Leaving Las Vegas

USA 1995 · 110 Minuten · FSK: ab 16
Regie: Mike Figgis
Drehbuchvorlage: John O'Brien
Drehbuch:
Kamera: Decan Quinn
Darsteller: Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands u.a.

Der geschei­terte und von seiner Frau verlas­sene Dreh­buch­autor Ben, ein Alko­ho­liker, beschließt seinem Leben ein Ende zu setzen. Er sammelt seine Erspar­nisse zusammen, verläßt Hollywood und reist nach Las Vegas, um sich dort zu Tode zu trinken. Schon bald nach seiner Ankunft lernt er die Prosti­tu­ierte Sera kennen. Statt an Sex ist Ben aber vielmehr am gemein­samen Besäufnis inter­es­siert. Der Säufer und die Hure kommen sich allmäh­lich näher, entwi­ckeln Freund­schaft und schließ­lich Liebe zuein­ander. Beinahe könnte so etwas wie Hoffnung aufkommen in beider einsamen Verzweif­lung, aber Ben läßt sich nicht abbringen von seinem absoluten Willen zum Absturz. Sera, die selbst genügend Gründe zur Resi­gna­tion hätte, stellt ihre Probleme hintan und steht Ben in seinen letzten Minuten bei, beweist ihm zu guter Letzt noch einmal ihre Liebe.

Über Bens Hinter­grund­ge­schichte erfahren wir als Zuschauer recht wenig, dennoch wird sein Ende ausführ­lich geschil­dert. Die wider­liche Seite seines Alko­ho­lismus wird dabei zwar nicht ausge­spart, aber dennoch mit der Eleganz des helden­haften Unter­gangs, mit einer Art Freude am Kaputt­sein geschil­dert, so daß auch nach dem Film das Tot-Saufen als eine kultige Alter­na­tive zum biederen Alltag gelten kann.

Über Seras Hinter­grund­ge­schichte erfahren wir allerhand, da gibt es den russi­schen Zuhälter, der von der Mafia hinge­richtet wird, da gibt es Mißhand­lungen, eine Verge­wal­ti­gung, Schikanen durch die Vermieter, lauter effekt­volle Sequenzen, die aber völlig beliebig und austauschbar bleiben. Mike Figgis, Regisseur und Autor, scheint sich für Sera auch nicht sonder­lich inter­es­siert zu haben, denn ihre Geschichte findet keinerlei Auflösung. Sera bleibt für ihn das Medium zu Bens exzes­sivem Sterben, sie darf zwischen­durch ein wenig gequält werden, aber Haupt­sache, sie ist am Schluß wieder fit, wenn Nicolas Cage, Para­de­pferd des ameri­ka­ni­schen Kunst­films, zum großen Endspurt seiner Trin­ker­dar­stel­lung ansetzt. Er zittert, schwitzt, reihert und darf am Schluß sogar noch vögeln, net schlecht, des is schon einen saubernen Oscar wert. Weil ein Hund is er ja schon, gell.

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