21.10.2021

100 Jahre Schlingensief

TUNGUSKA - DIE KISTEN SIND DA - DVD
Teil der letzten Tranche aus der großen Schlingensief-DVD Edition...
(Foto: Filmgalerie 451)

Eine DVD-Edition, eine Geburtstags-Filmvorführung und ein Text von Christoph Schlingensief

Von Rüdiger Suchsland

Christoph Schlin­gen­sief, man weiß es, muss es aber wohl immer wieder mal erwähnen, war in jeder Hinsicht eine Ausnah­me­erschei­nung des deutschen Films. Er war ein Solitär in seiner ganzen Art, als Mensch wie als Filme­ma­cher, in einer engen Beziehung zum Theater, die im Unter­schied zu allen anderen, die eine enge Beziehung zum Theater haben, sein Kino nicht konta­mi­nierte, sondern berei­cherte. Man braucht keinen Anlass, um an ihn und seine große künst­le­ri­sche Leistung zu erinnern.

Am kommenden Sonntag, den 24. Oktober, wäre Schlie­gen­sief 61 Jahre alt geworden. Passend dazu zeigt das Berliner Licht­blick-Kino an diesem Tag ein Programm aus 4 Filmen. Und zwar in Anwe­sen­heit von Bettina Böhler, die nicht nur die Editorin einiger seiner wich­tigsten Filme war, sondern auch die Regis­seurin des so schönen wie infor­ma­tiven, preis­ge­krönten Doku­men­tar­films Schlin­gen­sief – In das Schweigen hinein­schreien von 2020.

Schon über­morgen, am Freitag, erscheint mit der Veröf­fent­li­chung der restau­rierten Fassungen von Schlin­gen­siefs erstem Langfilm Tunguska, Menu total und aller KURZFILME sowie der Neuauf­lage der DEUTSCHLAND TRILOGIE die letzte Tranche aus der großen Schlin­gen­sief-DVD Edition in der Film­ga­lerie 451, mit der diese 21 DVDs umfas­sende Edition abge­schlossen wird. Es sind wichtige und großar­tige Filme darunter, und einzig­ar­tige Mate­ri­al­samm­lungen.

Dies ist die umfang­reichste Edition, die in der Film­ga­lerie 451 je veröf­fent­licht wurde. Sie enthält das gesamte filmische Werk und eine Vielzahl von Thea­ter­ar­beiten, Aktionen und Kunst­pro­jekten.

Aus Anlass des Abschlusses der Edition veröf­fent­li­chen wir hier einen selten zu lesenden Text von Christoph Schlin­gen­sief über seine Anfänge in München, den deutschen Film, Förde­rungs­in­stanzen, und den Anspruch, das perfekte Verbre­chen zumindest im Film auf die Beine zu stellen.