Familienfest und andere Schwierigkeiten

Home for the Holidays

USA 1995 · 104 min. · FSK: ab 12
Regie: Jodie Foster
Drehbuch: ,
Kamera: Lajos Koltai
Darsteller: Holly Hunter, Robert Downey Jr., Anne Bancroft, Charles Durning u.a.

Dasselbe wie jedes Jahr, und doch alles anders

Der Thanks­gi­ving Day naht und mit ihm das tradi­tio­nelle Trut­hah­nessen im Kreis der trauten Familie. Ein Ereignis, vor welchem Claudia Larson (Holly Hunter) sich nicht drücken kann und das sie am liebsten schon hinter sich gebracht hätte. Sie meint zu wissen, was sie erwartet.

Recht­zeitig zu den Feier­tagen erfährt Claudia von ihrem Chef, daß sie entlassen wird. Obwohl nieder­ge­schmet­tert durch diese Neuigkeit, fährt sie tapfer zum alljähr­li­chen Fami­li­en­treffen nach Hause. Am Flugplatz eröffnet ihr die Tochter zum Abschied, sie werde bei ihrem Freund feiern und habe beschlossen mit ihm zu schlafen. Zu allem Überfluß hat Claudia auch noch Schnupfen, und so glaubt sie Thanks­gi­ving nicht zu über­stehen.

Tatsäch­lich wird das Fami­li­en­fest wie erwartet ein Fiasko – die üblichen Belei­di­gungen und Stiche­leien, sich gegen­seitig nervende Verwandte. Doch die nach­denk­lich gestimmte Claudia beteiligt sich wenig, nimmt vielmehr einen Beob­ach­ter­posten ein, sieht ihre Familie zunehmend aus einer neuen Perspek­tive. Außerdem über­rascht sie ihr Bruder Thommy (Robert Downey jr.) mit seiner Anwe­sen­heit. Die beiden verstehen sich glänzend und helfen sich gegen­seitig durch den Feier­tags­horror. Durch ihn lernt sie Mr. Fish (Dylan McDermott), den Freund ihres Bruders kennen – auch er, als Außen­ste­hender, ein Beob­achter der Familie Larson...

Fami­li­en­fest und andere Schwie­rig­keiten ist eine Komödie. Eine Vielzahl an Gags und komischen Situa­tionen läßt die Zuschauer viel lachen. Dennoch bekommt der Film, vor allem in der zweiten Hälfte eine ernste Kompo­nente. Claudia und ihre beiden Geschwister sind erwachsen geworden und haben sich ihr Leben völlig unter­schied­lich einge­richtet. Jetzt müssen die Fami­li­en­mit­glieder lernen, sich gegen­seitig als unab­hän­gige und eigen­s­tän­dige, viel­leicht sogar als fremde Personen zu akzep­tieren, die versuchen ihr eigenes Leben zu finden und danach zu leben. Jeder hat seine eigenen Probleme und jeder möchte sie gewis­sen­haft lösen, ohne genau zu wissen, was das Richtige ist und welche Momente wichtig sind, weil sie entschei­dend für das weitere Leben sein könnten.

Jodie Foster hat mit Fami­li­en­fest und andere Schwie­rig­keiten einen Film produ­ziert, der humorvoll und kurz­weilig das Bild der trauten (ameri­ka­ni­schen) Fami­li­en­idylle zerstört und in diesem Zusam­men­hang die Schwie­rig­keiten des Erwachsen- und Älter­wer­dens behandelt. Obwohl man während der Vorstel­lung oft und laut gelacht hat, verläßt man das Kino doch nach­denk­lich.

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