Jurassic Park III

USA 2001 · 92 min. · FSK: ab 12
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: , ,
Kamera: Shelly Johnson
Darsteller: Sam Neill, William H. Macy, Téa Leoni, Alessandro Nivola u.a.

Die Dinosaurier werd'n immer schauriger

»Oh, oh this is great« jubelt ein kleiner Junge beim ersten Blick auf die Saurier­insel vor Costa Ricas Küste – und zu den felsen­festen Konstanten von Filmen wie Jurassic Park gehört die Gewißheit, dass Sätze wie dieser Unheil herauf­be­schwören. Unbe­grün­dete Fröh­lich­keit, tumber Opti­mismus werden bestraft – das ist die Schöne an der in der Vertrau­en­s­er­schüt­te­rungs­ma­schine namens Mons­ter­kino. Und da es sich kaum um Tierfilme handelt, gehört Jurassic Park ganz bestimmt zu diesem Genre, sein dritter von Joe Johnston gedrehter Teil (im Hinter­grund waltet noch immer der große Märchen­onkel Steven Spielberg), der jetzt in die Kinos kommt, noch mehr als die beiden Vorgänger.

Spätes­tens seit Scream wissen wir, dass Kino-Sequels ihre eigenen Gesetze haben, und dass zum Ende einer Trilogie all diese wieder außer Kraft gesetzt werden. Waren einst Star Wars III oder Das Omen III nur müde Nach­ge­burten, setzte Scream 3 ganz auf Ironie und drehte die Spirale der Selbst­re­fle­xion so lange und so offen weiter, dass es schon wieder gut wurde. Bei Jurassic Park ist das Brett des Plots aber offenbar zu dünn, um weitere Windungen auszu­halten, darum verlegte man sich ganz auf die ursprüng­liche »straight Story« und verzich­tete auf fast alle Orna­mentik.

So plät­schert es vergleichs­weise gradlinig und gelang­weilt dahin: Eine Gruppe von Menschen kehrt aus Dummheit und Leicht­sinn unter Umgehung aller Verbote auf die Saurier­insel zurück, darunter Sam Neill, der als Dr. Alan Grant trau­ma­ti­siert den ersten Teil überlebte. Es sind gerade genug, um schnell die dümmsten von ihnen dem ersten daher­kom­menden Tyran­no­saurus zum Fraß vorzu­werfen, und trotzdem noch eine Geschichte erzählen zu können. Vom Arche­ty­pi­schen und Spie­le­ri­schen der beiden Vorgänger finden sich aber allen­falls noch Spuren­ele­mente, am ehesten noch in den Sauriern selbst. Munter mampfen sie sich durch den Urwald, und sind dabei doch zu über­ra­schend komplexem Verhalten fähig: Sie bauen Fallen für Menschen und betreiben Kommu­ni­ka­tion unter Abwe­senden. Fest­zu­halten bleibt überdies, dass die Natur in jeder Jurassic Park-Folge bedroh­li­cher und unbe­re­chen­barer wird – der einstige Öko-Touch ist ganz verschwunden.

Wem das nicht genügt, dem bleibt zumindest das hübsche Ratespiel, das bei allen noch so schlechten Monster- und Kata­stro­phen­filmen funk­tio­niert: wer muss sterben, wer darf weiter­leben? Im Gegensatz zu manch durch und durch ideo­lo­gi­schem US-Film, der diese Fragen nach (konser­vativ-) poli­ti­schen Kriterien beant­wortet, ist Jurassic Park III simpler gestrickt: suchen wir nach den Unsym­pa­thi­schen und Unauf­merk­samen, suchen wir nach völlig oder halbwegs unbe­kannten Schau­spie­lern in schein­baren Haupt­rollen, und wir wissen die Antwort schnell.

War Jurassic Park 1993 noch in erster Linie ein über­langer Werbe­trailer für die Schönheit der Dinos, also zugleich die Fertig­keiten des Spielberg-Labors »Indus­trial Lights and Magic« der sich sonst ganz auf den Charme seiner Kinder­dar­steller und die Öko-Message des Plots verließ, wirbelte The Lost World: Jurassic Park noch zitat­reich mit alten Vorbil­dern, vor allem aus dem 1931er King Kong, wabert nun ein Hauch von Alien über die Leinwand: Denn selbst der T-Rex kennt Family Values.

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