28.09.2007

Folge 3: Jenseits von Memphis

Die artechock-Kinorätsel für Filmfreaks

Von Ines Schneider

Sie mag Kühe. Überall in ihrem Zimmer sieht man das schwarz-weiße Flecken­muster. Das war bisher das einzig Freund­liche in ihrem tristen Alltag. Doch es geht ihr besser als vielen ihrer Freunde. Sie hat einen Job in der Fabrik, sie ist nicht vorbe­straft, sie hat noch kein Kind, das sie braucht und keinen Ehemann, der sie schlägt. Sie leistet sich einen Traum von einer besseren Zukunft: Sie will nach Memphis gehen, mit dem Menschen, den sie liebt, so liebt, wie er ist, selbst wenn er halb Affe wäre.

Für ihn ist sogar Memphis ein uner­reich­barer Ort. Schon die schäbige Siedlung, in der er sie getroffen hat und die zerfal­lene Familie, mit der er einige Tage zusam­men­lebt, sind mehr als er je gehabt hat. Sie ist über­wäl­tigt von seinem Hunger nach Liebe und Zärt­lich­keit. Aber zwischen den reizbaren, gewalt­be­reiten jungen Burschen in ihrer Umgebung können solche Gefühle nicht lange bestehen. Nur eine kleine Lüge und die versof­fenen, aggres­siven Jungs, die nur auf ihre nächste Gefäng­nis­strafe zu warten scheinen, fühlen sich in ihrer Ehre gekränkt. Das hat schreck­liche Folgen. Sie überlebt und geht davon, viel­leicht nach Memphis.

Lösung (mit der Maus drüber fahren):
Lana aus Boys Don’t Cry von Kimberly Peirce, 1999