19.03.2026

Mit viel Wuff und Liebe

Ich und das Universum
Ich und das Universum: Der Gewinnerfilm von 2003 von Hajo Schomerus
(Foto: Bunter Hund)

Das Kurzfilmfestival »Bunter Hund« hat zum 25. Jubiläum einen bunten Programmmix zusammengestellt

Von Hanni Beckmann

Hasso wird 25! Damit stellt der »Bunte Hund«, Münchens legen­däres Kurz­film­fes­tival, einen Rekord auf. Multi­pli­ziert mit sieben Hunde­jahren ergibt das stolze 175 Jahre – ein beacht­li­ches Alter! Hasso ist das plüschige Maskott­chen der Kurz­film­kombo und zugleich Namens­geber des mit 500 Euro dotierten Publi­kums­preises, der per Abstim­mung über alle Wett­be­werbs­filme vergeben wird.

Seinen Anfang nahm das Festival 1997 beim Free-&-Easy-Festival im Backstage. Schon damals war Mitmachen ausdrück­lich erwünscht: Das Publikum kürte seinen Lieb­lings­film per Applaus – manch einer ging mit glühenden Hand­flächen nach Hause. Bei Filmtalks ließ sich mit Regis­seu­rinnen und Regis­seuren ins Gespräch kommen, und das Open-Air-Format setzte ganz auf Leich­tig­keit und gute Laune. Wer nach­rechnet, merkt: Eigent­lich ist der »Bunte Hund« noch älter. Seinen Namen trägt er jedoch erst seit 1999, als Gründerin Karin Hofmann das Festival so nannte. Vermut­lich wurde es ihr zu bunt.

Es folgten wahrlich wilde Grün­der­jahre, in denen der »Bunte Hund« durch verschie­denste Party­lo­ca­tions streunte. Seit 2004 hat die Kombo im Werk­statt­kino ihre feste »Hundehütte« gefunden. Dort hat sie es sich gemütlich gemacht – auch wenn der Platz oft knapp wird, so groß ist der Andrang auf die bunte Film­aus­wahl. Inzwi­schen konzen­triert sich das Programm auf vier Blöcke, die die ästhe­ti­sche und thema­ti­sche Vielfalt der kurzen Dinger eindrucks­voll vor Augen führen: Anders & Artig, Heimat, Helden wie wir und Liebe & andere Grau­sam­keiten. Hinzu kommt die Nicht-Wett­be­werbs­sek­tion Trash & Sonder­bares mit skurrilen, mal absicht­lich, mal unfrei­willig schrägen Filmen – direkt aus »des Teufels Giftküche«, wie das Team augen­zwin­kernd schreibt.

Zum Jubiläum gibt es in diesem Jahr zwei zusätz­liche Programme: Bunt ist keine Farbe und Vom Fest­kleben und Ablösen präsen­tieren 14 Gewin­ner­filme seit 1999 – ein Best of Best of.

Hannis persön­liche Favoriten finden sich heuer in Liebe & andere Grau­sam­keiten. Beim spani­schen Trece gatos kommen Katzen­fans auf ihre Kosten, während Gallina nach Paraguay ins Jahr 1999 zurück­führt – in eine Zeit poli­ti­scher Unruhe und wirt­schaft­li­cher Krise. History repeats itself today. Subtext, ebenfalls aus Spanien, nimmt die Dauer­lügen eines Büro­an­ge­stellten aufs Korn. Und in Mimo stellt sich die Frage: Warum spielen Kinder »Vater, Mutter, Kind« – nur ohne Mutter? Viel­leicht, weil sie dafür einfach keine Zeit hat.

Man kann sich wunderbar durchs Programm treiben lassen, sich von den Kurz­komö­dien anstecken lassen, aber auch die große Filmkunst bewundern, in die Kürze einen ganzen Film zu stecken. Es gibt Doku­men­tar­filme und Expe­ri­men­telles, Poin­tiertes und Kluges, Nach­denk­li­ches und Unter­halt­sames. Nach der OB-Stichwahl am Sonntag sollte man einfach noch einmal wählen gehen: Um 19 Uhr im Werk­statt­kino den Gewin­ner­film bei Der Preis ist heiß. Und vorher natürlich die Wett­be­werbe anschauen! Viel Wuff!

25. Bunter Hund

19.–22.03.2026, Werk­statt­kino München
Tickets: 6 Euro (nur an der Abend­kasse, recht­zeitig kommen!)