Verhandlungssache

The Negotiator

USA 1998 · 134 Minuten · FSK: ab 16
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: , ,
Kamera: Russell Carpenter
Darsteller: Samuel L. Jackson, Kevin Spacey, David Morse, J.T. Walsh u.a.

Um sein Leben reden

Verhand­lungs­sache – Ein Spezia­list: Ganz auf den Augen­blick konzen­triert, klug, mutig, aber immer kontrol­liert macht Danny Roman (Samuel L. Jackson) seine Arbeit. Er ist »Nego­tiator« bei der Polizei von Chicago, ein Experte darin, sich selbst in die Lage von Geisel­neh­mern versetzen zu können, und so jede noch so brenzlige Situation zu entschärfen.

Ganz klassisch beginnt der Film von F. Gary Gray, der bereits mit seinem Erstling Set It Off über vier schwarze Gangs­te­rinnen viel Lob einheimste. Die erste Szene stellt den Helden vor, die zweite entwi­ckelt den Plot: Als ein Kollege ermordet wird, schiebt man Roman die Verant­wor­tung unter, er wird angeklagt und suspen­diert. Einen Augen­blick fürchtet man, zum xten Mal erzählt zu bekommen, wie der Held fliehen muß, und über allerlei Hinder­nisse hinweg, »against all odds« am Ende doch seine Unschuld beweisen wird.

Doch es kommt anders: Denn als Roman ganz am Boden scheint, flieht er nicht, sondern stellt die Situation her, die er am besten kennt: Er nimmt Geiseln, macht – diesmal auf die andere Seite wechselnd – das wofür er ausge­bildet wurde: Er beginnt zu verhan­deln. Als Gegen­spieler hat er es mit Chris Sabian (Kevin Spacey) zu tun, einem zweiten Experten für Krisen­si­tua­tionen, dem einzigen, der ihm gewachsen ist. Obwohl beide auf verschie­denen Seiten stehen, sympa­thi­sieren sie mitein­ander, und wissen schnell, dass ihre wahren Feinde irgendwo im Poli­zei­ap­parat zu finden sind.

Gray gelingen mit diesem Film gleich zwei Kunst­stücke. Zum einen schafft er es, einen Action­film zu drehen, der fast nur in einem Raum spielt, à la Sartre in »geschlos­sener Gesell­schaft«. Zum anderen zeigt er einen Helden, der Straf­taten und unsym­pa­thi­sche Dinge tut, und trotzdem immer unsere Anteil­nahme behält. So wird der Zuschauer selber zu einem, der Grenzen über­schreiten lernt, der sich in andere Köpfe hinein­ver­setzen muß.

Deutlich zeigt Gray mit dieser Story über einen, der um sein Lebnen redet, dass er mehr will, als nur einen 08/15-Thriller zu drehen. Gerade deshalb ist Verhand­lungs­sache ein span­nender, inter­es­santer Film.

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