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Ein visionärer Science-Fiction-Film, ein Dokument der
Vermischung von Expressionismus, Futurismus und Neuer Sachlichkeit,
ein politischer Entwurf - eine der wichtigsten Filme der Geschichte.
Fritz Langs METROPOLIS ist in jeder Hinsicht ein Klassiker,
so eklektizistisch wie genial, in seinen Einflüssen gar
nicht abzuschätzen.
Das Schicksal des 1925/26 in Berlin gedrehten Films (Hauptrollen:
Gustav Fröhlich und Brigitte Helm) ist für sich
schon ein Abenteuer. Von den immens schwierigen, überteuerten
und in vieler Hinsicht chaotisch verlaufenen Dreharbeiten
ganz abgesehen - man kann darüber etwa im Katalog zur
diesjährigen Fritz-Lang-Retrospektive auf der Berlinale
ausführlich lesen -, verlief auch die weitere Werkgeschichte
wie ein Krimi.
Kurz nach der Premiere 1927 wurde der Film gegen den Willen
Langs aus Marketinggründen verstümmelt und eine
ummontierte, um 45 Minuten kürzere, den Inhalt verfälschende
Fassung ins Kino gebracht. Das Original ging verloren, der
Film, den wir heute als METROPOLIS kennen, ist also ein im
strengen Sinne unautorisierter, nach Kommerzinteressen zurechtgestutzter
Torso.
Am 8.November, ist in der Reithalle die neueste Version von
METROPOLIS erstmals in München zu sehen. Bei dieser von
Martin Koerber über zwei Jahre restaurierten Fassung,
die im Rahmen der Berlinale-Retrospektive Weltpremiere hatte,
handelt es sich um eine Ergänzung und qualitative Verbesserung
der von Enno Patalas am Münchner Filmmuseum rekonstruierten
Fassung. Sie ist immer noch ein knappes Viertel kürzer,
als der Film der Premiere, also keinesfalls das Original von
1927. Aber sie ist die authentischste METROPOLIS-Version,
die man kennt - und nur wenige Filmhistoriker wagen noch darauf
zu hoffen, dass das Original eines Tages auftauchen könnte.
Heute ist der Film Teil der Sammlung der Wiesbadener Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung,
die das Erbes der deutschen Filmgeschichte archivarisch und
rechtlich pflegt. Sie finanzierte auch die Rekonstruktion.
Am Abend erhält der Film die Urkunde des UNESCO-Registers
"Memory of the World", ein Programm, mit dem man
auf die Bedeutung und Sicherung des dokumentarischen Erbes
der Menschheit aufmerksam machen will. Die live gespielte
Musik stammt vom Münchner Musikprofessor Aljoscha Zimmermann,
einem der führenden Interpreten von Stummfilmmusiken.
Gründe genug also, sich noch einmal neu auf Langs METROPOLIS
einzulassen: Eine zeitlose monumentale Fantasie über
einen Sklavenaufstand und Maschinenmenschen, voll futuristischer
Visionen und archaischer Angstszenarien - ein Meisterwerk!
Am 8.November 2001 um 20 Uhr in der Reithalle (Heßstraße
132), Einlaß ab 19.00 Uhr. Karten im Vorverkauf und
an der Abendkasse.
In Folge wird METROPOLIS in mehreren deutschen Städten
aufgeführt werden, darunter in Potsdam-Babelsberg und
Wiesbaden.
Rüdiger Suchsland
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