Khiam

Libanon 2000 · 52 Minuten
Regie: Joana Hadjithomas, Khalil Joreige
Drehbuch: ,
Kamera: Joana Hadjithomas

Doku­men­ta­tion (Beta)

Mit dem Auszug der Israelis aus dem Südli­banon sorgte der Ort Khiam für Schlag­zeilen. Der Film handelt von dem Häft­lings­lager in Khiam, einem »gesetz­losen« Ort, an dem Willkür und Folter an der Tages­ord­nung waren. 1985 in der von Israel 1978 besetzten soge­nannten Sicher­heits­zone einge­richtet, wurde es von Israels Hilfs­mi­lizen, der Südli­ba­ne­si­schen Armee, verwaltet.
Die Prot­ago­nisten des Films, Sonia, Afif, Soha, Rajae, Kifah, Neeman verbrachten mehr als zehn Jahre in dieser Hölle. Sie beschreiben das tägliche Leben im Lager: Wie man überleben kann, wenn man jahrelang in Isola­ti­ons­haft in vier Wände auf 1 Meter 80 mal 80 einge­sperrt ist. Oder wenn sich sechs Leute einen Raum von 2 Meter 25 mal 2 Meter 25 teilen müssen.
Aller elemen­taren Dinge des Lebens beraubt, schufen sie sich die Gefangen selber: klaubten sie heimlich zusammen und versteckten sie: kleine Stückchen Schnur, Wolle und Stein, Käser­inden, Oliven­steine, Abfälle. So machten sie sich heimlich eine Nadel, einen Pinsel, Perlen­schnüre aus Oliven­kernen, Blumen, Skulp­turen und ein Schach­spiel....
Die Gefan­genen entwi­ckelten außer­or­dent­liche Produk­ti­ons­tech­niken und tauschten sie unter­ein­ander aus, um mitein­ander kommu­ni­zieren, etwas erschaffen, Unge­horsam üben und dieses Gefühl, ein Mensch zu sein, behalten zu können, das solche Lager auszu­ra­dieren versuchen.
Diesem Dokument gelingt mehr als eine poli­ti­sche Verur­tei­lung: eine meta­phy­si­sche Reflexion über den Lebens­willen des Menschen.

The name of Khiam has been front-page news since the with­drawal of the Israeli army from South Lebanon. Set up in 1985, in the security zone occupied by Israel since 1978, the detention camp of Khiam was run by Israel' auxiliary militia, the south Lebanon Army. Arbi­trari­ness and torture prevailed in this place of »no-law«.
Sonia, Afif, Soha, Rajae, Kifah, Neeman spent more than ten years in that hell. They describe daily life in the camp: How to survive when locked up for years in solitary confi­ne­ment beween the four walls of a 1m 80 by 80 cell; or when six people have to share a 2.25 by 2.25 m room.
Deprived of basic neces­si­ties, the prisoners recreated them, picking up secretly and hiding bits of string, wood and stone, cheese wrappers, olive stones, garbage. That is how they contrived to produce secretly a neele, a pencil, strings of beads of olive stones, flowers, sculp­tures, a chess game …
The prisoners deve­lopped and exchanged extra­or­di­nary produc­tion tech­ni­ques to be able to commu­ni­cate, to create, to disobey and to preserve that very sense of humanity which such a camp tries to eradicate.
This document – rather than a political condem­na­tion – it attempts a meta­phy­sical reflec­tion on man’s willpower and wish to live.

Produk­tion: Abbrut Produc­tions, 26 rue Bois le vert, F-75016 Paris, Frank­reich, Tel. +33-1-45 24 28 30, Fax. +33-1-47 55 80 48, e-mail : abbrut@starnet.fr
Urauf­füh­rung: Januar 2001, Biarritz FIPA
Welt­rechte: Idéale Audience, 6 rue de l’Agent Baiily, F-75009 Paris, Frank­reich, Tel. +33-1-43 20 14 00, Fax +33-1-53 20 14 01, e-mail : ideale@ideale-audience.fr

BIO-Filmo­gra­phie
Joana Hadji­t­homas, Khalil Joreige

Liba­ne­si­sche Filme­ma­cher und Künstler. Gemein­same Autor­schaft und Produk­tion verschie­dener Kurzfilme.
Viele Ausstel­lungen mit Video- und Foto-Instal­la­tion, u.a. »Beyrouth, fictions urbaines« im Institut du Monde Arabe in Paris, »Wonder Beirut«.
Sie lehren Drehbuch-Schreiben und über die Ästhetik und Philo­so­phie des Bildes im Institute of Scenic and Audio­vi­sual Studies und an der St Joseph-Univer­sität in Beirut.

Filme (Auswahl):
1999 AROUND THE PINK HOUSE
2000 KHIAM

(16. Inter­na­tio­nales Doku­men­tar­film­fes­tival München)

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