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Just Do It

  10.10.1996
 
 
 
 

Dank Katastrophenfilm und katastrophalem Wetter ist aus dem Kinohit Sommer doch noch etwas geworden. Doch eine weitere Gefahr droht den Kinokassen: Bundesliga und andere Sportereignisse in aller Welt ziehen immer mehr potentielle Kinogänger vor die heimische Flimmerkiste. Dieser Gefahr entgegnet Hollywood gleich mit drei, freilich auf den amerikanischen Markt zugeschnittenen, Sportfilmen. Ob Hollywood damit bei unserem fußballverliebtem Land ankommt zeigt der Kinohit Herbst...

"Der Fan", ein Psychodrama, das bereits angelaufen ist, widmet sich dem Lieblingssport der Amerikaner, dem Baseball. Gil Renard, ein fanatischer Baseballfan gespielt von Robert De Niro, möchte seinem Sohn eigentlich nur ein guter Vater sein. Doch das Leben meint es nicht gut mit ihm: er verliert seinen Job als Vertreter einer Hieb- und Stichwaffenfirma, dann wird Ihm das Besuchsrecht für seinen Sohn aberkannt und schließlich hat sein Baseballidol Bobby Rayburn (Wesley Snipes) noch ein Formtief. Diese aufeinanderfogenden Schicksalsschläge lassen Gil nach und nach die Kontrolle über sich verlieren...
Mit dem Aufbau der Geschichte lässt sich Regisseur Tony Scott mächtig Zeit und entwickelt so eine ziemlich ungemütliche Story á la Falling Down .

In Amerika ist Golf ein Breitensport und nicht, wie hierzulande, ein Ort wo die gutverdienende Schicht ihre Geschäftsbeziehungen ausbaut. Grund genug einen Film über diese Sportart zu drehen. In "Tin Cup" spielt Kevin Costner den heruntergekommenen und abgebrannten Ex-Profi Roy McAvory, der soviel mehr könnte, wenn er nur disziplinierter wär'. Außerdem ist da noch eine geheimnisvolle Frau und sein Gegenspieler Don "Miami Vice" Johnson die für Abwechslung sorgen.

Seit Al Bundy wissen wir, was das typische Mitglied einer typischen schrecklich netten Familie in der Freizeit so treibt, außer Fernzusehen: es verbringt den einen oder anderen Abend auf der örtlichen Bowlingbahn, und um Bowling geht es auch in dem neuen Film "King Pin" der Farrelly-Brüder (Dumm und Dümmer). Der Vergleich mit den Bundys ist nicht zufällig, denn diese Kommödie hat eine gehörige Protion Bundyhumor und zeigt zudem wie Leute leben, denen es noch schlechter als den Bundys geht.

Roy Munson (Woody Harrelson), ein hoffnungsvolles Bowlingtalent verliert aufgrund der Hinterlist des Bowlingaltmeisters Ernie McCracken (Bill Murray) seine rechte Hand und muß fortan mit einer Gummihand vorlieb nehmen. Da Bowling das einzige ist was er kann, wird er zum arbeitslosen Trinker. Den absoluten Tiefpunkt seines Lebens erreicht er, als er wegen der ausstehenden Miete mit seiner pothäßlichen Vermieterin schlafen muß. Dieses traumatische Erlebnis wird zum treibenden Motiv in seinem weiteren Leben. Den Amish Ishmael (Randy Quaid), der dringend 500.000 $ benötigt um seine Gemeinde zu retten, hält er irrtümlicherweise für ein Bowlingcrack. Zusammen mit der Gaunermieze Claudia (Vanessa Angel) versuchen sie den Großen Cup zu gewinnen und es kommt natürlich zum großen Showdown mit dem Erzrivalen Ernie.

Wem das alles noch nicht sportlich genug ist, sei auf "Escape From L.A." verwiesen, in dem Kurt Russel alias Snake Plissken sein breitgefächertes Sportlertalent demonstriert...

Kai Mysliwiec

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