Streetwork Orange – Der Straßenkehrer Franky

Deutschland 1998 · 45 Minuten
Regie: Petra Heilingbrunner, Uli Kick
Drehbuch: ,
Kamera: Waldemar Hauschild
Schnitt: Gaby Kull-Neujahr

Morgens um fünf, wenn die Stadt noch im Tief­schlaf liegt, ist Franky längst auf den Beinen. »Wenn du nichts Ordent­li­ches lernst, dann kannst du als Straßen­kehrer gehen!« Wie oft hatte er diesen Satz zu hören bekommen. Franky ist 30 Jahre alt, und er hat was Ordent­li­ches gelernt: er ist ausge­bil­deter Kaufmann. Trotzdem, viel­leicht sogar aus Trotz, arbeitet er seit zwölf Jahren als Straßen­kehrer. Franky ist nicht irgendein Straßen­kehrer, sondern der Straßen­kehrer im Münchner Glocken­bach­viertel.
Es ist das Viertel der sozial Deklas­sierten, der Drogen­ab­hän­gigen und Homo­se­xu­ellen, der Künstler und Intel­lek­tu­ellen. Und Franky ist dort nicht nur Straßen­kehrer, er ist gleich­zeitig Maler und »Street­worker«. In seiner oran­ge­far­benen Kluft kehrt und verkehrt Franky zwischen den Welten.

At five o’clock in the morning when the city is still fast asleep, Franky is already up and about. »If you don’t bother to learn something proper you’ll end up sweeping the streets!« How often he had to listen to those words! Franky, now 30 years old, did learn something proper: he was certified in retail sales. Never­the­less, maybe even out of spite, Franky has been working as a streets­weeper for more than twelve years.
And yet Franky is not just any streets­weeper, he is an artist both with his broom and his brush. He sweeps Munich’s famed Glocken­bach Quarter – a neigh­bourhood of impo­ve­rished and nouveau­riche, homo­se­xuals and drug addicts, artists and intel­lec­tuals. In his orange-colored work pants, Franky sweeps his way through the gaps of these sometimes desperate worlds.

BIO-FILMOGRAPHIE

Petra Heiling­brunner
Geboren 1958 in München. Studium der Poli­to­logie, Sozio­logie und Publi­zistik. Redak­teurs­aus­bil­dung. 1987-90 Repor­terin der Süddeut­schen Zeitung. Danach freie Autorin u.a. für Die Zeit und mehrere ARD-Sender. Regie- und Produk­ti­ons­as­sis­tenz. Seit 1995 Autorin und Regis­seurin beim Baye­ri­schen Fernsehen und Doku­men­tar­fil­merin.

Filme:
1995 Todorov – Ein Gangs­ter­film
1996 Nicht wissen, wohin
1998 Street­work Orange

Uli Kick
Geboren 1957 in Heideck. Studium der Sozio­logie, Psycho­logie und Publi­zistik. 1980-90 Reporter, Feature-Autor und Regisseur beim Baye­ri­schen Rundfunk sowie anderen ARD-Sendern. Mitarbeit an mehreren Spiel- und Doku­men­tar­filmen. Seit 1991 Doku­men­tar­film­re­gis­seur und Produzent. 1996 für Todorov – Ein Gangs­ter­film ausge­zeichnet mit dem Film­för­der­preis der Stadt München und dem William-Dieterle-Preis.

Filme (Auswahl):
1991 Insel der Unseligen
1995 Todorov – Ein Gangs­ter­film
1996 Nicht wissen, wohin
1998 Street­work Orange

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