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USA 2007, 122 Minuten · FSK: ab 6 |
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Sicko handelt vom US-Gesundheitsystem, bzw. was von ihm noch übrig ist. US-Dokumentarfilmer Michael Moore (Fahrenheit 9/11) zeigt ein Horrorkabinett, in dem das Gesundheitswesen sein Handeln nicht mehr auf die Gesundheit der Menschen, sondern auf die Gewinnmaximierung der Aktionäre ausgerichtet hat. Hier gibt es Angestellte, die offen dazu da sind, Gründe zu erfinden, um eine Behandlung abzulehnen. Moore erzählt auch die Geschichte der Verteufelung staatlicher Gesundheitsversorgung in den USA.
Sicko ist eine klassische Michael-Moore-Dokuentation. Hart am Rande des Agitprop bietet Moore wieder ein Stück Gegenpropaganda gegen den Mainstream, der mitunter in Gefahr ist, selbst Mainstream zu werden, der in seiner tendenziösen, plumpen, offen pamphletistischen Form selbst ein Kind des Zeitgeists der Epoche des »Trash-TV« ist. Vor allem Moores Sendungsbewusstsein macht misstrauisch, seine Aufspaltung der Welt in Gut und Böse, die ihn seinem Intimfeind George W. Bush manchmal erschreckend ähnlich werden lassen. Für Europäer ist Sicko zudem mit dem Beigeschmack des »typisch Amerikanischen« behaftet.
Doch diese Mängel und Einseitigkeiten sollten nicht ablenken, sie sind oft auch nur ein dankbar angenommener Grund, um sich nicht mit den Fakten auseinandersetzen zu müssen. Denn aller Einwände zum Trotz besitzt der Film eine Fülle erhellender Momente, und enthält auch für Europäer viele Einsichten. Denn man sollte keinesfalls glauben, es ginge in Sicko nur um die USA. Der Abbau der westlichen Sozialsysteme und die Amerikanisierung des Wohlfahrtsstaats ist auch in Europa tagtäglich in vollem Gange – so gesehen ist Sicko ein Blick in unsere eigene Zukunft.