1.7.2017
35. Filmfest München

Filmkritik: Prinzessinnen und Drachen

Prinzessinnen und Drachen
Unsere Wertung: 4,5 von 5 Sternen

Von den Shadow-Reportern*

Der Film besteht aus mehreren Märchen und erinnert somit etwas an Theater. Ein Regisseur und zwei kreative Köpfe sprechen im Vorhinein immer über die einzelnen Märchen. Die Figuren sind im Sche­ren­schnitt designt und eine Maschine spuckt die einzelnen Figuren dann aus.

Im ersten Märchen geht es um ein Mädchen, das Monstern und Unheim­li­chen selbst­be­wusst gegenüber­tritt und sie so durch Angucken zum Schrumpfen bringt .Wenn das Mädchen, die Herrin der Monster dann für kurze Zeit nicht hinsieht, wachsen die Monster wieder. Zum Beispiel hat bei einem solchen Moment ein Feuer­monster dem Mädchen die Haare abge­fa­ckelt. Der treue Begleiter des Mädchens ist eine Ratte, die sie auf ihre Super­kräfte überhaupt erst aufmerksam macht. Am Ende heiratet die Herrin der Drachen dann den Prinzen auch ohne Haare und ist glücklich.
Im zweiten Märchen ist ein Junge arbeitslos und braucht dringend einen neuen Job. Wie es das Schicksal so will, geht er aus der Stadt und trifft dort auf einen Zauberer, der ihm zeigt wie er seine magischen Kräfte einsetzen kann. Der Zauberer führt ihn in die ersten Verwand­lungen ein und geht anschließend Zutaten und Kräuter für die Zauber­tränke besorgen. Während­dessen essen der Zauber­lehr­ling und die hübsche Haus­häl­terin des Zauberers zu Abend. Das Mädchen mag den Lehrling und zeigt ihm deshalb was mit ihm passiert, wenn er alle Zauber­tricks kann. Er wird getötet und in Essig eingelegt. Der Zauberer denkt, wenn er den Jungen dann isst, bekommt er so seine Zauber­kräfte wieder zurück, falls er sein Gedächtnis verliert. Um sich zu retten, verwan­delt sich der Zauber­lehr­ling in einen Drachen und isst den Zauberer auf. Am Ende ist er der Herrscher der Zauber­kräfte, heiratet er das einge­sperrte Mädchen und befreit sie.
Im dritten Märchen geht es um einen armen Schiffs­jungen, der eine Katze hat, die er sehr liebt. Der Junge wird vom Kapitän sehr schlecht behandelt, Er wird unter anderem miss­han­delt und in Ketten gelegt. Die Piraten gehen an Land und versuchen dort dem König Dinge, wie Uhren und Wert­ge­gen­s­tände zu verkaufen. Der König kauft schließ­lich für wenig Geld eine Uhr. Danach gibt es ein Festessen, das aber für die Pira­ten­bande fast uner­träg­lich ist, da es überall von Ratten wimmelt. Der Schiffs­junge holt seine Katze und das Problem wird behoben. Der König will daraufhin die Katze kaufen aber der Junge will nicht. Dafür leiht er sie dem König aus und will ihm ihre Baby­katzen schenken. Der Schiffs­junge wird dafür belohnt und bekommt ein Haus und eine Menge Geld.
Die letzte Geschichte handelt von einem Jungen, der seinen Vater retten muss, da dieser schwer krank ist. Dafür benötigt er drei goldene Pflaumen. Der Junge versucht die Pflaumen zu klauen und wird erwischt. Der Zaar will ihn daraufhin köpfen lassen. Als Gegen­leis­tung für sein Leben und die drei Pflaumen, will er dass der Junge für ihn die verdop­pelnde Vase besorgt. Dieser reitet in das ferne Land und probiert die Vase zu klauen, fällt hin und wird erwischt. Er kommt noch davon und der dort herr­schende Zaar fordert als Gegen­leis­tung für sein Leben und die Vase, das Pferd mit den goldenen Hufen. Daraufhin will er das Pferd klauen und wird wieder erwischt, weil ihn das Pferd runter wirft. Der nächste Zaar will ihn wieder köpfen lassen und möchte als Gegen­leis­tung für das Pferd und das Leben des Jungen die wandelnde Prin­zessin. Der Junge berührt die wandelnde Prin­zessin, was bisher noch niemanden gelungen ist und verliebt sich in sie. Sie tricksen die anderen Zaaren aus, indem sich die Prin­zessin immer in die Gegen­s­tände verwan­delt, die die jewei­ligen Zaaren wollten. Danach verwan­delt sie sich in etwas Unheim­li­ches und erschreckt die Zaaren. Schließ­lich bekommt der Vater mit dieser Hilfe die drei goldenen Pflaumen und wird wieder gesund. Wir haben also ein Happyend.
Der Film war lustig und spannend und hat unserer Meinung nach keinen Lern­ef­fekt.

Schau­spiel
Amelie leidet an Asthma. Sie ist die Haupt­figur und sehr frech. Amelie ist oft böse und wütend wegen ihrer Krankheit. Die Schaus­pi­lerin kann diese Emotionen sehr deutlich zeigen. Außerdem wirkt sie immer traurig, wenn sie das Asth­mas­pray nehmen muss. Amelie ist sehr chillig gekleidet. Die Zimmer­nach­barin und der Junge Barth sind Neben­fi­guren. Bart sieht aus, als würde er aus den Bergen kommen, er trägt auch ein dafür typisches Oberteil. Er ist zu Beginn ein bisschen der Gegen­spieler, weil Amelie immer den Berg weiter­hoch­gehen möchte, aber er immer wieder sagt, dass sie lieber wieder herun­ter­gehen sollten.

Ton, Sounds und Musik
Es gab kaum Hinter­grund­musik. Aber wenn es Musik gab, war sie schön. Die Laut­s­tärke der Musik war oft sehr leise und im Hinter­grund und ging etwas unter. Es gab wenig wieder­keh­rende Musik, weil jede der vier Geschichten seine eigene Musik hatte. Insgesamt sind wir mit der Musik sehr zufrieden.

Kostüme & Sets
Die Sets waren das alte Kino, die Paläste der Zaren, die Höhle der Monster, das Pira­ten­schiff und das Haus vom Zauberer. Alle Bilder waren mit schwarzen Figuren und farbigen, bunten Hinter­gründen gestaltet. Es sah aus, wie als ob die Figuren ausge­schnitten wären.
Die Kostüme der Figuren waren Teil des schwarzen Umrisses der Figuren. Manchmal waren Edel­steine oder goldenen Sachen auch farbig. Den Effekt fanden wir sehr schön. Die Sets waren sehr sehr phan­ta­sie­voll gestaltet. Vor allem die Maschine mit denen sie die Kostüme gestaltet haben hat uns super gefallen.

Kamera
Die totalen Aufnahmen im Film fanden wir sehr schön, weil man so alle Menschen gesehen hat. Nicht so schön fanden wir die Detail­auf­nahme, weil man keine Details erkannt hat, sondern nur den schwarzen Umriss. Den Effekt fanden wir nicht so schön. Die Kamera hat vor allem dann ans Geschehen heran gezoomt, wenn die Figuren gespro­chen haben. Dabei hat man gut die Lippen­be­we­gungen gesehen. Die Emotionen wurden durch die Kame­ra­ein­stel­lungen verdeut­licht, wenn sie traurig oder glücklich waren.

*Das Projekt »Kinder­re­porter« wird vom Medi­en­zen­trum München des JFF in Koope­ra­tion mit dem Münchener Kinder­film­fest und mit pomki.de durch­ge­führt und medi­en­päd­ago­gisch begleitet.

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