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Frankreich 2004, 80 Minuten · FSK: ab 0 |
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| Leben entsteht |
Doch die Filmemacher vertrauen zu sehr auf die Kraft dieser Bilder und versuchen, mit assoziativer Montage dem groben Faden der Geschichte folgend zu verbinden, was nicht zusammengehört. Die Verknüpfungen zwischen Bild und Text sind oft weit hergeholt, die tierischen Darsteller werden unangemessen vermenschlicht. Dazu trägt auch die akustische Konstruktion des Filmes einiges bei. Neben der aufdringlich emotionalisierten Musik stört vor allem das Mickey-Mousing: die jeder Bewegung unterlegten »drolligen« Töne, die den Gang einer Riesenschildkröten mit dem Dröhnen von Dinosaurierschritten begleiten, um nur ein Beispiel zu nennen. Bei Mikrokosmos mag das angemessen gewesen sein, denn die unbekannte Welt zwischen den Gräsern verfügt über Geräusche, die mit unseren Ohren nur bedingt zu fassen sind. Doch bei größeren Tieren wirkt das eher albern und entstellend.
Die Idee, die Genesis als Märchen zu erzählen, hat ihren Charme. Denn was ist schon der prinzipielle Unterschied zwischen der Überlieferung in Wissenschaftsjournalen und der mündlichen? Warum nicht wie einen alten Mythos erzählen, was wir hier über unsere Herkunft erfahren. Man sollte sich allerdings vorher darüber im klaren sein, ob man diesen Zugang akzeptieren kann.
Traurig ist jedoch, dass die Synchronisation der Erzählsituation so schadet. Mit Christian Brückner wurde zwar ein Sprecher verpflichtet, der nuanciert erzählen kann (und dem es fast gelingt, seine Spielfilm-Sprechrollen, als Robert de Niro beispielsweise, vergessen zu machen). Im Off funktioniert das wunderbar. Aber häufig ist der Märchenerzähler Kouyaté im Bild, spricht in die Kamera, wenn er seine Gleichnisse von Sand und Wasser erzählt. Und hier wird die Diskrepanz deutlich zwischen Bild und Ton, hier sieht man allzu deutlich, was man nicht hört. Der Hauptfigur ist das wichtigste Werkzeug seiner Tätigkeit genommen: die eigene, wohlüberlegt modulierte Stimme – und die kann auch durch den besten deutschen Synchronsprecher nicht ersetzt werden.