18.08.2005

FILMNACH8

Es geht in die nächste Runde im Preis um den besten Kurzfilm

FILMNACH8

Schmalfilme im Videoformat Kurzfilmwettbewerb im i-camp/Neues Theater München

Von Dunja Bialas

Was heute die DV-Kamera ist, war in den 80er Jahren das Video und in den 70ern der Super-8-Film. Super-8, das Heim­ki­no­format auf dem 8mm-Zelluloid-Streifen, hieß auch Schmal­film, wegen seiner minderen Breite gegenüber dem Normal­film-Format von 35mm. Eine 8mm-Rolle hatte eine Lauflänge von ca. 2,5 Minuten. In Schmal­film­wett­be­werben maßen sich begeis­terte Amateur- wie Expe­ri­men­tal­filmer in der Kunst des Kurz­for­mats, immer auf der Suche nach der besten, gewag­testen, liebe­vollsten Auslotung von Super-8.

Heute hat sich die Kurz- und Amateur­film­land­schaft mit den digitalen Formaten gründlich geändert. Zwar gibt es immer noch nost­al­gi­sche, an dem verschwin­denden Format fest­hal­tende Schmal­filmer. Die Produk­ti­ons­kosten aber sind teuer, sehr teuer geworden, der demo­kra­ti­schen Denkweise völlig wider­spre­chend, die die Anfänge von Super-8 prägten, als der Schmal­film ein regel­rechtes Massen­phä­nomen war. Heute steht das Video im Mittel­punkt des Kurz­film­schaf­fenden. Selbst der Hamburger Filme­ma­cher Jan Peters, ein Meister in der Super-8-Disziplin, hat in seinen beiden letzten Filmen ICH BIN 36/37 und GOOD-BYE TIGER auf das digitale Video umge­schwenkt.

Ganz bewusst über den Format­wechsel im Kurz­film­genre zeigt sich eine Filmreihe, die als regel­mäßiges Event seit Februar 2004 in München statt­findet. FILMNACH8, so hat Thomas Gonsior seine Video-Kurz­film­abende genannt, im Titel auf die Nach­kom­men­schaft von Super-8 verwei­send. Sie stehen ganz im Geiste der vorma­ligen Schmal­film­abende. Kontakte zwischen den Film­schaf­fenden sollen gefördert werden; Kame­ra­leute, Regis­seure, Schau­spieler, Agenturen, Produk­tionen, Beleuchter treffen sich hier in Sachen Video­kurz­film. Gezeigt werden Hoch­schul­filme, aber auch freie Produk­tionen. Im Prinzip kann jeder seine Filme einrei­chen, wenn sie bestimmte formale Kriterien, wie eine maximale Länge von 15 Minuten erfüllen, auswählen tut sie dann Thomas Gonsior.
Seit diesem Jahr hat er seine Kurz­film­abende fest im i-camp instal­liert. Finanz­kräf­tige Sponsoren ermög­lichten, aus FILMNACH8 einen Kurz­film­wett­be­werb zu machen, bei dem immerhin Mate­ri­al­werte von 11.000 Euro winken. Dafür werden an fünf Kurzfilm-Abenden jeweils zwei beste Filme vom Publikum bestimmt. Im Finale am 25. März 2006 werden dann alle Favoriten noch mal in Anwe­sen­heit einer Jury gezeigt, die die Gewinner des ersten und zweiten Regie­preises ermitteln.

FILMNACH8 geht diesen Samstag in die zweite Runde. Auf dem Programm stehen wie an jedem FILMNACH8-Abend sechs Kurzfilme, darunter HÄNSEL & GRETEL PLUG IN von Benedikt Opitsch. Dessen schöne Synopsis geht so: »Zwei junge Menschen in Berlin, ein Häuschen voller Geld­scheine und ein durch­ge­knallter Fern­seh­mo­de­rator, dessen einziges Ziel es ist, die beiden ihrer Träume zu berauben«. Was will man mehr, in aller Kürze?

FILMNACH8 im i-camp/Neues Theater, Enten­bachstr. 37, U-Bahn Kolum­bus­platz.
Beginn: 20:30, Eintritt: 5 Euro.Weitere Infor­ma­tionen unter www.filmnach8.de und www.i-camp.de