Tango gefällig?

Out to Sea

USA 1997 · 106 min. · FSK: ab 6
Regie: Martha Coolidge
Drehbuch:
Kamera: Lajos Koltai
Darsteller: Jack Lemmon, Walther Matthau, Dyan Cannon, Gloria DeHaven u.a.

»Es gibt kein Zu spät, deshalb haben sie den Tod erfunden.« Dies ist nur einer der Wahl­sprüche, die Charlie seinem Schwager Herb ins Ohr cremt. Während der eine trotz seines unleug­baren Grei­sen­tums freudig den Weibern nach­steigt, kommt der andere nicht über den Tod seiner Frau hinweg. Um ihn aufzu­hei­tern, überredet Charlie seinen Kumpel zu einer Reise in die Karibik, natürlich vergißt er dabei zu erwähnen, daß sie beide unterwegs auf dem Luxus­dampfer als Eintänzer arbeiten müssen. Charly freilich kann selber gar nicht tanzen und muß seinem Chef mit allerhand Tricks entgehen, um in Ruhe zu den schönen Damen ins Casino entfliehen zu können; und Herb macht seinen neuen Job so gründlich, daß sich sogleich eine reiche, einsame Seniorin in ihn verknallt. Dabei fällt ihm auf, daß sein Schwager mit seinen opti­mis­ti­schen Phrasen nicht so unrecht hatte.

Belanglos und durch­sichtig wie jede Traum­schiff-Folge darf Tango gefällig?, der kaum über Fern­seh­qua­lität hinaus­kommt, nur deshalb sein, weil zwei Meister der alten Komö­di­an­ten­schule hier als spät­be­ru­fene Gigolos bril­lieren. Der 78jährige Walter Matthau und der 73jährige Jack Lemmon, selbst die besten Freunde, purzeln in den letzten Jahren immer wieder mal gemeinsam durch simple Komödien und scheinen ihren Spaß dabei zu haben. Matthau poussiert mithilfe seiner Gummi­gri­massen schamlos mit Ladys, die seine Enke­linnen sein könnten, und Lemmon tänzelt mit seinem liebens­werten Dackel­blick noch einmal als char­manter Liebhaber herum, wober er diesmal seinen berühmten Tango aus Some Like it Hot zitieren darf. Brent Spiner bietet dazu in einer Neben­rolle als schlei­miger, extrem abstoßender Party-Anheizer einen schönen Kontrast zu seiner berühmten Star-Trek-Figur als Data. Wem dies alles noch zu seicht ist, den knackt Matthau spätes­tens bei einem absurden Schwof mit seiner Vorge­setzten, einem Kabi­nett­s­tück­chen welt­ver­ges­senen Klamauks. Wie eine alten Schel­lack­platte rauscht, knistert und eiert der Film dahin, doch wenn man die Neben­geräu­sche geflis­sent­lich überhört, auch davon absieht, daß die Rhyth­mus­gruppe nicht ganz bei der Sache war, stellt sich der Zauber der alten Melodien wieder ein.

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