29.06.2017
35. Filmfest München

Filmkritik: Wolkenjunge

Wolkenjunge
Unsere Wertung: 4,5 von 5 Sternen

Von den Shadow-Reportern*

Handlung
Niilas muss zu seiner Mutter nach Lappland. Er will aber eigent­lich bei seinem Papa in Belgien bleiben, weil er seine Mama kaum kennt. Er fährt dann trotzdem und findet heraus, dass er einen Halb­bruder Pontus und eine Halb­schwester Suna hat. Er gibt sich aber wenig Mühe mit der neuen Familie und redet kaum ein Wort mit ihr. Niilas möchte einfach nur nach Hause und lässt deshalb die Rentier­herde frei. Der neue Mann von Nillas Mama muss diese wieder einfangen. Er verpasst es aber eine Rentier­mama einzu­fangen. Niilas, Pontus und Suna entschließen auf eigene Faust die Rentier­mama zu suchen. Zusammen und mit dem Aufnah­me­gerät von Niilas schaffen sie es, das Rentier wieder heim­zu­bringen. Am Ende verträgt sich die Patchwork-Familie wieder und Niilas überlegt schon in den nächsten Ferien wieder nach Schweden zu kommen.
Die Geschichte war sehr spannend zum Beispiel bei der Suche nach dem Rentier und lustig in den Szenen mit Pontus. Außerdem hatte die Geschichte einen Lern­ef­fekt. Nämlich, dass man nicht vor seinen Problemen davon laufen soll, sondern sich ihnen stellen muss.

Schau­spiel
Die Haupt­figur war Niilas. Man hat es richtig gemerkt, wenn Niilas traurig oder wütend ist, obwohl er so wenig gespro­chen hat. Wir fanden es gut, wie die Haupt­figur sich in den meisten Szenen verhalten hat. Niilas hat gerne Musik gehört. Er war wütend und enttäuscht, dass sich seine Mama lange nicht um ihn gekümmert hat. Die beiden haben sich aber wieder vertragen, als die Mama für ihn da war, als er nach einem Unfall ins Wasser gefallen ist.
Die Neben­fi­guren waren die Halb­ge­schwister Pontus und Suna und die Mama von Niilas.

Ton, Sounds und Musik
Die Musik war sehr schön und hat gut zum Film gepasst, sie war aber eher im Hinter­grund und nur in manchen Szenen. Es waren abwech­selnd, je nach Szene schnelle oder langsame Melodien. Das Mädchen Suna konnte gut singen.
Die Laut­s­tärke war passend, obwohl es manchmal sehr laut war, aber es war angenehm. Als Niilas zum ersten Mal die Rentiere gesehen hat, kam so ruhige Musik. Das hätte man ruhig noch lauter und span­nender machen können. Als Niilas den Elch und die Rentier­mama gesehen hat, war es super spannend und das hat auch die Musik wieder gespie­gelt.

Kostüme & Sets
Die Sets waren zum Beispiel: der Wald, das Haus der neuen Familie, die Küche, der Parkour Park in Belgien, der Bus, die Autos während den Fahrten oder das Rentier­ge­hege mit den Zelten. Uns sind keine Fehler an den Sets aufge­fallen. Es wirkte so, als ob die Menschen wirklich dort leben würden. Die Land­schafts­auf­nahmen waren sehr schön. Die ganze Natur im Film hat uns gut gefallen.
Niilas hatte immer etwas modernere Klamotten an. Die anderen Figuren hatten alle etwas wolligere Klamotten an, die uns an Klamotten von Eskimos oder Berg­stei­gern erinnert haben. Viel Make-Up konnten wir nicht erkennen.

Kamera
Wenn Niilas gerannt ist, hat die Kamera auch gewackelt, das sah so aus, als ob man direkt dabei ist und hinter ihm herrennt. Die Unter­was­ser­szene wurde sehr nah gefilmt und es sah aus, wie in Zeitlupe. Außerdem wurden die Gefühle besonders gut in Detail­auf­nahmen gezeigt, man konnte sehr genau die Augen sehen, zum Beispiel, wenn er traurig war. Die Szene, in der er seinen kleinen Bruder ins Gesicht schlägt war aufrei­bend und man hat es aus der Sicht von Niilas gesehen. Die Kamera war immer mitten drin und so war der Zuschauer auch nah dabei, das war super cool.

*Das Projekt »Kinder­re­porter« wird vom Medi­en­zen­trum München des JFF in Koope­ra­tion mit dem Münchener Kinder­film­fest und mit pomki.de durch­ge­führt und medi­en­päd­ago­gisch begleitet.

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