Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Deutschland 1999 · 126 Minuten
Regie: Volker Koepp
Drehbuch: ,
Kamera: Thomas Plenert

Im Westen der Ukraine, unweit der Grenze zu Rumänien, eine entlegene europäi­sche Stadt: Czer­no­witz. Einst Zentrum jüdischer Kultur in der Bukowina, einer Grenz­land­schaft, die über die Jahr­hun­derte vom Viel­völ­ker­ge­misch geprägt war. Es war eine Gegend, in der Menschen und Bücher lebten, sagte der Dichter Paul Celan über die versun­kene Welt seiner Jugend, die nur in der Literatur und in der Erin­ne­rung über Zeiten hinweg lebendig bleibt. Zeiten der Auswan­de­rung, Vertrei­bung und Vernich­tung der Juden. In Czer­no­witz, wo die jüdische Bevöl­ke­rung zeit­weilig die Hälfte der Einwohner ausmachte, über­lebten nur wenige die von Deutschen und Rumänen 1941 verord­nete Depor­ta­tion in die Lager Trans­nis­triens.
Im Mittel­punkt des Films stehen Herr Zwilling und Frau Zucker­mann, die zu den letzten noch im alten Czer­no­witz geborenen Juden gehören. Beide verbindet neben ihrer Freund­schaft nicht zuletzt die deutsche Sprache. Täglich besucht Herr Zwilling in den Abend­stunden die 90jährige Frau Zucker­mann. Man spricht über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäg­li­chen Sorgen. In den Lebens­ge­schichten dieser beiden Menschen steckt das Elend dieses Jahr­hun­derts Mit ihren Erin­ne­rungen verknüpft der Film Episoden aus dem jüdischen Leben im heutigen Czer­no­witz, das sich mit dem Ende der Sowjet­union erstmalig wieder regt.

In the west of Ukraine, not far from the border to Romania, there is a faraway European city: Czer­no­witz. It was once the centre of Jewish culture in the Bukowina, a border area charac­te­rized over centuries by a multi-cultural mixture of peoples. Here, Ukrai­nians, Poles, Romanians, Germans and Jews lived side by side. Jewish schtetls dotted the coun­try­side of Galicia. Until World War I, Czer­no­witz belonged to Austria-Hungary, then it became part of Romania, after the Hitler-Stalin pact it was part of the Soviet Union, then the Romanians returned together with the Germans, after­wards it belonged to the Soviet Union again.
In Czer­no­witz, where tempora­rily half the popu­la­tion was Jewish, only a few survived depor­ta­tions into Trans­nis­tria’s camps ordered by the Germans and Romanians in 1941.
The film focuses on Mr. Zwilling and Mrs. Zucker­mann, two of the last few Jews born in the old Czer­no­witz. They share a frien­dship but also their love for the German language. Mr. Zwilling visits 90-year old Mrs. Zucker­mann daily in the early hours of the evening. They talk about old times, about shared events, about politics and lite­ra­ture and the worries of everyday life. The life story of theses two people contains all the miseries of this century. The film combines their memories and episodes from Jewish life in contem­porary Czer­no­witz, which is beginning to revive since the Soviet Union ceased to exist.

BIO-FILMOGRAPHIE
Volker Koepp
1944 in Stettin geboren. Aufge­wachsen in Berlin und Dresden. Maschi­nen­schlos­ser­lehre, Fach­ar­beiter. 1963-65 Studium an der Tech­ni­schen Univer­sität Dresden, 1966-69 an der HFF, Babels­berg. 1970-91 Regisseur im DEFA Studio für Doku­men­tar­filme in Babels­berg und in Berlin. Viele Preise und Auszeich­nungen seiner Filme auf inter­na­tio­nalen Festivals.

Filme (Auswahl):
1971 SCHULDNER
1972 GRÜSSE AUS SARMATIEN
1973 GUSTAV J.
1974 SLATAN DUDOW
1975 MÄDCHEN IN WITTSTOCK
1976 DAS WEITE FELD
WIEDER IN WITTSTOCK
1977 HÜTES-FILM
1978 AM FLUSS
WITTSTOCK III
1979 TAG FÜR TAG
1980 HAUS UND HOF
1981 LEBEN UND WEBEN
1982 IN RHEINSBERG
1983 ALLE TIERE SIND SCHON DA
1983/85 AFGHANISTAN
1984 LEBEN IN WITTSTOCK
1985 AN DER UNSTRUT
1986 DIE F 96
1987 FEUERLAND
1988/89 MÄRKISCHE ZIEGEL
1989/90 ARKONA-RETHRA-VINETA
1990 MÄRKISCHE HEIDE, MÄRKISCHER SAND
1991 MÄRKISCHE GESELLSCHAF
IN KARLSHORST
IN GRÜNEBERG
1992 SAMMELSURIUM
1992 NEUES IN WITTSTOCK
1993 DIE WISMUT
1995 KALTE HEIMAT
1996 FREMDE UFER
1997 WITTSTOCK, WITTSTOCK
1999 HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN

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