Rabelados – Die gewaltlosen Rebellen der kapverdischen Inseln

Rabelados

D/Kapverden 2000 · 90 Minuten
Regie: Torsten Truscheit, Ana Rocha Fernandes
Kamera: Torsten Truscheit

Doku­men­ta­tion (16mm)

»In abge­le­genen, isolierten Regionen der Haupt­insel Santiago leben die Rabelados, die übrig geblie­benen Rebellen von Kap Verde, dem fast verges­senen Insel­staat, der 450 Kilometer westlich des Senegal im Atlantik liegt.
Als Ungläu­bige mit okkulten Riten wurden sie beschrieben; als Terro­risten diffa­miert, um sie in Konzen­tra­ti­ons­lager zu stecken oder ihre Chefs auf andere Inseln zu verschleppen. Ihre Eigen­wil­lig­keit, ihre Ablehnung der Kirche und des Staates und ihr Streben nach Autonomie sahen die Portu­giesen als Vorboten des orga­ni­sierten Wider­standes. In der Tat gibt es Gerüchte, dass sich Amilcar Cabral, die Symbol­figur des Unab­hän­gig­keits­kampfes, mit den Rabelados traf. Und die Fahne, die sie auch heute noch hoch­halten, trägt das Wappen der Partei der Unab­hän­gig­keit Kap Verdes und Guinea Bissaus.
Noch immer schicken sie ihre Kinder nicht in Schulen, zahlen keine Steuern und nehmen nur im Notfall einen öffent­li­chen Bus. Nicht in Abhän­gig­keit zu geraten ist ihre oberste Maxime. Sie arbeiten selbständig als Bauern, Fischer oder Hand­werker und akzep­tieren keine Hilfs­an­ge­bote von außen. Obwohl heute die Kirche, der Staat und die Bevöl­ke­rung die Rabelados vorsichts­halber meiden und gewähren lassen, ist ihre Lebens­weise dennoch bedroht.

The Rabelados are living in isolated regions of the main island Santiago – they are the remaining rebel­lions of Cape Verde, the forgotten State, 450 kilo­me­ters west of Senegal in the Atlantic Ocean.
They were descriped as ›non-believing‹ with occult rituals; as terro­rists defamed, they were brought to concen­tra­tion camps or their chiefs were abducted to other island. Their uncon­ven­tio­na­lity, their rejection of church and state and their effort to become inde­pen­dent was from the portu­guese seen as a sign of organized resis­tance. There are actual rumours that Amilcar Cabral, the sybolic figur of the fight for inde­pen­dence was meeting with the Rabelados. The flag which is still being held high is showing the shield of the Inde­pen­dent Party of Cape Verde and Guinea Bissau.
They are still refusing to send their children to school, they are not paying taxes, they would never go to a hospital and only drive a bus in case of emergency. Most important is to stay inde­pen­dent. They work only for them­selves as farmers, fishermen or handi­crafter and they accept no presents.P>Produk­tion: Filmareal, Christian Drewing, Ludwigstr. 73 a, 70176 Stuttgart, Tel. +49-711-248 34 55, Fax +49-711-248 34 77, e-mail: info@filmareal.de
Co-Produk­tion: Film­aka­demie Ludwigs­burg und Südwest­rund­funk
Gefördert von: Medien- und Film­ge­sell­schaft Baden-Würt­tem­berg
Urauf­füh­rung: Mai 2001, Inter­na­tio­nales Doku­men­tar­film­fes­tival München

BIO-Filmo­gra­phie
Torsten Truscheit

Geboren 1966. Berufs­aus­bil­dung zum Vermes­sungs­tech­niker. Medien­stu­dium an der Univer­sität-GH-Siegen (Abschluss 1996). Arbeit als freier Cutter und Kame­ra­mann. Seit 1997 Aufbau­stu­dium (Regie/Doku­men­tar­film) an der Film­aka­demie in Ludwigs­burg. Rabelados ist sein Abschluss­film.

Filme:
1991/92 LUMEN, LUX, LUMIÈRE
1996/97 ÜBERSEHEN
1998/99 DER NEUNTE FRÜHLING
1999 IM NAMEN DES VOLKES – JVA HEIMSHEIM 1999 (zus. mit Dietmar Ratsch)
2000 RABELADOS – DIE GEWALTLOSEN REBELLEN DER KAPVERDISCHEN INSELN

Ana Rocha Fernandes

Geboren 1971 in Santiago auf den Kapverden. Arbeit als Lehrerin in Santiago. Archi­tek­tur­stu­dium in Deutsch­land (Abschluss 1998). Seit 1996 Arbeit an doku­men­ta­ri­schen Kurz­filmen. Verschie­dene Film­pro­jekte mit Torsten Truscheit.

Filme:
1999 IM NAMEN DES VOLKES (Schnitt)
2000 RABELADOS«

(16. Inter­na­tio­nales Doku­men­tar­film­fes­tival München)

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