Wallace & Gromit

Wallace & Gromit: The Best of Aardman Animation

Großbritannien 1995 · 75 min.
Regie: Nick Park
Drehbuch: , ,
Kamera: Nick Park
Darsteller: Plastilin
Die beiden Stars von Aardman Animation

Sie waren schon auf dem Mond und in The Wrong Trousers mussten sie einen verbre­che­ri­schen Pinguin hinter Gitter bringen, doch diesmal haben Wallace und sein treuer Hund Gromit ihr bis jetzt wohl aufre­gendstes und irrwit­zigstes Abenteuer zu bestehen. Ihr neuer Job als Reini­gungs­spe­zia­listen führt die beiden in den Laden der schönen Wendolene Rams­bottom, die aussieht wie Wallace mit Maggie Thatcher Perücke und in die sich Wallace unsterb­lich verliebt, ohne zu ahnen in was für eine dunkle Affäre er sich dadurch verstrickt. Wendo­lenes fiese Cybertöle Preston ist nämlich verant­wort­lich für die Entfüh­rung von Hunderten von Schafen, die er mit Hilfe von Wallaces neuer Erfindung zu Hunde­futter verar­beiten will. Als die beiden Hobby­de­tek­tive ihm dabei auf die Spur kommen, lenkt er eiskalt den Verdacht auf den unschul­digen Gromit der daraufhin in die Einzel­haft wandert. Doch Wallace und dem reizenden Schaf Shaun gelingt eine tollkühne Rettungs­ak­tion. Die Jagd auf den wahren Täter beginnt...

Wallace und Gromit Schöpfer Nick Park ist wahr­schein­lich der einzige Regisseur dessen sämtliche Filme für den Oscar nominiert wurden. So natürlich auch A Close Shave. Und das völlig zurecht. Sein neuester Streich ist Lovestory, Drama, Detek­tiv­ge­schichte und Action­film in einem und legt dabei ein derma­senes Tempo und einen solchen Ideen­reichtum vor, daß man damit norma­ler­weise zehn Filme drehen könnte. Überall gibt es geniale Details und Anspie­lungen auf andere Filme, u.a. Indiana Jones und Termi­nator, zu entdecken. Zwei- bis drei­ma­liges Ansehen ist da fast schon Pflicht. Sein größtes Plus aber sind die »Haupt­dar­steller«: Wenn Wallace ein zwei­sil­biges Wort sagt braucht er dafür sechs verschie­dene Gesichts­aus­drücke. Welcher mensch­liche Actionstar hat schon ein so großes mimisches Reper­toire? Sylvester Stallone bräuchte dafür mindes­tens drei Filme. Mit Parks Figuren leidet, fiebert und lacht man mehr als mit so manchem echten Schau­spieler.

Daß nicht alle Kurzfilme in dieser Zusam­men­stel­lung dieses Tempo und Niveau halten können versteht sich da fast von selbst. Dennoch gibt es auch hier einige Perlen: Not without my handbag, ein grelles Horror­stück im Stil von Tim Burton oder das eigen­artig, absurde Pop. Oder Nick Parks Werbe­spots für die briti­schen Elek­tri­zi­täts­werke die zeigen daß in England sogar Werbung komisch sein kann. Glück­liche Briten.

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