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USA/Kanada 2005, 93 Minuten · FSK: ab 18 |
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| Zombies mit Intellekt? |
»They are pretending to be alive…«Romero zeichnet ein trostloses Bild der Welt: Die Horden von Untoten bevölkern den gesamten Globus und nur in abgeriegelten Großstadt-Teilen, die Festungen gleichen, herrscht nervöser Frieden. Eine solche »Burg« in Pittsburgh ist auch Schauplatz der Geschichte, welche Romero erzählt. Innerhalb der sicheren Zone, abgeschirmt von drei Flussteilen, hat sich eine Zweiklassengesellschaft herausgebildet, in der die Ärmeren auf der Straße vegetieren, während die reichere Gesellschaft unter der Herrschaft des Oligarchen Kaufman (Dennis Hopper) in einem prunkvollen Hochhaus residiert, in dem sich das Leben der Reichen und Schönen in nichts von dem Leben vor den Untotenplage unterscheidet. Nepotismus, wohin man sieht.
»Isn't that what we're all doing? Pretending to be alive.«
Auf einem der überfallartigen Ausflüge ins Umland, provozieren die Söldner Kaufmans Riley (Simon Baker) und Cholo (John Leguizamo) die Untoten, welche über die Zeit eine Art von Bewusstsein entwickelten und erste Anfänge von kommunikativen Verhalten aufzeigen. Aufgebracht machen sich die Zombies, allen voran ein schwarzer Tankwart (Eugene Clark), auf den Weg zu Kaufmans strahlendem (Kapitalismus-)Tower.
Externe Gefahr ist also in Verzug, doch auch intern nehmen die Spannungen zu, das brüchig-ungerechte Gesellschaftsmodell in Pittsburgh gerät zunehmend außer Kontrolle. Während der gemeinnützige Riley sich einfach möglichst schnell mit Freunden Richtung Kanada absetzen möchte, möchte Cholo mit allen Mitteln seinen Platz im vermeintlichen Paradies neben den Großen und Mächtigen im Tower einnehmen. Cholo entwendet als Druckmittel einen Art Superpanzer. Mit diesem, so droht Cholo Kaufman, werde er den Tower vernichten. Der Nero von Pittsburgh engagiert nun Riley unter dem Versprechen eines freien Abzugs nach Kanada, den Panzer mit allen Mitteln zurückzuholen.
Die Geschichte, die Romero anbietet ist wenig originell. Die Protagonisten erregen zudem keine emotionale Rührung – die Handlung verläuft ohne klassische Heldenreise, Riley, der Protagonist, verändert sich nicht.
Schmerzten die früheren Filme Romeros noch, ist diesmal alles eher klinisch sauber gehalten. Um es drastisch auszudrücken: Es sterben fast ausnahmslos diejenigen, die es auch durch irgendeine Form des menschlichen Fehlverhaltens »verdient« haben. Das willkürliche und unverständliche Töten, das die älteren Zombiefilme Romeros ausmachte, geht beinahe vollständig verloren. Verstärkt wird dieser Eindruck in erster Linie dadurch, dass sich Romero entschied, Zombies mit Intellekt auszustatten. Das wirkt aufgesetzt und unpassend.
Die gewalttätigen Fressorgien wurden arg beschnitten und die zuständige KNB Effect Group kreierte Zombies, welche eher Züge aus ihren früheren Arbeiten für From Dusk till Dawn tragen. Der Gastauftritt Tom Savinis wirkt da wie blanker Hohn; war es doch, der in Day Of The Dead das kongeniale Make-up kreierte.
Romero drehte seine 18 Millionen Dollar Geschichte in Toronto so, als ob es das Dawn of the Dead-Remake und 28 Days Later nie gegeben hätte. Die teilweise träge Inszenierung, welche mit Hommagen an Seargant York und Carnival Of Souls durchzogen ist, ist im Grunde ein unnötiger, überflüssiger Beitrag zur Zombie-Welle.
Stellt schon der Versuch, Dawn of the Dead als konsumkritische Parabel zu deuten eine sehr romerofreundliche Interpretation dar, so wird man bei Land of the Dead ernsthafte Schwierigkeiten bekommen. Die Sozialkritik, möchte man diese tatsächlich herauslesen, ist schlichtweg zu platt, zu offensichtlich. Da gibt es die kapitalistische Zweiklassengesellschaft, in welcher sich tatsächlich die Armen gegenseitig auffressen müssen, da gibt es den schwarzen Zombie-Tankwart, der die Rebellion gegen den rassistisch-portraitierten Dennis Hopper anführt, da gibt es Zombies als Unterhaltung für die dekadente Gesellschaft in Anlehnung an zahlreiche geistlose Game-Shows, kurzum: da gibt es keine Zwischentöne, keine kleinen Nischen. Romero benutzt, ganz wie seine Untoten keine Nadelstiche, sondern grobes Werkzeug, wie etwa einen Presslufthammer. Möchte der Zuseher aber wiederum das sehen, bleibt er letzten Endes gleich bei Lucio Fulcis The Beyond oder Woodoo.