04.07.1996

The Meaning of PIF (*)

Filmplakat  »Krzysztof Kieslowski: I'm So-So...«

Kieslowski oder die Kraft der Bilder

Von Balthasar von Weymarn

Noch ist das Filmfest im vollen Gange. Ich muß gestehen, daß ich diesmal SEHR wähle­risch war... ok, ok, es war auch etwas Prüfungs­streß dabei, aber das Programm war (für mich) diesmal nicht SO genial. Also landete ich im Film­mu­seum, um die knapp eins­tün­dige Doku über Kies­lowski anzu­schauen.
Dieser Mann hat eine schäd­liche Wirkung auf mich. Jedesmal, wenn ich etwas auf dem Schirm sehe, was mit ihm zu tun hat, bin ich erst mal zwei Tage für den sonstig en Durch­schnitts­kram nicht zu haben. Fürch­ter­lich. Danach schwirren mir regel­mäßig Gedanken über Sinn und Zweck von vielen Dingen durch den Kopf. Zum Beispiel: daß die Avant­garde stirbt, wenn sie alles unver­blümt sagen darf; oder daß eine eigene Meinung gegen eine Menge zu vertreten keinen Wert hat, wenn man nichts riskiert dabei; daß es viel­leicht noch ein paar wich­ti­gere Dinge gibt als den nächsten Gehalts­scheck auf dem Konto. Daß das Leben sich eigent­lich auf einer ganz anderen Ebene abspielt.
Wie gesagt, zwei Tage. Meistens hat mich dann der Wirbel in München wieder eingeholt. Aber jedesmal bleibt ein bißchen mehr hängen.
Bilder haben ihre Kraft (noch) nicht verloren, trotz der Bilder­flut in MTV und in immer mehr Kino­filmen. Und das ist doch immerhin ein gutes Zeichen.

*=Philo­sophy in films