Der verrückte Professor

The Nutty Professor

USA 1996 · 95 min. · FSK: ab 12
Regie: Tom Shadyac
Drehbuch: , ,
Kamera: Julio Macat
Darsteller: Eddie Murphy, Jada Pinkett, James Coburn, Larry Miller u.a.
Eddie Murphy in seiner gewichtigsten Rolle

1962 gab es einen Film von und mit Jerry Lewis, der hieß The Nutty Professor, und jeder der Jerry Lewis eigent­lich haßt oder sich in seinem Leben nur einen einzigen Lewis-Film anschauen wollte, sollte ihn gesehen haben. Er ist nämlich nicht nur unglaub­lich komisch, sondern für Lewis'sche Verhält­nisse auch noch von nach­ge­rade bahn­bre­chender Sensi­bi­lität. Wer ja im allge­meinen auch nicht gerade als besonders subtil verschrien ist, ist Eddie Murphy und weil der außerdem schon seit Jahren auf einen Hit wartete und zudem immer wieder mal betonte daß Jerry Lewis eines seiner großen Vorbilder sei, braucht man nur eins und eins zusam­men­zu­zählen um sich auszu­rechnen warum Murphy ausge­rechnet mit einem Remake dieses Films sein Comeback starten wollte. Und siehe, es hat funk­tio­niert. Erstmals seit Jahren durch­brach er wieder die 100 Mio. Dollar Einspiel­g­renze.

Eddie spielt nun also den leicht zur Tölpe­lig­keit und schwer zur Fett­lei­big­keit neigenden Chemie­pro­fessor Sherman Klump (sowie dessen gesamte Groß­fa­milie; dererlei Verklei­dungs­spe­renz­chen kennt man ja schon aus Der Prinz aus Zamunda) und ist zur Abwechs­lung mal so richtig sympa­thisch. Da er aber am allge­meinen Schlank­heits- und Fitneß­wahn und mehr noch an seiner Liebe zur gerten­schlanken Studentin Carla Purty (putzig: Jada Pinkett) leidet, legt er den Scho­ko­riegel zur Seite um sich fortan im Fitneß­studio zu quälen (was Anlaß zu allerlei hübschen optischen Gags gibt). Als das alles nichts nützt greift er zum Äußersten und verwan­delt sich mit Hilfe seines bisher nur hams­te­rer­probten Schlank­heits­se­rums in den adretten Buddy Love bzw. in den echten Eddie Murphy. Als solcher ist er natürlich nicht nur unver­schämt gutaus­se­hend sondern nervt auch wie eh und jeh durch über­trieben schrilles Gebaren und perma­nentes Zahn­fleischz­ur­schau­stellen.

Und da wären wir jetzt auch schon beim wunden Punkt dieses Remakes: Jerry Lewis war sowohl als Buddy Love als auch in der Rolle des Profes­sors eindeutig als Jerry Lewis zu erkennen, mußte also die beiden Rollen wirklich SPIELEN. Ob Murphy aber während seines Karrie­re­knicks tatsäch­lich zum Schau­spieler mutiert ist läßt sich nicht einwand­frei klären. Als Buddy Love ist er Eddie Murphy und als Sherman Klump ist er ein eindrucks­volles Beispiel für die Kunst­fer­tig­keit der Masken­bildner. Dennoch ist auch dieses Remake auf seine (zuweilen etwas altmo­di­sche Art) ganz nett und auch stel­len­weise recht komisch (anfangs etwas mehr, zum Schluß hin etwas weniger) aber wer das Original kennt weiß welchem Film er den Vorzug geben sollte.

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