Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall

Galaxy Quest

USA 1999 · 102 min. · FSK: ab 12
Regie: Dean Parsiot
Drehbuch: ,
Kamera: Jerzy Zielinski
Darsteller: Tim Allen, Sigourney Weaver, Alan Rickman, Tony Shalhoub u.a.
Auf zu neuen Welten

Wenn die Zukunft wahr wird

Als Space­balls in unsere Kinos kam, erklärte Mel Brooks, dass er Europa deshalb so schätze, weil man seine Filme hier wohl­klin­gend als Persi­flagen bezeichnet, während man sie in Amerika nur als Klamauk, Slapstick oder schlichte Comedy abtut.

Auch bei Galaxy Quest könnte man sich darüber streiten, ob der Film eine geist­reiche Reflexion auf den Kult alter Welt­raumse­rien ist oder einfach nur witzig gemachte Unter­hal­tung. Wie bei den geläu­figen Horror­par­odien ist es auch hier der sehr freie Umgang mit den Mythen und Gesetzten des Genres, der Galaxy Quest ausz­eichnet. Wird in den Erst­ge­nannten etwa verbit­tert darüber disku­tiert, wie man nun definitiv einen Vampir tötet, so ist für die Helden aus Galaxy Quest das fiktive Wissen über den richtigen Umgang mit Außer­ir­di­schen oder der Reparatur eines Ener­gie­kerns oft über­le­bens­wichtig.

Parodiert werden hier also weniger ein bestimmter Film oder eine konkrete Serie (sicher ist der Verweis auf »Star Trek« nicht zu übersehen), sondern die ästhe­ti­schen Mittel und der inhalt­liche Unsinn des ganzen Genres.
Darum sollte man z. B. auch die Besetzung von Sigourney Weaver als blondes Welt­raum­dumm­chen nicht falsch verstehen. Sie spielt die Rolle der Gwen DeMarco mit einer ganz eigenen, wunder­baren Naivität, wobei die Kenntnis der Alien-Filme diese Darstel­lung weder besser noch schlechter erscheinen lassen.

Die besten Momente hat Galaxy Quest aber stets dann, wenn er den tristen Alltag der ehema­ligen Fern­seh­stars zwischen Conven­tions und Kauf­hau­seröff­nungen zeigt. Es ist der Kontrast zwischen diesem an Prosti­tu­tion grenz­enden Ausver­kauf des eigenen Charak­ters und den helden­haften Zügen ihrer Fernseh-Alter Egos, der zu den zynischsten Momenten führt.

Die »wahren« Welt­rau­ma­ben­teuer der Mann­schaft um Captain Peter Quincy Taggard alias Jason Nesmith alias Tim Allen, zur Errettung der Ther­mianer, fallen dagegen ein wenig ab.
Das mag daran liegen, dass eine gute Parodie am besten auf einem realis­ti­schen Boden gedeiht. Viel­leicht läuft die Satire aber auch ein wenig ins Leere, da sich heute selbst die Originale (z. B. Star Trek 7-9 oder Alien 4) immer weniger ernst nehmen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Galaxy Quest ein überaus unter­halt­samer Film ist, der einen nach 100 Minuten beschwingt aus dem Kino entläßt.

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