01.01.2026

Die Anfänge der HFF MÜNCHEN: Der B-Kurs

Die B-Kurse der HFF
Halbstarke von Gerd Haenel: Manni (1973)
(Grafik: Sigi Goetz Entertainment)

Über den zweiten Jahrgang der Hochschule für Fernsehen und Film München

Von Ulrich Mannes

Für fünf Tage zeigt das Werk­statt­kino eine Reihe über den B-Kurs der HFF, den zweiten Jahrgang (1968) der Münchner Film­hoch­schule. Während der A-Kurs als erster Jahrgang (u. a. Wim Wenders, Matthias Weiss, Ingemo Engström) schon mehrfach gewürdigt und mit Retro­spek­tiven bedacht wurde, hatte der B-Kurs in der film­his­to­ri­schen Wahr­neh­mung bisher das Nachsehen. Dieser Unge­rech­tig­keit wollen wir entge­gen­wirken, nicht zuletzt weil beide Jahrgänge viel verbindet.

Die Studenten beider Kurse standen nicht nur persön­lich im perma­nenten Austausch, sie waren auch glei­cher­maßen geprägt von der rebel­li­schen 1968er-Zeit: Beide Jahrgänge nahmen das Lehr­an­gebot nur begrenzt wahr, bestimmten durch exzes­siven Besuch der Münchner Programm­kinos größ­ten­teils selbst den Lehrplan und zogen eigene Dozenten hinzu. Stil­bil­dend war in viele Hinsicht der Einfluss des A-Kurses: die Ästhetik der »langen Einstel­lungen in der Totale« (Münchner Sensi­bi­lismus) und der Einsatz von zeit­genös­si­scher Rock- und Popmusik als drama­tur­gi­sches Korre­lativ. Im B-Kurs der drei Haupt­ab­tei­lungen (Film, Fern­seh­spiel, Doku­men­tar­film) gab es jedoch auch andere Orien­tie­rungen, die an klas­si­sche Formen des Erzählens anknüpften.

Die Reihe versam­melt Kame­raü­bungen, Kurzfilme, Grup­pen­pro­duk­tionen, Abschluss­ar­beiten und darüber hinaus frühe Regie­ar­beiten für den öffent­lich-recht­li­chen Rundfunk (WDR).

Folgende B-Kurs-Absol­ven­tinnen und Absol­venten haben ihr Kommen zugesagt: Ilse Hofmann (Regie), Gabi Kubach (Regie), Peter F. Bringmann (Regie), Mike Wiedemann (Produzent), Axel Block (Kame­ra­mann), Rainer Gansera (Kritiker und Essayist) und der Doku­men­ta­rist Peter Heller. Alle Vorfühu­rungen finden im Werk­statt­kino in München statt.