühne« in Wiesbaden. Den Hinter­grund dazu bildet das Kino dieser ersten deutschen Republik, der wohl größten Epoche des deutschen Films – und die berühmte These des Film­theo­re­ti­kers und Histo­ri­kers Siegfried Kracauer, nach der das Kino ein Seis­mo­graph für das Kollek­tive Unbe­wusste einer Gesell­schaft ist, und sich insofern eine Linie des Zusam­men­hangs und der Prognose durch Kunst­werke Von Caligari zu Hitler ziehen lässt.

Den Anlass bildet wiederum das 100. Jubiläum dieses beson­deren Kinoortes, einer der wenigen volls­tändig erhal­tenen Kino­bauten der Stumm­film­zeit im Rhein-Main-Gebiet, der 1926 als »Ufa-Palast« mit über 950 Plätzen erbaut wurde.
Im Rahmen einer sehr schönen, viel­fäl­tigen und hoch­karä­tigen Jubiläums­reihe wird dort am Sonntag auch mein eigener Doku­men­tar­film Von Caligari zu Hitler gezeigt. Eine seltene Gele­gen­heit, den Film wieder einmal auf der Leinwand zu sehen.

Und eine Gele­gen­heit, um über die Schatten Weimars am Horizont unserer Gegenwart und über Kracauers These zu disku­tieren.

Der in Deutsch­land besonders beliebten Behaup­tung »Von Caligari führt kein Weg zu Hitler«, so der Film­his­to­riker Thomas Koebner, wurde zwar schon um 1980 von anderen Film­his­to­ri­kern wie Hans Helmut Prinzler und Malte Ludin wider­spro­chen: »Es wird [im Buch (RS)] nach­ge­wiesen, dass der Natio­nal­so­zia­lismus seine Quellen auch da hatte, wo er weder von bürger­li­chen noch von unbür­ger­li­chen Histo­ri­kern vermutet wird: in den Phan­tas­ma­go­rien und Alpträumen einer Gesell­schaft, die vor lauter ungelösten Problemen, latenten Konflikten und offenen Kämpfen drohte, in Stücke zu brechen.«

Oh weh, das könnte ja etwas für heute bedeuten. Was sind denn unsere Phan­tas­ma­go­rien und Alpträume?

Dass es »5 vor 33« ist, glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass Hitler schon um die Ecke kommt. Aber die Signale, gerade aus dem deutschen Osten, sind fatal. Demo­kra­tie­ver­dros­sen­heit und Ohnmachts­er­fah­rung paaren sich. Wir können etwas tun. Wir sollten es aber auch. Wir sollten gesichert rechts­extreme Parteien verbieten. Wir sollten Parteien mit anti­se­mi­ti­schen Kandi­daten und Mitglie­dern nicht wählen und entspre­chende Vorwürfe nicht klein­reden, sondern verfolgen. Wir müssen Kultur­kämpfe führen, und die Freiheit und Vielfalt von Meinung, Presse und Wissen­schaft achten und vertei­digen. Das sind Forde­rungen an die Demo­kraten. Sie müssen sich zusam­men­reißen und auf Gemein­sam­keiten und das Vertei­di­gens­werte besinnen. Die anderen werden das nicht tun. Sie wollen zerstören. Wie das geht, und das dazu nicht nur Rechts­extreme beitrugen, hat man in Weimar gesehen.

Ich freue mich auf die Diskus­sion in Wiesbaden und auf Leser­be­such!

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»Ich analy­siere die deutschen Filme von 1918 bis 1933 so, dass sie mir präzise Angaben über die während jener Epoche vorherr­schenden Dispo­si­tionen der Deutschen gestatten. Das Ganze ist ein Versuch, der entschei­denden seeli­schen Vorgänge habhaft zu werden, die sich damals tief unter der Ober­fläche diver­gie­render Ideo­lo­gien in Deutsch­land abspielten.«
Siegfried Kracauer in einem Brief an Hermann Hesse über sein Konzept.

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Über den Doku­men­tar­film Naza hatten wir vorige Woche berichtet. Viele, auch ich halten ihn für agitatorisch. In jedem Fall wird er überaus kontrovers diskutiert.

Ein weiterer Diskus­si­ons­bei­trag ist nun der Film Naza: The Real Story von Roi Danino, Ariel Averbuch und Hagay Gutman, der leider nur im Internet zu sehen ist. Kinos zeigen ihn nicht.
Es handelt sich um einen etwa 49-minütigen israe­li­schen Doku­men­tar­film, der ebenfalls vor allem aus Inter­views mit israe­li­schen IDF-Komman­deuren, Geheim­dienst­of­fi­zieren und Soldaten besteht, die über ihre Erfah­rungen im Gazakrieg berichten. Gedreht wurden die Inter­views wie in NAZA von Yuval Abraham und Rachel Szor nachts auf Dächern in Tel Aviv.
Auch hier gibt es Anony­mität – insofern muss man dem Film zum Teil ähnliche Mängel vorhalten. Aller­dings wird viel mehr doku­men­tiert: Man sieht nämlich Bilder aus dem Krieg selbst, Waffen und Tunnel­schächte die in Wohn­häu­sern, Schulen, Moscheen, einem Kran­ken­haus getant wurden; Geiseln, die in zivilen Häusern fest­ge­halten wurden; die Regeln und Geneh­mi­gungs­ver­fahren für israe­li­sche Luft­an­griffe. Die Website formu­liert das Programm ziemlich eindeutig: »It is their account, in their own words. Watch it, then decide what you think.«

Das ist wichtig: Der Film behauptet nicht, eine neutrale Gesamt­ge­schichte des Krieges zu liefern. Er präsen­tiert ausdrück­lich die Perspek­tive derje­nigen Israelis, die den Krieg geführt haben.

Der Film ist keines­wegs eine Produk­tion einer klas­si­schen Doku­men­tar­film­re­dak­tion, sondern ein Schnell­pro­dukt, das sich offen als publi­zis­ti­scher Gegen­an­griff versteht. Genau wie schon Jean Luc Godard argu­men­tierte: Die beste Kritik eines Film ist ein anderer Film.

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Ein anderes Kino wird 50. Das Nürn­berger »Casablanca« feiert Geburtstag. Ich war dort zweimal mit meinen Filmen zu Gast und weiß, dass dies ein wunder­barer und sehr beson­derer Ort ist, ein Glücks­fall für jeden Film und Filme­ma­cher.
Seit 17 Jahren führen Matthias Damm und der Verein CASA e.V. das Haus. Dass es das Kino noch gibt, ist der enga­gierten Nach­bar­schaft und dem Verein CASA e.V. zu verdanken, die mit einem Jahres­bei­trag und viel ehren­amt­li­chem Enga­ge­ment ein Kino mit drei Sälen und anspruchs­vollem, klugem Programm in der Nach­bar­schaft am Leben halten.

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Wieder mal ein Saar­länder. Seit 23 Jahren, seit 2004 ist der Jurist Peter Dinges Vorstand der Film­för­der­an­stalt FFA. Eine viel zu lange, überlange Amtszeit, die man insti­tu­tio­nell begrenzen müsste – schon prin­zi­piell aus Gründen demo­kra­ti­scher Sauber­keit, und um Filz vorzu­beugen. Dinges hat in dieser Zeit vier Bundes­kanzler und fünf Kultur­staats­mi­nister (üb)erlebt. Wie viel er inhalt­lich getan und erreicht hat, ist je nach Auge der Betrachter Ansichts­sache. In jedem Fall ist es jetzt aber doch mal genug, und Dinges muss gehen. Gerüchten zufolge hatte er sich im Sommer voller Taten­drang bereits auf den Sitz des Inten­danten beim Saar­län­di­schen Rundfunk beworben – erfolglos.

Die Dinges-Nachfolge ist schon in trockenen Tüchern: Das Präsidium der FFA hat – einstimmig, was sonst? – den CDU-Bundes­tags­ab­ge­ord­neten Marco Wander­witz für den Posten vorge­schlagen. Sollte der Verwal­tungsrat am 15. Oktober 2026 den Vorschlag annehmen, wird er Dinges im kommenden Jahr nach­folgen. Wander­witz hat sich, so wird gemeldet, als Bundes­tags­ab­ge­ord­neter im Kultur­aus­schuss sehr für die Belange der Kinos und das Zukunfts­pro­gramm einge­setzt. Er hat die Reform des Film­för­de­rungs­ge­setzes (FFG) begleitet und sollte insofern eine gute Kenntnis der Förder­instru­mente der FFA haben.

Das ist ja schon mal schön zu wissen.

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In der Debatte um (vor allem nach­träg­liche) Film­zensur in der Bundes­re­pu­blik scheint es doch noch einen Rest Vernunft zu geben.
Zumindest bei Frauen, vor allem denen, die aus der Film­branche kommen, und etwas mehr von der Sache verstehen als eine fach­fremde, kunst­ferne Öffent­lich­keit und ein paar Juristen. In der Deutschen Kine­ma­thek wurde jeden­falls jetzt über Wim Wenders' Film »Falsche Bewegung« – ästhe­tisch ein ödes, zu recht verges­senes Durch­schnitts­werk – und über die Forderung der Schau­spie­lerin Nastassja Kinski debat­tiert, eine Szene mit ihr nach­träg­lich zensieren zu dürfen. Darf und soll man Filme, die aus heutiger Sicht als bean­stan­dens­wert einge­schätzt werden, nach­träg­lich ändern?

Es sind wie erwähnt die Frauen, die dem in jeder Hinsicht unge­schickt agie­renden Wenders hier öffent­lich beispringen. »Auch das Vers­tö­rende gehört zum Filmerbe ... Wie sollen wir unsere Geschichte verstehen, wenn wir alles Kontro­verse nach­träg­lich entfernen? Wir müssen die Fähigkeit entwi­ckeln, mit histo­ri­schen Zumu­tungen zu leben.« argu­men­tierte sehr zutref­fend die Film- und Medi­en­wis­sen­schaft­lerin Lisa Gotto. Wie oft solle man Filme denn verändern dürfen, wenn man deren Präsen­ta­tion von Geschlechts-, Sexismus- oder Anti­se­mi­tis­mus­fragen für nicht mehr akzep­tabel hält, um sie aktuellen Sensi­bi­li­täten anzu­passen? »Alle 10 Jahre? Alle 30 Jahre?!«
Auch die femi­nis­ti­sche Film­pio­nierin Jutta Brückner hält es für einen Fehler, dass Wenders seinen Film nun doch um des lieben Friedens willen nach­träg­lich bear­beitet hat: »Durch das Wegschneiden der Bilder, in denen Kinskis Figur Mignon vom Haupt­dar­steller des Films erst geohr­feigt und dann gestrei­chelt wird, fehle der Geschichte 'eine entschei­dende Dimension: die von Wilhelms proble­ma­ti­scher Sexua­lität«, berichtet Andreas Kilb in der FAZ »In der Darstel­lung dieser von Unreife und Unsi­cher­heit geprägten Sexua­lität steckt für Brückner, die 1941 geboren ist und somit zur gleichen Gene­ra­tion wie Wenders gehört, der zeit­ge­schicht­liche Wert von 'Falsche Bewegung'. Der Film erzähle neben seinen Anspie­lungen auf den Natio­nal­so­zia­lismus auch eine Schlüs­sel­ge­schichte über Geschlech­ter­ver­hält­nisse in der Nach­kriegs­zeit aus männ­li­cher Perspek­tive. Durch die Entfer­nung der Mignon-Nackt­szene werde er nun 'auf die alte Geschichte von Vätern und Söhnen' reduziert.« Man hätte, so Brückner, »die Irri­ta­tion aushalten«.

Auf dem Podium war es, so der Perlen­tau­cher, nur »der eher fach­fremde« Jour­na­list Ronen Steinke, der auch Jurist ist und den ich als SZ-Autor ansonsten sehr schätze, der die Frage zumindest im Falle der Darstel­lung von Minder­jäh­rigen eindeutig bejahte »und ein großes Ausmisten der Archive einfor­derte.«
Auch auf Facebook weiß Steinke über Kinski, dass »der Regisseur Wim Wenders sie in eine Sexszene rein­quatschte.« Als ob nicht auch in den Siebziger Jahren elter­liche Zustim­mung erfor­der­lich gewesen ist.

Auf die Freiheit der Kunst und Unab­hän­gig­keit von Künstlern scheint Steinke keinen großen Wert zu legen, jeden­falls nicht, wenn es um Kinder geht.

Aber die Irri­ta­tion auszu­halten, diese Fähigkeit ist in unserer Republik der Empfind­lich­keiten und Safe Spaces für alles und jeden immer schwächer ausge­prägt.

Sie wird aber in ganz anderen, wich­ti­geren Fragen in Zukunft vonnöten sein.

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Noch ein kurzer Hinweis: Die Berliner Film­hoch­schule DFFB feiert ihr 60-jähriges Bestehen. In der kommenden Woche gibt es im Rahmen des Jubiläums­pro­gramms eine drei­tä­gige Konferenz, orga­ni­siert vom lang­jäh­rigen Kriti­ker­kol­legen, dem Film­re­gis­seur Frederic Jaeger. Das Programm gibt es hier, viel­leicht gelingt es uns auch, zu berichten.

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Die »Frank­furter Rundschau« schreibt über die – deutsche, nicht­jü­di­sche – Studentin Carolin Bohl, sie »stirbt am 7. Oktober im Kibbuz«. Ein schäbiger Euphe­mismus. Sie ist ermordet worden.

Kommt Weimar doch zurück? Ist es gar schon da?

(to be continued)