Est-Ouest – Eine Liebe in Russland

Est – Ouest

Frankreich/BG/RUS 1999 · 120 min. · FSK: ab 12
Regie: Régis Wargnier
Drehbuch: , ,
Kamera: Laurent Dailland
Darsteller: Sandrine Bonnaire, Oleg Menshikov, Catherine Deneuve, Sergei Bodrov Jr. u.a.
Alexei und Marie

Schwarz und Weiss im roten Reich

Kommunistenmelo mit guten Absichten

Hilflose Blicke treffen einen Passanten. Er flieht, verfolgt von Soldaten. Schüsse fallenden Rest erzählen die Augen des jungen Paares. Marie und Alexei sind ange­kommen. Man glaubt es kaum, aber im Kern schildert Régis Wargniers Est-Ouest – Eine Liebe in Russland eine wahre Geschichte. Unmit­telbar nach dem 2.Weltkrieg, 1946, bot das stali­nis­ti­sche Rußland allen Exil­russen die Möglich­keit, wieder in ihre Heimat zurück­zu­kehren. Alexei (Oleg Menshikov) ist einer von tausenden, die das Angebot annehmen. Doch als er gemeinsam mit seiner fran­zö­si­schen Frau Marie (Sandrine Bonnaire) in Odessa eintrifft, begreift er seinen Fehler schnell: Die Remi­granten werden drang­sa­liert, der Terrorap­parat ist allge­gen­wärtig, ohne Rück­kehr­chance wird das Paar zu Gefan­genen im Land ihrer Hoffnung. Wargnier, der bereits in Indochine die Kolo­ni­al­nost­algie mancher Franzosen zerpflückt hatte, insze­niert das Umkippen des Traums in den Alptraum genüßlich. Mit allen Mitteln des Melodrams klagt er die Diktatur an, zwischen den unschul­digen Haupt­fi­guren und den bösen Kommu­nisten bleibt wenig Platz für Grautöne. Der Beweis politisch-korrekter Gesinnung überwiegt allen Realismus.

Inter­es­santer als der grob gezeich­nete poli­ti­sche Hinter­grund ist das psycho­lo­gi­sche Drama von Alexei und Marie, deren Liebe zwischen Anpassung, Frei­heits­drang auf eine harte Probe gestellt wird. Unab­hängig von ihren unter­schied­li­chen Weise zu überleben behalten alle Haupt­fi­gu­ren­zwei russische Freunde kommen später hinzu ihre Würde. Ein über­zeugter Kommunist ist zwar nicht unter ihnen, aber es wird doch klar­ge­stellt, dass es mehr als nur eine Wahrheit im Leben gibt.

top