27.07.2000
Der Filmfreund rät:

3D-Brillen

Kiss Me Kate

Der Filmfreund rät: Another dimension, another dimension, another dimension

Von artechock-Redaktion

Aufgabe für den fort­ge­schrit­tenen Autor von Wochen-Tips: Leiten Sie über vom Fantasy Filmfest zum 3-D Special im Film­mu­seum. Benutzen Sie dabei keinen der offen­sicht­li­chen Wege.

Ganz klar: Eine unserer leich­testen Übungen. Auf das Fantasy Filmfest haben wir nun ja bei Artechock bereits ausführ­lich hinge­wiesen und müssen an dieser Stelle nicht mehr allzu viel dazu sagen. Es sei nur noch einmal erwähnt, weil’s einfach diese Woche wirklich DAS Kino­er­eignis in München ist. Und weil wir eine kleine Zusatz-Infor­ma­tion liefern können: Bei der Vorfüh­rung von A LIVING HELL am Sonntag um 20:30 im City wird der Regisseur Shugo Fujii anwesend sein.
(Fantasy Filmfest, jeden Tag, den ganzen Tag, in Cinema und City. Programm gibt’s hier.)
Und nun also – Trom­mel­wirbel – unsere Über­lei­tung. Zum 3D-Special im Film­mu­seum. Der einfache Weg wäre der über House of Wax, der daselbst läuft und aber auch prima in eine Hommage-Reihe des Fantasy Filmfest passen würde und überhaupt. Oder über Hitchcock, dessen Dial M For Murder (Bei Anruf Mord) hier endlich mal in der raren 3D-Fassung zu sehen ist, und wo Hitchcock ja einer der Gottväter des Thrillers und Horrors und so..., etc. pp. Lang­weilig. Nein, wir machen’s über Bande: Auf dem Fantasy Filmfest läuft ja Gamera 3. Welch­sel­biger ein japa­ni­scher Mons­ter­film ist. Und somit von uns wärmstens empfohlen. Aber zugleich auch der eine Anker­punkt unserer Asso­zia­ti­ons­brücke zu – dem Video zu »Inter­ga­lactic« von den Beastie Boys. Kennen Sie doch, oder? Und was singt da diese nette Vocoder-Stimme immer, hm? Nein, nein, nicht »Inter­ga­lactic Planetary, Planetary Inter­ga­lactic«. (Also, das singt sie freilich schon, aber das meinen wir jetzt gerade nicht.) Sondern: »Another Dimension, another Dimension, another Dimension!« Und – hurra! – schon sind wir just bei jener zusätz­li­chen Dimension, die dem Kino­er­lebnis im 3D-Special des Film­mu­seums hinzu­ge­fügt wird. Toll, gell? (Jetzt bitte Szenen­ap­plaus!)
Und wie dem auch allem und rund­u­madum und hollaho sei, jeden­falls: Da muss man hin, da muss man dabeisein, da muss man jetzt einsteigen, kommen Sie, schauen Sie, hier geht es rauf, hier geht es runter, hulli­gulli, für den Herren, für die Dame, für das Kind, alles dreht sich, alles bewegt sich, ja das macht Freude, das macht Spaß. Oder, kurz: 3D-Filme sind klasse! Brillen auf und rein – zumal hier drei Streifen gezeigt werden (zu den erwähnten noch Kiss Me Kate) die schon in zwei­di­men­sio­naler Variante den Kino­be­such allemal lohnen.
Und außerdem – es gilt ja jetzt auch, nochmal ordent­lich Film­mu­seum zu tanken, bevor dieses sich einen Monat lang in die Sommer­pause verab­schiedet. (Doch, das tun die wirklich, wir konnten’s auch erst nicht glauben!) Was ziemlich vermessen ist und uns demnächst gewiss noch einen längeren Kommentar entlockt. Aber immerhin mit Stil geschieht: Als letzte Vorstel­lung vor September gibt’s Jacques Tatis Les vacances de Monsieur Hulot Und zumindest darüber kann man wirklich nicht klagen.
(FILMMUSEUM: 3D-Special – KISS ME KATE (OF), Fr.-So. 18:00, DIAL M FOR MURDER (OF), Fr.-Sa. 20:30, HOUSE OF WAX (OF), Fr./Sa. 23:00;
LES VACANCES DE M.HULOT (OmU) (& zwei Kurzfilme mit Jacques Tati): Mo. 19:00)

Oder was meinen Sie, Herr Oehmann? Kann man da klagen, hm? Sie, als beson­derer Freund großer Film­ko­miker? Und Kiss Me Kate, mit der Musik von Cole Porter – das sollte Ihnen doch auch gefallen, nicht wahr? Da werden Sie doch nicht wieder anfangen mit... oh-ooh, wir sehen’s kommen. Nein, sagen Sie’s nicht! Bitte! Einmal! Es muss doch noch was anderes geben! Haben Sie kein Erbarmen? Wollen Sie nicht wenigs­tens dieses Mal die Leute ins Film­mu­seum schicken. Oder unser­ent­wegen zum Angeln. Irgendwo anders hin, egal, außer zu...
Nein? Wirklich nicht? Sie sind sich sicher? Großes Indianer-Ehrenwort? Na gut, dann bitte:
»Samstags Fußball, Sonntag Linden­straße.«