Mit viel Wuff und Liebe |
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| Ich und das Universum: Der Gewinnerfilm von 2003 von Hajo Schomerus | ||
| (Foto: Bunter Hund) | ||
Von Hanni Beckmann
Hasso wird 25! Damit stellt der »Bunte Hund«, Münchens legendäres Kurzfilmfestival, einen Rekord auf. Multipliziert mit sieben Hundejahren ergibt das stolze 175 Jahre – ein beachtliches Alter! Hasso ist das plüschige Maskottchen der Kurzfilmkombo und zugleich Namensgeber des mit 500 Euro dotierten Publikumspreises, der per Abstimmung über alle Wettbewerbsfilme vergeben wird.
Seinen Anfang nahm das Festival 1997 beim Free-&-Easy-Festival im Backstage. Schon damals war Mitmachen ausdrücklich erwünscht: Das Publikum kürte seinen Lieblingsfilm per Applaus – manch einer ging mit glühenden Handflächen nach Hause. Bei Filmtalks ließ sich mit Regisseurinnen und Regisseuren ins Gespräch kommen, und das Open-Air-Format setzte ganz auf Leichtigkeit und gute Laune. Wer nachrechnet, merkt: Eigentlich ist der »Bunte Hund« noch älter. Seinen Namen trägt er jedoch erst seit 1999, als Gründerin Karin Hofmann das Festival so nannte. Vermutlich wurde es ihr zu bunt.
Es folgten wahrlich wilde Gründerjahre, in denen der »Bunte Hund« durch verschiedenste Partylocations streunte. Seit 2004 hat die Kombo im Werkstattkino ihre feste »Hundehütte« gefunden. Dort hat sie es sich gemütlich gemacht – auch wenn der Platz oft knapp wird, so groß ist der Andrang auf die bunte Filmauswahl. Inzwischen konzentriert sich das Programm auf vier Blöcke, die die ästhetische und thematische Vielfalt der kurzen Dinger eindrucksvoll vor Augen führen: Anders & Artig, Heimat, Helden wie wir und Liebe & andere Grausamkeiten. Hinzu kommt die Nicht-Wettbewerbssektion Trash & Sonderbares mit skurrilen, mal absichtlich, mal unfreiwillig schrägen Filmen – direkt aus »des Teufels Giftküche«, wie das Team augenzwinkernd schreibt.
Zum Jubiläum gibt es in diesem Jahr zwei zusätzliche Programme: Bunt ist keine Farbe und Vom Festkleben und Ablösen präsentieren 14 Gewinnerfilme seit 1999 – ein Best of Best of.
Hannis persönliche Favoriten finden sich heuer in Liebe & andere Grausamkeiten. Beim spanischen Trece gatos kommen Katzenfans auf ihre Kosten, während Gallina nach Paraguay ins Jahr 1999 zurückführt – in eine Zeit politischer Unruhe und wirtschaftlicher Krise. History repeats itself today. Subtext, ebenfalls aus Spanien, nimmt die Dauerlügen eines Büroangestellten aufs Korn. Und in Mimo stellt sich die Frage: Warum spielen Kinder »Vater, Mutter, Kind« – nur ohne Mutter? Vielleicht, weil sie dafür einfach keine Zeit hat.
Man kann sich wunderbar durchs Programm treiben lassen, sich von den Kurzkomödien anstecken lassen, aber auch die große Filmkunst bewundern, in die Kürze einen ganzen Film zu stecken. Es gibt Dokumentarfilme und Experimentelles, Pointiertes und Kluges, Nachdenkliches und Unterhaltsames. Nach der OB-Stichwahl am Sonntag sollte man einfach noch einmal wählen gehen: Um 19 Uhr im Werkstattkino den Gewinnerfilm bei Der Preis ist heiß. Und vorher natürlich die Wettbewerbe anschauen! Viel Wuff!
19.–22.03.2026, Werkstattkino München
Tickets: 6 Euro (nur an der Abendkasse, rechtzeitig kommen!)