26.03.2020

Abgesagt!

Corona abschaffen!
Corona absagen!
(Foto: CDC/Dr. Fred Murphy / artechock)

Wir halten fest: Petitionen, Informationen zu Hilfspaketen, alternative Streaming-Angebote, Übersicht über digitalisierte, verschobene oder abgesagte Festivals

Von artechock-Redaktion

Jetzt mal die Ruhe bewahren! Tagtä­g­lich erhalten wir eine Menge E-Mails, in denen es immer nur darum geht: um Absagen von Festivals, die Verschie­bung von Film­starts auf ungewisse Zeit, das Schnüren von Hilfs­pa­keten. Die Verschie­bung von Cannes hat uns wirklich erschüt­tert. Das heißt, der Kalender ist nun endgültig über den Haufen geworfen, das Jahr 2020 komplett aus dem Tritt geraten. Wo, bitte, ist die Reset-Taste? Und: Was macht denn jetzt das Filmfest München, das nun auf einmal zeit­gleich zu Cannes liegt? Das wird dann wohl auch abgesagt.
Die bessere, weil opti­mis­ti­schere Nachricht ist dennoch, wenn ein Festival verschoben wird. Da schwingt die Zuver­sicht mit, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt X alles wieder normal sein kann, es wieder eine Zukunft geben wird.
Kreativ wird es, wenn ein Festival online abge­halten wird, ohne dass man wirklich weiß, wie das genau geht. Auf jeden Fall irgend­etwas mit »Eintritt« und einer begrenzten Anzahl an »Plätzen«.
Krea­ti­vität ist dieser Tage ohnehin schwer angesagt. Schon gibt es Soli-Streaming für Kinos oder Online-Retro­spek­tiven, Ideen für Kino-Gutschein-Geschenke und vieles mehr.

Auch die Kreativen müssen jetzt kreativ werden. Die Lage ist ernst: Es droht der wirt­schaft­liche Exitus für alle Kleinst­un­ter­nehmer und »Solo-Selbstän­digen«. Dazu gehören die Verleiher, die Kino­be­treiber, aber auch wir, die Film­kri­tiker und Jour­na­listen.

Damit wir im Blick behalten, welches Ausmaß der Corona-Shutdown für uns Kultur­schaf­fende, Jour­na­listen, Film­ver­werter, aber auch Kinogeher, Festi­val­be­su­cher und Festi­val­ar­beiter hat, sammeln wir hier, was uns an Nach­richten erreicht. Ange­fangen von Peti­tionen, die wir auch Euch zur Unter­zeich­nung ans Herz legen wollen, über alter­na­tive Streaming-Angebote bis hin zu einer Übersicht über die Schick­sale der Festivals.
Exis­ten­tiell wichtig ist der Punkt »Staat­liche Hilfen für Solo-Selbstän­dige«. Hier haben wir die Links gesammelt, die zu den einzelnen Hilfs­an­ge­boten der Länder und des Bundes führen. Wir sammeln aber auch Erfah­rungs­be­richte und die Kritik an der angeblich »unbüro­kra­ti­schen Hilfe«.

Die Sammlung werden wir fort­ge­hend aktua­li­sieren.

Während des Corona-Shutdowns arbeitet »artechock« übrigens ehren­amt­lich. Wenn Ihr uns unter­stützen möchtet, freuen wir uns über eine Spende!

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I. ERKLÄRUNGEN, PETITIONEN

Petition: Hilfen für Frei­be­rufler und Künstler während des »#Corona-Shutdowns« (11.03.2020)

Petition: »Mit dem bedin­gungs­losen Grund­ein­kommen durch die Coro­na­krise«

EU-weite Petition: Emergency basic income for the EU – now!

Erklärung der AG Film­fes­tival: Deutsche Film­fes­ti­vals reagieren auf die Corona-Krise (18.03.2020)

II. HILFSPAKETE

Sozi­al­schutz­paket (Bundes­re­gie­rung)

Eckpunkte »Corona-Sofort­hil­fefür Kleinst­un­ter­nehmen und Solo­selbstän­dige« (27.3.2020)

Im Kern orien­tiert sich das Sozi­al­schutz­paket an folgenden Über­le­gungen:

»Die Leis­tungen sollen schnell und unbüro­kra­tisch zugäng­lich gemacht werden. Es soll niemand aufgrund der wirt­schaft­li­chen Auswir­kungen dieser Krise in exis­ten­zi­elle Not geraten. Im Einzelnen sind für Bewil­li­gungs­zeiträume vom 1. März 2020 bis 30. Juni 2020 vorge­sehen:«

* eine befris­tete Ausset­zung der Berück­sich­ti­gung von Vermögen,
* eine befris­tete Aner­ken­nung der tatsäch­li­chen Aufwen­dungen für Unter­kunft und Heizung als ange­messen und
* Erleich­te­rungen bei der Berück­sich­ti­gung von Einkommen in Fällen einer vorläu­figen Entschei­dung.
Die Bundes­re­gie­rung kann den Zeitraum für die erleich­terten Bedin­gungen durch Rechts­ver­ord­nung bis zum 31. Dezember 2020 verlän­gern. Die Jobcenter werden durch die Möglich­keit entlastet, Weiter­be­wil­li­gungen auch ohne Antrag vorzu­nehmen.

Sofort­hilfe heißt: Solo-Selbst­stän­dige und Klein­un­ter­nehmen mit bis zu 10 Mitar­bei­tern (Voll­zei­tä­qui­va­lent) werden durch einen Zuschuss unter­stützt, der nicht zurück­ge­zahlt werden muss.

Selbst­stän­dige und Unter­nehmen mit bis zu 5 Beschäf­tigten bekommen eine Einmal­zah­lung von bis zu 9.000 Euro für 3 Monate.
Die Bundes­länder verteilen die Sofort­hilfe des Bundes – manchmal in kombi­nierten, manchmal aber auch in separaten Antrags­ver­fahren. Nicht alle Anträge sind online schon abrufbar, nicht alle Detail­fragen geklärt. Viele Länder stocken die Sofort­hilfe des Bundes darüber hinaus durch eigene Mittel auf, als nicht rück­zahl­baren Zuschuss oder in einigen Fällen auch als Darlehen. Oft kommen dann auch größere Unter­nehmen mit bis zu 50 Mitar­bei­tern zum Zug. (Quelle: Börsen­blatt des deutschen Buch­han­dels)

Die Sofort­hilfen der Kleineren werden vielfach mit den Bundes­mit­teln verrechnet. Generell gilt: Jedes Land hat seine eigenen Regeln. Der Antrag muss beim jewei­ligen Bundes­land gestellt werden.

Senkung von Sozi­al­ver­si­che­rungs­kosten
Künst­ler­so­zi­al­kasse: Zahlungs­er­leich­te­rungen / Zahlungs­auf­schub (Beiträge müssen später in vollem Umfang geleistet werden)
Minderung des voraus­sicht­li­chen Arbeits­ein­kom­mens auch unter 3.900€

Sozi­al­fonds der VG Wort
Unter­stüt­zung von im Sinne des Steu­er­rechts bedürf­tigen Personen
Antrag­stel­lung: Angaben zu Einkünften und Vermö­gens­lage
Antrags­for­mu­lare sind per Mail anzu­for­dern.

Corona – FAQ für Solo-Selbst­stän­dige (verdi)
Umfas­sende Sammlung von Infor­ma­tionen zu
* Staat­liche Hilfe oder Entschä­di­gung bei Ausfall von Aufträgen
* Hilfen bei Auftrags­aus­fällen, gelistet nach Bundes­län­dern
* Haftung von Auftrag­ge­bern bei Absagen
* Entschä­di­gung bei eigenem Arbeits­aus­fall oder Quaran­täne
* Kredite (KfW-Notkre­dite; Achtung, verzinstes Darlehen!)
* Senkung von Sozi­al­ver­si­che­rungs­kosten (Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung, Kran­ken­kassen, Renten­ver­si­che­rung)
* Steu­er­ent­las­tungen (Einkom­mens­steuer-Voraus­zah­lung, Antrag auf Verzicht von Säum­nis­zu­schlägen, Stundung von Steu­er­zah­lungen, Verzicht auf Voll­stre­ckung)
* ALG 1 und 2, Wohngeld, Kurz­ar­beits­geld

Grün­der­le­xikon
Übersicht und Erläu­te­rung der föderalen Hilfen, sortiert nach Bundes­län­dern.

KRITIK AN DEN HILFSANGEBOTEN

Die Süddeut­sche Zeitung hat erlebt, was passiert, wenn Künstler nach der verspro­chenen »unbüro­kra­ti­schen Unter­stüt­zung« fragen: Sie werden erstickt mit Klein­ge­drucktem. »Doch nicht nur die Legionen von arbei­tenden Menschen, die als gering­ver­die­nende Selbstän­dige durch den ökono­mi­schen Still­stand unver­schuldet in Not geraten sind, werden durch diesen büro­kra­ti­schen Nach­weis­terror aufge­for­dert, doch bitte woanders betteln zu gehen. Auch in dieser allge­meinen Notsi­tua­tion müssen zuerst Lebens­partner und Fami­li­en­an­gehö­rige zahlen. Antrags­steller müssen trotz staat­li­chem Arbeits­verbot dezidiert nach­weisen, dass ihre Lebens­partner keinen Euro übrig haben, um sie zu finan­zieren.«

Der DJV mahnt an, unbedingt auf das Klein­ge­druckte zu achten: »Zum Beispiel gilt bei der 'Sofort­hilfe Bayern', dass eigenes 'verfüg­bares liquides Privat­ver­mögen' nicht vorhanden sein darf. Wer dennoch den Antrag stellt, muss sogar mit straf­recht­li­cher Verfol­gung rechnen. In anderen Fälle versteckt sich hinter der ange­kün­digten 'Hilfe' nichts anderes als ein Kredit­an­gebot, für das zum Teil eben auch Kredit­wür­dig­keit eine Voraus­set­zung ist. Also genau das, was viele Freie jetzt gerade erst mal nicht nach­weisen können.«

III. STREAMING: SOLIDARITÄT UND ALTERNATIVEN

Soli-Streaming: Verleiher soli­da­ri­sieren sich mit Kinos

Grandfilm on Demand: Verleih-Reper­toire

Eksystent bei Kino on Demand: Isadoras Kinder

Rise and Shine Cinema: Water­proof

Alter­na­tive Streaming-Dienste (jenseits von Netflix & Co.)

Kino on Demand | Spiel­filme

Mubi | Spiel­filme, Film­ge­schichte, Doku­men­tar­filme

Kurz­film­agentur Hamburg | Kurzfilme streamen

arsenal | institut für film und video­kunst e.V. | Doku­men­tar­filme, Expe­ri­men­tal­filme
arsenal 3, virtu­eller Kinosaal
Für die Zeit der Schließung von arsenal 1 + 2 für alle kostenlos

Film­ar­chiv Austria | Wien, Öster­reich | Heimkino
Online-Retro­spek­tive Wolfram Paulus

Doku­men­tar­film

IDFA | Amsterdam, Nieder­lande | Auswahl an Filmen aus den letzten Festi­val­jahr­gängen

Kurzfilm

My French Film Festival | Fran­zö­si­sche Kurzfilme | Stay Home Edition

Collectif Jeune Cinéma | Full films

Interfilm | Inter­na­tio­nales Kurz­film­fes­tival Berlin | #Coro­naKino

Talking Shorts | Kurz­film­ma­gazin Dresden | My Darling Quaran­tine Short Film Festival

Indiewire | America Online Film Magazine | 15 Short Films by Great Directors

Agência – Curtas metragens | Filmes curtos para dies longos | Portu­gie­si­sche Kurzfilme

Maximum Cinema | Schweizer Online Film­ma­gazin | Kurze Filme gegen Lange­weile | Inter­na­tio­nale Kurzfilme

Expe­ri­men­tal­film

Fluxfilm Anthology (1962-1970) | Expe­ri­men­tal­filme kostenlos
Die von George Maciunas (1931-1978, Gründer von Fluxus) zusam­men­ge­stellte Fluxfilm-Antho­logie besteht aus 37 Kurz­filmen mit einer Länge von 10 Sekunden bis 10 Minuten. Die Filme wurden als Teil der Ereig­nisse und Happe­nings der New Yorker Avant­garde gezeigt.

Ubu Web Film & Video | Expe­ri­men­tal­filme kostenlos | Mit um die 1000 Expe­ri­men­tal­filmen wartet die Datenbank zur Geschichte des Expe­ri­men­tal­films auf | Stichwort: grandios

IV. FESTIVALS

Die AG Film­fes­tival hat eine umfas­sende Link­samm­lung zusam­men­ge­stellt (26.03.2020). Darin werden folgende Aspekte verhan­delt:
* Rechts­si­cher­heit bei vertrag­li­chen Pflichten
* Haltung von Zuschuss­ge­bern und Förderern
* Ideen zur Online-Präsen­ta­tion von Festivals
* Inter­na­tio­nale Folgen der Corona-Krise
* weitere Sofort­hilfen

DIGITAL STATTFINDENDE FESTIVALS

Cinéma du Réel | Paris | 13. bis 22. März 2020 | ein Teil der Festi­val­aus­gabe auf Festi­val­scope abrufbar (limitiert auf 200 Tickets / Film) | 20. März bis 5. April

CPH:DOX | Kopen­hagen | 18. bis 29. März 2020 | Koope­ra­tion mit Festi­val­scope nur für »local audience«

Diagonale – Festival des öster­rei­chi­schen Films | Graz | 24. bis 29. März 2020 | »Die Unvollendete« | Online-Festival mit »Film­perlen aus den Archiv«

Inter­na­tio­nales Frau­en­film­fes­tival Dortmund Köln | 24. bis 29. März 2020 | IFFF@Home

51. Visions du Réel | Nyon, Schweiz | 24. April bis 2. Mai 2020 | ein alter­na­tives Festival ist in Vorbe­rei­tung

DOK.fest München | Filmstadt München | 6. bis 17. Mai 2020 | DOK.festMün­chen@home | »Eintritt«: ca. 5 €

66. Kurz­film­tage Ober­hausen | 13. bis 18. Mai 2020
Redu­zierte Online-Edition

VERSCHOBENE FESTIVALS

38. Bergamo Film­mee­ting | eigent­lich 7. bis 15. März 2020 | auf 23. bis 31. Mai verschoben

Nonfik­tio­nale | Bad Aibling | eigent­lich 19. bis 22. März 2020 | auf Herbst verschoben

35. Festival Inter­na­cional de Cine en Guada­la­jara | Mexiko | eigent­lich 20. bis 27. März 2020 | auf unbe­stimmten Zeitpunkt verschoben

25. Film­fes­tival Türkei Deutsch­land | Nürnberg | eigent­lich 20. bis 29. März 2020 | auf Herbst verschoben

Gegenkino | Leipzig | eigent­lich 16. bis 26. April 2020 | auf unbe­stimmte Zeit verschoben

32. Filmfest Dresden | eigent­lich 21. bis 26. April 2020 | auf 8. bis 13. September 2020 verschoben

4. Kino der Kunst | München| eigent­lich 22. bis 26. April 2020 | auf Herbst verschoben

Far East Film Festival | Udine | eigent­lich 24. April bis 2. Mai 2020 | auf 26. Juni bis 4. Juli verschoben

Festival de Cannes | eigent­lich 12. bis 23. Mai 2020 | auf Ende Juni / Anfang Juli verschoben

Außerdem verschoben (laut Auflis­tung des inter­na­tio­nalen Film­kri­tik­ver­bands Fipresci):
Hong Kong IFF (March to summer),
Thes­sa­lo­niki Docu­men­tary FF (March to May / June)
BIF&ST – Bari IFF (March to September 19-26)
FAJR IFF in Teheran (April to June)
Sofia IFF (March to June)
ZagrebDox (March, no new date),
Lecce (April, no new date),
Panama (March, no new date).
Istanbul (April, no new date)

ABGESAGTE FESTIVALS

SXSW South By Southwest | Austin, Texas | 13.-21. März 2020 | abgesagt | SXSW Channel: Kurzfilme im Stream

31. Türkische Filmtage | Filmstadt München | 20. bis 29. März 2020 | abgesagt

Cour­ti­sane | Ghent, Belgien | 1. bis 5. April 2020 | abgesagt

Flimmern & Rauschen | Filmstadt München | 2. bis 4. April 2020 | abgesagt

Kinder­kino – Oster­film­tage | Filmstadt München | 4. bis 9. April 2020 | abgesagt

Crossing Europe | Linz, Öster­reich | 21. bis 26. April 2020 | abgesagt

EMAF 33 | Osnabrück | 22. April bis 26. April 2020 | abgesagt

Außerdem abgesagt (laut Auflis­tung des inter­na­tio­nalen Film­kri­tik­ver­bands Fipresci):
Toulouse (March, cancelled)

V. KINOS

»Fort­set­zung folgt«: Unter­stüt­zungs­kam­pagne auf Startnext für die Berliner Programm­kinos (27.3.2020)

Hilfs­pro­gramm der Bundes- und Länder­för­derer für die Film- und Medien­branche (27.3.2020)

Das Hilfs­pro­gramm (hier PDF abrufen) umfasst ein Gesamt­vo­lumen von 15 Mio. Euro und wird gemeinsam getragen von den Länder­för­de­rern FilmFern­sehFonds Bayern (FFF), Film­för­de­rung Hambur­gSchleswig-Holstein (FFHSH), Film- und Medien­stif­tung NRW (FMS), HessenFilm, Medien­board Berlin-Bran­den­burg (MBB), Medien- und Film­ge­sell­schaft Baden-Würt­tem­berg (MFG), Mittel­deut­sche Medi­en­för­de­rung (MDM), nordmedia sowie der Film­för­de­rungs­an­stalt (FFA) und der Beauf­tragten der Bundes­re­gie­rung für Kultur und Medien (BKM) mit DFFF, Kultu­reller Film­för­de­rung, GMPF.

Für die Kinos wurden folgende zwei Punkte genannt:

▪ Stundung offener FFA-Abga­be­zah­lung und Darle­hens­for­de­rungen ab Inkraf­treten des Programms,
▪ sowie Einzel­maß­nahmen der Länder­för­derer wie die Erhöhung der Kino­pro­gramm­preis-Prämien u.ä.
Generell gilt: Man muss vorher schon Förde­rungen beziehen oder für den Kino­pro­gramm­preis einge­reicht haben.
Ähnliches gilt für Verleihe:
▪ Hilfen für Filme mit geplantem Kinostart bis 30.06.2020, für die bis zum 18.03.2020 eine schrif­liche Förder­zu­sage vorlag (im Detail im PDF nach­zu­lesen)

Kreative Ideen für die Soli­da­rität mit Kinos:

Die Top-8 Corona-Sofort-Unter­stüt­zungen für’s Lieb­lings­kino (heraus­ge­geben von Drop-out Cinema):

1. Spenden
Nicht nur Vereine kann man mit Spenden bedenken, auch an gewerb­liche Kino­be­triebe darf man spenden. Hierzu einfach per Mail beim Kino anfragen, falls das Kino auf seiner Homepage keine Spen­den­ak­tion ins Leben gerufen hat.
2. Kino-Gutscheine hamstern
Kino-Gutscheine kann man immer gebrau­chen, evtl. auch als Geschenk. Einige Kinos bieten auch 10er-Karten an. Gutscheine versorgen die Kinos jetzt unmit­telbar mit dringend benö­tigter Liqui­dität!
3. Mitglied­schaften / Jahres­karten(-abos)
In vielen Kommu­nalen Kinos/Kino­ver­einen kann man Mitglied werden. Aber auch einige gewerb­liche Kinos haben verschie­dene Jahres­abos und Mitglie­der­mo­delle, die das Lieb­lings­kino konti­nu­ier­lich mit kleinen monat­li­chen Beträgen unter­stützen.
4. Social Media
Social Media-Kanäle abon­nieren und sharen. Diese Commu­ni­ty­zu­wächse werden bei den Kino­be­trei­bern wahr­ge­nommen und sind jetzt unmit­telbar Balsam für die Kino­ma­cher-Seele, später aber auch wichtiges »soziales Kapital«.
5. News­letter abon­nieren
Auch News­letter-Abon­nen­ten­zu­wächse sind für Kino­ma­cher hoch­er­freu­lich – gerade in diesen Krisen­zeiten. Während Social Media-Postings meist vom Algo­rithmus der Platt­formen verschluckt werden, hat das Kino via E-Mail einen direkten Draht zu Euch, daher sind News­let­terabos sehr viel wert­voller.
6. Soli­da­ri­sches Streaming (siehe oben)
7. Kino­wer­bung online schauen
Viele Kinos verdienen über Werbung, diese kann man nun online über #hilfdei­nem­kino helfen
8. Freunde und Verwandte
Tele­fo­nieren ist ja in Corona-Zeiten möglich! Wenn einem das Thema ausgeht, könnte man viel­leicht über die darbende Kultur­szene sprechen, und welche Möglich­keiten es gibt, zu helfen! Wären nicht z.B. Kino-Gutscheine ein gutes Geschenk zu Ostern?

Der Anfang der Kino­schließungen (subjek­tive Auswahl):

Zeug­haus­kino | Berlin | 13. März 2020
alle Kinos Berlins | 13. März 2020
alle Kinos Stuttgart | 13. März 2020
Arsenal Institut | Berlin | 13. März 2020
Film­mu­seum Wien | 14. März 2020
Film­mu­seum München | 14. März 2020
alle Kinos München | 16. März 2020
Werk­statt­kino | München | 16. März 2020

VI. Andere Initia­tiven

Die Vielen machen einen wöchent­lich statt­fin­denden Corona-Jour Fixe, um sich »über das Fehlen von Kultur in der Stadt austau­schen« zu können. »Was hat die aktuelle Situation für Konse­quenzen, wie fühlen wir uns damit, wie gehen die Insti­tu­tionen und Selbstän­digen damit um?« Auch wollen sie darüber reden, wie es sein wird, wenn Veran­stal­tungen wieder statt­finden und das kultu­relle Leben wieder aufblüht. »Möchten wir Corona als Auslöser nehmen, einen Diskurs über die Wich­tig­keit von Kunst und Kultur unter dem Schlag­wort 'System­re­le­vanz' anzu­stoßen?«, fragen sie in einer E-Mail.

VII. CORONA: ABGESAGT | in unge­wisser Zukunft

Im Tages­schau-Corona-Ticker (27.03.2020): Der Nothil­fe­ko­or­di­nator der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion, Michael Ryan, hat sich für einen geän­derten Umgang mit dem Coro­na­virus ausge­spro­chen. Statt Maßnahmen zur Abkühlung der Pandemie durch­zu­führen, solle die Welt anstreben, es zu ermö­g­li­chen, »zumindest mit diesem Virus zu leben bis wir einen Impfstoff entwi­ckeln können, um es los zu werden«, sagte er. »Derzeit kann niemand vorher­sagen, wie lange diese Epidemie dauern wird«, sagte er. Die Zukunft sei ungewiss. »Viele Länder rund um die Welt beginnen erst den Zyklus dieser Epidemie.«