|
Deutschland 1999, 111 Minuten · FSK: ab 12 |
|
In Late Show spielt Gottschalk einen Radio-Moderator, der das Fernsehen verachtet und trotzdem von ihm korrumpiert wird, Veronica Ferres ist ein Star, der entrüstet aus der Branche aussteigt und dennoch wieder in den widerlichsten TV-Schlamm eintaucht, und Harald Schmidt ein ehrgeiziger Programmdirektor, der am Ende genauso gräßlich ist, wie am Anfang.
Nicht die Fernsehvisagen sind es, die Late Show verunglücken lassen, denn Harald Schmidt ist wirklich famos, und Gottschalk und Ferres hat man schon schrecklicher gesehen, auch wenn sie immer noch keinen ganzen Film tragen können. Dietl sackt ab durch das erste schlechte Drehbuch seiner Laufbahn, was daran liegen könnte, daß er nicht mehr mit Patrick Süskind, sondern mit Christoph Mueller zusammengearbeitet hat. Da finden sich Schlampereien und Tumbheiten, wie sie im durchgestylten Rossini, ob man ihn nun mag oder nicht, nie entdeckt hätte. Nach einer Stunde gehen der Show die Ideen aus, ein einigermaßen versöhnlicher Schluß wird herbeigekokst bzw. intrigiert und zum x-ten Male gibt es den alten Song »There's no business like showbusiness« zu hören. Für Söhnke Wortmann wäre Late Show der künstlerische Gipfel, dagegen der Regisseur von »Münchner G'Schichten« erringt nur die Stufe der Hamburger-Reklame, die er mit Gottschalk gedreht hat. Der alte Dietl findet sich nur noch in diversen funkelnden Dialogzeilen und in der alles gemütlich überwölbenden Gestalt des »lieben Gotts«, dargestellt von Otto Schenk. Der scheißt seinen Programmdirektor zusammen, wenn die Einschaltquoten zu hoch sind, weil ihm dann der komplexe Finanzhaushalt durcheinandergerät. »Von oben sieht die Welt a bisserl anders aus.« Das öffentliche Bild von den Medien als Schlachtfeld um die täglichen Quoten wird dadurch ad absurdum geführt. Die Wirklichkeit ist ja noch viel, viel deprimierender.