Vom Sterben einer Stadt. 2300 Jahre alt wurde Fenjie am Jangtse. So lange rannten die Lasteräger mit schweren Fischkörben die Treppen am Steilufer hinauf. Dann kamen die Abrisskolonnen. Alles raus, hieß es. 100000 Einwohner müssen ihre Häuser räumen, denn bald kommt die Flut. Der Drei-Schluchten-Stausee wird die historische »Stadt der Poesie« verschlingen. Vom Erbe des berühmtesten Dichter Chinas, Li Bai (701-762), ist ohnehin nicht mehr viel zu spüren. Überall herrscht Desorganisation und brutale Bürokratie.