The Square

Al midan

Ägypten/USA 2013 · 104 Minuten
Regie: Jehane Noujaim
Musik: H. Scott Salinas, Jonas Colstrup
Kamera: Muhammad Hamdy
Schnitt: Pedro Kos, Muhamed El Maneasterly, Christopher De La Torre, Pierre Haberer, Stefan Ronowiscz

»Im Januar 2011 hatte sich auf dem Tahrir-Platz das Zeit­ge­fühl verändert. Die plöt­z­liche Beschleu­ni­gung nach 30 Jahren Still­stand löste eine Euphorie aus, die damals auch die ameri­ka­nisch-ägyp­ti­sche Filme­ma­cherin Jehane Noujaim mit ihrer Kamera nach Kairo zog. Sie blieb über zwei Jahre und beglei­tete mehrere Akti­visten in den drama­ti­schen Zeiten, die folgten – und noch andauern. Im Zentrum ihres Film steht Ahmed Hassan, ein junger Mann aus dem Arbei­ter­be­zirk Shobra, der schon als Acht­jäh­riger Geld verdienen musste. Der ägyptisch-britische Schau­spieler Khalid Abdalla stammt aus einer Familie, die seit Gene­ra­tionen für mehr Demo­kratie im Land kämpft. Die viel­leicht tragischste Figur ist Magdy Ashour, der als Muslim­bruder unter Mubarak verhaftet und gefoltert worden war – und auf dem Tahr­ir­platz, damals im Januar 2011, in Khalid und Ahmed Freunde und Verbün­dete fand.
Mit einer beein­dru­ckenden Mate­ri­al­fülle und einer entschlossen subjek­tiven Gren­zgän­ger­per­spek­tive reka­pi­tu­liert Al midan die sich über­s­türz­enden Ereig­nisse, die Eska­la­tion von Gewalt, die Stim­mungs­um­schwünge, den Moment, als aus der Revo­lu­tion ein Krieg wurde. Ein Film, der zurück­schaut, um den Blick nach vorne zu öffnen.« (Katalog Berlinale 2014)