18.05.2000
Der Filmfreund rät:

Viel RummsBumms

Hong Kil Dong

Der Filmfreund rät: Filme aus der koreanischen demokratischen Volksrepublik

Von artechock-Redaktion

Wir wissen, was Sie jetzt denken: »Ich will einfach mal wieder einen unter­halt­samen Kinoabend, so mit viel Action und Rumm­sBumms und so. Und die empfehlen mir hier bestimmt wieder irgend­welche nord­ko­rea­ni­schen Agitprop Kurzfilm-Doku­men­ta­tionen im Original mit engli­schen Unter­ti­teln oder so.« Ha, falsch gedacht, Sie LeserIn, Sie!
Also – zumindest im Ansatz...
Weil: Na gut, wir geben’s gleich zu – die nord­ko­rea­ni­schen Agitprop Kurzfilm-Doku­men­ta­tionen im Original mit engli­schen Unter­ti­teln empfehlen wir schon auch, diese Woche. Aber erstens in einem größeren Zusam­men­hang und zweitens ganz und gar im Dienste des unter­halt­samen Kino­abends mit viel Rumm­sBumms.
Und zwar verhält es sich so: Das selbst bei Bier­gar­ten­wetter über alle Maßen geschätzte (na, wenn das kein tolles Wortspiel war, hmmm?) Werk­statt­kino zeigt diese und nächste Woche eine gar nicht mal so kleine Reihe mit Filmen aus der korea­ni­schen demo­kra­ti­schen Volks­re­pu­blik. Was jetzt für die meisten Kino­gänger bestimmt erst mal nach drögem Studi­en­rats-Cine­as­tentum klingt. Es aber gar nicht ist. Erstmal, weil da viel knallige Propa­ganda dabei sein wird (unter anderem die erwähnten Kurz-Dokus...), und die ist ja meistens mit einem nicht uner­heb­li­chen Unter­hal­tungs­wert behaftet, wenn man die nötige Distanz dazu hat. (Welche zwanglos gegeben ist, wenn wir bei diesen Filmen im reichen München auf unseren Kapi­ta­lis­ten­hin­tern hocken.) Zweitmal aber, weil man auch in Nordkorea durchaus mit Freude und Schmackes und eben auch gehörig Rumm­sBumms das Genre des Martial-Arts-Films pflegt. Da gibt’s dann Filme über Taek-won-do-Einheiten der korea­ni­schen Volks­armee, die im Allein­gang halb Südkorea nieder­stre­cken (Auftrag Nr. 027), legendäre Fights gegen schwarze Ninjas (Hong Kil Dong) oder – nächste Woche – auch trashige Action-Knaller, für die man eigens einen erfah­renen »Meister« des italie­ni­schen Schund-Kinos (Ferdi­nando Baldi) einge­flogen hat (Ten Zan – Ultimate Mission). Jede Wette: Da müssen Sie in Hollywood länger suchen, bis Sie sowas abge­fah­renes und spaß­ver­gnüg­li­ches finden. Wir jeden­falls freuen uns schon ganz gehörig drauf.
(WERKSTATTKINO: Filme aus der korea­ni­schen demo­kra­ti­schen Volks­re­pu­blik, Mo. 22. – Mi. 31. Mai, tgl. 20:30, 22:45; siehe Programm)

Sogar mehr noch als auf die Mitter­nachts­schiene dieses Wochen­ende im Film­mu­seum. Obwohl wir uns auf die schon ziemlich freuen. Da heißt das Motto nämlich (zwar) »Jazz & More 2000›. Die acht Kurzfilme, die da laufen sind (aber nicht nur) für Jazz-Fans Pflicht: Das meiste sind Cartoon-Klassiker (manche davon selten zu sehen, weil zuge­ge­be­ner­maßen grob rassis­tisch). Mit dabei und besonders zu empfehlen – Sinatra und Bing Crosby als geflü­gelte Parodien und ein eier­le­gender Elmer Fudd in The Swooner Croner von Frank Tashlin.
(Jazz & More 2000 Midnight-Movies: Film­mu­seum, Fr./Sa. 23:00)‹«

Sehr gefreut hatten wir uns eigent­lich auch auf die geplante letzt­wöchige Wort­mel­dung des Herrn Oehmann. Es hat dann doch nicht sollen sein – aber jedwede Gerüchte, dass sein momen­taner Aufent­halt im fernen Amerika irgend­etwas mit Flucht ange­sichts enttäuschter Fans zu tun habe, sind wirklich nicht mehr als: Gerüchte. Doch auch wenn wir letzte Woche auf seinen weisen Rat verzichten mussten, so hat er dennoch jetzt weder Kosten noch Mühen gescheut, uns allen auch aus der »Neuen Welt« über den »Großen Teich« hinweg mit kluger Weisung die Wochen­ge­stal­tung zu erleich­tern. Er hat nämlich einst­weilen einen Dauer­auf­trag bei uns einge­richtet, der Herr Oehmann, und der besagt, dass wir Ihnen diese Woche Folgendes mitteilen sollen... Moment, jetzt müssen wir mal nach­schauen..., was war das noch..., ah ja, da hätten wir’s... – oh, inter­es­sant! Sieh an, sieh an! Fürwahr, damit hätten wir nun gar nicht gerechnet. Über­ra­schung:
»Samstags Fußball, Sonntag Linden­straße.«