Superstar – Trau' Dich zu träumen

Superstar

USA 1999 · 82 min. · FSK: ab 6
Regie: Bruce McCulloch
Drehbuch:
Kamera: Walt Lloyd
Darsteller: Molly Shannon, Will Ferrell, Elaine Hendrix, Harland Williams u.a.
Katholische Schulmädchen im Superstar-Rausch

Wir stellen uns vor: Olli Dittrich in »Gefickt einge­schä­delt – Der Film«! Klingt ziemlich unmöglich, aber das ist in etwas das Prinzip, nach dem US-Kult­sen­dung Saturday Night Live seit Jahren unschein­bare TV-Sketche zu Lein­wand­format aufbläst. Mal geschieht das mit viel Erfolg (Blues Brothers, Wayne's World), mal mit viel weniger (Coneheads, It's Pat). Irgendwo dazwi­schen landet der aktuelle Streich der Talent­schmiede für Hollywood-Komiker – ein Film, den die Welt nicht gebraucht hätte, der aber auch nicht stört, wo er nun mal da ist.

Es geht (keine falschen Hoff­nungen, bitte) um wilde Träume katho­li­scher Schul­mäd­chen: Mary Katherine Gallagher (Molly Shannon mit beängs­ti­gender neuro­ti­scher Energie) befindet sich in ihrer Fantasie unauf­haltsam auf dem Weg zum Superstar – und zum ersten richtigen Kuss. Einst­weilen aber lernt sie in ihrem Job als Video-Rück­spu­lerin Dialoge alter TV-Movies auswendig, hat Jesus-Erschei­nungen und macht ihre Mit-Sonder­schüler zur Tanz­truppe.

Den Dreh­buch­au­toren war offenbar klar, dass das Ausgangs­ma­te­rial äußerst dünn für einen Spielfilm war: »Mary Katherine Gallag­hers« Auftritte im Fernsehen hatten als einzige »Pointe« meist einen Ausfall­schritt mit hoch­ge­reckten Armen zum Ausruf »Ssssuper-STAAAAR!«. Beim Versuch, auf der Leinwand keine bloße Sketch-Revue abzu­lie­fern, wurde aber leider über­kom­pen­siert – gar zu schön steckt nun alles im kreuz­braven Hand­lungs­kor­sett um den schul­in­ternen Talent­wett­be­werb. Dabei sind die eigent­li­chen High­lights kleine, absurde Nummern wie der Knutsch-Probelauf mit einem Baum oder Marys bizarres Selbst­ge­spräch mit ihren Brüsten. So bleibt kaum mehr als ein harmlos-nettes Komödchen zum Durch­schmun­zeln mit einer Prise echter Lacher. Aber merke: Kein Film, der mit einem Wasser­ballet beginnt, kann ganz schlecht sein.

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