Anderson

Deutschland 2014 · 95 Minuten · FSK: ab 0
Regie: Annekatrin Hendel
Drehbuch:
Kamera: Frank Griebe, Jule Cramer
Schnitt: Jörg Hauschild

»Er war der charis­ma­ti­sche Pop-Star der oppo­si­tio­nellen Lite­ra­tur­szene im Ost-Berliner Pren­zlauer Berg der Acht­zi­ger­jahre, gut bekannt mit Christa Wolf, Franz Fühmann, Heiner Müller. Und er war über­eif­riger Informant der DDR-Staats­si­cher­heit: Sascha Anderson, Jahrgang 1953. Nach mehr als 20 Jahren sitzen die Verlet­zungen, die er seinen einstigen Freunden und Kollegen beibrachte, tief. Noch immer erregt das Gespinst aus Lügen, Halb­wahr­heiten und Legenden, das er um sich auslegte, die Gemüter. Anne­katrin Hendel holt Sascha Anderson vor die Kamera und erkundet seine damalige Moti­va­tion und heutige Haltung. Worauf gründete sich seine Bereit­schaft zur Denun­zia­tion? Was bewog ihn zum Spiel mit der eigenen Existenz? Welchen Platz nehmen Reue und Buße in seinem Leben ein? Zugleich werden Wegbe­gleiter Andersons befragt: die Kera­mi­kerin Wilfriede Maaß, die sich seinet­wegen von ihrem Mann trennte, die früheren Kommi­li­tonen Lars Barthel und Thomas Plenert, der Dichter und Anarchist Bert Papenfuß sowie Roland Jahn, Chef der Stasi-Unter­la­gen­behörde. Aus Erin­ne­rungs­split­tern entwirft der Film ein Zeitbild aus Vertrauen und Verrat, das bis in die Gegenwart reicht.« (Katalog 64. Berlinale)

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